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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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gium, wo das Lateinische , Griechische und Rhetoric geleh-ret würde, nach feinem nahmen nennen , und gleichfallsmit einer Überschrift bezeichnen, und endlich ihm eine sta-tue aufrichten sollte. Erstlich wurde sie an. 1549. von holtzgesetzet, an. 1557. richtete man dafür eine von stein auf,und, nachdem die Spanier diese an. 1572. umgerissen, wur-de eine von ertz gegossen , und an. 1622. aufgeführet. Aufsein einrathen würde auf der Academie zu Löven ein Colle-gium trilingue , von der vcrlassenschasst Hieronymi Busli-dii, angeordnet, welches, nachdem es sehr wohl von stat-ten gegangen, den König Francifcum I. in Franckreich be-wog, Erasinum zu sich zu beruffen, um ein gleiches in Pa­ ris durch ihn anrichten zu lassen. Im übrigen war er einmann von sehr schwacher leibes-beschaffenheit, der sich da-hcro für starcken affecten nach äusserstem vermögen hütete,wie er dann auch wegen seiner bescheidenheit von andernlange zeit unangefochten geblieben. Allein, nachdem seineÜbersetzung des Neuen Testaments heraus kam, wurde ervon Fabro einiger gotllosigkeit beschuldiget. Am allermei-sten aber hatte er von einigen Mönchen auszustehen, welcheihn auf alle weife zu befchrinpfen suchten, weil sie besorgten,es möchten auS seinem hohen Lateinischen stylo ketzereyenentstehen, in der that aber als grobe ignoranten nicht ver-tragen konnten, daß Erasmus durch diejenige wissenschafflen,davon sie weniger als nichts verstunden , sich bey jedermanso grossen rühm erworben. Er gestehet in einigen briefen,sonderlich an Ludovicum Berum, daß ihn dieses manchmalauf die gcdancken brachte , auch nur , um sich an diesenboshafften und rasenden leuthen zu rächen, sich völlig aufdie feite der Evangelischen zu wenden. Er band gar nichtgern mit Luther ai, , und wurde hauptsächlich von jetzt-ge-meldtem Bero endlich bewogen, daß er gegen selbigem dasbuch de Libero Arbitrio schriebe, welchem Luthcrus bekann-ter Massen seine schrist de Servo Arbitrio entgegen gesetzet. DieWorte, die er bey diesem anlas an seinen söhn Johann schriebe,bestehen in folgenden terminis : Erasmus ist ein feind allerreligion, und ein sonderlicher feind und Widersacher Christi,ein vollkommen contrefait und ebenbild Epicuri und Lucia-ni. Ulricus Huttenus , so ehemals sein guter freund war,desgleichen Julius Cäsar Scaliger, und ein andrer Teutschervorn Adel, Eppendorfius, halten streitigkeiten mit ihm, diezwar nicht von grosser Wichtigkeit waren, aber jedoch vondiesen dreyen gegnern Erasmi auf eine gar hitzige art, undmit den herbesten schmäh-worten getrieben wurden. Zu Ba-sti auf dem Universitäts - cabinet stehen, unter seinem vonHolbein verfertigten brust-bilde, folgende verse :

Ingens ingentem , quem personat orbis , ErasmumHic tibi dimidium picta tabella refert.

At cur non totum ? mirari desine Lector,

Integra nam totum terra nec ipsa capit.

Sein epitaphium ist in dem Münster zu Bafel , an ei-ner säule von marmor aufgerichtet worden. Ludovicus Ma-sius hat auf seinen tob und nahmen folgendes distichon ge-setzt! :

Fatalis feries nobis invidit Erasmum ,

Sed Desiderium tollere non potuit.

Aber Stephanus Paschasius hat sich an diesem unschuldigenmann mit folgendem epitaphio gerochen:

Hie jacet Erasmus , qui quondam bonus erat mus,

Rodere qui solitus, roditur a vermibus.

Unter seinen wercken sind ausser obgedachten : de Copia Ver-borum ac Rerum libri duo; Theodori Gazae Grammaticeslibr. II.; Syntaxis; Quaedam ex Luciano versa ; de Rationeconscribendi Epistolas; de Ratione Studii; Colloquiorum li-ber ; de recta Latini Gnecique Sermonis Pronunciatione;Ciceronianus ; de Civilitate Morum puerilium ; Commenta-rius in Nucem Ovidii; Adagiorum Opus ; Epistolarum Opus;Quaepiam ex Plutarcho versa; Apophthegmatum libr. VIII.;Aloriae Encomium ; Institutio Principis Christiani; Ratio veraeTheologiae; Enarratio & Paraphrasis aliquot Psalmorum;Christiani Matrimonii Institutio; Commentarius in duos Hy-mnos Prudentii de Natali & Epiphania Christi ; Quaedam exAthanasio , Chrysostomo , Origene & Basilio versa ; Und viel

andere. Seine wercke sind an. 1540. zu Bafel in der Frobe-nianischen ossicin zusammen gedruckt, und in IX. tomis her-aus gekommen. Weil aber viele stücke darinnen gemangelt,so hat Ioh. Clericus , eine neue in X. tomis , mit seinen eige-nen und andern notis , zu Leiden heraus zu geben sich ange-legen seyn lassen. Erasmus , in vita sua ä Merula & Scriveriovulgata; ejusdemque catalogus operum suorum. Beat. Rhe-nanus , in epist. operibus Erafin. praefixa. Adam. in ipsiusvita. Jovius, in elog. Chytraus , de laud. Westphal. Scali-ger , orat. 2. & epistol. Swert. Athen . Belg. Bullart. Academ.des Sciences tom. II. Patin, in vita Erasmi praefixa encomiomori®. A Stöcken , in Thuan. enucl. Seckendorf. bist. Luth.BaiUet, jugem, des Sav. J C. {fein vita Lud. Beri in fascic.Brem. Bayle. LeClerc , bibl. dioisie an. 170z. p. Z80. & an.170;. tom. V. p. 14?. & tom. VI. p. 7. seq. &c. *

* Erastus , der Rentmeister in der stadt Corintho , ein from-mer und gottseliger mann, ward von Paulo bekehret, und einezeitlang sein geführte und diener, begleitete ihn ums jahr Chri-

sti 56. nach Ephesum , von dar er hernach mit Timotheo»'Macedonien von ihm gesandt worden; blieb zu Corintho, ästPaulus zu Rom gefangen war. Rom. xvi. aj. ah. xix.XVII. ir. 2. Tim. IV. 20. Einige wollen, daß er der erste Rsischoff in Macedonien gewesen, und den Märtyrer-tod ausqestaiuden habe. Doch sagen andere, daß er Bischofs zu Paneaae-wesen, und eines ordentlichen tvdcs gestorben. Vfuards

Martyrolog. Roman.

Erastus , (Thomas) ein Medicus , wurde zu Auaqen, ineinem der Hcrrschafft Badenweiler , zum Marggrafthum Ba,den-Durlach gehörigen, und drey Meilen von Bafel entlegenenflecken, an. iy2,. von geringen eitern gebohrcn; sein Teutschergeschlechts-nahmc hiesse Lieber. An. 1540. begab er sich nachBafel, allda seine studien fortzusetzen, wurde aber von verpestangestecket, daß er mit grosser gefahr das leben davon brachteDarauf gieng er nach Italien , und hörte zu Bvnvnien denberühmten Cynum. Nachdem er neun jähr daselbst verblie-ben , und die voctor -würde erhalten, gieng er wiederumnach Teutfchland, und hielt sich einige zeit an der Fürsten zu. Henneberg Hofe auf. Von dar wurde er von dem Chur -Fursten Fridenco III. in der Pfaltz nach Heidelberg be-ruffen , um daselbst die Medicin zu lehren. Weil er aus-ser der Medicin auch in der Theologie erfahren war, wur-de er mit den Pfältzischen Theologis auf das Colloquium zuMaulbrunn gefchicket. Von Heidelberg gieng er an. i;zi.nach Bafel, und nachdem er daselbst fast drey jähr öffent-lich gelehret, starb er in dem 60. jähre seines alters. Erwar ein grosser feind der Astrologie und Medicin® Paracelfic®,gleichwie er hingegen die Chymie in gewissen stücken zu be-fördern suchte. Durch seine sätze von dem kirchen-bannbat er sich nicht weniger bekannt gemacht, und dadurch vie-le aufgebracht, die ihn zu widerlegen gesucht, darunter schonzu seiner zeit Zach. Ursinus, der sonsten sein guter freundund Collega war, und seit dem auch absonderlich Hammon,dus in seinem buche von der gemalt der schlüssel, welchesin dem andern theil seiner Engelländischen schriften sich be-findet, zu rechnen. Weil dieser mann ohne linder starb,so hat er einige sehr ansehnliche einkünfte zum nutzen derstudirenden jugend gestiftet , welche noch heul zu tage beyder hohen schul zu Basel gangbar sind , und den nahmmder Erastifchen stiftungen behalten. Pantaieon , prosopogr.Adam. vit. Medio. Thuanus , bist. Gefner. bibl. Van derLinden , script. Med. Freher. theatr. *

* Erath, (Augustinus ) ein Römisch - Catholischer Theo.logus , ward den 28. jan. an. 1648. in Schwaben gebohren.Nachdem er im 19. jähre feines alters Canonicus regulärst St.Augustini , und zu Dillingen an. 1679. Theolog!® voctorworden, auch nicht lange Hernach die würde eines krotonota.rii Apostolici, Comitis Palatin! , ingleichm eines Dill - vecaniin seinem kloster erhalten, lehrte er daselbst die Philosophie undTheologie eine geraume zeit; dergleichen er auch mit der letz-tem in dem Augustiner-kloster zu Reichersberg gethan hat.Hierauf wurde er Director Studii Theologici bey den Cano-nicis regularibus zu Kloster-Neubura in Wien ; ferner Rathund Bibliothecarius bey dem Bischofs zu Passau , und endlichAbt des klosters St. Andreä an der Frayffe, in welchem «auch,nachdem er demselben 21. jähr vorgestanden, den z. fept. an.1719. gestorben. Unter den vielen schriften, welche «theilsselbst verfertiget, theils übersetzet , oder sonsten zum druckbefördert, find: Philosophia S. Augustini ; Ordoaurei Vellerisper emblemata explicatus, Regenfpurg 1697. Vindicis Diplo-mat. Ottonis III. welche in Dueüil Miscellan. lib. II. stehen;Commentar. in Regulam S. Augustini; de Vestibus Canonico-rum regularium ; Unio Theologica s. Conciliatio Prsdetermi-nationis Physic® & Decreti Divini extrinsece efficacst; Acta

K cosva Exemptione Cathedralis Ecclesi® Passaviensis ; Geist«e Amalthea; kurtz verfaßte Sprüchwörler der Ordens-Stif-ter; Conciones & Panegyres ; Lateinische Übersetzungen ver-schieden« schriften Picinelli, als des Mundi Symbolici ; derLuminum reflexorum &c. ingleichen hat er Tinetti Medita-tiones & Recollectiones Anirn® aus dem Italiänischen ins La-teinische , und Segneri Manna Anirn® ins Teutsche übersetzt.Er hat auch noch emigeS im manufcript hinterlassen, wovon fo-wol als von dem leben Eralhi Raimundus DucÜius im an-dern theil seiner Miscellaneorum Nachricht giebt.

ERATIDIA, EROTIA, ER 0 TIVIA, war ein fest, wel-ches zu ThespiiS in Böotien dem Cupidini zu ehren alle 5. jährmit opfern , und, nach der in grossen festen bey den Griechenüblichen gewohnheit, auch mit kampf-spielen gehalten wurde,daß er die mißhelligkeiten der eheleuthe abthun sollte. Mturf.Gr®c. fer. CaßeUanus & Fasoldus , de fest. Gr®c. *

Erato , ist von den Griechen eine unter den 9. Musengencnnrt worden, und zwar von dem Wort «tz«c, liebe, weilman entweder die liebes-lieder ihr zugeeignet, ober, um anzu-deuten , das gelehrte leuthe von andern geliebt zu werdenverdienen. Die Allen haben ihr auch den deynahmen Salta-trix gegeben, und sie zu einer Vorsteherin, wie auch «finde«rin jowol des tantzens als der ticht-kunst gemachek. IhreVerrichtungen sind sonst gantz artig von Ausonio in diesemverse verfasset:

Plectra gerens Erato saltat pede, carmine, Vultu;

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