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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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dasM ein Bißthum angeleget, so aber nach kurtzer reit wie-der aufgehöret, nennt sie an. 741. an den Papst Zachanameine alte Heydnische bauren-stadt, »»d soll die Marien-kirchedaselbst erbauet haben, welche nachgebends in grosses ansehenaekommen , da man fürgab, es würden daselbst die leichnameder beyden Bsschöffe Adelarii und Eodani unverweßlich aufbe-halten. Das Pelers-kloster soll an. 6 ; 8 . von dem Könige Da-avberko gestiftet feyn ; wiewol andere behaupten , daß der AbtWilhelm »u Hirßgau dessen rirheber sey. Nach absterben Bur-chardi, Herrn in Thüringen , soll Kayser Otto I. dein Ertz-Stisle Mayntz, welches damals sein natürlicher söhn Wilhel«mus besaß, diese stadt nebst qantz Thüringen gefchencket ha-ben. Dessen nachkommen sind in dem besitz so lange ruhiggeblieben, bis Ludwig der bärtige sich der provintz Thüringen bemächtiget, dessen nachkommen es aufdie 200. jähr besessen;worauf es durch Heurath an die Marggrafen von Meisten ge-kommen. Seit an. 148;. haben die Chur -und Fürstenzu Sach-se» die schutz-gerechttgkeit über diese stadt gehabt, die Ertz-Bi-schössc zu Mayntz aber das Jus Metropoleos nebst andern rech-ten besessen; allein in dem Westphalischen frieden wurde siegn Chur-Mayntz abgetreten. Ob nun zwar die bürger es nurin so weit verstehen wollten, als es in vorigen reiten gewe-sen , so prätendirte doch der Churfürst zu Mayntz, JohannesWlippus, eine absolute herrschasst. Der Kayser selbst thatstlnen ausspruch vor den Bischoss, und erklärte die stadt indie acht, welche mehrgedachtcr Ertz-Bischoff an. 1664. mithülsse des Königs in Franckreich excquirte, und darauf denPetersberg bevestigte, m welche citadeüe auch das abgedachteSt. Peters-kloster mit eingeschlossen ist. Ausser der stadt vordem Brüder-oder Gothaischen thore liegt noch eine an. 1482.aufgeführte citadelle, die Cyriacsburg genannt, allwo vor die-sem ein Nonnen-kloster St. Cyriaci gestanden. Die Universi-tät allda, so an. 1392. aufgerichtet worden, war ehedessen in

5 Mein flor, und hielt man sie so hoch in Teutschlanb alsMonomen in Italien . Lutherus, welcher daselbst Magisterworden, nannte sie Teutschlands paradis, und Eobanus Hef.üis lehrte daselbst mit solchem zulauf, daß er 1300. zuhörerhatte. Nachdem aber die studenten allzugrosse insolentzien ge-gen die bürger verübet, griffen diese zu den Waffen, undstürmten selbst die Collegia ; da denn die Academie in solchesabnehmen kam , daß sie sich bis jetzo noch nicht erholen kön-nen. Was die übrige Historie dieser stadt anbelanget, so hatsich zu den zeiten Kaysers Friderici I., welcher allhier eine Zu-sammenkunft angestellet, dieser fall zugetragen, daß, nachdemder saal, worauf eine grosse inenge volcks war, gebrochen,viel vornehme Personen elendiglich das leben eingebüsset. An.i,7?. belagerte Landgraf Friedrich die stadt, und that ihrnebst dem herum liegenden lande grossen schaden, bis endlichdie fache durch Vermittelung Kaysers Caroli IV., der sich in demlager persönlich eingesunden, zum gütlichen vergleich kam.In dem ,o-jahrigen kriege ist sie von dem Schwedischen Kö-nige Gustav» Advlpho » und nachgehends aufs neue von demGeneral Banner erobert worden. So sind auch verschiedeneGoncilia allhier gehalten worden, als das erste an. 932. we«

S > begehung der feyertage und fasten, und zwey andere hattz-Bsschoff Slgsried von Mayntz daselbst angestellet. Aufhrde Landgraviis Thuringiae. Au flor compilationis chronol.

tom. I. Pistor. Lambert. Scbafsnahurg. cum addit. tom. I.Pistor. Auflor varilogii antiq. Erford. Legend® de S. Bo-nifacio. Trithem. compend. s. breviar. annal. de origineReg. & Gent. Francor. Maderus , app. Mont. Seren. p. 273.Sirar. hist. Mög. Bert. lib. III. rer. Germ. Drejferus , deurb. Werdenhagen , Rerumpub. Hanf. Limnaus , de J. P.lib. IV. c. 8- Hundorpius , encom. Erfurt . Rehefeldius , deprimis Erford. Academ. natal. Harprecbti Halcyon. Erph.Gudcn. hist. Erph. Aufhr protectionis justitise Sax. inciv, Erfurt . Tbeatrum Europ. tom. IX. p. 891 · 901·. 1123.Sagittar. antiq. Thür. Heijs. hist. de lEmpire liv. VI. c. I.Bayle. Oeani synt. Thür.

Ergamenes, ein König in Aethiopien , welcher in Meroe alle Priester umbringen ließ, weil ihre lehre seiner person ge-fährlich war. Altxand. ab Alexandr. Üb. II. C.

* Ergero, oder Argens, ein kleiner fluß in dem Elsaß ,der aus dem Vogesischen gedürae entspringet, und unweitvtragburg in den Jll fällt. Junckers anleit. zur mittl.Geograph. II. 3. p. 217. Eischart de orig. Argentorat. meynet,wf das alte Argentoratum, heutiges tages Straßburg , seine be-mnnung von diesem fluß habe. Zeder, ieiner. Germ. con-vn. I. c. 8. p. 113.

Ergdtz, ist der gröste fluß in der dem Eydgenößischen Can-.wn Basel zuständigen landschafft Sißgöw, welcher sich unterÄugst m den Rhein ergiesset.

*Erghom , oder Erghon , auch Erghum, (Johannes)«n gelehrter Engelländer aus Uorck, Augustiner-ordens, warlneologia: Doctor und Professor zu Oxford . Er starb in sei-ner valter-stadt an. 1490. und ließ Lornpilationes Vaticinio-wm; in Vaticinia Jo. Bridlingtoni lib. III. Sermones ; Calcula-hones Astrologicas; Sermones vulgäres &c. BaUus, de fcript.Angl. centur. VII. p. 623. Gandulpbi diss. de 200. fcriptor.August, p. 212.

Erguel, ist ein kleiner strich landes hinter Viel, in dem

Brßthum Basel gelegen, so an die Grafschafft Neuenbnrgarentzct. Es hat den nahmen von dem schloß Arguel, so zuhinderst m diesem that lieget, und von Bischoss Heinrich IV. an. 1283. gebauet worden. Die einwohner dieses orts wer-den durch einen zu Courtiary sitzenden Bifchöffltchen Land-Vogt regieret, welcher der Resormirlen religion zugethanseyn muß; nachdem es zuvor unter Viel gestanden, ist es, indem zwischen dem Bischoss und der stadt, durch Vermittelungetlicher Eydgenoßischer orten, an. 1610. aufgerichteten Ver-gleichs - tractat, dem Bischoss zu theil worden, doch so, daßder stadt Viel die freye dispositivn über die dortige mannschasstgelassen worden, sie derowegen auch zu ihrem panner ge-hörig , dem stadt-panner schwören, und von ihrv alle or-dres , betreffend das kriegs - Wesen, empfangen muß; es hatdarauf in gleichem jähre gemeldte stadt mit diesem ländleinErguel einen absonderlichen tractat dieser fache wegen unter,zeichnen lassen. An. 1637. ist die Sachsen-Weimartsche armerzugleich auch in das Erguel gerücket, hat das schloß besetzet,die Bischöffliche Amlleuthe abgeschaffet, und eine capitulationmit den Unterthanen aufgerichtet; es geschahe aber auf re,monstration und anhalten der Evangelischen Eydgenossen an.1639. wiederum der abzug. *

* Erice , ein flecken und ordentlicher meer-port in dem Staa-te der Genueser , in der Lombardie, an dem Golfo Spezzia,gegen der stadt Porto Venere über. Maty, Dictionnaire .

* Erich, oder Ehrta , Grossen-Ehrich , eine kleine stadtin Thüringen , den Fürsten von Schwartzburg-Sondershausenzuständig; liegt zwey Meilen von Sondershaüsen. Sie ist an.1390. gepflastert, und an. 1392. die stadt-mauer angefangen,aber nicht fortgeführet worden. Sie hat oft drand-schaden er-litten, insonderheit aber an. 1313. 1324. und 1328. OW:fyntagm. rer. Thuring. tom. I. p. 34. Gregor» jetzt florir.Thür. cap. 9. p. 173.

* Erich, (Adelarius) ein Pfarrer zu Gandersleben, Andis-leben und Bechern, hat an. t6u. zu Leipzig eine chronick vonJülich in sieben büchern in fol. drucken lassen, auch an einerThüringischen chronick gearbeitet, ingleichen eine beschreibungvon der stadt Langensaltza in reimen verfertiget, welche inOlearii fyntagm. rer. Thuring. tom. II. p. in. feqq. stehet.Pfefferkorns Thüring. chronick, p 13.

* Erich , (Samuel) ein söhn Adelarii Erich, war Rectotzu Hainein, und hernach Pastor zu Wallensen . Er hat an.1643. von dem ausgange der linder zn Hamcln ein buch inTeutscher spräche geschrieben, welches auch ins Lateinischeübersetzt worden; darinnen er diese sabel vor eine wahre ge-schicht ausgeben will. Univ. Lex'tcon.

* Erichsburg , oder Ehrichsburg, ein schloß mit Fürstli-chen zimmern, qräben und wall am flusse Jlm, eine stunde vonDassel im Fürstenthum Grubenhagen, zwey Meilen von Eim-becke, am Sollinger-wald, unter Chur -Hannover gehörig, istvon Erichen dem ältern, Hertzoge zu Braunschweiq, an. 13?°.aus den ruderibus des schlosses Hundesrück gebauet, undan. 1S32. von den Kayserlichen erobert und geschleift wor-den. Schneiders deschr. des alten Sachsenlandes, p. 236.

Erichthonius , der vierte König der Äthenienftr, kamnach Amphictyone, und zwar eben durch dessen verstossung,A. M. 2493. A. C. 1489. zur regierung, und stund derselben30. jähr vor. Weil er mit drachen-sussen soll gebohren wor-den seyn , so lichten die Poeten , daß er die wagen und kut-schen zuerst erfunden habe, um die garstige gestalt seiner füs-se dadurch zu verbergen. Desgleichen soll er auch ein urheberder Panathenaischen spiele gewesen seyn. Endlich wird ihmauch die erfindung des silbers und Prägung der müntzen zu.geschrieben. Eujeb. chron. Seldenui , in marm. Arundel .p. 74. 73. Meurs. de Reg. Athen. *

Erichthonius , war ein söhn Dardani, und folgte sei-nem vatter um das jähr 2368. A. C. 1410. in der beherr«schung von einem kleinen strich landes in Phrygien , einer pro-vintz in Klein-Asien , so hernach Troas genennet worden. Eu~

seb. in chron.

Röntge in Dänemarck:

Ericus I., ein söhn Ringonis und brnder Haraldi, welcheum daö jähr 813. den Dänischen thron besessen. Zwar solltenach dem tode Sivardi dessen söhn Ericus das regiment er,halten; weil dieser aber noch unmündig war, hingegen Eri,cus, des Haraldi bruder, sich durch seine kriegS-thaten bereitsgrossen rühm erworben, so wurde solcher aus den thron er-hoben. Vor erlangung dieser Königlichen würde war er zudem Kayser Ludovico Pio geflohen, und ließ sich nebst seinembruder zu Mayntz taufen, bekam darauf von gedachtem Kay-ser zu stinem unterhalt einen theil von Frießland, und zu-gleich beseht, die Reichs-arentzen zu, verwahren, und wtderdie streifereyen der fte-räuber zu beschützen. Nicht weniger wur-de ihm Dorestatt am Rhein übergeben, welches ihm hernachder Kayser Lotharius wieder abgenommen, und ihn selbstgefangen setzen lassen. Er kam aber heimlich aus dem ge-sängnis, und suchte bey Ludovico in Teutschland hülsse, welcherihm auch einige örter in Nieder-Sachsen gegen Dänemarck zugab. Nachdem er sich nun daselbst veste gesetzt, und der liebe des