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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Hut. Er war der einige , so diese würde von Adrians VI. er-hielte. Als die Kayserl. unter Clemens VII. die stadt Rom er-oberten , ward er gefangen, und muste sich mit ;<x>oo. ducatenranzioniren. An. 1329. bekam er das Bißthum Utrecht , undstarb zu Rom im iun. an. 1334- im 70. jähre seines alters.Jöv. hist. Gazet , hist. eccl. du Pais - bas. Andr. bibl. Belg.La Rocbe Pozay , nomencl. Cardin. Aubery, hist. des Cardinaux.Summarth. Gall. &c.

Enckhuysen, Enchusa, eine ziemlich grosse schöne und beve-stigle stadt in Nord-Holland , nebst einem haftn an der Suder-see,5. oder 6. meilcn von Amsterdam gelegen. Sie wird zu derVersammlung der Staaten in Holland beruffen, und ist in dervrdnung die vierzehende. Erstlich ist sie ein geringer ort gewe-sen, aber nachgehends mehr und mehr in ansehen gekommen.Ihrer wird zuerst an. 1279. gedacht, da sie, indem sie sich widerdie damals aufrührischen Friesen zu selbe begeben, von JohanneArckelio, und Nicolao Guttenio soll in die asche gelegt wordenseyn. Der Graf von Holland, Wilhelm, gab ihr an. 133;.unterschiedene freyheitcn, und schloß sie in inanren ein. An.1337. suchte Hertzog Carl von Geldern den haftn bey dieser stadtohnversehens zu überfallen , welches ihm aber fehl fchlng, wo-von noch eine schrift an einem Hohen thurn, der in diefem ortestehet, zusehen. Sie war die erste stadt, welche an. 1372. nachder eroberung von Briel, von den Spaniern abfiel, und wurdean. 1391. sehr erweitert. Vor diesem hat man allhier viel-ringe gefangen, und jetzo macht man hier viel saltz, welches zunicht geringer aufnähme des Handels gereichet. Es ist auch hiervor diesem die schöne kunst-kammer des berühmten Medici Ger-hardt Paludiani zu sehen gewesen, so aber nach Gottorf inSchleßivig gekommen. Guicciard. in desc. Belg. P. III. p. 119·

* Enckuyser' Eyland, eine insul auf dem Nord-meere,dreißig meilen von Island , ist von den Holländern entdecketworden.

ENCOLPIUM, war in der Griechischen kirche ein kästlein,darinnen man die religuien der Heiligen aufbehielt. Man hieltsolche so hoch, daß man fie in wichtigen fachen als ein Pfandhingab, damit man ihnen desto sicherer trauen sollte. Diejeni-gen aber , welche sie so lange in Verwahrung hatten, trugen siestets am halse, damit sie keinen schaden nehmen konnten, undvon dieser gewohnheit ist der Griechische nähme Eneolpium ent-standen. Du Freßte, gloss. Gr. p. 343.

Encolpius, ein Historicus im II. feculo, lebte zu den zei-ten des Kaysers Alerandri Severi, dessen leben er auch beschrie-ben. Ein betrügcr, Thomas Clyot, der zu den zeiten Heinrichdes VIII. in Engelland, Image of Gouvernanee compiled ofthe acts and sentences notables of Alexander Severus geschrie-ben , hat vorgegeben, als wenn er sein buch aus diesem Encol-pio genommen, allein er hat die wahren facta aus dem Lam-pridio und Herodiano zusammen getragen, vieles verkehret unddas übrige ertichtet. Lamprid. in Alexandr. Severo c. 17. 48.Voßius , de Hist . Lat. lib. II. c. 2. Bayle.

ENCRATIT® , wurden gewisse ketzer im II. laeculo ge-nennet, deren Urheber der gelehrte Tatianus war, von welchemfie auch sonst ihren nahmen führen. Den nahmen Encratitenhaben sie von der enthaltung, weil sie sich von aller unmäßigkeitund unreinigkeit mit äusserstem fleisse zu enthalten suchten. Eswerden ihnen und ihrem Urheber die irrthümmer der Valentinia-ner und der Marcioniten beygemessen, und sollen sie insonderheitmilden letzter» den ehestand verdammt haben; als die da glaub-ten , daß man den Himmel durch beständige erhaltnng der jung-ferschafft verdienen müste. Nicht weniger haben sie den gebrauchdes weins und des ffeisches verworffen, (als die von keinem gu-ten , sondern von einem bösen Wesen erschaffen,) und also in demH. Abendmahle, anstatt des weins, Wasser genommen. Man

S iebt ihnen aber dieses schuld, daß sie die wahre Menschheit Chri-i in zweiftl gezogen, und von dem gesetz Mosis gelehrt, daßes von einer untern qottheit hergekommen, dannenhero sie esauch verworffen. Von Adam sollen sie gelehrt haben, daß erewig verdammt sey, weil durch ihn das menschliche geschlechtgefallen. Anstatt der schriften des neuen Testaments brachtenste falsche bücher unter denen nahmen Andreä, Johannis, Tho- und anderer auf die bahn, hatten auch eine von Tatianoaufgesetzte sogenannte vergleichung oder Harmonie der Evan-gelisten , die aber ebenfalls voller Verfälschungen war. Iren.ms,

lib. I. c. 31. Tertullian . de praescr. adv. haer. c. 32. Epipban.haer. 46. Phtlastr . haeref 48· Eufib. H. E. lib. IV. c. 29. Au-gußin. c. 23. Baron, ad A. C. 179. Buddei diss. de haer. Valent,Ittig. de haeref. *

Encre, siehe Ancre.

Ende, eine von den ältesten adelichen familien in Sachsen ,welche vormals den Freyherren - stand besessen, hat ihren Ur-sprung in der Schweitz gefunden, und von einem vor sehr lan-ger zeit zerstörten schlösse Endt oder Enne genannt, welches inder Dchweitz im obern Thurgöw in des Abts von St. Gallen lande, in dem Tablater Gerichte gelegen, und nebst dem schlösseNuwburg den Herren von Ende zugehöret hat, den nahmen be-kommen. Sie hat auch diesen nahmen beständig behalten , undscheinet ohne gründ zu seyn, daß sie vormals die Wolffsbergergeheissen. An. iorZ. hat sich Engelfried von Enne oder Ende inTvrol niedergelassen, von dessen nachkommen aber hat Ezlinusnebst seinen söhnen Henrico und Wilhelm», weil ste sich dein

Landes-Fursten widersetzet, an. 1273. das land räumen müssenObgedachten Ehrenfrieds bruder hat sich mit den seinen in«Rheinthal begeben, woselbst dessen nachkommen das scbloÄGrimmenstein lange zeit besessen. Von bannen sind sie in Sacb.sen und Thüringen gekommen, welches allem ansehen nach ,ndem XI. oder XII. feculo geschehen, Massen sich m den dar-auf folgenden zeiten Otto und Heinrich, um die Maraarafenvon Meissen Fridericum und Dietericum sehr verdient gemachtDenn Otto war Rath bey Marqgraf Heinrichen von Meiffemwelcher seinen vettern, Landgraf Friedrichen mit dem biß, «naDietrichen, Landgraf Albrechts des unartigen zu Thüringen söhnen, die Meißnische regierung beschieben hatte. AIs aberdieser Printzen vatter solche lande ihnen entziehen, und selbigeseinem »nachten söhne Ludovico Apiz zuwenden wollte, soMnider Meißnische Adel sich derselben an. 1290. an, unter welchenHeinrich und Otto von Ende die vornehmsten waren , wie sol-ches Johannes Garzo ausführlich erzehlet, welcher ihn OtlonemEndanum nennt. Heinrich von Ende war Marqgraf Friedrichsmit dem biß, Rath und Oberster über die Pleißner, Sorbenund Voiqtlander in dem kriege wider Marggraf Johannen, vonBrandenburg . Als nachgehends Landgraf Albrecht Thüringen,seinen söhnen zum verdruß, an den Kayser Adolphen verkauffet,und es darauf mit dem Kayser zum kriege kam, wohnte Heimrich von Ende den beyden schlachten bey Borna bey. Unter seinensöhnen hat Heinrich und Gottfried das geschlechte forkgcpjlaiwek.

Heinrich war Oberster bey Marggraf Friedrichen, und einvatter Ulrici und Heinrichs, von dem hernach. Ulricus starban. 140;. und hinterließ nebst Ulrichen und Heinrichen, welchevon dem Kayser Friderico III. an. 1463. wegen ihrer tapferfeiteine güldene crone ins waren bekommen, Gottfrieden, einenvatter Ulrichs zu Lohma und Schleinitz, und Heinrichs zu Panitz.

Ulrich hinterließ Nicolaum, Chur - Sächsischen Rath undMarschall, wie auch Hauptmann zu Georgenthal , der von an.1316. bis 1336. in wichtigen Verschickungen gebraucht worden,und Gothofredum, Hof-Richter zu Leipzig , welcher in dem AI,tenburgischen district der einzige gewesen, so sich damals Lulherilehre widersetzet. Von seinen söhnen wurde Nicvlaus ein vatterEhrenfrieds, auf klein Berbißdorff, der an. iöoo. verstorben,und Adam Heinrich hinterlassen, der an. 1667. als Fürstlich.Sächsischer Magdeburgischer Rath, Landes-Hauptmann derGrafschafft Barby und Herrschafft Rosenburg, verstorben, undmit folgenden söhnen seinen stamm fortgesetzet: 1.) Hans Adam,auf Trumm und Ält-Jeßnitz, war Königlich-PreußischerOberster und Amts-Hauptmann zu Rosenburg, nachdem ervorher bey dem Administratore des Ertz-Blßthums Magdeburg ,Augusto, Hertzoge von Sachsen , Cammer-Juncker, ObristerLieutenant und Amts-Hauptmann zu Dreyleben und Sommcr-schenburg, und endlich Ober-Hofmeister und Oder - Infpectorzu Salza gewesen. 2.) Albrecht Günther, war zuerst Königl.Spanischer Rittmeister, hernach Oberster Lieutenant bey demNieder - Sächsischen kreise, und starb an. iö8r. 3.) AugustHeinrich blieb als Fähndrich in der schlacht bey St. GoNhardin Ungarn an. 1664. 4.) Heinrich Christian, der ehemals

Schwedischer Obrist - Wachtmeister gewesen, und unter seinenbrüdern allein einen söhn, Johann Adam, nebst drey töch-tern gezeuget.

Odgedachter Heinrich, ein bruder Ulrichs, war LandgrafFriedrichs des ernsthaffren in Thüringen Rath, und zeugteeinen söhn gleiches nahmens, der an. 1416. lebte, und Conra.dum nach sich ließ, welcher Churfürst Friedrichs des gütigenzu Sachsen Rath und Hof-Marschall gewesen, und dem Lon.cilio zu Costnitz beygewöhnet hat. Unter seinen söhnen habenUlrich und Heinrich dem Kayser Friedrich III. gute bienste ge,than, als selbiger an. 1432. von den Ungarischen Ständen inWien belagert wurde. Von Ulrichs söhnen sind zu mercken Hein-rich unb Gottfried; jener war Chur-Sächsischer RathundHof.Meister,wie auch Churfürst Ernesti Hof-Marfchall. Er rcisete an.1476. mit Hertzog Alberto Animofo von Sachsen, ins gelobteland, wurde daselbst zum Ritter geschlagen, und nachgehendsvon dem Churfürsten zu Sachsen in verschiedenenen wichtigmHandlungen gebraucht. Er starb an. r 3 r z. Gottfried war Ritter ,Landvogt zu Pirna , und starb an. 1327. Erhalte 11.söhne,von welchen 1.) zu mercken Ewalt, auf Büra Gotha, dessennachkommen noch floriren, und ist darunter vor andern GeorgeUlrich Assessor bey dem Cammer-Gerichte zu Speyer , und her-nach Chur-Sächsischer Rath berühmt, so an. 1617. gestorben.2.) Wolf, Ritter auf Rochsdurg, Oberster und Statthalterzu Zeitz , dessen söhne waren Rudolvh, auf Saudelitz, Gene.ral-Major unter Braunschweig-Lüneburg , so an. >677. beyder belagerung der stadt Stettin eine eigene attaqne gefuhret,auch die capitulation zuwege bringen helffen; und Wolf R«-dolph, auf Ehrenberg, welcher an. 1678. Chur -SachlischerCammer-Herr, Cammer - und Berg-Rath, Amts-Hauptmannzu Rossen, und Ober-Steucr-Einnehmer gewesen. LF>co-laus, auf Laußnitz , Königsftld und Fnchsheim, J. U. U.Kaysers Caroli V. Reichs-Rath und Assessor zu Speyer , hatsich durch seine Verdienste bey dem Kayser dergestalt beliebt qc.macht, daß selbiger an. 1330. den Herren von Ende ihren ,rrey-herren-stanb wieder erneuert. Sein stamm ist mit seinen ur-en-ckeln verloschen. Zu dieser linie gehört auch Wolf Gottlob ausRvßbach, der an. 1716. als Königlich - Polnischer und 6»'Sächsischer Ober-Aufseher, der Gera -und Unstrult-ffutic

dritte. Gold