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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Forcatulus , (Petrus ) Königlicher Professor der Mathema«tic zu Paris , lebte in dem XVI. üeculo , und war von Bester inLanguedvc gebürtig. Er lehrte mit grossem rühm, lind starbunter dem Könige Henrico III. von Franckreich. Man hat vonihm einen tractat von der Rechen-kunst in 4. büchern , desglei-chen eine Französische Übersetzung des Euelidis, der Feldmcß-kunst des Orontii Final rc. Du Marne , bibl. Franc. Mir aus ,dc script. fec. XVI. Du ebene &c.

^orcatulus, (Stephan) ein bruder des vorhergehenden,erlernte die Rechte zu Toulouse unter Arnoldo Ferrerio, undward auch nachgehends daselbst Professor , wobey er Cuiaciumzum Competcnten, und dabey das glück hatte, daß er in diesercharge wider alle sein verdienst diejem grossen Juristen vorge-zogen wurdet Seine schriften sind von seines bruders söhne,Francisco Forcatulo, gesammlet, und an. 1595. in sol. zu Paris zusammen gedruckt worden. Das vornehmste darunter ist äsGallorum Imperio & Philosophia üb. VII. Ein anderes ist Pcnn8Juris Civ. &c. Er suchte, so gut als es ihm möglich war , esdem Cujacio nachzumachen , und die Römische gelchrthcit mitder wissenschafft in den Rechten zu vereinbaren, er blieb aberjederzeit weit zurück. *

Force, (la) ein vrt in Perigord rechter hands an der Du«rance unterhalb Bergerac gelegen. Es war vor diesem eineMarggrasschafft,welche aber zu gunstenJacobi Nompar äs Cau-mont, Marichalls von Franckreich, an. 16)7. zu einem Hertzog,thum und Pairie erhöhet worden.

Forchheim , eine stadt und vortrefliche vestung nebst einemschloß in Francken, allwo sich die Rednitz und Wesent vereinigen.Sie gehört dem Bischoffzu Bamberg , liegt aus dem wege zwi-schen Nürnberg und Bamberg, ;. Meilen von dem letztgedachtenorte. Er soll schon zu des Kaysers Caroli M. zelten, als welcherdaselbst etliche mal Ostern gehalten, in ansthen gewesen seyn.Wie denn auch der Kayser Lotharius an. 871. einen Reichs-tagdaselbst angestellet, dergleichen an. 89 ?. ebenfalls der Kayser Ar-nolphus gethan. An. 898. wurde daselbst dem Hertroge Ludwigaus Bayern die Kayser-ivl'lrde aufzutragen, hingegen an. 1077.den Kayser Henricum IV. selbiger zu entsetzen beschlossen. Imübrigen lichten einige, daß daselbst Pontius Pilalus gebohrcnworden. Münster , cosmogr. Zeilerus, Franc. Pastorius , Franc,rediv.

Forchtenffein, auf Ungrisch Frakno , ist eine Grafschafftund vortrefliche berg-vestung in dem Oedenburger Comitat inNiedcr-Ungarn an den Oesterreichischen grentzen gelegen, welcheder Ungarische Palatinus , Nicolaus Esterhast, als ste ihm derKayser Ferdinandus II., indem sie nebst Eysenstadt an Oester­ reich verpfändet gewesen, erblich geschencket, fast von gründauferbauen, in den stein-felsen ausarbeiten und ftarck bevestigenlassen, dahin mich an. 1645. seine beste suchen geflüchtet, undwird noch anjetzo der schätz und das Archiv der Esterhasischenfamilie mit einer guten besatzung allda verwahret. Stubei.

Hung. p. 491. Kreckvoitz. Hüne. p. 167. Szent-Tvani mich.dec. III) P. I. p. ir.

*Forda, oder Fordeham, Fordon, Fordun, (Johannes)ein Engeüänder, war am ende des XII. feculi Abt in dem Cister-cienser-kloster Ford«, in der landschafft Devonshire, und schriebViram 8. ^Vulsrici; Hornilias ; Expoiitionem in Jeremiam ;super Threnos Jeremiae; Introductorium eorundem ; de Tri.plici Cruce; Sermones ; de Contemtoribus Mundi; Acta quae-dam Regis Joannis; in ultimam partem Canticorum , und deSacramento Altaris , welche dinge in Engelland noch in mann»script liegen. Baiaus, de script. Ängl. cent. III. p. rz8> CamdcniBrit. p. 940. Oudin. de script. eccl.

* Fordham, (Johannes) Bischoff zu Durham in Engel-land , verwaltete an. 1379. das Decanat zu Bath und Welles,als er an. i?8i. zum obgedachten Bißthum eingeweyhet wurde.Er besaß solches 7. jähr, war auch ein jähr Schatzmeister vonEngelland, müsse aber an. i; 88. wegen seinen mächtigen fein-den am Hof, die ihn als den Urheber der entsponnenen aufruhrangeschwärtzt halten, den Pischöfflichen sitz räumen, ward je-doch bald wieder dahin zurück beruffen, und noch in eben demjähr den 27. sept. nach Ely versetzt, wo er den 19. nov. an. 142;.gestorben ist. Godrein. de Epifc. Anglic. P. I. p. ;r6. 448.P. II. p. 15?.

FORDICIDIA, ein opfer, da man der Telluri zu ehren den15. apr. eine tragende kuh opferte, denn das heisset dos sorda.

Lomeyer, de lustr. c. }o.

* Fordingbridge, eine Engellandische stadt in der Graf-schafft Hant, an dem fluß Avon gelegen, welcher von Salis-bury nach Christ-Ehurch läuft. Sie ist zugleich die Haupt-stadtin selbiger gegend, und liegt etwa» -z. Engelländtsche Meilenvon Londen ab. DHL Angiois.

* Fordingiano, lat. Fordingianum, sonst eine stadt, anjetzoein kleiner flecken in Sardinien, fast in der mitte der injulnicht weit vom fluß Thyrso. Bey den Alten hieß sie AquasHipsitanse.

* Kordon, oder Fordun, lat. Fordunium, ein ort in derkleinen Schottlandischen landschafft Mernis nicht weit vommeer, drey weilen von Brechin , und iz. weilen von Abcrdeen,war ehemals wegen der hier begrabenen reliquien des H. Pal.ladii sehr berühmt. Es war auch der Schvttlänhische Histori. cus

, ^oyanneo von gvrvvn , vayer geourng. Camdmi Bris.pag. ? to.

* Fordun, ( Johamr. de ) ein Schottischer Priester, lebstin der letzten helste des XIV. feculi , und verfertigte Scoticlirg.nicon, wozu er viel alte Nachrichten , inscriptionen und mün,tzen in Engelland gesammlet, und in Schottland die alten ro.tütn und geschicht-bucher durchgangen. Er hinterließ viele fa-chen davon seinem schüler, Walther Bovern, der aber viel sahsches darunter mischte, und ein supplement zu gedachtem Chro.nico machte , welches am vollständigsten von Thema Hearnioan.^722. zu Oxford in fünf vetav-banden heraus gegeben wor-den. Oudin.. Erud. 1724. mens. maj. Journal des Savrni172 5. mois fevr.

* FORE lEVEQUE , (le) oder besser zu sagen, le Po«lEveque , ein gewisses haus in Paris , ohnfern St. Gmnain deIAuxerrois, an dem strand der Seine, also genannt, dieweildiejenigen, so zum Bißthum gehörten, vorzeiten ihr brvdt alldabacken liessen, und die leuthe es zu thun verbunden waren, dafürsie eine gewisse taxe bezahlen müssen. Es war ein zwing-back-vfen der nemlichen art, ebenfalls dem Bischoff von Paris zu-ständig , in der straffe, genannt de lArbre fec, und noch ein an-derer bey St. Eloy, in der sogenannten straffe de lAigle. Nunist das Fore lEveque in ein gefängnis verwandelt worden, undhat auch eine zeitlang den tilul von einer Baillinge gehabt, woder Vogt im nahmen des Bischoffs von Paris gericht gehallmhat. Carvlus Molinäus und andere Rechtsgelehrre, wann sievon diesem Hause reden, haben sich des Worts Forum anstattFumus bedienet, womit sie ehender auf das gericht, so daselbst ge-halten worden , als auf den ursprünglichen gründ des Wortesvon dem obgemeldten zwing-back-ofen gedeutet, und also einesmit dem andern vermischet haben , wie es Hadrianus Valeßusin seiner Notitia Gallfe anmerckek.

Forerius, (Francifcus) ein Dominicaner-Mönch, warvon Lisabona gebürtig. Durch seine wissenschassten in sprachen,absonderlich aber in der Griechischen und Hebräischen , womiter die wohlredenheit verknüpfte, brachte er sich in solches an,sehen , daß ihm die vornehmsten stellen seines ordens aufge-tragen wurden. So hatte er auch auf dem Goncilio zu Tridentan den grösten geheimnissen keinen geringen antheil, allwo erauf befehl der daselbst versammleten Beschösse Eitmgica Hora-rum Canonicarum Breviaria ; damnatae Lectionis AustonnnCatalogum , und einen Catechismum nebst 2. andern seines or-dens verfertiget. Endlich als die schlacht zwischen dem aufge«worffenen Könige von Portugall, Antonio, dem unachtcn,und den Spaniern, welcher er von ferne zusähe, nicht allzu-wohl für den erster» ablief, kostete es den Forerimn, als eineneifrigen Portugiesen das leben, und zwar ausgleiche art,wie Eli nach der Niederlage Israels von den Philistern; dann erstiesse seinen stuhl, worauf er faß, über einen hariffen, fiel dar-aus rücklings nieder, und erstarrte so gleich, daß er das lebenverlohr, welches an. rz8<r. geschehen, da er nicht viel über so.jähr alt war. Ausser den gedachten schriften hat man von ihmanmerckungen über den Esaiam, die 12. kleinen Provhetcn, denJob, Psalmen Davids, schriften Salomvnis, das Buch derWeisheit, und Jesus Sirach , wie auch die;, übrigen grossenPropheten, Jeremiam, Ezechiel und Daniel, rc. Thua*. hiit

üb. LXX. Fernanden, de script. Dom. Scotus, bibl. Anton.bibl. Freheri theatr. &c. *

^orerus, (Laurentius) war von Lncern aus der Schwcitzgebürtig, und trat in dem 20. jähre seines alters in die Socie-tät IEsu, da er denn 6. jähre die Philosophie, und 9. jähr dieTheologie gelehrct,, auch etliche jähr die stelle eines Cantzlersauf der Universität zu Dillingen versehen. Er ist auch einigezeit Restor bey dem in seiner geburts-stabt befindlichen CoIIcgiogewesen, und darauf bey dem Bischoff zu Augspurg Beichl-val-ter worden. Ein fthlagffuß beförderte seinen lod, nachdem er78. jähr gelebet, und sich durch viel wider die Lutheraner heraus-gegebene schriften einen grossen nahmen erworben. Alegambe ,bibl. S. J.

* Hörest, (Johannes) des Königs mahler und ein söhn Pertri Forest, welcher gleichfalls ein mahler gewesen. Er kam aufdie weit den ;.ian. an. 16,5., und starb erst an. 1712. Sei» lehr«meister war du Mole, welchen er in vielen stücken, wiewoler es selbsten nicht geglaubet, übertroffen hat. Neben dem, daßer seine kunst gründlich und nach gewisseir sätzen verstünde,hat er seinen geist über diß mit einer grossen bclcsenhcit aus-gezieret. Sein Umgang war ledhafft und angenehm , weswe-gen er beständig von einer menge vornehmer und verständigerleuthe besuchet worden. Er that zwey reisen in Italien , undblieb das erste mal gegen sieben jähre daselbst; das zweyte malaber verfügte er sich auf das ansuchen des Herrn Staals-Secretarii Marquis von Seignelay dahin. Für diesen Mi-nister' kaufte er eine grosse anzahl gemählde von den-vornehm,sten meistern ein. Es war vielleicht kein mann in Enrova,welcher sich besser anf die wercke der mahler verstünde, daherer von jederman als ein oracul darüber raths gefragt wurde, undwenn man auf seinen flciß, seine erfahrung und übrige studicnmercket < so war in dem gantzen ihm wohl niemand zu ver-gleichen. Cassano , ein berühmter mahler zu Venedig , wurdeeinst zu Paris gefraget, was er von diesem Forest hielte, undantwortete: e un Titianq . overo la medelima natura. P' " liessen