ward auch Parlements-Rath zu PariS . Nachdem er von die-stin Parlcment an. 14;?. an den Papst Martinum III. abge-schickt worden, so ward er an. 1.140. Requetenmeister de rHotel,und General -oder Ober - Aufseher der Königlichen cinkünften.Unter König Carl VII. an. 1445. kam er zu dem Bißthum inCarcassonne , nach Gothofredo von Pampadour, und gab end-lich den 15. ienner an. 1451. in derstadl Revers seinen geist auf.Ein anderer Johannes ä'Estampeü war Bischoff zu Revers,und ein bruder des vbgemeldten ; sie wurden beyde in der nem-lichen gruft beygesetzt, so noch in der Cathedral-kirche zu Re-vers samt ihrem epitaphio gewiesen wird. Sammarthanus ,Gall. Christ. Blancbard, hist. des Maitres des Requetes. GuyCoquiüe & Michael Cottignon, histoire des Eveques de Nc-vcrs.
Estampes, (Anna von Pisseleu, Hertzogin von) einemai-tresse des Königs Fraucisci I. in Franckreich, welche er sich, kurtznach seiner befreyung auS dem gefangnis, zugelegt. Sie wareine Staats. Dame bey der Regentin Ludovica von Savoyen,Königs Francisci I. mutter, und nennte sich Mademoiselle deHeilli, denn sie war eine tochter Wtlhelmi von Pisseleu, Herrnvon Heilli, aus der Picardie. Ohngeachtet nun die Vertrau-lichkeit des Königs mit ihr niemand verborgen seyn konnte,so ließ sich dennoch Johannes von Brosse, Graf von Ponthie-vre, um seine consiscirten güther wieder zu erlangen, zu einerHeurath mit ihr bereden, durch die er Hertzog von Estampesund Gouverneur von Bretagne wurde, miewol die daher ihmzukommende einkünste meistens seiner frauen gegeben wurden.Denn diese unterließ auch nach der Vermählung noch nicht,der verbotenen liebe des Königs genüge zu leisten, und wußtesich dieser gelegenheit so wohl zu bediene» , daß ihre drüderund anvcrwandte grosse beförderungcn durch sie erhielten.Weil aber Franciscus I. von tag zu tage seine kräffte verlohr,und sie befürchtete, sie börste ihr ansehen »ach dessen tove,wegen der Diana von Poiticrs, der maitresse des Dauphins ,nicht i» dem vorige» stände erhalten können, suchte sie sich andem Hertzog von Orleans in künftigen zeiten eine stütze, derohnedem mit feinem bruder , dem Dauphin, nicht allzuwohlstunde. Zu dem ende gab sie dem Kayser an. 1944. als er inFranckreich eingefallen war, den anschlag, Espernay undChateau-Thierri wegzunehmen, weil sie hoffte, dadurch Fran-cisco den frieden um so viel eher abzuzwingen, in welchem,nach des Kaysers versprechen, absonderlich des Hertzogs vonOrleans vertheil sollte befördert, und ihm von selbigem dasHertzoqthum Mayland überlassen werden. Ob nun wolnach Francisci tode diß alles an lag kam, wurde doch, demverstorbenen Könige zu ehren , dißfalls keine Untersuchungangestellet. Jedoch liesse sich ihr mann, unter dem vorwanb,daß sie mit Francisco I. unerlaubte gemeinschafft gehabt, vonihr scheiden , wobey dann Francisci eigener söhn, Henricus II. wider sie zeugete; darauf hat sie ihr leben auf einem land-guthin der stille zugebracht, und, sagen einige, wiewol qantz ohnegründ, wie es scheinet, aus blossem haß gegen die Reformirtereligion, daß sie sich zu derselben bekannt habe. Einmal istes gewiß , auch so gar aus den schriflen der Catholischen scri-bentcn , die noch unter Francisco I. qelebel, daß damals die er-sten Reformirte eine sehr scharfe kirchen-zucht gehalten, undniemand, von was für stand er immer war, in ihrer kirchegeduldet, der in dergleichen, oder noch geringern funden ge-lehrt , als diese Anna. Le Laboureur , addit. aux metnoir. deCaftelnau , tom. I. p. 86;. 864. 86;. Brantome, Dames galant,tom. II. p. 394. VariUas, hist. de Franqois I. liv. VI. IX. XI.hist. de Henri II. liv. I. Mezeray , hist. de France , tom. II.p. 1007. 1014. 10; 1. io;8· &c. ßaylc. *
Estaples, oder Etaples, lat. 8 tapulse, Stabuhe , einewohlbevestigle stadk in der Picardie, in der landfchaffk Bou-lonnois, am fluß Canche, zwischen Monkrenil und Manlhulin,etwa» ;. oder 6 . meilen von Boulogne .
* Eftarabak, eine geqend in Hyrcanien , von Dom Jeanaus Persien also genennek. Tereira nennet sie Starabat, undvon andern wird sie Olrava geheissen. Einige geben dem gan-tzen Hyrcanien diesen nahmen. Die grentzen dieser gegend sinddas Chorasanifche gegen morgen, das Mazanderanijche gegenabend, und die Caspische see gegen lnitternacht. ote erstre-cket sich bey 60. Französische weilen, und bcgreiffcl zwölf rechtestädte in sich. Estarabat, so bey 90000. seelen in sich fasset, istdie Haupt-stadt darinnen ; es ist die nemliche, welche JosaphatBarbarus Strava nennet, und an das meer Bachu setzet.Er meldet etliche städte, die von dieser abhängen, und Ana-nias unterscheidet Strava von Starabat, welcher auch diestadl Nirmedon in dieses land setzet. Die luft in dieser pro.vintz ist ziemlich ungesund, und das land bringt nur wenigkörn hervor, der reis aber und die weissen maulbeer-däumegerathen desto besser. Die rebhüner werden auch in Überflußallda gefangen, womit sich die cinwohner nebe» dem reis,woraus sie sich brodt backen ,. meistens nähren. Wo sie wasserhaben, wird aller orten eine grosse menge seiden fabriciret,und man findet den flüssen nach eine hülle an der andern, wosie dieselbe in kesseln ab-und aufwinden und aussieben. DieJtaliäner nennen diese seiden Stravanische. Diese seiden-zuchlziehet ihnen eine grosse anrahl fremder handels-leuthe zu,welche aus Orient und Mvscau dahin kommen, um dieselbe«nzuhandeln, und wieder in ihren landen bis in Europain
zu verkauffen. Ehedessen hatten die von Estrabat einen ei.mg, welcher dem grossen Persischen Monarchen zinsbar warda er „ch aber einsten aufgelehnet, so setzte ihn Chaadas,ihn überwunden hatte) ab, und einen Statthalter an f«n-stelle, um das laich vor den Tartarn zu verwahren. Davit?Hyrcamca. Thom. Corneille , Dich Geograph. Siehe auchAfterabath. w ut9
Eftarac, oder Aftarac, lat. Astaracum und Astatacenfistrail «. s e i n klein ländgen in Gascogne, mit dem titul ei-ner GrasMaffc, zwischen Armagnac, Bigorre und Gascogne,und erstrecket sich etwa» 7. oder 8. Meilen i» die länge Garcias Sancho, genannt der krumme, Hertzog von Gascogne .welcher zu ansang des X. seculi lebte, hatte drey söhne, davonder letzte Arnaldus, der ungebcchrne genannt, weil seinerznutter Honorar« die geburt so sauer worden, daß sie darübergestorben, in der theilung Estarac bekam, und sein geschlecktso wohl fortpflantzete, daß 16. Grafen ihm hinter einander suc-cediret haben; davon der letztere nur drey töchtcr nach sich M,darunter die älteste Martha an Gastonem II. von Foir, Kra.fen zu Candale, verheurathet wurde.
ESrAVAY, oder ESTEVAY-, teutsch Stäffis, ist einekleine, aber gar artige stadt, mit einem darzu gehörigen Amt,an dem Reuenburger-see gelegen, welche dem SchweitzerischenCanton Frevburg unterworffen ist, und durch einen Avvvnoder Schultheiß , der in dem dortigen schloß wohnet, regieretwird. Von dieser stadt hat die Freyherrliche familie vvn'Hte.vay , Staffis oder Staviaco den nahmen, welche von Elavo,einem Wendischen Fürste», entsprossen seyn soll. Dessen nach.kommen haben um das jähr 780. in dem Canton Bern in demPays-de-Vaud obige stadt gebauet, worzu vor zeiten eine Herr-schafft von zo. dörfern gehöret. Augonius von 8taviaco, in«,gemein Steffen genannt, lebte um daS jähr 990. Cuno waran. >: 6 o. Dvm-Probst zu Lausanne . Dessen bruders söhn,Rainaldus, befand sich an. 1246. als Abgesandter an demKayserlichcn Hofe. Johannes verwaltete um das jähr 1439.die stelle eines Gouverneurs in dem kays-de-Vaucl und in derGraffchaffl Marly. Seines bruders enckel, gleichfalls Johan-nes genannt, hat 28. Herrschafften besessen. Dessen ur-enckel,Laurentius , war Oberster unter der garde des Königs vonFranckreich , und hatte einen bruder, nahmens Jacobum, wel.cher Französischer Marschall und Commendant in der Graf.schafft Reufchatel gewesen. Franciscus Ludvvicus Blafius,ein söhn des letzter», war anfangs Hauptmann der Franzö sischen garde, nachgehends aber um das iahr 1676. General-Gouverneur der Graffchaffl Reufchatel. Er hat sein geschlechtmit zwey söhnen, Frantz Heinrich und Ballhasar Blasio,fortgesetzet, davon jener Herr zu Molondin, geheimer Rathzu Solothurn , und bis auf den tod der Madame ä- Ne.mours an. 1707, auch deroselben Gouverneur und Lieutenant-General des Furstenthums Reufchatel gewesen. Buce!. stemm.P. IV. Plannn, abrege, p. 645. *
Este, lat. Ateste , eine kleine aber gute stadl, an dem -nßBacciglione, in dem Paduanischen gebiethe, den Venetiancrnzugehörig. Plinius , Tacikus , Ptolemäus , und andere altescribente» gedencken ihrer. Vor zeiten hat sie den titul einerMarggrafschafft gcführet, und ein Bißthum gehabt, welchesunter dem allen Patriarchen zu Aquileja gestanden. Dieses istder stamm-ort des Hauses Este, wovon gleich jetzo.
Este 1 das Haus, ist eines von den ältesten in gantz Italien .Den Ursprung desselbigen wollen einige von einem Activ, wel.cher König zu Alba gewesen, und zu den zeiten des RömischenKönigs Tarquimi Prisci gelebt haben soll, herleiten. Allein,gleichwie dieses, und was noch von andern alten Actiis, alsstamm-vättern dieses Hauses, vorgegeben wird, sehr unge«wiß, also kan man auf vesterni gründe die stamm-reihe von Al-berto , so auch Azo und Groß-Marggraf gei,ennet wird, undin dem X. und XI. socolo gelobet, anfangen. Dieser Albcr.tus war einer der mächtigsten Fürsten in der Lombard», i»den zeiten der berühmten Mathildis, und vermittelte nebst ihreinen vergleich zwischen dem Kayser Henrico IV. und PapstGregorio VII . Er soll sein alter über ioo. jähr gebracht, undzwey gemahlinnen gehabt haben; die erste war Kunignnda ausdem Guelfischcn Hause, eine erbin der alten Welsen i» Ober-Teutschland, die ihm Hertzog Guelfum in Bayern gebohren,so nach ihrem tode die ihrem gemahl zugebrachte Teutscheprovintzicn geerdet, von welchen nachgehends die Hertzoae inBayern , Sachsen , Braunschwcig und Lünedurg abgestam.met. Seine andere gcmahlin aber war Ermcngardis, GrafHngonis du Maine tochter, welche ihm zwey söhne geboh»reu, davon der erste eben so wie sein groß - valter von mut.terlicher feite, der andere aber Fulco geheissen. Dieser letzterehinterließ Obizonem oder Ovitium, Marggrafen und Hcrmvon Este, welcher zu ende des XII. ikcdi an. 1196. gestor-ben , einen söhn, Azonem ll. nach sich lassende. Dieser brachtedie Herrfchafft Ferrara an sein Haus, und erhielt auch an.1208. die Anconitanische Marck von dem Apostolischen stuhl.Er vermählte sich erstlich mit Leonora, Graf Thomä I. vonSavoyen tochter, die ihm Aldobrandinum, dessen tochter Bea-trix an den König Andrcam II. »1 Ungarn an. 12;;. vermähletworden, und 2. tochter, Beatricem und Constantiam» gebohren.Nachdem diese aber verstorben, verlobte er sich mit Marche-ftlla, einer tochter Adelardi, so Guilielmi, Herrn zu Ferrara ,