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gelegenheitcn befunden. An. 1442. aber verließ ihn das glück.Denn Dragut Rats, General der Corsaren , überrumpelte ihnzwischen den insuln Ponza und Jschia, da er es am wenigstengedachte, und weil der Dragules viel stärcker war au schiffen,so zwang er den Doria , die flucht zu nehmen , da er ihn mitseinen leichten schiffen verfolgete, und ihm verschiedene schiffewegnahm. Jedoch giebt Sigonius der fach eine solche gestalt,daß Doria so wenig in ansehung des weges, welchen er genom-men , und der ihn gleichsam dem viel stärckern feinde in die Hän-de geliefert, als wegen der bey anfstossung des feindes erfolg-ten flucht und Verlust der am schlechtsten besegelten oder vielmehrbernderten galeeren einige schuld zu haben scheinet. An. 1554.eroberte Doria Sansiotenzo in der insul Corstca, und verjagtedie Franzosen . Als er nun sehr alt worden, und an kräfften ab-genommen , begab er sich in seinen schönen pallast, den er in ei-ner Vorstadt zu Genua bauen lassen, und starb daselbst an. 15 60.im yz. jähre seines alters ohne leibes-erben. Er hat das Für-stenthum Melfi im Neapolitanischen an sein Haus gebracht. Imübrigen giebt man ihm schuld, daß er wenigst gegen denen, vonwelchen er sich sonderbar beleidiget zu seyn achtete, sehr grau-sam gewesen; dessen ein muster seyn mag, daß als ihm vieljähre nach der Fieschischen zusammenschwörung Othodon Fie,schi, ein druder des Giov. Luigi, in die Hände geliefert worden, erdenselben ohne gnade in einen sack einnähen, und ins meer werffenlassen ; welche strafe vormals die Römer nur an vatler - undmutter-mördern auszuüben pflegten. Sigonius , in ejus vita.Da Bellay. Tbuan. Jovius. Herrera. Bmntome. &c. *
Doria, (Hieronymns) ein Cardinal, war von Genua . Erführte anfangs den titul eines Grafen von Cremolin, und leisteteunter diesem nahmen der Repnblick grosse dienste, welche ihnan. i ^ 12. an Julium II. nach Rom schickte. Nachgehends hatteer noch andere wichtige bedienungen. Man ernennte ihn auchmit unter den zwölfen, welche die alte regiments-form bey derRepublick einführen sollten. Als er aber seine frau verlohren,beschloß er, sich in den geistlichen stand zu begeben, mit der Hoff-nung , den Cardinals-Hut zu erhalten, welchen ihm auch An-dreas Doria an. 15;°. bey Elemente VII. verschaffte. Dafürerwies er seine danckdarkeit in unterschiedlichen geiegenheiten,und sonderlich an. 1547. in währender conjuration der Fieschi .Er erhielt hierauf das Bißthnm zu Nebbi, hernach das zu Jaccaund Hnesca, und endlich das Ertz-Bißthum zu Tarracona. Erstarb zu Genua im mertz an. 1558. t'ogheta , in elog. Sigo». invit. Andr. Doris. UgkeUus , Ital. sacr. Önupbrius. Aubery, &c.
* Doria, (Sinibaldus) ein Cardinal und Ertz-BischoffzuBenevent , war zu Genua an. 1664. den 21. oct. gebohren.Nachdem er in Rom dem studiren obgelegen, und unterschied-lichen bedienungen vorgestanden, sendete ihn Clemens XI. an.1706. als Vice-Leqaten nach Avignon , woselbst er bis an. 1711.blieb, und hierauf die reiche Commende vom H. Geist zu Rom ,benebst dem titul eines Ertz - Bifchoffs von Patrasso , erhielt.An. 1716. wurde er Groß-Schatzmeister, und an. 1720. Cam-mer-Meister des Apostolischen stuhls, in welcher ehren-steste ihndie folgenden Päpste bestätigten. An. 17z1. gab ihm Clemens XII. das ErK-Brßthum Benevent , und erklärte ihn den 24.sevt. zum Cardinal, welche würde er aber nicht lange getra-gen, inmassener an. 17z;. den4. dec. zu Benevent das zeit-liche gesegnet. Aflapubiica.
Dorieus, ein söhn des Diagoras von Rhodus , hat nebendem, daß er seinen vatter und drüber zu gar fürtreflichen fech-tern hatte, sich auch für sich selbsten in den öffentlichen spielenin Griechenland einen grossen rühm zuwege gebracht; denn ererhielte den preis dreymal in den Olympischen, desgleichen acht-mal in den Jsthmischen, siebenmal in den Nemcrschen spielen,und endlich auch einmal zu Delphis, ja gar diese letztere ohnekämpf, weil ihm solche niemand durfte streitig machen, odersich gegen ihn» einlassen. Auf solche weise trug Dorieus in al-len vier Haupt-spielen , oder, wie man sie sonst nennete, gehei-ligten spielen in Griechenland den preis davon, und wurde,nach der Griechen mund-art, Periodonices , welches bey die-sem »olcke bey weitem für die gröste ehre geachtet worden, dieje einem fechter widerfahren konnte. Diese siege des Dorieiwurden eigentlich erworben durch die art fechtens, so manpancratium nennete, und zugleich im ringen und weltzen be-stünde , daß, wann mich einer den andern zu boden warf, siesich noch da so lange umwerffen mnsten, bis einer von beydensich überwunden bekannte. Von dem ansehen, so diesem fech-ler seine siege zuwege gebracht, kan man unter andern ausdem urtheilen, daß, als er in dem Peloponnesischen kriege, ne-ben andern Rhodiern , sich für die Lacedämonier erkläret, undauf eigenen kosten wider die Athenienfer schiffe ausgerüstet hatte,diese ihm zwar erstlich gewiß den tod gedrohet, wo sie ihn indie Hände kriegten; aber da sie würcklich seiner Person mächtigworden, und man ihn, in gewöhnlicher gestalt der gefangenen,für das versammlete volck gebracht, fast jederman wegen sei-nes vorigen rnhms mitleiden mit ihm getragen, und alsobaldder schluß qefasset worden, ihn unbeschädigt heimziehen zu las-sen. Es scheinet, er habe sich gegen den Atheniensern dage-gen danckbar erwiesen , indem er vielleicht zu der Veränderungdas seinige beygetragen, durch welche die Rhodier sich auf die-ser selten gewendet. Wenigstens soll ihm durch diese anderung,nach Androtions eines Atheniensischen Historici erzehlung, dertod verursachet worden seyn; weil nemlich, als ihn hernach
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die Lacedämonier auf einer reise durch Pelovonnesum ertappet,sie denselben durch urtheil zum tobe verdammet. Im ubtictetiwar Dorieus noch in seiner jugend , durch einheimische Hän-del , von einer stärckern gegen,partey ins elend venagec, bettwelcher gelegenheit er sich gen Thurios in Italien begebenauch wegen dieser Ursache sich bey seinen ersten siegen in denschau-spielen nicht einen Rhodier, sondern als eine» Thuriereinschreiben lassen. Allein, nach wenig jähren halte er die er-laudnis erlanget, wieder dahin zu kommen , auch sich alldvrtmin das ansehen gesetzet, wovon oben gemeldet worden. Pausin Eiuc. Polt. *
* Dorigny , (Michael) ein berühmter Französischer mäh.ler von St. Quentin , aus der Picardie gebürtig, war einschüler und lochtermann des berühmten Voüet, welchem erin seiner kunst glücklich nachahmete. Er starb als Professorbey der Mahler-Academie zu Paris an. i6ö;. im 48. jähre sei,nes alters. De Piles , vies des Peintres.
* Doriolle, (Petrus ) Herr von Loire enAunis, Cantz-ler von Franckreich, des Iohannis Doriolle, Bürgermeistersvon Rochelle, söhn. Er stiege auch zu dieser würbe an.1451. und wurde hernach General über die Finanzen undMaitre des comptes an. 14s 6 . welches er aufgäbe, da er an.1472. zum Cantzler von Franckreich gemacher worden. Erwar in dieser qualität zugegen , da an. 1474. im april in demParlement, so zu Vendome gehalten ward, der spruch widerden Hertzog von Alencon ist ausgesprochen worden. Er präsi.dirte auch in dem gerichte wider den Connetable von St.Paul,und spräche den sententz bey gesessenem Parlement wider ihnaus, welches geschahe an. 147;. im december, und auch indem geeicht den Hertzog von Nemours betreffend an. 1477. An.1476. machte er den frieden zwischen dem Hertzoqe von Bur gund unb dem König. Und nach dem tod dieses Hertzogs,nachdem sich die meisten Picardischen stäbte unter des Königsgehorsam begeben hatten, verfügte er sich nach Arras , um deneyd der treue von den Unterthanen abzunehmen, ehe der Kö-nig dieselbe» in person besuchte. Er war auch einer derjenigen,welche mit dem Hertzoge von Bretagne an. 1477. mit dem Kö-nig in Sicilien und dem Hertzoge von Lothringen an. 1480.tractirten. Ob er schon diese und andere grosse dienste demKönigreich geleistet, so wurde er doch an. 148;. seines amlsentsetzet. Bald darauf aber bekam er wieder das amk einesRechnungs-Präsidenten, laut Königlichem brief und siegel vondem nemlichen jähre, welches er doch nicht lang versehenkonnte, indem er bald darauf im herdstmonat an. 148t. dengeist aufgegeben. Er hat sich vermählet mit Charlotte vonBarr, der wittib Wrlhelmi von Barre, Herrn de I'Isle Sa-vary, und einer tochter Iohannis von Barr, Herrn von undzu Baugy, aus welcher ehe er eine einzige tochter zeugele,welche erstlich mit Ioh. Berard , Herrn zu Chisle und Biere,und ersten Präsidenten in dem Parlement zu Bombe-nix,und zlveytens mit Wilhelm Savary, dem Chevalier, ver-mählet worden. Du Cbine , hist. des Chancell. P. An -
feinte.
Doris, eine alte landfchafft in der Griechischen vrovintzAchaja, so anjetzo, wie einige berichten, Val de Livadia, ge-nennet wird. Vor zeiten waren darinnen die städte Liläa,Erynäa, Bojum, Cytinum, rc. Der nähme dieser landschaffiwurde auch einer andern in Klein-Asien gegeben, die ein theilvon Carien war, und Halicarnassus zur haiipt-stadt hatte.Die Dorische mund-art, so einer von den vier berühmten dia-lectis unter den Griechen war, wurde von den Lacedämonier»und Argivern, und nachgehends auch in Epiro, Lydia, Si-cilien, Creta und Rhodis gebraucht. Archimedes, Thcocri-tus und Pindarus haben darinnen geschrieben. heißetim Griechischen so viel als eine gaabe oder geschenckc; daherkam das sprich-worl: Dorioa Muse ; bey dem Aristophane,wodurch diejenigen verstanden wurden, welche verse um denlohn machten. Strabä , lib. X. Ptolem. lib. III. c. n. See.Ceüarius , Geogr.
Doris, eine Meer-Nymphe, eine tochter des Oceani u»dder Theils, welche, nachdem sie mit ihrem bruder Nereo ver-Heurathet worden, eine grosse menge der Nymphen, welcheNereides genennet werden, zur weit gebracht. Aatai. Comes,mythol.
* Doris , oder Dores, Dosikheah, Dosis, die erste ge.
mahjin KönrgS HerodiS Magni , war eine Jdumäerin, oder wieandere lieber wollen, eine einheimische, und gebahr ihm Antipa>trum. Sie ließ sich aber hernach mit diesem ihrem söhn in ei-ne conspiration wider Herodem ein, und als dieselbe verra-then wurde, jagte sie Herodes von sich, und nahm ihr alleihre kostbarkeiten. Joseph, andq. Jud. XIV. 11. n. I. XVI.6. 11. XVII. 1. n. ;. de bello Jud. I. 28. n. 4. Hegeßppui , I.26. 4;. 44. Goriovid.es , V. 27. 32. Nicepborus, hist. eccl.
I. 6 . Noidtui , hist. Idum. p. 348.
Doriscum, ein ort in Thracien, bey dem Terres seinetrouppen nach dem platz des erdreichs, den sie einnahmen, aus,rechnete , oder vielmehr recht nach dem buchstaben mäste,weil er sie sonst wegen der grossen menge nicht zehlen konnte.Der eingeschrenckte ort sollte just 10000. mann hallen, und alsoliesse Terxcö iminer neue völcker hinein marschiren, bis niemand
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