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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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waltthätigkeit in sicherheit stellen möchte, zu welchem ende ersowol aus seiner eigenen, als auch aus seines sohns Grafschaff-ten eine ziemliche armer auf die deine brachte. Sein vorwandwar, daß er mit solchen trouppen wider die Walliser gehenwollte, welche vorhalten, in Herfordshire einzufallen, umwelche Grafschafft herum sei» söhn Swane mit einem theil sei-ner armer lag. Allein, nachdem dieser sein vorwand ohnegründ befunden worden, bekam er nebst seinen söhnen orbre,sich vor den König und den zu Londen versammleten Lords un-bewaffnet zustellen, und allda die gantze fache schlichten zu las-sen. Sie weigerten sich aber» vor einer widrigen partey,ohne vorher gestellte cautivn, zu erscheinen , erklärten sich den-noch, ihre soidaten abzudancken, und in allem dem Könige zugehorsamen» was nicht wider ihre ehre lieft, oder ihrer sicher-heit nachtheilig wäre. Hierauf befahl derselbe» es sollte God-win nebst seinen söhnen innerhalb fünf tagen das land räumen,welches sie auch thaten. Die Königin aber» ungeachtet sie un-schuldig war, fchaffte er in geheim , nebst einem kammer-mägd-lein, nach Worwell » zu seiner schwcster, die Aebtißin alldawar. Nach diesem kam Wilhelm -, der Hertzog von Norman«die, mit einem grossen gesolgc in Engelland, und wurde vondem Könige Eduarde überaus höflich traeliret, auch um allestädte und fchlösser herum geführet, daß er mit grossem vergnü-gen wiederum nach Hause gieng. Indessen kam Gobwin, wel.cher sich zu Baldnino» dem Grasen von Flandern , gemachthalte, dessen tochter Judith an Tosti, einen von seinen lohnen,vermählt worden, nach einiger zeit zurücke, und ließ sich aufder fee mit einer kriegs-flotte sehen , welches König Eduardendermassen erschreckte, daß er ihn nebst seinen söhnen in ihre vo-rige ehren-stellen setzte, auch die Königin zu ihrer vorigen wur-de erhob. Zu eben derselbigen zeit wurden die Normänner,welche unter des Königs nahmen viel Ungerechtigkeiten ausge-übet , aus dem Reiche verbannet, da denn einige von den vor-nehmsten noch mit genauer noth dem grimm des pöbels entron-nen. An. 1054. bekriegte der König den tyrannen von Schott,land, Macbeth , unter Siwards, des Grafen von Northum.verland Generalat, schlug den tyrannen, und setzte Malcol-nmm, des Cumbrischen Königs söhn , an seine statt. Mitt-lerweile , als König Eduard sahe, daß er keine leibcs-erben be-kommen konnte, schickte er Adred, den Bischoff von Winche-ster , mit grossen geschencken zu dem Kayser, um denselbigen zuersuchen, daß er seinen vetter Eduard, seines bruders EdinundJronside noch übrigen söhn, in Engelland kommen lassen möch-te , weil er daselbst nach ihm König werden sollte. Allein,nachdem derselbige in Engelland angelanget, starb er, wenigtage nach seiner ankunft, an. io;?. zu Londen , und hinterließeinen söhn Edgarum Atheling, nebst zwey töchtern. Um diesezeit streifte Griffin, der Fürst von Süd-Wallis , nebst Algar,des Grafen Leofric söhne, sehr oft in des Königs gebiethe,und verursachte viel unruhe. Darauf wurde Harold, der Grafvon Kent, beordert, sich ihm zu widersetzen , welches er auchmit glücklichem fortgange that, baß er sein land gantzlich ver-heerte , und die Walliser nöthigte, daß sie sich ihm ergaben ,und versprachen, den Griffin nicht mehr für ihren Fürsten zuerkennen, sondern dem Könige tribut zu geben, wie sie vorhinzu thun pflegten. Dieses geschahe an. iosz. Im folgenden jährewurde Griffin gefangen und getödlet, und sein köpf dem Kö-nige zugeschickt, welchem es so dann gesiel, seine zwey brüderan seine statt zu Fürsten zu machen, weswegen sie Haroldo,an statt des Königs, den eyd der treue und zinsbarkeit schwu-ren. Als nun der König alt worden , hielt er seinen vetter Ed-gard nicht vor geschickt zur regiernng, und zwar insonderheitwegen des Hochmuths der söhne des Grafens Godwin, alswelche ihm keinen gehorsam leisten würden. Dannenhero warfer, wie Jmgulf schreibet, der succeßton halber ein äuge aufWikhelmum , Hertzog , von Normandie , als einen vortreflichenund hochverdienten Fürsten, mit dem er von mütterlicher feitebefreundet war, und ließ ihm diese seine gedancken kund thun.So viel ist gewiß, daß der Hertzog hernach aus diesem gründeauf die Crone prätension gemacht hat. Endlich starb der Kö-nig an. 1066. nachdem er durch sein hohes alter und kranck-heit sehr entkräfftet worden. Er war der erste, welcher sichdas vermögen, kröpfe zu curiren , zuschrieb < mit welchem pri-vilegio er wegen seiner sonderbaren frömmigkcit soll seyn begä-bet worden. Seine gesetze, die er aus den Mercianischen, West-Sächsischen, Nvrthumbrischen und Dänischen gesetzen zusam-men gelesen, sind noch jetzo vorhanden, und werden vor gutund heilsam, als die sich auf die gerechtigkeit gründen , gehal-ten. Er bauete die Abtey von Westmünster wieder auf, undbegabte sie mit vortreflichen privilegijs und einkünften, war auchder erste, der allda begraben wurde. Wilhelm. Matumbur.Jib. II. c. ij. Polyd. Vergtl. Baron. Suriur. &c.

Eduard I . long-shanks oder der lang'.schencklichte zuge.nannt, succedirte seinem valtcr, Henrico 111 . an. 127», Alsihm die Crone zufiel, war er mit feiner qemahlin Eleonora imgelobten lande. Nachdem er von dar zurück kam , legte er inFranckreich dem König Philippo 111 . wegen Guienne, die Hul-digung ab. Hierauf gieng er an. 1274. in sein Reich über, wo-selbst inzwischen der Ertz-Bischoff von Norck, nebst andern vor-nehmen , eine regierung fornuret, und alle Stände ihm , alsdem rechten Herrn, huldigen lassen. Er machte gleich an-fangs , nachdem er sich und seine gemahlin crönen lassen, mit

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dem Parlement unterschiedliche heilsame gesetze, restringirte diejurisdiction der Bischöffe, nahm allen klöstern ihre freyheitcnund vertrieb die Jüden aus dem gantzen Reich. Als der Drinkvon Wallis , Lcolinus, ihm die Huldigung verweigerte, zwanaer ihn mit gewalt der Waffen darzu , bemächtigte sich auch dervornehmsten Plätze dieses landes, die er im frieden behielteWeil aber Leolinus zum andern mal rebclliite, gieng er demsebden wiederum in das land, da denn Leolinus in einer schlachrblieb, Eduard ließ ihm aber nach dem tobe noch den köpf ab-schlagen , solchen auf den Tour stecken, u»d nachdem er dessenbruder David auch gefangen bekommen, ließ er ihn aufhängen,und hernach Viertheilen; und hierauf vereinigte er endlich dasgantze land Walles mit der Crone, und gab es seinem ältestensöhn Eduard , von welcher zeit an diesen ritul allezeit die (WPrintzen von Engelland geführet haben. Bald hernach nahmer eine reise vor nach Guienne, und vermittelte zwischen demKönige in Aragonie» und Neavolis einen frieden, krafft dessenCarolus, Graf von ValoiS, aus der gefangenschafft kam. (Sie-he Carolus von Valois.) AIs an. 1289. der letzte König inSchottland, Alexander III. mit lobe abgieng, halte Eduard vor,seinen Printzen mit dessen hinterlassener Printzeßin zu verheura.then, als aber diese auch gleich darauf gestorben, hielt er, alsOber-Lehn-Herr, ein solennes gerichte, wegen der erb - folgedieses Reichs, worinn unter den 12. Prätendenten, darunterBallivlus , Bruce und Hasting die vornehmsten waren, dererste einmüthiglich den andern vorgezogen, von Eduardo zumKönig erkannt, und der lehns-eyd von ihm angenommen wur-de. Eduard führte sich bey allem diesem als ein svnverainerHerr über Schottland auf, und Johannes Balliolus beteuerebald, daß er sich demselben so sehr unkerworffcn. Denn alsnachmals, in einer gewissen lehns - fache, der Gras von Fiffeden König Balliolmn bey Eduardo verklagte, forderte dieserBalliolum vor gerichte, und als dieser nicht erscheine» wollte,kam es zum öffentlichen kriege. Zu gleicher zeit aber verfielEdnardus auch in einen krieg mit Franckreich , der jedoch nichtlange währte, und dergestalt gcendiqet wurde, daß Eduard ausdie Normandie und andere Englische provintzen in Franckreichverzicht that, und dagegen Guienne, unter dem litul eines Her.tzogs und Pair von Franckreich , und mit dem lehns-nexu be-hielte. (Siehe Philtppus IV. König in Franckreich.) Indem kriege wider Schottland aber war Eduard so glücklich,daß , nachdem er das gantze Reich durch seine Waffen erobert,Balliolus an. 1296. ihm dasselbe durch eine solenne abdanckung'übergab. Die Schotten fieugen zwar bald hernach, unter an-führung Wilhclmi Wallys , an zu rebelliren, sie wurden aberdurch die schlacht bey Falkirk zum andern mal unter das lochgebracht. Mittlerweile hatte Eduard mit dem Papst Bvnifa-cio.VllI. wegen der kirchen-iurisdiction, in weltlichen fachengrosse streitigkeiten , widersetzte sich aber sowol demselben, alsClementi V. mit grossem eiftr. Die Schottländer bedienten sichdieses streits auch, und erhielten von Bonifacio VIII . daß der-selbe an. i;oa. an Eduardum eine bulle ergehen ließ, darinn erihm andefohl, Schottland in freyheil zu setzen, und seine an-sprüche vor ihm , als den, Lehns-Herrn von Engelland undSchottland , zu Rom auszuführen. Allein Eduardus übergabin einem zu Lincoln gehaltenen Parlemente die gantze fache sei.nen Lords und Reichs-Ständen , welche sodann die Engellan-dische Crone vor independent erklärten , und behaupteten, daßein König von Engelland vor keinem einigen Richter-stuhl redeund antwort zu geben gehalten wäre, zu welches privilegiibeschützung sie ihm ihren äussersten beystand versprachen. Weilnun der Papst damals mit dem Könige Philippo IV. inFranckreich grossen streit halte, ließ er die Schottländer ste-cken , und ihre fachen vor sich selbst so gut ausführen, alssie konnten. Eduardus aber gieng hierauf an. i;or. mit ei-ner armee in Schottland , welches inzwischen völlig rebellirthakte, und brachte es zum dritten mal mit den waffen zum ge-horsam. Er bekam auch das bisherige Haupt der Schotllan-der, Wilhelmum Wallys, durch verrätherey gefangen, undließ ihn, zum schrecken der andern, viertheilen. Diesem ohn-geachlet warf sich an. i;°6. Robertus Bruce, dessen vatter,aus ialousie wider Balliolum, die partey Eduardi gehalten,und an allem Unglück der Schotten dadurch schuld gewesen,zum König auf, ward auch solennirer gecrönet, und ob gleichEduard ihn aus dem selbe schlug , und in die Schottilche ge-bürgt verjagte, kam er doch in, folgenden jähre wieder hervor,schlug Eduardi General, den Grafen von Pembrock, und alsEduardus selbst ihm entgegen gieng, starb er ohnweit Carlisleden 7. julii an. 1,07. Er war ein kluger und tapferer König;nur wird seine grausamkeit gegen seine feinde, wenn ihm solchein die Hände gefallen, an ihm ausgesetzt. Er bestätigte denUnterthanen die sogenannte magnarn chartam , und ob Ihn gleichder Papst von dem eyde, womit er solche beschworen, lossprach, wollte er doch solche nicht brechen. Er hatte zwey ge-mahlinnen, Eleonoram, des Königs von Castilien , serdi'nandi 111 . und Margaretham, Philivpi Audacis , Königs vonFranckreich, tochter. Mit'der ersten zeugte er vier söhne undneun töchter, drey aber von diesen söhnen stürben m der kmd,heil, und blieb keiner mehr übrig , als Eduard «ein Nachfol-ger. Mit der andern gemahlin zeugte er zwey lohne und einetochter. Der älteste von diesen söhnen war Thomas von Bro-thcron, von seinem geburts-orte also genannt, der zum Gra.fen von Norfolk und zum Groß-Marfchall von Engelland ge-