312
e r t
Nicht besser ergieng ei ihm in dem andern treffen , welches er,nach verstärckung feiner trouppen, mit Erico hielte, ja ermustesich sicherheit halben aufdie höchsten gebürge verstecken. Damitihn aber Ericus wieder davon herunter locken mochte, gieng ermit einer flotte wider dessen bruder Haraldum nach Dane«marck über, gewann demselbiqen 4. schlachten ab, und kamals überwinder wieder nach Schweden zurücke. Halbanus aber,der sich inzwischen nach Dänemarck begeben, sammlete allda eingrosses Heer, setzte dasselbe auf schiffe, und gieng damit gegenSchweden . Ericus, welcher sich unter der zeit gleichfalls in ge.genverfassung gestellet, stieß ihm mit seiner flotte unterwegesauf, und weil Haldanus nur zwey schiffe sehen ließ, die übrigenaber hinter einem vorgebürge verstecket hatte, jagte ihnen Ericusnach, verfiel aber dadurch in Haldani Hinterhalt, und büßte,weil er kein quartier annehmen wollte, sein leben ein, das Reichseinem feinde, dem mehrgedachten Haldano, hinterlassend. Eri-cus V. war ein söhn des Königs Agnii, und zanckle sich mitseinem bruder Alrico wegen der Schwedischen Crone erstlichzu hause, hernach aber ritte er mit ihm aufs selb, allwo eSvon Worten zu schlagen kam, wobey sie, weil es ihnen an andermgewehr gemangelt, den Pferden die zäume abgezogen, und ein-ander damit zu tode geschlagen. Ericus VI. waderhat zuge-nannt, kam nach dem tobe seines vatters Jngonis II. zur regie-rung. Seine Unterthanen machten sich anfangs sehr grosseHoffnung von ihm, weil sie unter andern glaubten, daß er ei-nen Hut hätte, vermittelst dessen ihm die winde, wann er nurdenselben gegen sie wendete, gehorsam seyn wüsten. Allein erlegte sich aufdie see-räuberey, zauberey und götzen-dienst, undließ damit die Reichs - sorgen fahren. Ihm folgte sein söhnEricus VII. mit dem zunahmen SegherseU, weil er jederzeit
Ä glück im kriege gehabt. Dann er überwand nicht alleinim, Regneri söhn, welcher aus Engelland ankam, undwegen seiner Mutter auf Schweden anspruch machte, sondernbekam auch Esthen, Finnland , Liefland und Curland, wienicht weniger Preussen. Er brachte sich dadurch grossen rühm
i uwege, daß verschiedene Potentaten sich um seine freundschafftewarben. Absonderlich ließ sich Hertzog Otto in Sachsen,welcher nachgehends Kayser worden, mit ihm in alliantz ein,und fiel dem Könige Haralds in Dänemarck ins land, welcherwider Schweben, um daselbst Biörnonis IV. söhn, Stor-biörnum, zum Könige einzusetzen , mit einer armee gerucket,wodurch dieser genöthiget ward, von seinem unternehmen ab-zustehen. Als hierauf sich Storbiörnus ihm unterwarf, ver-ziehe er ihm, und gab ihm eine provintz zu seinem unterhaltein. Endlich machte er sich an den König Suen von Dane-marck, nahm ihm Halland und Schonen 'wieder ab, und nö-thigte ihn, erstlich nach Norwegen , von dar aber nach Engel-und Schottland sich zu retiriren, wie denn auch derselbe mchteher als nach 7. jähren , da Ericus gestorben, zurück gekom-men. Ericus VIII. mit dem zunahmen Stenchill oder dermilde, würde nach dem tode seines vatters Erici VII. aufden thron erhoben. Zu seiner zeit soll ein Heydnischcr Priesterin dem götzen-tempel fein gesichte verlohren haben; daraufihmim geficht befohlen wurde, mit Versprechung der wieder-erlan-gung seines geflchts, Christum zu predigen. Er kam solchemvefehl nach, und erhielt sein gesichte wiederum, bekehrte auch ei-ne grosse menge Heyden, worunter der König Ericus selbst ge-wesen. Dieser nahm die Christliche religion mit grossem eiferan, und berufte zur mehrern aufnähme derselben zwey Priester,Adelwart und Steffan, zu sich aus Hamburg ; ja er ließ auchden götzen-tempel zu Upfal zerstören, erregte aber dadurch beyden ünbekehrten einen aufruhr, darinnen er nebst den zweyPriestern erschlagen und verbrannt wurde. Snorm sturionUdes , hist. Reg. scptentr. Job. Magnus , in Gothor. Sueo-numque histor. Ericus Olaus , hist. Suec. Loccenius , hist. Suec.p. 1. 19. 20. 24. ;y. 49. so. zi. Mejsenius, Scandiaillustr.*om. I. pufendorfs einleitung.
Ericus IX. der heilige zugenannt, ein söhn JeSwards,brachte sich durch seine kluge aufführung und Vermahlung mit
f hristiira, Königs Jngonis des guten tochter, einer wittweertzvgs Jaroslai zu Ulademir in Rußland , bey den Schweden solche Hochachtung zuwege, daß sie ihn nach dem tode «suerche-ri II. an. iiso. zu ihrem Könige erwehlten, ohngeachtel dieOst-Gotben Carolum , Suercheri söhn, auf den thron zu hebenbemühet waren. Weil aber diese völcker sahen, wie nöthig dieVerknüpfung beyder Reiche wäre, verglichen sie sich mit ein-ander dahin, daß erstlich Ericus, nach rhm Carolus, und wanndieser gestorben, von beyderseits nachkommen einer um denandern regieren sollte. Gleich im anfange seiner regierunqmachte er sich bey dem gemeinen volcke sehr beliebt, daß er eswider die unbilligkeiten der Grösser» vertheidigte, alle arten derdereicherung, deren sich seine vorfahren mochten bedienet ha-ben, fahren ließ, ja von seinen ordentlichen einkünsten, dahineinige den dritten theil der straf-gefallen ziehen, keineswegesalles annehmen wollte. Über dieses schaffte er alle gesetze ab,die nach den Heydnischen greueln schmeckten, und that hinge-gen andere dazu; welche, weil sie in ein buch verfasset wurden,daher den nahmen St. Erichs Lag bekommen. Die Finnenbeunruhigten zu derfelbigen zeit durch ihre stetige streifereyendas Schwedische Reich. Weil sie nun noch ihrem Heydnischenaderglauben anhiengen, ließ er ihnen friede anbieten, und ver-mahnte sie zu annehmung der Christlichen religtvn; da sie
e r r
aber keines zu thun gedachten, brachte er eine armee wider hzusammen, und schlug sie darmit auf das Haupt. Daraus l».kehrte er durch den BischoffHenricum die übrigen zumChristlich,»glauben, worbey es, indem die fache gar zu eifrig getrieben wur.de' ohne grossen tumult nicht abgieng, so daß gedachter w,schoff selbst das leben einbüffele. Doch wurde diestr wiedngestlllet, und die götzen-tempel niedergerissen, hingegen anforl-fuhrung des krrchen-baues , welcher der ehre des wahren Gat-tes gewredmet war, alles ernstes fortgefahren. Gleichwol könn.te er die endlgung desselben mcht erleben, indem er von einiaenaufruhrern, nachdem er wider dirselbigen mit grosser hertzhasstlgkeit gefochten, in einem treffen um das jähr n<so. überwun.den und enthauptet wurde. Diese suchten Magnum, HeinrichSattelers aus Dänemarck söhn, den er mit Ragwals, Königsm Schweden tochter, gezeugek, auf den thron zu setzen, ei«rüsten auch, nachdem sie, wie gedacht, das selb wider Ericumerhalten, Magnum zum Könige aus; allein die Schweden messen zu den Gothen, und griffen unter anführung Caroli,Suercheri sohns, die feinde mit grossem muthe an, und schlu,gen sie, daß kaum einer davon kam. Unter den erschlagenen be.fand sich Magnus selbst, und Henricus, dessen vatter; vonder beute aber ward ohnweit Upsal eine kirche gebauet, die vonder Dänen grossen Niederlage den nahmen Dänemarck bckom.Men. Snorro Sturlonides , histor. Regn. scptentr. Job. Ma.gnus , in Gothor. Sueonumque histor. Ericus Olaus , hist.Suec. Loccenim , hist. Suec. lib. III. p. 75. Mejfenius',Scandia illustrat. tom. II. pufendorfs einleitung.
Ericus X. war, wie einige berichten, ein söhn Canutiund enckel Erici des heiligen, von welchem kurtz vorher er-wehnung geschehen. Zwar machte er gleich nach dem todeseines vatters Canuti dem Suerchero III., so ihm succedirle,die Crone streitig ; weil er aber sahe, daß mit gemalt nichts aus.zurichten, verglich er sich mit ihm so weit, daß Suercheruszwar in besitzung des Reichs verbleiben, nach dessen tode aberer darzu gelangen sollte. Allein das versprochene wurde nichtgehalten, sondern Suercherus ließ einsmals Königs Canutilohne unversehens überfallen und ermorden. Doch entflöheEricus nach Norwegen , von bannen er nach einigen jähren vonden empörten in Upland zurück beruffen wurde. Ericus fandsich an. 1207. mit den hulfs-völckern, welche ihm der König In.go in Norwegen mitgegeben hatte, bey ihnen ein, und zu glei-cher zeit erklärten sie ihn vor ihren König. Hieraufkam es mitdem Könige Suerchero zu einem treffen, in welchem dieser un-ten lag,und sich darauf nach Wester-Gothland rctirirte,darinnener aber nicht glücklicher war, indem er daselbst bey Latern, ohn-geachtet des starcken succurses, den er aus Dänemarck erhal-ten, auf das Haupt geschlagen wurde. Er muste also aus We-ster - Gothland entfliehen, und begab sich nach Dänemarck,sammlete allda ein neues kriegs-heer, und gieng damit übermalin Wester, Gothland auf Ericum los, verlohr aber in derschlacht, welche ohnweit von voriger wahlstatt gehalten wurde,das leben, und muste sein Reich Erico hinterlassen. Damitsich nun dieser, in besitzung der Crone, desto besser bevestigenmochte, ließ er sich mit Suercheri söhne, Johanne, in traclatenein, und stund ihm nach seinem tode die Crone zu. Über die-ses vermählte er sich mit Rickot, König Waldemars in Däne-marck schwester, die ihm Ericum Leppe, so nach Johanne Kö-nig worden, nebst drey töchtern gebohren. Unter den töchlernist Jngeburgis mcrckwürdig, welche dem Hertzoge in Ost-Go-then, Birgero von Bielboo, vermählet worden, und ihn zumvatter von 4. söhnen gemacht, von welchen nachgehends Wal-demarus und Magnus die Königliche würde erlanget. Im übri-gen versähe er seine lande mit tüchtigen Amtleuthen, welchemehr auf das gemeine als ihr eigen interesse bedacht waren,starb um das jähr 1219. auf Wresingsö , und wurde in demkloster Warnheem begraben. Job. Magnus , in GothorumSuec. hist. Ericus Olaus , hist. Suec. Loccenius , hist. Suec.lib. III. pag. 81. Pontan. rer. Dan. hist. lib. VI. pag. 301.Mejfenius , Scandia illustr. tom. 11 . pufendorfs einleit.
Ericus XI. zugenannt Leppe oder Lispler, weil er mitder zunqe anstieß, war Erici X. fohn, welchen er mit Rickot,Königs Waldemari in Dänemarck schwester, gezeugek. Ohn-geachtet er ausser dem bereits gedachten leides - gebrechen auchlahm war, so wurde er doch wegen feiner sonderbaren gemuths«gaaben auf den thron erhoben. Allein eine vornehme familie,Folckunger genannt, mit welcher sich Ericus durch vielfältigeVermählungen aufs genaueste verbunden zu seyn glaubte, be-diente sich dieser gebrechen, den König bey dem volcke verhaßtzu machen, und sich desto leichter der Crone zu versichern.Wie es denn auch dieser faction, von welcher sich Canutus Fol-ckunger , der des KöniqS Erici schwester Helenam zur gemah-lin hatte, zum Haupte auswarf, in so weit gelunge, daß siedem Könige eine schlacht abgewann, ihn dadurch fich.nachDänemarck zu retiriren nöthigte, und also die längst gewünsch-te gelcgenheit fand, Canulum als einen König auszuruffcn.Allein Ericus fand sich mit einer grossen armee, welche er inDänemarck gesammlet, wiederum ein, und lieferte Canuto ohn-weit Enecöping ein treffen, worinnen dieser nebst seinem lebendaS feld verldhr. Nachdem Dieser krieg glücklich geendigekund an den vornehmsten der empörten ein erempel statuirtworden, spann sich, wiewol ausserhalb des Reichs, eine,neueunruhe an, indem die Tawast-Finneu, welche annoch gotzen-
biruer