borju ihm aber von Marino wieder verholffen wurde. Eud->lich bestieget an. 8yi. den 19. sept. den Päpstlichen stuhl,denihn aber an. 896. den 4. apr. der tod zu verlassen nöthigte.Gleichwie er nun in seinem leben grosses ungemach von denRömischen bürgern erdulden müssen, also wurde auch nach demlobe seiner nicht mehr geschonet. Denn sein Nachfolger auf demstuhle, Stephanus, ließ ihn wieder ansqraden, auf den Päpstli-che» stuhl setzen, nach diesem seines geistlichen Habits entkleiden,und mit einem an den hals gehängten stein in die Tiber schmeis-sen. Er erklärte auch alle decreta, die er gegeben hatte, vornichtig. Man hat von ihm 2. episteln in dem IX. tomo Con-ciliorum pag. ,428-, wiewol Papebrochius dafür hält, daß dieletztere, deren Überschrift an die Bischöffe in Engelland gerich-tet , ein blosses getichte sey. Bey dem Flodoardo kan man aucheinen auszug von einigen andern seiner briefe lesen. Luitprand.hilt. lib. VU. c. 7. 8. Flodoard. hiit. Remens. lib. IV. c. 2. 3.Papebroch. conat. ad chron. Pont. Rom. p. 136. Baron. an.866. 871 - 890· leg-
*FORMULA CONCORDI/E, oder Concordien-buch,ist eigentlich diejenige schrift, welche an. 1576. auf befehlChurfürst Augusti von Sachsen in dem kloster Bergen bey Mag-deburg von einigen Lutherischen Gottsgelehrten ist aufgesetzetworden. Die Verfasser waren Jacob Anvreä, David Chy-träus, Martin Chemnitz , Andreas Mufculuö, Christoph Cor ner , und Niclaus Selneckcr. Man wollte damit die in derkirche entstandene strcitigkeiten endigen , oder vielmehr diesel-be vor gewissen lehren verwahren. Sie wurde auf ernstlichesbemühen des Churfürsten von Sachsen nebst ihm von Ludovicovon der Pfaltz, und Ioh. Georg von Brandenburg , desgleichenvon 21. Fürsten , 22. Grafen , 4. Baronen, 33. Reichs-städ-tcn, und bis 8o°o. Kirchen - und Schuldiencrn unterschrieben.Obwol aber dieses buch an verschiedenen orten starcke Hinder-nisse» gesunden, ist es doch nachgehends von den meisten unterdie zahl der sogenannten symbolischen oder glanbcns - bncherder Lutheraner aufgenommen worden, also , daß niemand beykirchcn oder schulen befördert werben kan, der solches nicht un-terschrieben. Hatten concordia concors. Schütz, vita Chy-traei. Lascberi historia motuum.
FORNACALIA, waren gewisse feste bey den Römern,die Numa Pompilius der göttin Fornaci, so über die öfcn be-stellet war, zu ehren eingesetzet halte. An diesen fest-tägen wur-den gewisse kuchen gebacken , und vor den öfen ein opfer ver-richtet. Die Curiae oder 10. quartiere der stadt Rom pssegteneine jede absonderlich dieses fest zu feyrcn , weil wahrscheinlichist, daß eine jede Curia ihre sonderbare backöfen hatte. DerCurio Maximus oder vornehmste Priester aller dieser quarkiers(welche sonst eine jede für sich einen Lurionem hatten) mustedieses fest auskünden ; der tag aber wurde von den Bürger-meistern oder dem Pretore Urbano gesetzet. Ovid. lib. II. fe-sior. Plin. lib. XVIII. Rnfin. ant. Rom. lib. IV. c. 6. Stru-1 iiui , syntagm. antiq. Roman. *
* E?c»rnarius, (Fabius ) ein Patricius aus Brindisi , war inbeyde» Rechten sehr erfahren. Nachdem er Vicarius genera-lis zu Nardo gewesen, machte ihn Gregorius Xlll. den 9.merk an. 1383. zum Bischofs daselbst. Er ließ hierauf seinegrosse sorgsalt auf die sitten-besserung gerichtet seyn, und stelltezu dem ende öftere Synodos an. Über dieses vermehret erden Dom - Herren ihre einkünfte, ließ die kirche St. MariäGratiarum mit grossem kosten aufführen, auch daselbst ein tust»haus vor seine successoren am Bißlhum hinsetzen. Endlichstarb er den 20. sehr. an. 1596. und wurde in die von ihm er-dauete kirche begraben. Ughetim, Ital. sacr. tom. I. p. 1033.
* Fornello, Int. Fomdlus, ein kleiner fluß in Italien , wel-cher »n verschiedenen canäle» durch die stadt Neapolis fliesset,und wovon ein canal an den mauren der stadt ausserhalbmit dem nahmen Rio della Maddalena zu finden ist.
* ^ornello, eine stadt in der Neapolitanischen landschafftMolise , ist durch das erddeben an. 1706. gäntzlich ruiniretworden.
Fornuovo, eine kleine stadt in dem Hertzogthum Parma ,so wegen der schlacht berühmt ist, welche der König in Franck«reich Carolus VIII. an. 1495. daselbst erhalten. (Siehe Eck»rolus VIII.)
* Foroli, ein alter flecken auf einem jähen seifen in Sabinabeym Ursprünge des flüßgens Aia , oder nach andern, Himellä.Bey den Alten hieß der ort Foruli. Vhg. En. VII. 714.sv. ital. vill. 417. Strabo V. p. 349. schreibet davon , es seyder ort mehr zur rebellion als zur bcwohnung geschickt. CeU.not. orb. ant. II. 9. §. 340. Cluverim , Ital. ant. II. 9.
* Horrento, eine Ertz-Bischöffliche stadt in dem KönigreicheNeapolis, in Terra di Lavoro. Die Alten hiessen sie Surrentum,und hielten sie ihres guten weins und gesunder luft wegen sehrhoch. Die adelichen familien haben daselbst nach der weise derNeapolitaner zwey zünfte, die eine heisset Perlo , und die an-dere Dvmini Nova, auf jeder sind 13. geschlechter. Sie wirdbesser Svrrento genennt. Davity , Terra di Lavoro. Tbom.Corneille , Diet. Geograph.
* jzorst-berg, ein ziemlicher berg in Thüringen , eine weilevon Mühlhaufen, auf welchem ein vester thurn stehet mit ei-nem graben uingeben. Gregor, jctztflor. Thüringen , p. 17-
Histor. Uxiitiii tu. Cchki!»
Sorjic, eine stadt und Herrschafft, nebst einem schloß undFürstlichen Amt in der Nieder-Lausitz an der Neiffe, zwischen Gu«den und Mosca, gehöret dem Hertzoge von Sachsen-Merseburg .Den nahmen hat es von den grossen wäldrrn, damit es verse-hen ist, doch kan man seinen Urheber nicht eigentlich wissen ,ob man gleich vermuthet, daß allbereit im X. sieeulo ein ziem-lich bernffener ort in dieser gegend gewesen. Die Herrschafft hatbereits im XIII. feculo den Herren von Biederstem gehöret.Johann von Biederstem ist an. 141;. im begriff gewesen , diestadt in eine ring-mauer zu schliessen; doch die damals angehen-den Hußitischen kroublen hinderten es, dahcro solche sich des ortSleicht bemächtigten, und ihn nebst dem schlösse ruinirten. Wen-ceslaus und Fridericus, gebrüdere von Bieberstei», demühetensich um an. 1478. der äusserst verderbten stadt und Herrschafftwieder aufzuhelffen, brachten auch derer von Tzesch auf Amptitz,Balthasars und Caspars, wegen des gebrochenen land-friedenSconfiscirte güther käuflich dazu an sich. Ihre »achsolger legtenan. 1521. ein neu schloß an, und behielt ihr geschlecht diese Herr«schafft, bis an. 1643. Ulrich Wentzel von Biederstem ohne männ-liche erben mit tobe abgieng, da diese Herrschafft an das Chur »Haus «Sachsen heimfiel, und nach Chlirfürst Johann Georg» I.tobe a» die Sachsen-Merscburgische linie oder Haus kam, da-hero anjetzo Hcrtzogs Philipp» von Sachsen-Merseburg zu Lauch-stelt, so an. 1690. gestorben, hinterlassene gemahlin, Louise Eli sabeth , auf dem vor sie neu-erbauten schlösse restdirt. An. 1620.wurde die stadt Forste bey nacht von den sächsischen trouppenerstiegen, die darinn gelegene Jägerndvrffische völcker Marg»gras Georgs überrumpelt, und die stadt dabey meistens geplün-dert. Nach der Leipziger schlacht suchten sie die Kayserlichendann und wann heim , an. 1640. aber wurde sie von demSchwedischen General Srallhanzfch, und an. 1S42. von demOberst - Lieutenant Wancken ausgeplündert. Die Herrschafftwird durch einen Amts-Hauptmann und Amtmaun in justitz-sachen versehen; so ist auch ein Lonliltorlum über die Ecde-iiastica bestellet , welches aber mit den Grasen von Promnitzratione der Herrschafft Pforten commun ist; und solche de->schaffenheit hat es auch mit dem steuer-wcsen. Grossers Lau-sitzische merckw. p. III. p. 38. & 67. Anonymi bcfchreidungder Lausitz . Zeiten topogr. Lax. sup.
* Jorftenau, oder Furstenau, Forstenowe, Fürstenau ,lat. Forstenova , ein schloß und kleine stadt im Bißthum Ossnabrück, nahe an der Herrlichkeit Lingen , und drey weilenvon Hoselüuen. Schneiders beschreibung des alten Sachsenl.P- J 7 S.
* ^orstenstein, ein schloß und flecken in Hessen , welches ehe.mals zu Brannschweig gehöret. Rnauths anmerckung. zuSchneiders deschr. des alten Sachsenl. p. 37.
^orsteck , ist ein in dem Canto» Zürich auf einem felsen,in der alten Freyherrschaffl Sar, unterhalb der GrafschafftWerdenberg gelegenes vcstes schloß. Die Freyherren von Saxwaren vor alters Herren darüber, die Appenzeller aber habenes ihnen an. 14.03. verbrannt; es wurde doch bald wiederumaufgebauet, wie denn Freyherr Ulrich an. 1488. mit denschlossern Forsteck und Bürglen im Thurgöw bürger zu Zü rich worden ist , dessen geschlecht an. ,63;. mit ChristophFriedrich Ludwig die Freyherrfchafft Sax und Herrschafft For-steck der stadt Zürich verkauft hatte, die nunmehro einen Land-vogt auf das schloß setzet. Stumpf, lib. X. p. 329. Guter.Rdet. lib. XIV. p. 217. b. Simler. de Rep. Helv. lib. II.p. 693. Bluntschli merckw. p. 79. *
Forfterus, ( Johannes) wurde zu Auqspurg an. 1493. ge-bohren. Nachdem er zu Jngolstadt Reuchlinum einige zeit ge-höret, begab er sich nach Leipzig , und von dar nach Wittenberg ,allwo er Doctor Theologie und Professor der Hebräischen sprä-che worden, auch an. 1356. gestorben. Er hat Luthero bey Über-setzung der Bibel hülfliche Hand geleistet, und ein HebräischesWorter-biich verfertiget. Adam. vit. Theol. Freber. theatr .Te/Jsier, addit. aux dog. tom. III.
Forfterus, (Johannes) wurde an. 1376. zu Anrbach, einerkleinen stadt in Sachsen , qebohren. Nachdem er zu Schnee berg in der Lateinischen, Griechischen und Hebräischen sprächeguten gründ geleget, begab er sich an. 139;. nach Leipzig ,wurde an. 1397. Magister Philosophie , an. 1600. gekrönterPoete, und noch dasselbe jähr Sonnabends-Prediger in letztge-meldter stadt. Das jähr darauf wurde ihm das Rectorat zuSchneeberg , und an. 1603. die Ober - Pfarrey zu Zwickau aufgetragen, welches amt er auch in die 3. iahr geführet. Al-lein als er inzwischen zu Leipzig durch lesen und disputiren zuerlangunq des vodor-huls das seinige gethan, wurde er nachWittenberg beruffen, daselbst die Theologie zu lehren. Vondar gieng er an. 1613. nach Mannsfeld, und trat daselbst diestelle eines General-Superintendenten und Präsidenten des Con-sistoriian, welche er aber wenige zeit bekleidet, indem er »ochin besagtem iahre gestorben. Seine schriften sind : SyitemaProblematum Theologicorum ; Gretferus Calumniator & Nu*givendulus ; Tractatus de Conciliis ; Thesaurus Catecheti-cus ; Commentar. in Esajam; 114. Homilie in Exodum &c.Freberui, in theatr. TeiJJicr, doges tom. I.
Forsterus, (Valent.) ward zu Wittenberg an. 1330. geboh-ren, und legte daselbst den gründ seiner studien bey Melanchthone
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