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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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marsch, dahin man nur durch einen einigen engen weg kom-men kan, von dem eigentlich sogenannte» Holstein , und msbesondere dem Amte Rendsburg abgesondert wird. In derlänge von der Eyder bis an die Elbe hat es 7. weilen, und diebreite ist von dreyen zu 4. weilen. Es wird m den nördlichenund südlichen theil unterschieden, davon icner dem Hertzoge vonGottorp , dieser dem König in Dänemarck zustehet, die sich rn diei42e. pflüge nach denen das land angeschlagen ist, in gantz glei-che PES qetheilet haben. Jeder theil wird wiederum inGeest und Marsch, (fielie den artickul Marschlande.) und zwarder nördliche theil in die Hardtstedter Geest und Nordstrand oder Nordmarsch, der südliche in die Tellingsteder Geest undSüderstrand oder Südermarsch gethrilet. Die fluffe in demlande sind die Aw, die Thiele, die Gieselau, die Wolburgaw, dieMiete,und der Mackebeeck oder Sprand. Es ist keine einige stadtdarinn, sondern nur etliche flecken, darunter in dem nördlichentheil Lunden , St. Annen , Hemm, Nienkerken, Weßlingburen,Heide, allwo die Ditmarschen alle sonnabend ihren ,narckt hal-ten, Weddingstede, Henstede, Schlichting, Delve , Tellingstede;in dem südertheil aber Meldorp, Windbergen,. Oldenworden,Hemmingstede, Barlt , Marne , Donne, Brunsbuttel , Edellake,Böckelnborg, Süderhadtstede, Nordhadtstede, Alversdorp dievornehmsten sind. Zwey drittel von dem lande ist bey naheGeest, und kaum ein drittel Marschland, welches letztere ohnevergleichung mehr als jenes einbringt, insgemein aber mehrzum kornbau, als zur weyde und Viehzucht gebraucht wird. Dieeinwohner sind ihrem Ursprung nach wahre Sachsen , darum sieauch zum unterscheid von den Friesischen Marschländern, dieüber der Evder wohnen,Ditmarschen , b.i. Deutsche Marschen,gencnnt worden. Sie sind insgemein lang und starck; die wei-der , so etwas begütert, werden vor stoltzer, als ihre benachbar-ten gehalten, weil die gemeinschaffl der güther unter den ehe«leuthen bey ihnen nicht, wie in den nahegelegenen landen ein-geführet ist , sondern die weiber ihre güther vor sich behalten.Iideliche geschlechter oder güther giebt es heut zu tage auch nichtmehr allda, obgleich vor alters etliche da gewesen seyn mögen.Den grösten rühm aber haben die einwohner von ihrer streit-barkeit, und der tapfern und langwierigen Vertheidigung ih-rer freyheit. Vor alters machte Ditmarschen einen theil ausvon der Marqgrafschafft Stade, mit welcher es vereinigt geblie-ben bis auf Marggrafen Rudolphum II., der von ihnen an.2144. erschlagen worden, (siehe den artickul Stade, Maggraf-schafft.) Stade fiel damals an die Ertz-Bischöffe zu Bremen ,aber Ditmarschen ward von Friderico Barbarossa dem GrafenAdolphs III. von Holstein gegeben, und als dieser sie an Bremen veräussern wollte, hiengen sie sich an Dänemarck, von dem siesich wieder abrissen, als König Woldemarus ll. an. irr;, vonGrafen Henrico von Schwerin gefangen worden. Woldemarusbrachte sie zwar nach einem blutigen gesiecht etliche jähr hernachwieder unter sich, sie wurden ihm aber in der schlacht bey Born-hvven an. irr?, untreu, und halfen das meiste zu seinem.un-glück. Von dieser zeit an behauptete dieses kleine ländgen über300. jähr seine freyheit wider die Könige in Dänemarck und dieHertzoge von Holstein, worzu nicht so viel die tapferkeit der«mwohner, als die situation des landes das meiste beytrug.Denn man konnte demselben nur auf der feite von der Geest anHolstein beykommen,aus welcher,weil sie leichtlich eingenommenwurde, die einwohner sich gemeiniglich mit allem vermögen indie Marsch hinein retirirten, und sich bey Meldorp, so damalsvest war, und die Südermarsch verwahrte, versammleten. Vorder Nordermarsch hatten sie die sogenannte Haminen, (ent-weder von hemmen, aufhalten, oder von hamm , so im alt-Säch«fischen ein gehöltze bedeutet,) welches die einige pässe waren, daman durchreisen konnte, die zu beyden feiten dickes gehöltze, brei-te und tiefe, doppelte auch wol dreyfache graben hatten, undnoch mit starcken wällen und grobem geschütze versehen waren.Ausser dem begaben sie sich mit einigen bedingungen in denschütz der Ertz-Bischöffe zu Bremen , welche ihnen zuweilenmit kriegs-volck beystundcn. An. 1289. wurden sie von dem Gra-fen von Holstein Gerhards II. angegriffen, ein haafe aber, derim angefleht der beyden parteyen vorbey lief, und ein gefchreyverursachte, brachte die Holsteincr in Verwirrung, die denDitinarschen zu einem grossen sieg diente. Gerhardus M.Graf von Holstein, führte blutige kriege mit ihnen, und ob ergleich derselben in einer schlacht bey 1000. erlegte, büßte er ineiner andern doch 2000. ein. Graf Gerhardus VI. verlohr an.1404. selbst , nebst mehr als ;oo. Edelleuthen, in einer schlachtwider die Ditmarschen sein leben. Die merckwürbigste und blu-tigste schlacht gieng mit König Johanne von Dänemarck an.1501. vor, welcher deswegen anlas darzu nahm, weil der KayserFriedrich III. an. 1474. bey erhöhung der Grafschafft Holsteinzum Hertzogthum, Ditmarschen zu demselben geschlagen, unddie einwohner sich nicht unterwerssen wollten. Der König kammit einer armee von 10000. mann gegen dieselbe, und drungmitten im Winter, da die moräste gefroren waren, tief ins land,weil aber ein unvermuthct thauwetter einfiel, ward die halbe ar-mee ruinirehund die Ditmarschen behaupteten ihre freyheit nochbis an. i;;y., da sie nach einem dreymal in einem tage wie-derholten treffen, darinn bey 4000. Ditmarschen geblieben, sich«n den Hertzog Adolphen, der jedoch nebst vielen andern selbstverwundet worden, ergaben, und im freyen selbe die Huldi-gung ablegten. Seil der zeit sind sie ruhig unter Dänemarckund Holstein geblieben, und werden durch zwey Landvögte

regieret. Danckwerths landesbefchr. von Schleßw. und Holst.

k. III. c. 16. p. 289. seq. Z.nltri topogr. Sax. infer. beschreib,des kricgs mit den Ditmarschen.

Dttmarus, zugenannt Alerfeburgenlls, weil er Bischoff zuMerseburg in Sachsen gewesen, war ein söhn Siegfrieds,Grafen von Walbke in Sachsen , wiewol er aus demuth fernGräfliches geschlecht verschwiegen. Er war von person sehrklein, und am lincken backen wegen einer fistel, so er vor zeltengehabt, und die sich hernach oft wieder erhoben, gar »«gestalt.Dazu machte ihm die nase, so ihm in der kindheit zerbrochenworden , ein lächerliches ansehen. Erstlich war er ein Mönchim kloster Bergen vor Magdeburg , hernach Dom-Herr zu St. Moritz in Magdeburg , folgends Probst zu Malbitz und desKaysers Henrici II. Capellan; endlich wurde er auf einra-then Dagmonis, Ertz-Bischoffs zu Magdeburg an. 1012. vongemeldtem Kayser zum Bischoff von Merseburg erwehlt, unddurch gedachten Erb - Bischoff eingeweyhet. Eichsdorff oderEisdorff, so damals ein flecken, und Heßlingen, welchesseine erb-güther waren , hat er dem Stifte Merseburg gege-ben , welches er auch sonsten noch sehr bereichert hat. Erstarb den 29. nov. an. 1022. im 42. jähre feines alters, nach,dem er 10. jähr, 7. monat und 7. tage dem Bißthum vorgestan-den hatte. Sonderlich ist er berühmt, weil er ein Lhronicon in7. büchcrn von den thaten der Kayser Henrici I. OttoniS

l. II. III. und Henrici II. ein jähr vor seinem tobe zu schreibenangefangen,, und wird er von Poffevino als der aufrichtigstescribent gerühmet. Ditmar. in chron. Üb. IV. & VI. Lang.chron. Citiz. Fabritii hist. Sax. Pofsevin. appar. sacr. Voflius,de Hist. Lat. lib. III. c. 5. Albini Mers. land-chr. tit. 22. p.282.Brotuffs Merfeb. ehr. Vu/pa beschreib, der stadt Merseb. 0.9.p. 81. 8>.

* Ditton, (Humfredus) ein berühmter Mathematicus, warzu Salisbury in Engelland von Presbyterianischen eitern ge-bohren, und legte sich von fugend an mit solchem fleiß auf dieTheologie, nebst den darzu erforderlichen sprachen, daß er nochgar jung zu einem Prediger beruffen wurde. Wiewol er abersonsten einen satlsamen eifer und geschicklichkeit besaß, derglei-chen aint gehörig zu verwalten; so verursachte doch sein kranck-licher leides-zustand, daß er nach einiger zeit auf einrathender Medicorum selbst wiederum abdanckte, und so dann dieMathematic zu seinem hauptwerck erwehlte. Als er nun hier-innen gar bald eine sonderbare wissenschafft erlangte, und sichhiernächst von der Puritanischen gemeinde zu der hohen kirchegewendet, wurde ihm die stelle eines öffentlichen Lehrersoder Proseslbris an der neuen mathematischen schule in demHospital Christi zu Londen anvertrauet, die er auch mit grosssem rühm versähe, bis er an. 1714. oder in dem ansang deSjahrs 17*s» in dem 40. jähre seines alters das zeitliche geseg-nete. Man sagt, daß er meistens vor betrübnis gestorben,weil sein vorschlag, die longitudinem zur see zu finden, den erzugleich mit Will). Whiston zn einer eigenen schrift: A ncvrmethod for discovering the longitudc both at sea and land,bekannt gemacht, und auf den sie beyde viele kösten verwen-det, nach einer deswegen angestellten genauern Untersuchungverworffen worden. Ihre meynung aber bestund darinnen,daß man einige schiffe hin und wieder durch ancker auf dersee bevestigen, und allezeit um Mitternacht eine bombe aus dendarauf gcpffantzten Mörsern schnur-recht werffen sollte, worausdenn die schiffer, wenn sie die himmels-gegend erforschet, unddiese bombe aufsteigen sähen, aus den fee-charten die längedes orts, den das schiff erreichet, leichtlich finden könnten.Seine andere schriften sind : Theorema Sphaerico-Catoptricum,welches an. 170;. in den Philofophical Transactions gedruckt,und wegen seiner Wichtigkeit nachgehends auch den Act. Erudi-torum Lipsiensibus einverleibet worden; ferner: The generailaws of nature and motion with their application to mecha*nik ; an Institution of fluxions ; wovon Joh. Clarke an. 1726.eine neue und vermehrte aufläge an das licht gestellet; Thenew law of fluids, or a difcourfe concerning the afcent ofliquors. Den grösten rühm aber hat er sich mit feinem vor-treflichen buch von der Wahrheit der Christlichen religion ausder auferstehnng JEfu Christi erworben; welches dahero nichtallein in dem Englischen zum öfter» aufgeleget, sondern auchvon Cornelio Coorn in das Holländische, von A. de laChapelle in das Französische, und von Gab. Wilh. Gölten indas Teutsche übersetzet worden, da denn auch bey dieser letz-tern Version eine Nachricht von seinem leben anzutreffen. Add.

Bibl. ratsonnee, tom. I.

Diu, eine insul und stadt in Ost-Indien, im KönigreicheGuzurate, welche schon seit an. 15)5. den Portugiesen gehörethat. Die insul ist klein , nicht weit vom lande entfernet, undliegt gegen dem einqange des meer-busens von Cambaja. Siehat emen vortreflichen Hafen, gleichwie auch eine fast unüber-windliche vestung, welche mit 2. gräben, die mit see-wasser aus-gefüllet , umgeben ist, und von vielen auf einen fels gebauetenbasteycn bedecket wird. Vor diesem war die Handlung allhierin vortreflichem stände, allein hernach ist sie von den Hollän-dern sehr geschwächt worden. An. 1;; 8. und 46. belagerten siedie Türcken vergebens. Ol >riu,, üb. IX. Maffsw, üb. XI. &XV. Gott, tom. II. rer. Hifp. Thevemt , reise-beschreib. tom. V.Baid*i beschreib, von Malabar. rc.

* Diväuo,