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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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fftrtufte. Erhatte Wiqods, Lords von Walingford, einzigerechter zur ehe, wodurch crWa^gford bek^ , welches auchnach seinem tode an seine tochter Maud ftei, welche erst an Mi-Ics Crisvin , hernach an Brient Fitz - Court verheurathet wur-de. Weil er ohne männliche erben starb , ffccedlrte ihm seinbruder Nogel, dessen söhn Robert II. das kloster ^snoy stiftete.Endlich gieng die männliche lime aus, und die erbschafft fieldurch Heurath an Henricmn, Grafen von Harwick , und vondiesem an Thomam, Grasen von Warwick, und Margare»tham. Jener starb unter Henrici III. regierung ohne erben,diese hatte zwey ehemänner, Iohannem Mareschal, und Jo-hannem de Picssets, beyde Grafen von W.arwick. Doch ist einäst der familie von Doily in Orftrdshire übrig geblieben, wel-che den Ritter-stand führen. Das kloster Miienden >n Bu-ckinghamshire ist auch von dieser familie gestiftet worden. Cam-dtni Brit. p. 140· 149· 253. seqq. -66. 267. 279.

Dorre, vor» baltca, Doria baltea, Duria major, ein stußin Italien , welcher an den grentzen des Walliser - landes ent-sprmgt, und sich im Montferratischen in den Po ergeußt.

Doire, vora riparia, vuria rninor, ein stuß , welcher indem berge Genevre in Dauphins entspringt, und sich ein wenigunterhalb Turin in den Po ergeußt.

Dol, lat. Volum, eine stadt in Franckreich in Ober - Bre-tagne , an den grentzen der Normandie , nebst einer citadelle,und einem Bißthum unter Tours gehörig. Einige halten da-für, daß sie anfangs nur ein schlechtes schloß gewesen , welchesbey einem kloster gebanet worden, und daß ums jähr 844. dasBißthum daselbst aufgerichtet worden ; dagegen andere versi-chern, daß das Bißthum schon an. 566. fundirt, undSamsonder erste Bifthoff gewesen. Dem sey wie ihm wolle, so praten-dirten die Bischöffe von Dol Metropolitan, von Bretagne zuseyn, woraus ein langer streit entstanden, darinnen endlich dieBischöffe von Tours die oberhand behalten. Hugo und Amatus,Urbani II. Legaten, hielten aühier an. 1094. eine versammln ngder Bischöffe. Stephan. Tornacenf epist. 126. 127. & 159. IvoCarnotenßs , epist. 176. 178. Innocent. III. in regist. lib. I. ep.168. & üb. II. ep. 79. Argentri, bist. de Bret. liv. XIII. c. 69.Auguftin. de Bas , bist. de Bret. Du Chene , recherch. des vill.P. II. liv. VIII. c. 3. Sammarth, Gatt. tom. II. p. 595.

Dolabella, ist der zunähme einiger berühmten Römer ausder Cornelischen familie. P. Cornelius Dolabella überwandA. U. 471. die Tuscos, welche mit den Bojis, einem Gallischenvolcke, in alliantz stunden. P. Cornelius Dolabella war Ciccro-nis tochtermann, und nahm in dem einheimischen kriege Ca-saris parkey an. Er hat verschiedenen treffen in Thessalien,Aftica und Hispanien beygewohnt, und in dem letzter« einewunde bekommen. Als er Tribunus Plebis worden, richtete ergrosse zerrüttungen an, wollte durchaus den mit schulden be-hafteten leuthcn zum besten einige gesetze geben, und sowol sie,als sich selbst, der in grossen schulden steckte, besten theils entla-den ; darinnen er aber grossen widerstand gefunden. Cäsarmachte ihn einige jähre nach seiner Wiederkunft aus Egypten zumBürgermeister, ohngeachtet er weder die hierzu behörrgen jähregehabt, noch auch das amt eines Prstoris zuvor geführet. Nach-dem Cäsar war entleibet worden , als Dolabella eben noch Bür-germeister war, (siehe den artickul M. Antonius ) erhielt erdas Gouvernement von Syrien ; weil er aber in ergreiffungder posscßion etivas saumselig war , machte sich Caßius Meisterdavon, welcher auch von dem Rath bestätiget wurde. Weilihm nun dieses unglücklich von statten gegangen , er auch sichnicht getrauete Caßium anzugreiffen, hielte er sich zu Smyrnaauf, und ließ daselbst Trebvnium, welcher einer von den mör,dern des Cäsaris war, und Klein - Asien gouvernirte, nachdemer sich durch list und falsche fincerationcn seiner Person Meistergemacht, durch viele marter umbringen. Darauf wurde erzwar A. U. 711. vor einen feint) des Römischen voicks erklärt;allein er machte sich gantz Klein - Asien Unterthan , gieng ge-gen Syrien , und nöthigte in des Caßii abwesenheit alles, aus-ser Antiochiam, zu seinem gehorsam. Doch Caßius kam balddarauf mit wohl - versuchtem volck, und belagerte ihn in derstadt Laodicea so hart, daß er gezwungen ward» sich entwederzu tödten, oder zu ergeben, worvon er das erstere erwehlte;wiewvl einige sagen, daß er solches durch einen von seinen scla-ven , oder kriegs, leuthen, ins werck gesttzet. Ein anderer P.Cornelius Dolabella war ein Proconsul in Aftica, welcher mitweniger mannschafft den Tacfarinatem, so seit 7. jähren dieseprovintz verheert hatte, überwunden und getödtet; weswegener auch die triumphs - zeichen von Tiberio begehret , der ihmaber solche verweigert, nur dem Sejano zu gefallen, dessen Mut-ter bruder Bläsus vorher auch schon dergleichen , unter demverwand des überwundenen Tacfarinas ,' empfangen. Son-st«! ist auch dieser letztere von einem andern dieses nahmens,welchen Vitellius umgebracht, unterschieden. Cicero , Philip. II.Livtus , üb. XII. Polyb. lib. II. Appian. de bello civil. üb. IV.Tacitus , ann. lib. IV. & bist. II. Dto , lib. XLII. Plutarcb. inAnton. &C. Bayle. *

* Doläus , (Johann) lebte um die mitte des vorigenjahrhunderts , war Medicin « Doctor, Hessen - CaffelischerRath und vornehmster Leib - Medicus, des Collegii Medici De-canus perpetuus , der Academi« Natur« Curiosorum Collega ,und ein qlied der Englischen Societät. Seine schriften, dieman zusammen in II. tomis gedruckt, sind vielmals aufgelegt

worden. Christian Franciscus Paullini hat an. »693. sein lebenbtschneben. Stolles Historie der medicinifthrn gelehrtheit,I. 277.

* Dolap , lat. Dolaplus Fluvius , ein stuß in Natolien, derbey der stadt Bolly vorbey stiesset, und nicht weit von Sama-stro ins Schwache mcer fällt. Man glaubt, daß er des Ptole-mai Parthenius sey.

* Dowen, (Johannes) gebürtig von Stanwickin Nort-hamptonshire, that ums jähr 1625. unter Carolo I. kriegs-dien-ste bey der garnison zu Oxford , da er sich so wohl verhielte, daßer erst Fähndrich, und hernach Major wurde. Da aber die Kö-nigliche partev den kürtzern zog, begab er sich wieder auf das stu-diren, und lebte vor sich in der stille, bis ihn Carolus II. heworzog, und ihn anfangs zum Decano von Westmünster, hernachan. 1666. zum Bifthoff von Rochester , und an. 1683. zum Ertz-Bischvff von Vorck machte, woraufer an. 1686. mit tode ab-gieug. Er war ein sehr eifriger mann, aber ein tresticher, wie-wol etwas unbedachtsamer Prediger, daher er insonderheit, eheer das Ertz - Bißthum Yorck erlanget, von dem Hofe vielerleyVerdrießlichkeiten ausstehen muste. Bumet , bist. des dernieresrevolut. dAnglet. tom. III. Wood , Athen . Oxon.

DOLCAQUA, ein dem Hertzoge von Savoyen zuständi«ges Marggrafthum, weiches gegen morgen und gegen mittagan das gebiethe der Republick Genua , gegen abend aber und ge-gen Mitternacht an die eigentlich sogenannte Grafschafft Nizza grentzet. Der vornehmste ort, gleiches nahmens, ist ein stinesstädtgen, mit einem ziemlich vesten schlösse, an dem fluffe Ner-via. Die übrigen in dieser kleinen landschafft liegende geringereörter sind Abeglio, Avricale, Jsola, Rochelta und Perinaldo.Schauplatz des kriegs in Italien , p. 169.

* Dolce, (Golfs) lat. Sinus Dulcis , ein grosser meer-bu-sen und ein stück von dem grossen Golfo de Honduras , in derprovintz Vera - Paz in Nord - America, 60. Englische meilenvon der stadt St. Jago di Guatimala. An diesem meer - busenliegen zwey stecken , St. Thomas di Castilia und St. Pietrogenannt, dahin die meisten West - Indischen waaren, als coche.nille, cacao, köstlicher balsam, bäum - und andere wolle ingewisse dazu gemachte Niederlagen gebracht, und hernach vonden Spanischen schiffen im julio, oder augusto nach Europa ab-geholet werden.

* Dolce, oder Dulcis , (Ludoviclis) ein berühmter Ita-liänischer Poet, war zu Venedig qebohren. Nachdem er zuPadua studiret, legte er sich hauptsächlich auf die Poesie in sei-ner mutier - spräche, erwarb sich auch darinnen durch seine viel-fältig abgelegte proben einen grossen rühm, aber gar kein gelb,dahero er auch an. 1568. im 60. jähre seines alters in äussersterarmuth gestorben. Man hat neben vielen comödien und tra-gödien auch Übersetzungen aus dem Juvenali , Ovidio , Sene­ ca , Horatio und Cicerone von ihm ; Observationes in Lin·,guam Italicam; Acta C«sarum Caroli V. & Ferdinand! I. Dia-logum de Mulierum Institutione & de Nuptiis celebrandis ;Compendium Philosophi«; Notas in Ciceronem de Oratore ;de diversis Gemmarum Generibus üb. III. ; de Origine Saty-rs & ejus natura ; de Ratione conlervand« & äugend« Me-mori« &c. Ghilini theatro, tom. I. Papadopoli bist. Gymn.Patav. tom. II. p. 221.

* Dolcerio» ein stuß in der Audientia von Guatimala inNord - America; er hat seine quellen ohnweit Vera, Paz , unddurchläuffet die gantze provintz dieses nahmens, worinn er zweyscen formiret, so man il Lago Dolce nennet. Er fällt endlichin den sogenannten Golfo Dolce, welcher das mittägliche theildes Golfo Guajanos ist. Maty , Diction.

Dole , lat. Dola, eine wohlgebaute und sehr beste stadt inder Franche-Comte , mit einer Universität und Parlement, andem fluffe Doux gelegen. Der Hertzog von Burgund, Philip.puS Bonus, stiftete daselbst an. 1426. eine Universität, welchenack-gehends durch die Hertzogtn Margaretha an. 1484. verbes-sert worden. Der König Liidovicus XI. nahm an. 1476. die-sen ort ein, und ließ ihn plündern. Als der Kayser Carolus v.die Wichtigkeit desselben erkennete, ließ er um das jähr 1530. sie.ben bastionen dabey anlegen, worauf nachgehends zum öfter«die fvrtlfication verstärckt worden. Die Franzosen belagertenihn an. 1636. vergeblich, brachten ihn aber dennoch an. 1668.im ftdr. nebst der gantzen Grafschafft Burgund unter sich. Je,doch traten sie ihn in dem den 2. may gedachten iahrs zu Aa­ chen gemachten frieden den Spaniern wiederum ab , nachdemsie die vestung und mauern niedergerissen, welche die Spanieralsdann von neuem wieder aufbauen liessen. Mein an. 1674.hat sich Franckreich wieder meister davon gemacht, und es auchbehalten. Htuter , de reb. Burg. Goiiut. mem. de la Franche- Comte .

Dolera, f Clemens) ein Cardinal und Bischoffvon Foli-gni, war zu Moneglia , einem kleinen flecken in dem Genuesi-schen , von geringen eitern gebohren. Er begab sich in denFranciscaner - orden , und brachte es in der gelehrsamkeit soweit, daß er, nachdem er mit rühm in seinem orden docirlhatte, zum General erwehlt wurde. Paulus IV. machte ihnan. 1557. zum Cardinal, und Pius IV. zum Bifthoff von Fo,ligni. Er starb zu Rom den 6. jan. an. 1558. und hinterließverschiedene schriften , darunter das vornehmste: CompendiumTheologicarum Institutionum , darinnen diese tracta« enthat»

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