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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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m. weil Kavstr Ludwig IV. sie an. n-;. dem König Johann!n Böhmen , von dem er 20. oder, wie Brmchlus will, 4 °°°°.mnrck filbers empfangen, nebst ihrem gebiethe zum Unterpfandaea den, von welcher zeit an sie dem Königreich Böhmen ver-bliehen. Im übrigen hat sie dennoch vor den andern Land-Ständen in Böhmen jederzeit etwas besonders gehabt. Ihrmossec Rath bestehet aus 100. Personen, darunter 19. ausdenalten -eschtechtern der stadt, und aus diesen vier Bürgermeister,die alle quartale abwechseln, erwehlet werden; i;. davon sindSchöpsen oder Richter, und die übrigen 68. werden die ge-schworne gemeinde genennet. Sie urtheilen nach ihrem al-ten Stadt-Recht, und kan von ihnen nirgend änderst, als an denKönia appelliret werden. Der Kayser Carolus IV. ertheilteihr die sonderbare freyheit, daß sie durch gantz Bohmen zoll-srey seyn sollte. Absonderlich aber hat sie sich durch ihren sauer-brnnnen, welcher sich eine halbe meile davon befindet, und inviele entleaene orte wegen seiner gute verführet wird, bekanntgemacht. Was die übrige Historie dieser stadt anlanget, so istselbiqe an. 1270. den 16. may mit allen ihren freyheits-briefenverbrannt, »nd ob sie schon wieder erbauet worden, so mustesie doch in folgenden zeiten von den Hußiten vieles ausstehen.Darzu kain, daß, als sie an. i6ri. den Chur-Sächsischen troup-xen von dem Kayser eingeräumet wurde, selbige aber , beyentstandener streitigkcit, die stadt nicht verlassen wollten, dieKayscrlichen an. i6;r. zu einer formalen belagerung schritten,und sie endlich eroberten. An. 1634. wurde allhier Wallenstcin,welcher dem Kayser verdächtig worden war, durch drey Schot­ tische Officiers umgebracht, als er eben die armee durch dieumliegende gegend in die quartiere verlegt hatte, und mit ei-nem grossen anschlag schwanger zu gehen schiene. Doch wurdesie nachgchends an. 1647. von dem Schwedischen Feld. Mar-schall, Carl Gustav Wrangeln, aufs neue aus Kayserli-cher devoiivn entrissen, nachdem sie sich unter dem Commen-danten, Frantz Paradeisern, 28. tage rühmlich vertheidiget hatte,wioivol sie bald darauf diirch den geschlossenen Westphalischenfrieden ihrem rechtmäßigen Herr» wiederum zugestellet wurde.Die Herrschafft Eger wird von einigen irrig vor einen Böh-mischen kreis ausgegeben, indem sie, dem Ursprung nach,nicht Böhmisch ist, wie denn auch meist Teutsch darinnen ge-redet wird. Sie liegt zwischen Voigtland , der Ober-Pfaltz,dem Elboqner-und Pilßner-kreis, und ist nicht gar groß. Mun.fier. Cosmogr. B regb. Böhm. thron. p. 247. Berlins , rer.Germ. lih. 111 . S'ransky , in rep. Bohem. Brujch, beschreib, desFlchlclb. p. 47. seq. Topogr. Bohem. p. 2z. Balbinus , epito-me Bohem. lib. 111 . c. 16. p. jii. & lib. V. c. 8. & in miscell.Bohem. lib. I. c. 2;. p. 65. & 67. & lib. III. c. 4. §. 8- &c. *

Eger, ein siuß in Deutschland , entspringet bey Heydels, ei-nem Dorfe, aus einem berge, die Heyde genannt, welcher einstuck des Fichtelberges ist, aus einem kleinen brunnen; gehetgegen aufgang der sonnen durch das Marggräflich-Bayreukhi-sche nach Böhmen , fliesset gegen Elenbogen, Sratz, Laun ,Budin und Leutmeritz vorbey , an welchem letztern ort er in dieElbe fällt» nachdem er vorher unterschiedene siüsse in sich ge-nommen. Brujchii beschreibung des Fichtelberges, p. 1;. seq.

Eger, ein kleiner siuß in der Grafschafft Oettingen inSchwaden. Er entspringet in der Würtemdergischen Herr-schaffi Heidenheim, fließt bey Bopfingen und Nordlingen vor-bey , und fällt unterhalb Harburg bey Donauwerth in dieWttMtz. Zeiler. itiner. Germ. contin. I. c.4. p.i4· c.?o. p. 579.

Egeri, oder Aeqri, ist ein flecken und gemeinde des CantonsZug. an dem auslaufderLoretzen aus dem Egeri-see, gelegen.Er machet, nebst der stadt Zug , Baar und Mentzingen , denCanto» Zug. Stumpf. Stm'er. *

Egeria, eine qöttin bey den Römern , welcher die schwän-gern Trauen opferten, eine glückliche Niederkunft von ihr zu er-bitten. Sie soll von dem Lateinischen Wort egerere , wie ei-nige glauben, den nahmen bekommen haben. Einige haltensie für die Nymphe, mit welcher Numa Pompilius geheimenUmgang zu haben vorgegeben hat, welches jedoch darum nichtwohl zu glauben , weil erstlich kein alter scribent davon Meldungthut, und zweytens gar nicht scheinet, wie die Wahrsager-undRathgeb-Nymphe des Numä mit einer gvttin, die den gebäh-renden weibern hülffe leisten sollte, viel gemeinschafft habe.Vielmehr ist glaublich, daß Eaeria ein zunähme der Juno Lu,cinä gewesen, und eben von der würckung und hülf-leistung,die man ihr bey den gebührenden zuschriebe, ab egerendo her-geholel worden; wie dann solcher zunahmen oder tituln derHeydnischen götker, von ihren thaten und würckungen ge-nommen, in grosser anzahl könnten angeführet werden, son-derlich aus der Römischen anriquität. fest. Pomp. *

Egerius, siehe Aruns, Demarati söhn.

, Egersce, ist ein kleiner bevestigter ort in der Nieder-Unga-rischen GrafschafftSalawar, an dem fluß Sala, beyden gren-zn der Grafschafft Vesprin, 6. bis 7. Teutsche meilen nord-lvarts von Canischa, gelegen.

Egerton, ein vornehmes geschlecht in Engelland. Tho­ mas Egerton , vsn dem ein eigener artickul folget, wurde an.jLoz. den 2,. jul. von Jacobs I. zum Baron von Ellcsmerem der Grafschafft Salop, wie auch an. 1616. den 7. nov.zum Vicvmte Brackley in der Grasschafft Northampton ge-macht, und starb an. 1617. Seine kinder, die ihm seinetrste gemahlin, Elisadetha, eine tvchter Thomä Ravenöcroft

von Bretton, gebohren, waren: 1.) Thomas, welcher an.1599. m Jrrland nut tode abgieng, und von Elisadetha, ei-ner tochter Thoma Venables von Kinderton , nur drey töehternach sich ließ. 2.) Johannes , von dem sogleich. z.) Maria,die sich mit dem Rilcer Francisco Leigh verheurathete. VonElisabetha, einer lochter des Ritters Georgii Moor, und ei-ner wlttwe des Ritters Johann Wolley, und von Alice, einertvchter des Ritters Johann Spencer , und einer wiltwe Fer-dinand« , Grafen von Derby , hatte er keine kinder. Jekt-de,sagter Johannes Egerton erbte nicht nur von seinem vatkerden titul eines Vicomte Brackley und Barons von Eüesmere,sondern wurde auch von Jacobo I. an. ,617. den 27. mayzum Grafen von Bridgewater in der Grafschafft Somerset erhoben. Er war ein sehr gelehrter, staats-erfahrner, undvor das Königliche Interesse sehr eiseriger mann, starb an. 1649.als Lord -Präsident von Walles in dem 70. jähre seines alters,und hinterließ von Francrsca, einer tvchter Ferdinande Stan-ley , Grafen von Derby, ausser einigen töchirrn, seinen Nach-folger, Johannem, welcher an. 1686. das zeitliche gesegnete,nachdem er mit Elisadetha, einer tvchter Wilhelmi Cavendish,Hertzogs von Newcastle , unter andern folgende zwey söhne ge-zeugek halle: 1.) Der jüngste, Wilhelmus, wurde bey Ca-roli II. cronung zum Ritter des Bades geschlagen , und hinter-ließ bey seinem tode, der an. 1691. erfolgte, von Honoria, ei-ner schwester Thomä Lords Leigh , Johannem und Honoriam.2.) Der älteste, Johannes, ßjraf von Bridgewater, VicomteBrackley und Baron von Eüesmere, erhielt gleichfalls bey Ca-roli II. crönung den orden des Bades, und war sowol bey die,sem Könige als bey Jacobo II. und Wilhelms III. geheimerRath und Ober-Lommiffarius der Admiralität. Er starb an.1701. den ?o. may, nachdem ihm seine gemahlin Johanna,die älteste tvchter Caroli Pawlet, ersten Hertzogs von Bolton,unter andern folgendesöhne gebohren : i.) Carolum. 2.)Thvmam, welche beyderseits in ihren bethen verbrannten.

Scroop , von dem sogleich. 4.) Wilhelmum, deran. 1709.Königl. Englischer Oberster war, und an. 17,2. im fept. mittode abgieng. Jetzt-erwehnter Scroop Egerton, Graf vonBridgewater, Vicomte Brackley und Baron von Ellesmere,wurde an. 1720. den 1;. jnn. von Georqio I. zum Marquisvon Brackley und Hertzog von Bridgewater erkläret. Er hatsich a». 170;. mit Elisabetha, der dritten tvchter JohannisChurchil, Hertzogs von Marleborough, und an. 1722. mit Ra-hel, einer schwester Whriokhesly Ruffel, Hertzogs von Bedford,vermählet. Mit dieser hat er unterschiedliche kinder, mit je-ner aber folgende zwey gezeuget: i.) Johannem der an. 1704.gebohren. 2.) Annam, welche an 1725. mit WriotheslyRuffel, Hertzoge von Bedford, und an. 17;;. mit Wilhelmo,Grafen von Jersey, verheurathet worden. B it. ( ,w,p.tom. I. p. II8. Von Gommersberg tab. geneal. tom. I.p. J77-18-.

Egerton, (Thomas) Lord-Cantzler von Engelland, warentsprossen aus der familie der Freyherren von Malpas inCheshire , und ein natürlicher söhn des Ritters Richard Eger-ton. Die Königin Elisabeth machte ihn an. 1,82. zum Golli-citeur-General, nachgehends zum Attorney-General , und an.1597. zum Lord-Siegel-Bewahrer. Der König Jacobus I.erhub ihn in dem ersten jähre seiner regierunq zum Lord-Cantz,ler, wie auch zum Freyherr» von Ellesmere , und an. 1617.zum Viscount von Brackley . Wegen seiner wissenschafft undredlichkeit nennte inan ihn vesensorem incorrnptum juriumCorona:, einen solchen beschützer von den rechten der Crone,welcher auf keine weise zu bestechen oder zu bewegen wäre.An. 1617. verließ er den Hof wegen hohen alters und Unver-mögens. Der König besuchte ihn in eigner persvn, und batihn, daß er sein amt noch länger verwalten möchte; allein, aufsein inständiges bitten, nahm er mit thränen die sieget von ihmzurücke, und gab solche dem berühmten Francisco Baconi. Ächttage hernach, den n. mertz desselben jahrs, eben da ihn derKönig zum Grafen von Bridgewater erklären wollte, starb erin dem 77. jähre seines alters, und ward zu Dodlestvn, nichtweit von Ehester, begraben. Von seinen gemahlinnen und kin-dern siehe im vorhergehenden artickul. Cami.den. Britunn. p.78.550. De I.arrcy, hilt. dAngl. tom. II. p. 710. Feerage qfEngland, p. 203.

Kgesippus und Egeststratus, siehe Hegefippus und Ho-gesistratus.

* Egeftus, Numitoris söhn, des vatters Rheä Sylviä,wurde auf befehl Amuli«, damit des bruders männlicher stam-me ausqehen möchte, heimlich erschlagen. Dhnyiim Haiicam.Es ist auch eine stadt in Sicilien , welche Aeneas qebauet, undderselben diesen nahmen , einem andern Egesto, dem vatter Äce-stjs , zu ehren, gegeben hat; seither ist sie Segeste genennet wor-den. Skephanus Byzantinus sagt, sie sey also genennet wor-den von Egesto, einem Trojaner, und sey ihrer warmen-der wegen bekannt gewesen. Diodorus lib. II. thut hinzu,sie sey von Agathocles zerstöret worden; und dieser habe sie nachder Hand wieder aufbauen lassen, den Überläufern zu bewoh-nen gegeben, und Dicopolis genannt, impra citati.

* Eggardus, oder EAgerdus, mit dem zunahmen Dür-korp, Bifchoff zu Schlexwig, wozu er von dem Papst Jnno-centio VIII. an. >488. ernennet wurde, da er vorher AuditorHots: gewesen war. Die Canonid erwehlken dagegen Eowal-

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