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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Dornberg , ein Heßisch-Darmstädtisches Amt und schloß inder obern Grafschafft Catzenelnbogen, ist an. 1334. von GrafEberharden III. zu Catzenelnbogen erbauet, und mit maurenund grüben wohl verwahret worden, dahero es denn einige Gra-fen zu ihrem Hof-sitz gebraucht. Vor zeiten ist der Neckar vordiesem schloß vorbey gegangen, und bey Trebur in den Rhein ge,lauffen, gestalt man noch heutiges tages die ringe an den maurensiehet, daran die schiffe geleget worden. Weil er aber fast allejähr das land weit und breit überschwemmet, (daher die herumliegende gegend noch jetzo das Ried genennet wird) so haben esendlich die Grafen von Catzenelnbogen mit grossen kosten dahingebracht, daß selbiger unter Heidelberg abgegraben, und inden ström, welchen er nun halt, geleitet worden, winckel«Manns Heßische beschreib, p. 106.

Dornbercz, ein unweit Worms gelegenes dorf, wobeyAdolphus von Nassau von Alberto aus Oesterreich an. 1293. ineiner schlacht erleget worden. Tromsd. Spangenb. Manns-feldische chron. c. 273. p. 323.

Dornberg , eine Gräfliche familie, welche ehemals inFrancken, Schwaben und Bayern in grossem ansehen gewe-sen, mit Wolframo aber an. 1,87. verloschen ist. Ihren Ur-sprung wollen einige von den Grafen zu Kyburg , andere abervon den Grafen zu Abensperg herführen. Vor andern sind zumcrcken Siegfried, welcher an. 1096. als Bifthoff zu Aug-sburg gestorben, und Conrad, der an. 1160. Burggraf zuNürnberg gewesen. /.«z. de migr. gent. üb. VII. p. 3 14.Spangenb. Adelst). ?. I. c. 13. BruJch. monast. Germ. ehr.p. 548. Lucä Grafen-saal. Tromsd .

Dornbiern, oder Dornbeuern, eine stadt in Schwaben »wischen dem Bregenzer wald , und der Grafschafft Emds ander Fussach gelegen. Sie hat unterschiedliche dorfschafften,und einen wem-und korn-reichen boden. Vor zeiten hat sie denGrafen von EmbS gehört, jetzo aber haben sie nicht mehr alsden blut-bann, wild-ban, und andere regalien vom Reiche zulehne. Das übrige gehöret zu der Oesterreichischen HerrschafftFeldkirch. Merian. top. Suev. Gchlee, in beschreibung derlandschafft unterhalb St. LuciS steig.

Dornburg , eine kleine auf einem berge gelegene Thüringi­ sche stadt und ehemalige Grafschafft mit einem schloß und dar;»gehörigen Amte, bey den Meißnischen grentzen an der Saale ,nur eine meile von Jena gelegen, und dem Hause Sachsen- Weimar gehörig. Vor reiten war sie in solchen ansehen, daßder Kayser Otto I. an. 96;. und Otto II. an. 980. daselbst resi-dirten , wie denn auch des letzter» schwester Mathildis , Aeb-tißin zu Quedlinburg , in abwesenheit ihres vetters, Ottonis III.die Thüringischen Land-Stände dahin zusammen beruffen, undKönig Henricus II. an. 100;. eine Reichs-versammlung alldaangestellet. Als die einwohner dieses orts von ihrem Landes-Herrn die freyheit bekamen, wegen der an. 14$°. in der Vitz-thumischen unruhe an den tag gelegten treue sich eine freyheitauszukitten, begehrten sie weiter nichts als den nahmen der ge-treuen , daher sie lange zeit die getreue Dornburger genennetworden. Fabricsi orig. Sax. üb. II. f. 227. Gregor. GroitJ'cbiibeschreibung des Saal-stroms. Beym geographic.

Dornburg, ein schloß in dem Fürstenthum Anhalt, nahebey Zerbst , welches an. 1674. an das Haus Zerbst gefallen,nachdem Johann von Münchhausen ohne männliche erbenverstorben. An. 1633. erwehlte es Johann Ludwig, ein jün-gerer bruder des damals regierenden Fürsten von Auhalt-Zerbst,zu seiner residentz. Von der ehemaligen vestcn bürg dieses nah-mens , nahe an der Elbe gelegen, find nur noch die ruinen zusehen. Beckmanns Anhalt. Historie, P. III.

Dorne, (Antonius) ein berühmter Rechtsgelehrter in demXV I. feculo, war aus Dauphins gebürtig, und lehrte als Kö-niglicher Professor bey 33. jähren die Rechtsgelehrsamkcit zuValence . Cborier.

Dorneck, oder Dornach , lat. Domacum , ein Solöthur-nisches berg-schloß und dorf, eine gute halbe meile von derstadt Basel , an der rechten feite der Birs , gegen dem dorfRheynach über gelegen. Es hat vor zeiten einen eigenen Adeldes nahmens von Dorneck gehabt, deren waven , zwevschwarye aufwärts gehende,angel weis gekrümmte,rück-wärts gekehrte dorne, in silberm fchild, gewesen. Es war,allem ansehen nach, ein lehen von den Graftn von Thierstcin,an die es, nach abgang derer von Dorneck zurück gefallen. Siehaben es aber nach der Hand wieder von Handen gelassen, undbesassen es vor dem Schwaben -kriege die Junckern von Efringen ,von welchen Johann Bernhard dieses schloß und Herrschafftan. 1484. der stadt Solothurn zu kauffen gegeben, welcheeinen Landvogt dahin gesetzct, der alle 6. jähr abgewechseltWird. Urflis. chron. Basil. üb. I. p. 24. Stumpf, üb. XII.P- 38 s *

Dieses schloß ist in der Eydgenoßischen Historie berühmt,wegen dem sieg, welchen die Eydgenossen an. 1499. den 22. jul.allda wider die Oesterreicher erfochten haben. Dann als KayserMarlMtlianus I. mit hulffe des Schwäbischen bunds und dergestllschafft von St. Görgen schild, stie Eydgenossen bekriegte,und dieser meiste macht im Thurgöw, gegen Costnitz zu selbelag , versammlete der Kayserl. General Graf Heinrich vonFürstenberg, auf a.istiftcn eines Edlen von Gilgenderg, heun-

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lich in dem Elsaß und Suntgow 13000. mann zu roß und fufczöge vor Basel herauf, willens den Solothurnern das schloßDorneck wegzunehmen, in meynunq, daß die Eydgenossen danicht wurden können zu hülffe kommen, sondern tm Thurqöwgenug zu schaffen hatten. Weil aber der Landvogt aufDorneckseine Herren und Obern zeitlich dieses anzugs halber beuch-tet hatte, als mahnten sie ihr übriges volck auf, und lagertensich den 2i. jul. mit 1300. mann in und um Liechstall, mld alsfolgenden tags 3000. Berner und 400. Zürcher alldort ju ih-nen gestoßen, zogen sie gesamter Hand dem belagerten schloß inhöchster stille zu, und hielten sich im qebürge hinter dem schloßnahe bey einander verdeckt. Als nun die Oesterreichischen miraufschlagen der zelten, flechtung der Hütten, kochen rc. beschäff-tiget waren , auch die Oberste gantz sorglos in den bad-hcmdernherum grenzen, und wol nicht gedachten, daß ein Schweitzervorhanden wäre, (wie dann der Graf von Fürstenberg, einemzur fursichtigkeit anmahnenden Officirer, zur antwort gegeben:ob er dann meyne, daß es Schweitzer schneye) nahmen die W-genvssen (die von der höhe die beschaffenheit des lagers wohlabgesehen,) die geschwindigkeit zur tapferkeit, drangen nachuhren abends, durch stauben und stöck, den berg herunter,auf die sorglosm feinde an, und machten alles nieder, was ßebey den stucken und zelten antrafen , also daß ein grosses geläufund Unordnung in dem lagrr entstünde, und keiner recht wußte,wie er daran wäre. Als aber die Generalen und Oberste da»ernstliche eindringen der unverhofften Schweitzer ersahen,mahnten sie auch ihre leuthe eiligst in das gewehr und ordnung,welche dann sich zusammen thaten, und ansicngen den Schwebtzern die spitze zu bieten, zumal fochten die reuterey und die Bur,gundier so gut, daß die Eydgenossen in das holtz zurück weichenmusten. Sie erholten sich aber gleich wieder, also daß es ausdem selbe, zwischen Arlesheim und Dorneck, zu einemheissen gcfecht geriethe, und der sieg bald auf die eine, baldauf die andere feite wanckete, bis baß mitten im gefechte,die 1000. mit starckem marsch herzugeeilten Lucerner undZuger, ob Arlesheim zum Vorschein gekommen , welche so-gleich dem schlacht-feld zugeeilt, und mit ihrem grimmigenangriff den feind in schrecken , confusion und völlige fluchtgebracht, dem sie doch wegen Müdigkeit nicht nachgejaget ha-ben, sondern sich in des ferndes lager erquicket und verzehret,was andere zugerüstct hatten. Sie eroberten 21. stück geschü-tzes und die gantze bagage; von den feinden blieben in die z°°°.auf dem platz , worunter der Graf von Fürstenberg selbstnebst vielen andern Herren war. Viele der gebeinen wur-den alldort in eine aufgebaute capeüe , oder bein-häus-lein, zum angedencken zusammen gelegt. Die Schweitzerverlohren bey 150. mann. Urflis. chron. Basil. üb. VI.p. 49 ° Stumpf, üb. XII. p. ;36. Haßher. Theatr. Solod.p. 406. *

* Dorneus, (Gcrard) ein Medicus, lebte zu ende desXVI. sieculi, und schrieb Dictionarium Paracelsi , Franckftirt1584. in 8 . Comm. in Paracelsi übros Archidoxorum , ib. eod.in 8 . Compend. Astronomise magnte Paracelsi, ib. FafciculuraParacelsicse Medicinse, ib. i? 8 i. Clavem Philosophie Chemi .C£e, Herborn 1594. in 8. Ursel. 1602. in 8. de Natur® LuceChemica ; Congeriem Paracellicae Chemi® de Transmuta-tione Metallorum; Genealogiam Mineralium ac Metalle nunomnium; Artificium supernaturale ; Artificium Chemisticum,1568. in 8. de Lapide Philosophico, 1570. Hyde.

* Dornford, ehemals Caer-Dorm, Dormanceasierund Dormeccaster genannt, eine kleine stadt in Hunting-donshire an dem fluß Nen , an der grentze von Northamp-tonshire , welches man wegen der alterthümmer, die da-selbst gefunden werden, nicht ohne gründ vor das alte Do-robrione hält, dessen bey dem Äntonino itiner. gedachtWird. CeUarius , not. orb. antiq.II. 4. §. 45. Camdeni Brit.p. 424. 4;;.

Dornhan , Dornheim , ein Würtembergisches stadtleinohnweit Horb im Schwartzwalde, hat vor diesem den Hertzv-gen von Teck gehöret. Das benachbarte kloster Alpirspach hatauch feine gerechtsame darüber gehabt, deren es sich aufs neuevon Hertzog Ludwigen von Teck an. 1271. versichern ließ, alsderselbe den ort mit mauren umgeben wollte, welches letz-tere aber erst an. 13 64. erfolgt. Cruf. P. m. P . 274. Merk».top. Suev.

Dornick, siehe Tournay .

* Dornkrell, oder Horencrellius VON Eberhertz, ( 3 »-cob) ein Lutherischer Theologus, an. 1643. zu Lüneburg ge-bohren, wurde, nachdem er zu Helmstädt und Kiel studiret, zuHeldenstadt in dem Amte Ultzen Pastor; er danckte aber wiederab , und legte in seinem vatterland eine buchdruckcrey an.An. 1690. wurde er zum Probst zu Heltzow in Hinter-Pom-mern beruffen, legte aber binnen einem jähre auch dieses amtwieder nieder, und starb, nachdem er die übrige zeit zu Hamburg in dem privat-stande zugebracht, an. 1704. den 23. oct. Manhat von ihm : Specimen Bibüorum Harmonicorum ; Vitaecurriculum Jesu; Biblia Historico-Harmonica , sive Opusdi·vin® consonanti® integrum ; Tractatum contra parum utili·tatis habentes Conciones Theologicas ; Disputationes; Streit-schriften Wider Doctor Schelwigen unter dem nahmen Corde-sii a Verimunt; Politiam Araoris Vers Christianam St summe

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