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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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484 fit f l a

söhn Richard,, dessen vatter Gilbert, Gras von Eu in der Nor-mandie gewesen, und dessen nachkomme» oder seiten-verwand,te, nachdem sie sich in Engelland vesi gesetzt, sich von Cläre ge-schrieben. Hernach ist an. 14; -nach absterben Walter«,LordsFitzwater, durch dessen einzige tochter und erdin, Elisabeth,der titul Fitzwater aus die Ratcltffs gekommen. Diese sind ,von an. 1929. bis gegen die mitten des XVII. feculi, GrasenDon Sussex gewesen. Nachdem aber an. 1629. Robert Rakcliff,Gras von Sussex, wie auch Lord Fitzwater, ohne leides - erben

S storden, und dessen vetter, Eduard Ratcliff, in der würde einesrasen von Sussex succedirt, vrätendirte bey dem Parlement,welches an. 1640. zu sitzen anfieng, der Ritter Henricus Mild-may von Mulsho den titul eines Lords Fitzwater, wobey seinsundament dieses war, daß ihn der Ritter Thomas Mildmay,entsprossen aus einer alten und angesehenen samilie in Esser,mit Francisca, einer einzigen tochter Henrici Ratcltffs, Grasenvon Sussex, gezeugt. Die innerliche unruhe verhinderte, daßdie gemeldete prätension unerörtert blieb, bis nach Caroli II.Wiedereinsetzung, da des vorerwehnten Henrici Mildmay sohnssöhn, gleiches nahmens, dieselbe ausö neue mit grossem nach,druck hervor suchte. In währender Untersuchung, welche vordem Oder-Hause des Parlements geschahe, starb letzt-gedachterPrätendent ohne leibes-erben. Allein sein bruder und erde, Ben,lamin Mildmay, erhielt endlich eine vollkommene bestätigungder würde eines Lords Fitzwater, und ward in solcher qualr-tät, nach dem allen ränge, zu dem an. 1669. versammletenParlement beruffen. Er heurathcte Catharinam, eine tochterThomä, Vice-Grasen Fairfax von Emmeley in Irrland, und ließvon derselben zwey söhne nach sich, von welchen der jüngsteBenjamin hieß , und der älteste, Carolus, ihm nachfolgte.Dieser vermählte sich ,mit Elisabeth, der ältesten tochter Ca-roli Bertie, eines jünger» sohns Montagues, Grafen vonLindsey, welche ihm einen söhn, Carolum gebohren. Feerageof England, II. p. 19. Camdeni Britanniä.

Fitz-William, siehe Southampton .

Fivelintto, wird diejenige gcgend von der Niederländischen provintz Groningen genennet, welche von dem siuß Hunnes ,oberhalb der stadt Groningen , bis an den einffuß der Ems indie see, zwischen den abtheilungen Gorecht, Hunsingo und Ol-denampten, sich erstreckt. Dam und Dclffzyl sind die merck.würdigste örter darinnen.

Fiume, siehe Ganct Veit am Flum.

Ftzes, (Simon) Freyherr von Sauves , war aus Langue-doc, und Staats-8ecretarill8 des Königs Caroli IX. in Franck-reich. Die erste geleqenheit seiner deförderung fand er bey demSiegel-Verwahrer Bertrand, welcher ihn anfänglich zu seinemSecretario machte, nachgehendö aber an. zu dergleichencharge bey dem Könige recommendirte. Hierauf wurde er be-fehlichet, den Cardinal von Lothringen auf das Concilium zuTrient zu begleiten, allwo er auch vörtrefliche proben seiner ge-schicklichkeit abgeleget. Deswegen ernennte ihn die Königin Ca-tharina de Medicis bey seiner zurückkunft zu ihrem 8ecremriv,und brachte ihn endlich gar unter die zahl der Staats-Secre.tarien. Von solcher zeit an wurden ihm die wichtigsten affai,ren, sonderlich aber an. 1572. die ausführung deS grausamenUnternehmens wider die Hugonotten anvertrauet. Ja KönigCarolus IX. hielt so viel von ihm, daß er ihm auf seinem tod-bethe, in abwesenheit des folgenden Königs, der sich in Polen aufhielte, die angeleqenheiten seines Reichs auftrug. Hieraufwurde er Henrico III. so aus Polen zu Turin angekommenwar, entgegen geschickt, ihm den zustand des Reichs zu hin,terbringeu. Nach seiner zurückkunft lebte er wenige jähre ,,indem er an. 1579. gestorben. DuToc, histoir. des Secretai*res dEtat.

Flaachthal , hat den nahmen vom dorf und der PfarrFlaach , und ist ein gar schöner und fruchtbarer strich landsunter Andelfingen , zwischen dem Rhein , der Thür und demIrchelberg gelegen , darinnen vor diesem Edellenthe ihre ade-liche sitze und schlösser gehabt haben, als die von Ebersperg,von Schollenberg, von Radeck, von Henkart, von Hechinqen ,von Goldenberg rc. Gehöret der stadt Zürich, welche einen Ober-vogt zu Flaach ordnet, der 9. jähr am amt bleibet, und derObrigkeit jährlich gvo. gülden entrichtet. Stumpf, üb. V. p. 101.b. Bluntschli ordin. pag. 79. *

Flabanico , (Dominicns) ein Doge von Venedig , ward an.mza.^iMh-Petro Centranico darzu erwehlt. Weil nun in denvorhergehenden zeiten die drey mächtigen familien derer Badue-ri,, Candiani und Orseoli bey nahe 200. jähr die Hertzoglichewürde gleichsam erblich in ihren geschlechtern behalten, undsolche wechsels-weise besessen hatten, Flabanico aber ein abson-derlicher feind derer Orseoli war, auch vermuthlich vor seineperson weder kinder noch nahe anverwandten hatte, so verord-vete er, durch ein edict, daß hinführo kein Hcrtzog von Vene,dig befugt seyn sollte, bey seinem leben sich einen collegen oderNachfolger beyzufügen. Zu gleicher zeit erklärte er das haus dererOrseoli aller ehren, rechte und vorzüge verlustig, und verban-nete solches auf ewig aus der Republick. Unter eben diesesHertzogs regierung hat man gut gefunden, daß einem jed-weden Doge zwey Senatores sollten zugeordnet werden, welche

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auf dessen thun und lassen ein wachsames äuge haben morfi.ten. Heutiges tages findet man zu Venedig nichts mehr übn»von der samilie derer Fladanichi. Paiatn fasti Ducal. Comarmde Magist. Lc Rep. Vcnet. Amelat de la HouJ)'. hist. du Gaur'de Ven. p. rz;.

Flaccilla, (Aelia) war die gemahlin deS Kayfers TheodokiM. Sie scheinet eben sowol Spanischen Ursprungs gewesen mseyn, als ihr gemahl, und Antonium PrTfectum kr-rcono 6 °l.liarum, oder Gouverneur von Gallien , lind hernach auchBür,gerineister, zum vatter gehabt zuhaben. Ihre frömmigkeu,demuth, mildigkeit gegen die armen, auch nicht minder ihr eiferfür die religon, wird sehr gelobet, so, daß auch Gregorius dickscnus selbige eine faule der kirche heisset. Sie hat ihrem gemahlden Arcadium und Honormm gebohren , welche nach ihm dasin zwey theile getheilte Kayserthum besessen haben, so dann aucheine tochter, nahmens Pulcheria , die in ihrer kindheit »erster,ben. Ihr gemahl hielt auch gar viel auf ihren rath , und daer sonsten znm jächzorn sehr geneigt war, ist er mehrmalsdurch sie besänftiget, und von allzu grosser strenge abgehaltenworden. Jedoch mochte dieses nicht verhindern, daß nicht derschwürige pöbel zu Antiochien , als einmal der Kayser zumbehuf des krieqs, wider Maximum, eine außerordentliche steueraufgeleget, ihre sänke sowol als des Theodosii aufs schimpßich-ste mißhandelte. Sie verstarb zu Scotuminum in Thracien ,allwo sie sich der wasser-cur hatte gebrauchen wollen, an. zzz.den 14. sept. welcher tag von den Griechen noch heute gefeyrktwird. Gregorius Nyffenus hat derselben eine sehr herrliche lob,rede gehalten , die wir annoch haben. Siehe auch von ihrNicepr. II. E. lib. V. c. 19. 20. Chryf de statuis. *

Flaccus, siehe valerius und Fulvius.

* Flaccus, folgere auf Vitellium in dem Gouvernement Sy­ riens ; zuvor war er Römischer Conssil , und so lang er lebteein grosser feind Agrippä , des enckels Herodis Magni. DieUrsache dieses Hasses war, dieweil er vernommen, daß dieserPkintz von einigen leuthen geld genommen, und ihnen alsdannweiß gemacht, daß er ihnen durch dieses Mittel, und mit hülffeseines ansehens bey Flacco einige gefälligkeiten verschaffenWolle. Josepbi antiq. lib. XVIII. cap. 8.

Flach, siehe Flaachthal.

Flacillus, ein Patriarch von Antiochien , war der Ariani«fchen ketzerey zugethan , und lebte um das jähr 340. Er ver-folgte die rechtgläubigen sehr hart, und suchte im gegentheilseinen anhang auf alle weise empor zu bringen. Baron. an.340. n. 28. Hieran, in chron.

Flacius , (Matthias) war gebürtig von Albona , einer stadtin Istria, welche provintz vor diesem ein theil von Illyrie»war , dahcro Flacius gemeiniglich mit dem zunahmen Iilyri-cus genenet wird. Er wurde daselbst den mertz an. 1520.gebohren, und studirte in seiner fugend die Humaniora unterdem Egnatio zu Venedig . Da er kaum 17. fahr alt war, de.fand er bey sich eine grosse zuneigung zu der Theologie, undentschloß sich ein Mönch zu werden, weil er sonst keine mit-tet hatte, auf Universitäten zu leben. Diesen seinen Vorsatzentdeckte er einem seiner anverwandten, nahmens Baldus Lu-patinus, der Provincial der Franciscaner war, welcher ihm abersolches widerriethe, indem er schon selbst einige zuneigung zurLutherischen religion hatte, auch endlich den tod darüber hakausstehen müssen, und wollte vielmehr, daß er sich nachTeutschland begeben sollte. Solches that auch Flacius , undkam an. i?;9. nach Basel in grosser dürftigkeit, woselbst ervon Simone Grynäo aufgenommen und unterrichtet wurde.Hierauf gieng er nach Tübingen , und von bannen an. 1541.»ach Wiktenberg, woselbst er Lutherum und Melanchthonemhörte, auch sich durch information in der Griechisch - und He-bräischen spräche unterhalten muste. Zu seidiger zeit hatte ergrosse anfechkungen, sonderlich über ben punct vom zorn GOt.tes, von der gnaden-wahl, und von der fünde, so daß man auchauf öffentlicher cantzel vor ihn bitten muste. Nachdem er hier-von befreyet, wurde er Magister, und an. 1544. Professor derHebräischen spräche. Unterdessen geschahe es, daß derSchmal-kaldische krieg angieng, und diese flamme sich in Sachsen zog,wodurch Flacius bewegt wurde, sich nach Braunschweig zubegeben, woselbst er mit grossem zulauf lehrte. Doch kam eran. 1447. wieder nach Wiktenberg, und trat seine vorige be-dienung an. Bald darauf entstünde der streit wegen des söge-nannten Interim, worüber er mit Melanchthone zerfiel, weiler sich nebst den Nieder-Sächsischen Theologis demselben hef-tig widersetzte , und dem gegentheil nichts nachgeben wollte.Es kam auch zu gleicher zeit Nicolaus Gallus von Regen,spurg dahin , mit welchem sich Flacilis aufS genaueste ver-band , und freywillig von Wittenderq nach Magdeburg zog,woselbst er eine zettlang in der buchdruckerey corrigirte, undzugleich wider das Interim und die sogenannten Abiaphoristenallerhand schrieb. Nach der zeit wurde er zum Professor ausder neuen Universität Jena an. 1557. beruffen, woselbst er z.jähr lehrte, weil er aber mit seinem collegen Viotorino Strl-gelio sich nicht vertragen konnte , muste er hernach diesen