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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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rum Eruditorum fleißig daran arbeiten half. Läse auch mit

S m adplausu zu Leipzig collegia, und ward endlich Rens,er Planischer gemeinschafftlicher Hof-Justitz , und Consi-storial-Rath , und des Gvmnafli zu Gern Inspedkor und Pro-fessor Juris. Er hat Disputationes de Litteris Incarceratio-nis patentibus seu arrestatoriis, Leipzig 1Ü78. deActioneln-iuriarum ästimatoria rei persecutoria ; de Jure Majestaticolmperatoris Rom . Germanici in Regno Germanico geschrieben,und ist zu Gcra an. 171;. den 8. dec. gestorben, nachdem erfich dreymal verheurathet, und sieben kmder gezenget.

Eckius, oder Eccius, (Johannes) Professor ssbeologiä undPrediger zu Jngolstadt, war in Schwaben an. 1486. gebohren.Er war anfangs Lutheri freund, nachdem aber der religions-streit angieng, war er einer von denen, die sich ihm am heftig-sten widersetzten. Seine erste schrift, damit er ihn angriff, wa-ren seine sogenannten Obelisci, denen Lntherus Asteriscos ent,gegen setzte , worauf zu beyden feiten noch unterschiedene sthrif-ten folgten. Es blieb aber nicht alleine dabey, sonder» es kamauch zur mündlichen Unterredung, darunter sonderlich diejeni-ge berühmt ist, welche im iulio an. i?i?. zu Leipzig auf derPleissendurg, meist aus anstiften Hertzogs Georgii von Sachsen ,gehalten würde. Das eigentliche absehen war, daß Eccius mitCarolostadio disputircn sollte, weil dieser Lutheri theses in ei-nee schrift vertheidiget, und hernach in eine öffentliche dispu-tation, wozu ihn Eccius heraus gefordert, gewilliget hatte.Es wurde aber Lutherus, der Carolostadimn dahin begleitethatte, in diese jache mit geflochten , und disputirte mit Ecciozehen tage , da denn der ausgang dieser war, daß sichstdwede partey eines sonderbaren Vortheils rühmte. Er dispu,tirte auch nachmals mit Oecolampadio zu Baden in derSchweitz , und bezeugte bey jeder gclegcnhcit seinen eifer widerdie Protestanten. Unter andern brachte er Leoniö X. bulle wi-der Lutherum in Teutschland, schickte selbige an den Hertzogvon Sachsen , Johannem, und wollte sie auch zu Leipzig undErsurt ausbreiten , wobey er aber in ziemliche gefahr gerieth.Er schrieb gleichfalls an die Universität zu Wittenbcrg, daß siees nicht weiter mit Luther» halten sollte, richtete aber nichtsaus. Hierdurch erlangte er nun bey den Catholischen ein sol-ches ansehen , daß sie ihn auch auf den Reichs-tag nach Aug-sburg an. i$;o. schickten, woselbst er, nebst Johanne FabroUnd'andern, die Widerlegung dc-r Angspurgischen Coufeßion ver-fertigte. An. i;4°. hielt er zu Worms mit Melanchthone einColloquium, und an. i(4i. ward er nach Regenspurg geschickt,woselbst man gleichfalls ein rekiqions - gespräch hielt. An fei-ten der Protestirenden waren daselbst Melanchlhon, Bucerusund Pistorius, welche sich zwar mit Pflugio und Kroppero ineinem und dem andern stücke verglichen, in der Haupt - facheaber nicht eins werden konnten. Allein Eccius, der wegen Un-päßlichkeit nur dem ansang dieses Colloquii hatte beywohnenkönnen , war mit demjenigen, was seine collegen gethan, garnicht zu frieden, und protestirte öffentlich darwider, wiewol die.se vorgaben , daß er anfangs ihr verfahren gebilliget hätte.Endlich starb er zu Jngolstadt an. ihg Gewiß ist , daß esdiesem mann für dieselbige zeit an wissenschafft nicht geman-

? ielt, und die katholische partey kaum einen gelehrtern ver-echter gehabt; allein, sein mund und federn waren gar zu nn«gebunden, soll auch den geschencken und guten Mahlzeiten nichtfeind gewesen seyn; oftmals, wenn es an guten gründen er-mangelte, muste es die frechheit im reden, und das laute ge-schrey ersetzen. Unter seinen schriften ist sonderlich berühmt'iin Enchiridion Controverfiarum ; ingleiche» seine Apologiacontra Bucerum ; wiewol er auch noch sonst de Missa, deCardinalibus & Legatis ; de Imniunitate Ecclefiae ; de Anna-tis i de Präsentia reali Corporis & Sanguinis Christi in Eucha-ristia , und viel anders geschrieben. AH* CoU. Bad. Erasm.epist. paflim. Bellarminw , de script. eccles. Pautaleo », pro-sop. P. III. p. 110. seq· Suriui, in comm. Simlerui. Spon -danitf. Mir aus. Beultet. Hotting. utriusque bist. eccl. Se.ckendorf. in bist. Luth. üb. I. fest. XIII. & paflim. Arnoldsketzer-historie, lib. XVI. c. 8. §· 2. it. c. 17. §. ?. Du Pin ,biblioth. tom. XIV. &c. Pseißruf, rer. Lips. lib. III. p. 345.seq. *

Eckius, (Leonhardus) oder von Eck, ein berühmter RechtS-gelehrter, war aus einem edlen qeschlechte in Bayern an. 1430.gebohren. Nachdem er die Rechtsgelehrsamkeit in Teutschlandgetrieben, begab er sich nach Italien , wurde daselbst Doctor,woraus ihn der Marggraf von Ansvach zu seinem Rath an.nahm, und in verschiedenen absendungen gebrauchte. An.izro. ernennte ihn der Hertzog von Bayern , Wilhelmus , zufeinem Rath, und bediente ,zch seiner auf den Reichs - tagenbey allen rathschlägen , wie ihn denn auch andere Stände zumöfter» erwehlten, in wichtigen angelegenheiten seine meynungzu entdecken. Bey dem bauren-tumnlte an. izrz. leistete ertreue dienste, und 29. jähr hernach gebrauchte sich der KayserCarolus V. seiner in dem Schmalkaldischen kriege, daher daSsprüchwort entstund : was Eck nicht bejchlossen, das wä-re von den andern vergeblich beschlossen worden; auchdienet ihm zu nicht geringer ehre , daß nach seinem tode inschweren und verworrenen ReichS-händeln oftmals die rede ge.fallen : Wenn Eck dabey wäre, wurde er die fache mit wenigWorten richtig machen. Endlich starb er zn München den 17.

mart. <w. m°. wenig tage nach dem Hertzog, der ihn au»im leben stets um sich haben muste. Er hinterließ einen sobtt,Oswaldnm , und 4. tochter, davon die jünger» zeitig gestor-ben , die ältere aber erstlich an Wilhelmum, Freyherr» vv»Schwartzenberg, und nachgehends an zwey Grafen vonSchlick nach einander verheurathet worden. Pamahm , übIII. prosop. Adam. invit. JCt. Frther. theatr . p. g2ü. *

* Eckles, (Salomon) ein vortrcflicher Musicant und gebobr.ner Engellander, hatte wegen seiner angenehmen kunst vielejähre lang gantz Engelland erquicket, nachdem er aber vonder secte der Quackern eingenommen worden, verbrannte er sei,ne lauthe und geigen, und setzte ei» gespräch auf von der ei.telkeit der mufic. Er verfiel sogar in die äussersten fanali.schen thorheiten , und berühmte sich ein so neues als sichererMittel, die wahre religion zu entdecken , erfunden zu habe»,welches darinnen bestünde, daß man von allen den verschiede,nen kirchcn und secten, in welche sich die Christenheit vcrlhei,let hat, aus jeder die besten und ehrlichsten erwchlen , undsolche sämtlich in ein Haus versammlen sollte, um allda achttage lang im gebat und gäntzlicher enthallung von aller sveiLund tranck zuzubringen. Alsdenn würden diejenigen, überwelche der Geist GOltes würde gekommen seyn, sie innerlicherleuchtet, und sich durch das zittern der gliedern ihres leibiäusserlich zu erkennen gegeben haben, berechtiget sey», dic übri.gen dahin anzuhalten, daß sie der ersiern Meynungen in allembeypflichten musten. Es hatte aber Eckles selbst niemand, dersich für diesen seinen thörichten anschlag erklären wollte, unddennoch konnte er von seinen meynungen nicht abgebracht wer.den. Auf eine zeit kam er unversehens zu Galloway in eineRomisch-Catholische Versammlung, trüge auf seinem Haupt ei»brennendes kohlfeuer, und dedrohete die anwesenden mit einemnoch viel erschrocklichern feuer , wen» sie von ihrer abgölte,rey nicht abstehen würden; da man ihn nun keiner antwortwürdigte, gieng er von bannen weg, reunele durch alle gas,sen der stadt, und schrye die gleiche drohung aus. Er wardhierauf gefänglich angehalten, crlangete aber seine freyheit wie,derum , worauf er sich nach Lvnten begab, und als einst ei»marckt-schreyer auf seinem theatro eine grosse menge volcks be.lustigte, fienge Eckles mitten unter dieser schaar znhörer an zupredigen, da er aber nichts als flösse und sthmähworte zurbelohnung kriegte. Er zog hierauf in Jrrland , kam einst zuCorck in die Haupt-kirche , und schmälete öffentlich wider dasgedäl, so allda verrichtet warb. Er geriethe hierauf abermalins gefangnis, und ward naher Neu - Engelland abgesthickt.In diesem welt-theile wollte er gar einen Propheten abgeben,und scheuete sich nicht gewisse Weissagungen auszustreuen. AISaber die erfüllnng derselben nicht eintreffen wollte, erkannte erselbst deren eitelkeit, und brachte den rest seines lebens in derstille zu , jedoch ohne sich zu einer religion zu bekennen. Erstarb gegen dem ende deS XVII. sseculi. P. Catrou , bist. desTrembleurs, liv. III.

Eckleston, oder, wie ihn GefneruS und Possevinus nennen,Ecleson , ein Engelländischer Franciscaner - Mönch , lebtean. 1 ;4o. Er schrieb eine Historie seines ordens, und ein an,der »verck von der Verfolgung der Dominicaner wider die Bar-

süffer. Gejkeriu , in bibl. PoJJevin. appar. sacr. PoJJiui ,de Hist . Lat. lib. II. c. ultim.

Eckmull, ein Bayerischer marckt-flecken und schloß in demBißlhum Regenspurg zwischen Abensperg und Straubingen, andem Groß-Laber - fluß gelegen, hat ein Pfleg-gericht. ghur,Bavet'n, pag- 292.

Eckstorm, (Henricns) war an. i;*7- zu Elbingerode , ausdem Hartze, von geringen eitern gebohren. Er gieng anfangsin die Walckenriebische kloster-fchule, nach 4. jähren aber kamer zu Neandro in daö kloster Jlfeld, und ließ sich von ihmsowol in Griechischer und Hebräischer spräche, als in der Poe,sie und Philosophie, unterrichten. An. 1578. gieng er mil Hen.rlci Kiliani söhnen nach Wittenbcrg; weil aber dieser vrt sei-ner gesundheit nicht anständig war, zog er das folgende jährnach Jena , und wurde a». 1584. daselbst Magister. An. 1586.reisete er nach Leipzig , muste aber gleich , weil die pest dahinkam, zurück nach Hause kehren. An. i; 88 . bekam er den be-ruf zum Diaconak in Elrich, und da Rhvdomannus zu Jena Proseflor Linguä Grxcx worden , kam er an. izyl. an des-sen stelle zum Pastorat und Rcctorak in dem kloster Walckcn,tied. Doch an. iüiz. danckte er von seinem Rectorat ab, undbehielt nur das Pastorat, da man ihn kury vorher zum Priorin gedachtem kloster erwehlet hatte. Sonst ist er in feinemamt sehr fleißig gewesen, und hat die Walckenriebische schule ingrosses aufnehmen gebracht. An. 1622. gieng er mir rode ab,und hinterließ unterschiedliche schriften von den comcten undder bewegung der erde, wie auch ein WalckenriedischcS Ohm-siieon. l.tuckseld. antiq. "Walckenried. prad'at. §. ;. &P. U.

p. i$o. i;i.

ECLECTICI, waren Weltweite, die sich an keine gewissestete banden , sondern aus allen daS beste heraus nahmen,die wider einander lauffenden meynungen couciliirten, und vielauf mystische auslegungen hielten. Potamon von Alerandricabrach ihnen die bahn,, nach welchen Ammonius Saccas , soder Christlichen religion zugethan gewesen, PiotmuS, Heren-nius, Ongenes, PvrphvriuS, Jamblichus , Aedesius, Chry-

santhius,