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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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einige zu den Seiten des tapfern Helden Agricolä nach Britan- sengte Christoph und Cafparn. Der erste starb ohne

nie» gekommen seyn , und sich mit der zeit durch Engelland, Caspar war ein gelehrter beredter Herr, und legte an t.oJ

Schottland und Irrland ausgebreitet haben , allwo ste nachge» die fache zwischen dem Hertzoge Bogislao X. »nv dem

hends grosse diguitaten erlanget, wie sie denn Reichs-Ertz-Cäm- scheu bey. Seine gemahlin , Ursula von Batzewitzen

merer von Schottland genennct , und unter die Lords und ihm ausser 7. tochtern-.söhne Richard und Heinrich. Ti«. ,5

Parlements-Herren gezehlet werden. Heut zu tage besitzen sie tere davon starb in seinem söhne Christoph wiederum aus > «T

in Schottland sonderlich die Herrschafft Wigton , von welcher chard aber hat eme gesegnetere nachkommenschafft erhalten

linie Placidus, der um das jähr 1714. Abt zu Regenspurg bey unterschrieb an. 1574. die renovation der Pommerischen (Wh

den Schotten gewesen , hergestammet. Aus Schottland soll Stände verschreidung an den Churfürsten von Brandenbuw

einer mit einem kriegs-schiffe in Pommern gekommen, und der gleichwie er bereits vorhero an. 1552. der verneueruna der

stamm-vatter dieses geschlechts daselbst worden seyn. Allein Verträge zwischen Polen , Pommern und Mecklenburn mir

weil Engellaud und Schottland niemals colonien in Teutsch, beygewohnet. An. 1576. war er Hertzog Johann Stieb,iX,

land geschickt, hingegen Pominerische Anglen mit den Sach. Rath und Ober-Einnehmer der Stettinischen örter Unter s

sen vormals in Britannien gezogen, und dem gantzen lande nen söhnen starben Richard, Hertzog Johann Frieds

den nahmen Engelland gegeben, so wäre gläublicher, daß die Rath , des Stetttnischen ortes Oder-Einnehmer, Martin U

Englische Flemminge aus Pommern dahin transporklrt wor- George, ohne linder; Caspar aber hat das geschlecht foiZ P

den, wiewol noch nicht ausgemacht, ob die Englische Flem- pflantzet. Dieser hat in seiner jugend an. als Aofmiiminge mit denen in Pommern einerley geschlechts seyn. ES ster Hertzog Philippen durch Franckreich und Italien ,

ist demnach wahrscheinlicher, daß diese uralte familie ihren ur. wieder zurück nach Deutschland geführet. Nachmals wurdet

sprung von den völckern habe, welche von dem Kayser Carola Hofmeister bey der Fürstlichen wittwe zu Treptow <intw

M. im vierten jähr seiner regierung aus Nieder-Sachsen, (all- Rega, gleichwie er an. 1622. eben daselbst Fürstlicher £>aim

wo sie jenseits der Elbe gewöhnet, und deren platz hernach die mann und Land-Marschall worden. An. 16)7. unterstricht

Obotriten eingenommen,) weil sie sich wider ihn empört hat. mit die interims-verfassung, so zwischen den Fürstlichen sw

ten, vertrieben worden, und hierauf in Flandern ihren sitz ge- merischen Rathen und den Land - Ständen nach absterben ^

nommen. Selbige wurden von den dasiqen einwohnern die letzter» Hertzogs Bogislai XIV. aufgerichtet worden Von m

Fläminge oder Flemminger, das ist, Teutsche genennet, gleich- nen lohnen starb Heinrich, ohne linder zu hinterlassen - g?'

wie hernach die gantze gegend von ihnen das Flämische ober chard aber war in seiner ehe desto gesegneter. Seine lobne m^'

Teutsche Flandern benannt worden. Nachdem aber Marggraf ren Caspar Joachim, Adrian Heinrich, welcher Reaimen»Albertus Ursus zu Brandenburg die Wenden aus seinen landen Quartiermeister unter Chur-Brandenburg gewesen Rna,!,^

vertrieben, hat er vorgedachte Fläminge um die mitte des XII. Ernst und Paris Friedrich, welcher letztere an. isse öbna/

seculi aus Flandern geruffcn, welche den strich landes bey Mag. sehr von einem Polnischen Grafen von Wollin erschossen wo,

deburg über der Elbe, so sich an demselbigcn stusse hin durch daS den. Caspar Joachim hat an. 165;. zu Leipzig , nachmals

gantze Zerbstische antheil, ja gar bis an Jüterbock erstrecket, eingc- Straßdurg und in Holland etliche jähre studiret. An. iösi wurde

nommen und bewohnet, welcher daher der Flemming oder Flä. ihm das Land-Marschall-amt in Hinter-Pommern aufqetraaen

ming genennet worden, (flehe den vorhergehenden artickul.) welches er bis an seinen tod, so au. 1694. erfolget, verwaltet Na«

Doch sind einige Flemminge in Flandern geblieben, welcher seinen söhnen hat Richard Heinrich zu Königsberg und Ütreck

nähme ihnen hernach gleichwie jenen an der Elbe zum ge. studiret. Dessen bruder, Vincentz Bogislaf, hat aleichfm

schlechts-nahmen worden, wie denn noch im XVII. soculo die zu Königsberg studiret. Nachmals nahm er kriegs dienste an

Flemminge das schloß Winighen unweit Antwerpen inne ge. und büßte an. 1702. als Lieutenant unter dem commandodes

habt. Aus dem vorgedachten strich landes haben sich die Flem. Feld-Marschalls von Barfuß sein leben ein. Der dritte sobn

minge vor zeiten theils in Thüringen begeben, allwo sie das un. Richardi, Bogislaf Ernst, hielt sich einige jähre an de

weit der Schulpforte gelegene dorf Fläming oder Flemming Goltorffischen Hofe auf, gleichwie auch in Holland undangebauet, auch sonst in dem Schwartzburgzschen ihre gülher Franckreich. Seine söhne sind Bogislaf Eckard und Casvarbesessen, und zugleich ihr besonders Recht, das Flämische oder Sigmund. Der erste davon starb an. 1694. auf der Univerlk.Flemmingische genannt, eingeführt haben; theils haben sie sich tat Halle. Der andere davon gieng an. 1695. zu der Mitten

in dem unweit Jüterbock gelegenen Luckauischen kreise in Nie. armer in Bradant. Nachmals wurde er unter seinem vetker

der-Lausitz ansäßig gemacht, allwo sie noch jetzo Weißag unweit dem Königlichen Polnischen General-Major, Joachim Frie,

Luckau besitzen, abernurden Adelstand führen; theils aber ha, brich, an. 1700. Lieutenant, und an. 1702. Capital», wiewol

den sie sich in Pommern niedergelassen. Was nun die Hoheit er bald darauf wiederum abgedanckt. Obgedachter Hans,

dieses geschlechts in Hinter-Pommern betrift, so hat es stets den Curdtens anderer söhn und Thams enckel, war, wie gedacht

ersten rang unter dem Adel gehabt. Es wird zuerst belehnet, ein bruder Henrici und ein iwheber der andern Böckischen li,und bey der folge der lehen-dienste zum ersten gemustert. Mit nie, nemlich der Matzdorffischen und Ribbertowschen Be»den Prälaten des Dom-Capituls zu Cammin, den Grafen von den Hertzogen Henrico und Wratislao X. bekleidete er die stelleEberstein und den andern vier geschlechtern der schloß - gescsse, eines Raths, und wurde ein vatter zweyer söhne, Curdtensnen , als der Borcken, Wedeln, Dewitzen, und von der Osten und Joachiini. Der erste davon wurde bey dem heil. grabe zumacht es eine eigene compagnie, wozu die Officirer aus den ei- Jerusalem , dahin er Hertzog Bogislaum XI. von Pommern gentlichen schloß-gesessenen bestellet werden. Es hat nicht pri. begleitet, zum Ritter geschlagen. Nachgehends wurde ihmmam instantiam vor der Landvogtey und Burg-Gerichten, son. das amt eines Hof-Marschalls und Landvogts zu Greiffen«der» bey dem Ober-oder Hof-Gerichte. Es besitzet auch von un- berg aufgetragen, und ihm Matzdorff nebst andern aüihcrndencklichen jähren her das Erb-Land-Marschall-amt, welches zuerst verlehnet. Gleichwie aber sein bruder Joachim inunter den Land-Räthen die erste stelle führet. Der Land-Mar- seinen söhnen wiederum ausgestorben , also erhielt er eineschall aber hat auf dem Land-tage nebst dem vecano und Prä- desto gesegnetere nachkommenschafft. Seine söhne waren Egi-laten die erste seßion, und führet dabey nebst dem Decano des dius, Georgius und Eustachius. Der erste von ihnen warEavituls zu Canimin das Lonäirectkorium, wie er denn auch bey Erb-Land-Marschaü und Hertzog Johann Friedrichs Rath.suspension des Capituls das Direktorium auf Land-tägen eine ge- Er wohnte anch verschiedenen vertrügen bey , und starb anräume zeit allein geführet hat. Bey ereignender vacantz ist 158;. ohne kinder; nachdem ihm bereits an. 154,. sein brn.das geschlecht der Flemminge berechtiget, einen aus ihrem mit- der Eustachius in der sterblichkcit ausgleiche art voranaeaan-tel zum Erb-Land-Marschall zu erwehlen, und sodann der Lan. gen. Der mittlere söhn Georgius allein hatte das glück, seinendes-Obrigkeit zur confirmation vorzustellen. Doch hat der erste stamm zu erhalten, wie ihm denn vier lohne, Ewald, Adam,Königin Preussen beliebet, daß bey vorfallender vacantz alle- Curd und Eustachius gebühren worden. Ewald, Erb-Land»mal zwey Personen aus dieser familie möchten präsentirt wer- Marschall und Landvogt, war ein Herr von grosser klughettundden. Im fall der Landes-Herr die Huldigung persönlich ein- ansehen, und wurde zu den wichtigsten Verrichtungen gezogen,nimmt, so empfängt der Land-Marschall das pferd mit allem Erstarb an. 1607. ohne erben zu hinterlassen. Sein bruderzugehör, worauf er geritten. Im übrigen ist dieses geschlecht Adam starb unverehlicht. Der dritte bruder Curd halte vier jährnoch mit vielen andern stattlichen privilcgiis, sonderlich von den aufAcademien zugebracht, und sich an. 1569. nach Spever be.Hertzogen Bogislao VIII. und Bogislao X. versehen worden. geben, daselbst sich der Proceß - ordnungen kundig zu machen.

Das ordentliche geschlccht-register dieses Gräflichen Hauses Endlich wurde er Land-Marschall, wohnte verschiedenen wich.wird von Tham Flemming hergeleitet, welcher um das jähr tigen angelegenheilen bey, und starb an. 1622., nachdem seine129;. gelebel, und von dem Lanbs-Herrn die Land-Marschall. vier söhne bereits in ihren jungen jähren verstorben. Der Ich,würde erblich soll erhalten haben. Seine söhne waren Curd und tere söhn, Eustachius, hatte gleichfalls wohl studirt, und wirdErdmann, davon jener die Böckische haupt-linie, dieser aber die wegen seiner gottesfurcht gerühmt. Von seinen söhne» habcnMartentinische haupt-linie angefangen. Curd bekleidete um Lasso Adam und Ewald Joachim daS geschlecht fortgeführet,das jähr i?i$. bey dem Hertzoge zu Stettin die stelle eines Der letztere davon wurde an. 160;. gebohren, und bekleideteObersten und Land-Marschalls. Seine söhne waren Heinrich, nachmals die stelle eines Directors bey dem Woüinischen di,Hans und Carsten, der letztere davon war Ritter und Marschall stritte. Seine andere gemahlin, Dorothea Agnesa von dcrdes landes Pommern , und starb ohne erben. Die beyden ersten Osten, gebahr ihm 6. söhne und j. töchter; von den letzter» wur-aber habcn das geschlecht fortgepflantzt. Denn von dem ältc, de Agnesa Helena an den Preußischen geheimen Rath, Hos-Gk-sten Heinrich entspringet die Böckische, Schwirische und Pa. richks-Präsidenten und Decanum , Georg Caspar Flemminge»,tzische linie. Von dem mittlern söhne Hans aber die andere und die übrigen gleichfalls ihrem stand« gemäß verheurathek.Böckische linie, als die Matzdorffische und Ribbertowsche Von den söhnen starb Philipp Friedrich an. lüü;. an einer em-Flemminge, davon unten mit mehrern. Heinrich, Curdtens pfangenen wunde zu Heidelberg , wohin er sich von Francksurtältester söhn, jeugte Claustn und Heinrichen. Dieser letzte au der Oder studirens halber begeben. Adain Henning wir