Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

frei) um die ehre bewerben liessen, die reliqnien ihres mit-bnr-«ers in ihrem vatterlande zu begraben. Sonst haben gedachteAlbenienser u», diesen grossen Poeten die trauer angeleget, und«ner seiner freunde Philemon, wollte sich aufknüpfen, wenn erwüßte, daß er in jenem leben Euripidem zu sehen bekäme, und«e sich ihrer hie gehabten knndschafft erinnern könnten. Als das»des zu Athen emsmals verlangte, daß er in seinen lragödienaelvisse worte wegstreichen sollte, sagte er nnt grosser freymü-iWeit : Ich mache meine wercke nicht, daß ich von euchlernen, sondern, daß ich euch lehren will. Er beklagtesich einmal gegen den Poeten Alcestis, daß er in 3. lagen nichtmehr als 3. »erst habe zuwege dringen können, ohngeachtet ermit aller macht gearbeitet habe, dagegen dieser mit grosserlachtsinnigkeit antwortete, daß er ohne mühe ihrer mehr als100. verfertiget habe. Ja, sagte Euripides , aber es ist die-ser unterscheid zwischen meinen und deinen versen, daßdie meinigen allezeit , deine aber nicht länger als ;.tage dauren werden. Arißophanes , in thesmophor. & inranisact. V. sc. &c. Valer. Maxim. üb. III. c. 4. Flin.Üb. XXII. c. 22. Otnomaus , apud Euseb. de priep. Evang.üb. V. c. 3;. A. Gellim , üb. XV. c. 20. ALlian. var. hüt.lib. II. c. 1;. Qtßmulian. inlt. orat. üb. X. c. 1. Suidas, in& <r eepot. Tbomas Magißer. Moschopulus & Bar -nefiui, in vita Euripidis . Meurßus , in L. de iEschylo, Sopho-ele, Euripide . Le Fevre, vie des Poetes Grecs . Bayle. Fa-bricii bibl. Grac. üb. II. c. l8. *

Euripus, ist ein fee-arm zwischen Achaia und Negroponte,welcher bey der Haupt-stadt der besagten insul so enge ist, daßman aus einer schlag-brücke und einer ander» steinernen brü-cke von 9. schividbögen über selbige gehen kan, zwischen wel-chen ein thuru stehet, den die Venetianer aufgerichtet haben.Die Allen neniieten diesen see-arm Euripum Euboicum. Dieennvohner daselbst nennen ihn Egripos , und die JtaliänerStrelko di Negroponte , so aber eigentlich derjenige theil beyder stadt Negroponte ist, da kaum eine einzele galleere zwischender «takelst und dem thurn der Venetianer dürchfahren kan;jedoch wird auch dieser nähme der gantzen meer-enge auf 12.meilen gegeben. Es ist merckwürdiq, daß die ebbe und fluthollhicr weit andere abwechülungen als an andern orten zu habenpsieger; doch ist dabey zu melden, daß alle, die diese stach besseruiilersuchet haben, berichten, daß die beivequnqen des Euripi ei-gentlich nicht ebbe und flukh seyen, als welche in dem genauernverstände sich fast nirgend in dem Mittelländischen meer rechtspüren lassen; sonderlich daß alles in einer stets-während, undsehr unordentlichen dewegung der waffer bestehe , welche, wied scheinet, eines theils von dem beständigen einfluß einer gros-se» menge wasser aus dein Ponco Euxino ius Aeqeische meer ,und denn anders theils durch die viele im Aegeischen meer sichbesindliche insulii, an welche das also bewegte und gestoßeneWasser immer anschlägt, ihren Ursprung hat, als wodurch nichtzwar in der breiten offenen see, doch gewißlich in einer langenund schmalen meer-enge, wie der Euripus ist, sich nothwendigeine solche beständige Veränderung hervor thun muß. Die er-zchlung, daß Aristoteles , weil er die ursacheii dieser adwechs-lung nicht ergründen konnte, sich selbst darein gestürtzct habe,ist schon längstens von den Gelehrten verworffen worden.Strabo . Plinius . Suidas . I.ucanus ,. &c. Span. voyage dlta-lie. Tanaq. Faber, in epist. *

EURISTHENIDES, siehe AGIVE8.

* Evron, lat. Ebranium, eine kleine stadt IN der Französi­ schen landschafft Maine am flnß Evre, mit einer Abtey Bene-diciiner-ordenü, 9. meilen von Mans , welche, um die mittedes VII. feculi gestiftet, und in dem IX. zerstöret , hundertjähr daraus aber von einem Grafen von Blois wieder aufgerich-tet worden. De la Force , deicript. de la France , tom. V. p. 144.Amoks BenediH. tom. I. üb. III. 22. Buiilel, topogr. des

Saints, p. ^90. Manmtf'e.

Europa , Agenoris, des Königs in Phönicien tochter, undCadmi schwester, in welche sich Jupiter verliebte, sich ihrent-halben in einen ochsen verwandelte, und mit sich in dasjenigetheil der weit führte, welches nachgehends nach ihrem nahmenEuropa genennet wurde. Andere hingegen berichten, daß Aste-rms oder Minos , als er mit den Phöniciern krieg geführel, sievon bannen A. M. 2338. A. C. 1446. weggenommen, auf einschiff, so Taurus genennet worden, gesetzt, und nach Creta ge-bracht habe, allwo sie an Asterium vermählet wurde, wel-chen man wegen seiner tugend und gerechtigkeit Jupiter zu nen-nen pßegte. Noch andere erzehlen, daß des Königs in CretaAllem General Taurus, Tyrus eingenommen , geplündert, unddie Europa qcrauber habe, welche aber bereits mit Jupiter ;.söhne Minos, RhadamanthuS , und Sarpedon gezeuget ; Aste-rius habe hernach Europam gehenralhct, und weil er keine kin,der von ihr erhallen , habe er des Jupiters söhne an kindesstatt angenommen. Bochartus hält dafür, daß das Wort Euro­ pa von den r. Griechischen Wörtern Chur-appa, welches so vielheißt, als ein weiß gesichte, herkomme, weil nemlich die Eu-ropäer tn vergleichung mit den Africaner» weiß sind; von ebendiesem Ursprünge leitet er auch den nahmen der tochter Agenorisher. Oviil. üb. II. metamorph. Euseb. in chron. Herodoc. lib. I.Boebart. inPhaleg. p. 537. & Canaan. p. 436. Bayle.

Europa , ist eines von den 4. theilen der weit, welches sichvom 34. grad. latitud. bis auf den 72. und von dem 9. grad Ion-Histor. Lenken 111 . Theil.

gitud. bis auf den y;. oder 94. erstrecket, woraus erscheinet, daßes fast gantz innerhalb der Zonx temperatae und nach keinemtheile in der Zona tprrida, wiewol nach einem kleinen stücke anund in der Zona frigida lieget. Gegen mittag hat es das Mit-telländische meer, wodurch es von Africa abgesondert wird; ge-gen abend grentzet es an das Atlantische meer, gegen Mitter-nacht an das Eis-meer, und gegen morgen wird es von Asien geschieden, durch den Archipelagum, den see Marmorn,die meer-enge bey GaUipvli, das Schwartze meer, die meer-enge von Cas-sa oder den Bosphorum , den see Zabaque und den fluß Donoder Tanais, von welchem man eine linie bis an den fluß Obi,und von bar vollends an das Eis-meer ziehen Muß. Alles nun,was man von der lincken Hand zu gegen abend antrift, ist Euro­ pa , alles übrige zur rechten Hand aber Asia. Die äußerliche ge-stalt betreffend, so vergleicht es Strabo und viele nach ihm miteinem brachen, einige aber von den neuern erd-beschreibern sa-gen , daß es einer sitzenden jungfrau ähnlich sey, da denn diesereinbildung nach, die fontange Portugall, und Spanien der köpfseyn soll, Languedoc und Gascogne wird durch den hals, Frank­ reich aber durch die brüst, Italien und Groß-Britannien durchdie ärme, Teutschland durch den bauch, Böhmen durch dennabel, das übrige theil aber des leides durch die übrige Kö-nigreiche und provintzen^vorgestellet. Die länge von Europa wird von dem gebürge St. Vincentii in Spanien bis an denfluß Obi gerechnet, und begreift 900. Teutsche meilen in sich.Die breite von mittag gegen Mitternacht wird von dem vorge,bürge Tänarä in Morea an bis an Rutubas in Scritofinnia,so in den heutigen land-charten Noortkin genennet wird, gerech-net, und begreift 9 90. Teutsche meilen in sich. Man zehlet dar-innen ohngcfehr 31. grosse provintzen, als 1. 1 Spanien mitden daran stoßenden insuln , 2.) Franckreich, 3.) Groß-Bri.tannien mit einer grossen menge verschiedener kleiner angren-tzender insuln, 4.) Jrrland mit den gleichfalls dabey gelege-nen kleinen insuln, 9.) Ober-und Nieder - Deutschland, 6.)Böhmen , 7 .1 Dänemarck mit den insuln Seeland und Füh-nen, 8 .) Norwegen mit den insuln Jßland und Frießland,9.) Schweden mit Läpp - und Finnland , io.) Liefland , n.)Preussen mit Cassuben, 12. > Lillhauen, 13. Klein-midGroß-Pvlen mit den darzu gehörigen provintzen, als Podolien, Vol-hynien, Podlachien, Masovien, Samogitien, rc. 14.) Ungarn ,19.) Sclavonien, 16.) Bosnien , 17.) Croatien, 18." Dal-matien, 19.) Italien , 20.) ©teilten, 21.) Sardinien , 22.)die insul Corsica, 23.) Candia , 24.) Griechenland mit kleine»insuln, 29.) Servien, 26.) die Wallachey, 27.) Bulgarien , 28.)Siebenbürgen , 29.) die Moldau. 30.) die kleine Tartarey, undendlich 31.) Moskau oder Rußland . Unter die Beherrscher die-ser lande werden gerechnet 2. Kayser, als der Römische undTürckische; Verschiedene Könige, als der in Spanien , Franck-reich, Engelland, Polen , Dänemarck, Schweden , Portugall,Ungarn , Preussen, Sardinien , und Sicilien; wiewol etlicheandere Königreiche sind, welche von obanqeführten Potentatenbesessen werden , zum exempcl Böhmen , Dalmarien, Croatien,^Sclavonien rc. Ausser den Königen ist zu demerckcn , derCzaar in Moscan , welcher sich den Kaysern gleich schätzt,und nunmehro auch würcklich den Kayserlichen titul mitgrossen solennitäten angenommen , der Ertz Hcrtzog in Oester­ reich und Groß - Hertzoq von Florentz , die Hertzoge, sonder-lich durch Teutfchland und Italien ; desgleichen unter den Geist-lichen der Papst, die Ertz-Bifthöffe zu Mayntz, Trier , und Cöln ;ferner verschiedene freye Rcpublicken, als da sind Venedig , dievereinigten Niederlande, Genua , Lucca , das Schweitzerland, dieGraubündter, das Wattiserland, Genf , denen noch andere Ra-gusa und St. Marino hinzufiigkn. Die insuln, flüsse und bergein Europa sind folgende: Unter den insuln sind erstlich aufdeinOceano die Britannische insuln, als Engelland, Schottland undJrrland, die InfoUe Orcades , Hebrides und einige andere mehr;die grösten auf dem Mittel-meere sind Sicilien, Sardinien , Cor-sica, Candia , Evvrus, Rhodis, rc. die insuln von Griechenland und einige andere an den küsten von Italien und Provence.Die insuln auf der Ost-see sind Seeland, Füneu, Rügen, Born­ holm , Gothland, Oescl, rc. Die vornehmsten flüsse sind, derRhein , die Donau , May», Weser^ Elbe und Oder m Teutsch-land; die Loire , Seine, Rhone , Saone und Garonne in Franck,reich ; der Po und die Tiber in Italien ; der Tagns, Duero ,Guadiana , Ebro, Guadalquivir in Spamen; die Wcirel undNieper in Polen ; die Wolga und Don oder Tanais in Moscan;die Thames in Engelland; die Tay in Schottland ; die Shan-non in Jrrland; die Scheide und Maas in den Niederlanden.Die berühmtesten gebürge in Europa sind die Niphäischen ge,bürge in Moscan ; die Carpalhischen zwischen Polen und Un­ garn , die Pyrenäischen zwischen Spanien und Franckreich;die Alpen und das Avenninische gebürge in Italien und an dengrentzen desselben. Obwol Europa das kleineste unter allen 4.theilen der welk ist, so ist eS doch um verschiedener Ursachenwillen allen übrigen vorzuziehen. Die luft ist darinnen gemäßi-get, und die landschafften sind sehr fruchtbar, ausgenommendiejenige, welche sehr weit gegen norden zu liegen. Es hat anallen nothwendigen lebens - Mitteln einen Überfluß. Die ein-wohner sind von sehr guten sitten, höflich und sinnreich inwissenschafften und handwercken. Von den Franzosen ur-theilet man, daß sie von guten maniere», erfahren, tapfer, aberetwas zu hitzig und unbeständig seyn. Die Teutschen sind ver-ständig, aufrichtig, tapfer und arbeitsam, werden aber insge-

K k nickn