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schlecht zu Ludwigsdorff an. 159?. den 24. jun. gebohren, undbrachte es in der gelehrsamkeit absonderlich in der Mathematicsehr weit. In seinen ersten jähren hielt er stch auf seinem gu-the Ludwigsdorff im Fürstenthum Oels bey seinem bruder, demer die administration der güther übergeben, auf, und erwiesan. 1654. bey der damaligen pest den infictrten Personen vielliebe , indem er ihnen mit den bewährtesten hülfs-mitteln dien-te. Weil er aber gar zeitlich besondere Neuerungen in der re-ligivn zu lehren anfieng, und darüber mit den Predigern ineinen streit gerieth, auch über dem die krieas-unruhen darzukamen , begab er sich von bannen weg, und kam iim das jähr1645. nach Dantzig, woselbst er von dem berühmten Mathe-matico, Johanne Hevelio, an den tisch genommen wurde. Am1650. kam er wieder nach Ludwigsdorff und starb daselbst an.1652., worauf er zu Oelse begraben worden. Der Churfürstzu Brandenburg und der Hertzog zu OelS trugen ihm ansehn-liche dedienungcn an, wubt et aber nicht annehmen wollte,weil er besorgte, er möchte dabey in viel fünden verwickelt wer-den. Sein gröstes vergnügen suchte er in der correspondentz" mit gelehrten leuthen, darunter sonderlich Alhanasius Kirche-rus, Claudius Salmastus, David von Schweidnitz und an-dere waren. Unter seinen schriften stnd Via veterum Sapien-tum, oder weg der alten Weisen in 2. büchern, das erste vonder furcht des HErrn und ihren früchten, das andere, von derWeisheit GOttes und ihren kläfften; it. Mir Nach, oder eineernstliche und treuhcrtzige' vermahnunq an alle Christliche gemei-nen, zum heiligen und gottseligen Wandel, in dem vorbildeund der nachfolge Christi ; Raphael oder Medicina Dei, mitvielen figuren; Nosce te ipsum , oder von der erkänntnis seinersechsten; Getreue Warnung vor dem betrug der inenschlichenVernunft in geistlichen fachen; 8ph*ra Mystica mit tabellen,Lateinisch; Oculus sidereus , Teutsch ; Trias Mystica, liveSpeculum Apocalypticum , Metaphysicum & Epistola Chrono-metrica ; it. von dem orte der feelen nach dem lobe, und andere.So hat er auch das leben Jacob Böhmens beschrieben, dener sehr hoch geschätzt, daher er unter die Böhmisten gezehletwird. Es ist auch zu mercken, daß er sich in einigen schrif-ten Amadeum von Friedlcben den aufgerichteten genennet,und aus liebe zum frieden allen religione» hold gewesen. Ar-nolds ketzer-hist. p. III. c. 9. $. 6 . scq. Eolbergs Hermet-Platon. Christenth. p. I. c. 8. Sagittarius, hist. eccl. c.seq. 19. Smapii Schles. CUtiof.
Franckenberger, (Reinholdus) ein Chronologus und Hi-ftoricus des vorigen feculi , geb. zu Witteuberg an. 158;.den iü. nov. von Andrea Franckenberger, welcher nach unter-schiedlichen andern functionen an. 1579. die Eros. Eloquenti*und Histor. zu Witteuberg erlangt, und sich durch seineschriften bekannt gemacht. Reinholdus legte sich nach abfolvir-ten Humanitäten auf die Medicin, ließ sich aber die Chronologie. und Historie vor andern studien gefallen, reisete darauf durchFranckreich, Engelland, die Niederlande und Dänemarck, undwurde sonderlich auf des Taubmanns recommendation den für-nehmsten unter den Gelehrten selbiger zeit bekannt. An. 1616.wurde ihm von Churfürst Johann Georg I. die Prost Histor.zu Witteuberg aufgetragen, welcher er in die 48. jähr mitsonderbarem lob abgewartet. Er lebte in einer zweyfachen ehe;war z. mal Rector Universitatis, 8. mal Decanus Philost undereilt« 161. Magistros. In der Chronologie folgte er dem Sca-liqer, dessen sonderbaren Verfechter er auch abgegeben, undstarb in dem jan. 1664. seines alters bey nahem 80. jähr.Seine schriften sind: Fundamenta vere Chronologie Scali-geriane contra Petavium &c.; Dissertatio pro Veritate Chronol.Scalig.; Compendium Chronologie Scaligeriano-Petaviane.Wetten. in mem. Philost dec. VIII, *
* Franckenburg, ein schloß und Grafschafft in Ober-Oe-sterreich, nahe bey Franckenmarck, welche ehedem von den Ertz-Hertzogenals eine Herrschaffl besessen, hernach an. 1581. vonKayser Rudolphv II. Johanni Khevenhüllern, Freyherrn vonLandscron, verkauft, und mit incorporirung der HerrschafftenKoge, Cammer und Summereck zu einer Grafschafft erhobenworden, von welcher zeit an die Grafen von Khevenhüller sol.che als ein Majorat besitzen, von Hoheneck, beschreibungvon Ober-Oesterreich.
Franckenhausen, eine kleine stadt nebst einem Amt in Thü ringen , nicht weit von dem gebieth der stadt Nordhausen , demFürsten von Schwartzburg-Rudelstabt gehörig. Es wird da-selbst saltz gesotten.
Franckenstein, eine stadt und Weichbild in dem Fürsten ,thum Münsterberg in Schlesien an dem flnß Stein, 9. Mei-len von Breßlau gelegen, woselbst sich die regierung des Mün»sterdergischen Fürstenthums befindet. Sie ist vor diesem ziem.lich bevestiget gewesen, und in dem ,0. jährigen kriege baldvon den Kayserlichen, bald von den Schweben erobert worden.Das schloß daselbst hat der Fürst von Auersberg an. 1710. wie.der aufzubauen angefangen. Lucä Schles. chron.
* Franckenstein, oder vranckenstepn, eine alte Herrschafft,kleine stadt und schloß im Hennebergischen an der Werra ,eine meile von Meinungen , und 9. von Eisenach , deren näh-me aber jetzt nicht mehr gebrauchet wird. Sie liegt meisten,theils um die stadt Saltzungen, und die weyland dazu gehör,,gen güther besitzen theils der Hertzog von Meinungen in seiner
Hennebergischen und Saltzungischen landes-portion, theilsLandgraf von Hessen-Cassel in der Kloster-Vvigtey Hm?Breitungcn. Das schloß Franckenstein soll ein besonderesschlechte, so un blauen selbe einen löwen mit umgekehrten baise, und auf dem gecrönten Helme zwey flügel zum wapen a -fuhrt, zu der zeit erbauet haben, als die Fränckifchen srömaediese gegend unter ihrer botmaßigkeit besessen. Urfin. c h ron
Tur. apud Mencken. feript. rer. Saxon. tom. III. p 12-,winckelmanns Heßische chron. ?. 11. c. u. P . 29; jwFürsteniaal, x. 1178. seq. ^ie befassen auch Saltzungen, dasschloß Miltelstem, und d,e dorfer über dem walde, bis nachEisenach , doch litten sie grossen schaden, als Landgraf Ludewiain Thüringen ihnen den derg nahm, worauf er die Wartburasetzte, und bey erdaiiung der stadt Eiftnach die einwohnet ih-rer dörfer Oder-Städkefeld, Montzreid rc. rc. sich in die neuestadt begaben, und die flecken wüste liessen. Urßmi , ]. cp.i2<;6.seqq. Es sind aber diese Herren von Franckenstein enlwc^der bald darauf ausgestvrben, und ihre Herrschafften an Hen neberg gefallen, oder es stnd unter den Herren von Francken-stein die Grafen von Henneberg zu verstehen. Dann des Gra.fen Popponis IX. zu Hennebcrg dritter söhn, Ludewig, erbtediese Herrschafft von seinem vatter zum antheik, und seinenachkommen haben sich Herren von Franckenstein genennet,von denen Heinrich an. 1177. das haus Franckenstein dem StifteHirschfeld aufgelassen. Albrecht und Ludewig von Francken,stein eigneten an. 1217. dem kloster Königs-Breitungen zinsenund güther zu. weinrichs Henneb. kirchen-und fchulen-staak.Sinapu Schief, tur. P. II. p. 627. Ein anderer dieses nah,mens lebte an. 129;. und Ludewig mit seiner gemahlin Mech-thild an. 1317. Spangenb. Henneb. chron. II. 5. Euphemtavon Franckenstein war an Theodoricum von Leißntg vermählt,welcher sie aber aus liebe zum kloster-leben verließ, und lebtedieselbe an. 1296. Mant. diplom. hist. steifn, num. 66 . apudMencken 1 . c. tom. III. p. 108?. An. 1269. überfiel Bertholt»,Abt zu Fulda , das schloß Franckenstein, wegen der daraus vcr,übten rauberey, und zerstörte dasselbe. Spangenberg, I. c.II. 29. Schneiders beschreib, des alt. Sachsenl. p-8. 9. An.1299. belagerte und eroberte es Kayser Adolphus, worauf ersolches dem Stifte Fulda übergab , daß es Ludovicus und Si-gebertus, Herren von Franckenstein, von demselben zu lehnempfangen musten. Chr an. s. Petrin. apud Mencken. feript.rer. Sax. III. p. ,06. Schneiders befchr. des alt. Sachsenl.p. 8- Spangenberg , 1. c. V. 9. Mannsfeld. chron. 27z.pag> 320. Berthold. X.. der erste Fürst zu Henneberg, kauftean. izzo. die Herrschafft Ludewigen und Stgboten von Frau«ckenstein, seiner schwester söhnen, ab. Lnca I. c. Spangen-bera, 1 . c. V. 5. p. 189. An. im· empfieng Heinrich XII.,Fürst zu Henneberg^ die Franckensteinischen güther vom Abtezu Hirschfeld in lehn, daß also dieses Stift die Lehns-Herr-lichkeit, welche der Kayser Adolph dem Stifte Fulda gab, mußwieder erhalten haben. Spangenberg, I. c. V. 9. MeiiJJmt.beschreibung der berg-schlöffer, n. 27. p. 321. seq.
* Franckenstein, eine kleine stadt im Hertzoglhum Zwevbri'i-cken, welche Spinola an. 1620. eingenommen. Zeüer. itine.rar. Germ. contin. I. c. 22.
Franckenstein, eine uralte adeliche nunmehro Freyherrli-che familie an dem Rheine , deren stamm-schlvß gleiches nah-mens in der Grafschafft Catzenelnbogen gelegen, heut zu tagedem Landgrafen zu Darmstadt zuständig ist. Arbogast hat an.948. gelebet, von dessen posterität ist unter andern zu merckenJohannes EustachiuS, Amtmann zu Ulin und Algesheim , wel.cher an. i6;2. verstorben und 7. söhne nachgelassen, davon ,.Dom-Herren zu Mayntz, Würtzburg und Bamberg, JohannCarl aber Bischoff zu WormS gewesen; die übrigen ;. habenihr geschlecht fortgepflantzet, nemlich i.) Johann Daniel, Chnr-Mayntzischer Ober-Amtniann zu Ammerbach , dessen söhn Jo-hann Philipp, Chur -Mayntzifcher Cämmerer und Hof-Rath,wie auch Chur -Pfältzischer Oder-Amtmann zu Otzberg , hatzuerst den Freyhcrrlichen titul gesühret. 2.) Johann Frie.drich, Wurtzburgischer Hof-Marschall. Johann Peter,Chur-Mayntzischer Hof-Rath , und Wurtzburgischer Ober-Amtmann zu Kitzingen , dessen älterer söhn Johann Frantz Ot-to , Chur-Mayntzifcher geheimer Rath worden. Es hat sichauch an. 1567. eine linie mit Bartheln von diesem gcschlecht ab-getheilet , und sich die zu Ockstadt genennet, welche gleichfallsdie Freyherrliche würde führet. Philipp Ludwig, ein enckeldes gedachten Barthels, der mittlern Rheinischen Reichs-freyen Ritterschafft Ritter-Rath, starb an. 1689., dessen jüng-ster söhn Philipp Friedrich, Johanniter-Ordens-Rilter undComtur zu Mayntz worden. Humkr. vom R. A. tah. 107.108. winckelm. Hess beschreib. P. II. c. 2.
* Franckenstein , (Christian Friedrich) war zu Leipzig an.1621. gebohren, und legte daselbst in den studien einen gutengründ, hatte aber das Unglück, daß er durch den krieg umdas seinige kam. Er wurde hierauf in seiner geburts-stadt ander Ntcolai-fchule erstlich Tertius , und hernach Conrector ,wobey er zugleich die stelle eines Sonnabends-Predigers versä-he. Nach diesem wurde er Assessor der philosophische» Facul-tät, Professor Latin* Lingusr & Historiarum. Cvllegial imgrossen Fürsten -Collegio , der Chur-Sächsischen stipendiatenEphorus , der Acadeinie Öecemvir , und 8enior des CollegiiGelliani. Er ist an. 1679. gestorben , und Hat ausser unter.