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de Quadratura Circuli lib. I. ; de Computo Ecclesiasticolib. I. &c. Tritbem. & Sigebert. scriptor. eccles. Andreas &c.
* Franco, (Castel) lat. Ftancorum Castrum , eine kleine(labt im Boloqnesischen gebiethe, nebst einer citadell, Urbaneagenannt, zwischen Modena und Bologna . Man halt sie vorder Alten Forum Oallorum , allwo Äntonius Pansam über-wunden , jener aber wiederum vom Hirtio bezwungen worden.Cicero , lib. X. epist. ;o. Frontmus , stateg. I. 3. ex. 39. Peu-tivgeri tabula. Cellarius , not. orb. ant. II. 9. §. 81.
* Franco , ( Castro oder Castel ) lat. Francorum Castrum,(in kleiner aber sehr angenehmer und wohl erbauter ort in derTamser-Marck, 2. bis;. Teutsche meilen von Treviqo, west-wärts gelegen. Mitten darinnen stehet auf einem Hügel einschloß, welches ehemals vest gewesen, nachgehends aber gar sehreingegangen. Delic. de l’Ital. liv. XLIX. Dejcr. Ital. p. 383.
* Franco, (Franciscus) ein Medicus, gebürtig aus Va lentin , lehrte um das jähr 1343. die Medicin zu Alcala , wurdehernach des Königs in Portugal ! Iohannis lll. Leib» Aledicus,und endlich erster Professor MedicinT zu Sevilien. Er schriebde Enfermedades contagiosas; dc la Nieve y del Ufo de ella.Anton. bibl. Hisp.
* %attco, (Nicolaus) ein satyrischer Poet des XVI. se-enli, war zu Benevent im Neapolitanischen von geringen elternqebohren. Er erwarb sich bey zeiten eine gute kenntnis der soge-nannten schönen wissenschafften, und schrieb, was seine mut-ter-sprache anbetrist, mit gleicher Nettigkeit, sowol in ungebun-dener als gebundener rede. Nachdem er erstlich Neapolis undRom gesehen, that er eine reise nach Venedig , und stifteteallda mit Petro Aretino, den er auch in Humanioribus unter-richtete , genaue freundschafft; allein er zerfiel bald wiederummit ihm, und gab nach der Hand , vermuthlich um diejenige zeit,da er sich zum andern mal in Rom befand, eine menge versewider ihn heraus, wie denn in der dritten aufläge nur alleinderjenige theil, welchen er la Friapea Volgare nennet, undder gröstentheils auch wider Aretinum ist, bey 200. völlige son.nette in sich hält. Ob er nun gleich in denselben alle ehrbarkeitbeyseite setzte, scheint es doch nicht, daß er deswegen stch ei-nige Verantwortung zugezogen, bis er endlich auch noch seinenLateinischen Commentarium über Virgilii Priapeia an das lichtgeflellet. Denn so bald derselbige heraus kam, verdammte derPapst Paulus IV. alle gedruckte exemplarien nebst dem manu-scrivtzumfeuer, und wurde de» Verfasser ohne zweifel auch ge-rüchtiget haben, wenn ihn nicht der Cardinal Moron in schützgenommen hätte. Da aber Paulus IV. bald hernach mit tobeabgieng, übte Franco durch allerhand satyren lind ärgerlichenachreden an dem verstorbenen seine mache aus, welchesihm auch unter Pio IV. ungestraft hingieng, bis der Cardinal,der ihn bisher beschützet, ebenfalls verstarb, da ihn denn PapstPinsV. gefangennehmen, und an. 1369. öffentlich an galgenhänge» ließ. Als er zum galgen geführet wurde, war er schonhalb todt vor furcht, und ob ihm gleich der Cardinal Aldobranbi-nus fleißig zuredete, vermochte doch alles nichts, sondern da erdie leiter hinaufsteigen sollte, sprach er: Come, Nicolao Franco,alle forche ! e possibile ? worauf der Cardinal ein crucifir ausder lasche zog, und es ihm mit diesen Worten vorhielte: Comebester Nicolao, ecco Christo in croce per voi, wodurch er wie-der munter soll geworden seyn. ES mag zn seinem scharfen ur-theil nicht wenig beygetragen haben, ein von ihm auf ein heim,liches gemach, das Pms V. in dem Lateranischen pallast baue»lassen, verfertigtes distichon, welches also lautet:
Papa Pius Quintus vencres miseratus onustos,
Hocce cacatorium nobile fecit opus.
Man sagt, daß er den Claudianum gantz im gedächtnis gehabt,in lesung des Iuvenalis aber sein gröstes vergnügen gesuchethabe. Etliche melden auch, daß er zu Rom einige zeit einenordenschabit getragen habe, welches jedoch nicht genugsam er-wiesen zu seyn scheinet. Wie groß im übrigen seine unverschämt,heil gewesen, erhellet nicht allein daraus, daß er in seinenschriftcn die unzüchtigsten dinge mit den gröbsten ausdrückungenbegleitet, und damit fast alle blätter angefüllt; sondern daß erauch der vornehmsten Potentaten so wenig als anderer geschonet,wie er denn in seinen Rime contra Pietro Aretino , davon diedritte und sehr rare aufläge an. 1348. heraus gekommen, diePatres des Tridentinischen Concilii hier und bort afini, be-ftiameunb so weiter, betitelt, und hiernächst den damals le.benden Regenten in Europa ein schreiben mit den Worten: andie infamen Fürsten dieses infamen feculi, gleichsam zu dedici-ren keine scheu getragen. Ausser den schon angeführten schro-ten hat man auch von ihm: Eine sammlung Italiänischer drie-fen; Dialogos X. ad instar Luciani ; la Philena, Istoria amo-rosa; seine Italiänische Übersetzung der lliados Homer! hat manvor nicht gar langer zeit zn Rom gefunden, und in der hand-bi-bliotheck Papsts Clementis XI. beygelegt. Sonsten aber sollenauch noch Vite de Poeti modern! ; il Duello ; le cento Novelle,tinb de l’Utile e danno delle stampe im manuscript vorhandenseyn. Tbuan. bist. lib. III. Toppi, bibl. Napol. Crajjo, elog.tom.I. Ghilini, theatro. Pinacotheca Beneven'ana , pag. 168.Baiüet, & de la Monnoye , jugemens für le Poetes. Btbliotb.Franfoifi , tötn. XVIII. pag. 137.
* Franco Barretto, (Ioh.) ist nur seiner wercke wegenbekannt, und alles, so man von ihm weiß, ist daß er Ambaffaden-Secretarius bey Francisco de Meüo , dem Portugiesijchen Bot-
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schafftet: an Ludovici XIII. Hofe , gewesen. Seine wercke aberbestehen auS einer Nachricht von dieser Gesandtschafft, welche eran. 1642. zu Ltsabon heraus gegeben; in der nemlichen stadt er-fichiene von ihm eme Übersetzung der JEneis in Portugiesischen ver-sen, so an. 1664. und 1670. in zwey theilen an das licht getreten»An. 1671. gab er einen tractat von der Portugiesischen orthoqra-phie herauS; über diß hat er noch die kirchen-historie von Evora und andere fachen in manuscript hinterlassen, die aber nicht un-ter die presse gekommen. Bibliotb. Ponug. MSct.
* Frangois, (Simon) ein Mahler, an. 1Ü06. zu Toursgcbohren, welcher sich in seinen jungen jähren nach dem kloster-le-ben zu sehnen angefangen, und so gar ein Capuciner werdenwollte, wo ihn seine verwandten nicht daran gehindert hatten.Deswegen suchte .er sich eine lebens-art aus, bey welcher er seinHertz in der arbeit zu GQtt zn erheben geleqenheit hätte, undda er von ohngefehr eines gemähldes ansichtig wurde, daraufdie geburt unsers HErrn IEsu Christi abgeschildert war, wur-de er dermassen gerührt, daß er sich entschlösse, die mahler«kunst zn treiben, um dergleichen auch machen zu können. Alsolegte er sich nicht aus natürlicher zuneiqnng auf diese kunst,sondern aus einem ungewöhnlichen beruf, um so mehr da er vonnatur keine starcke eindildungs - krafft, sondern nur so viel na-türliches urtheil, und übrige gaaben darzu hatte, einen gemeinenmahler abzugeben. Indessen hatte er keine andere meister, alSdie guten tafeln , die er abmahletc. Er schilderte von ansangden Herrn Bethune seinen beschützer, welcher auf einer reistbegriffen war, die er als Ambassador nach Rom zu thunhatte, dieser nahm ihn mit unter sein gefolg, und verschaffteihm ein jährliches einkommen von dem Könige. Er blieb inItalien bis an. 1638. und kehrte über Boulogne zurück, allwoer mit dem le Guide dekanntschafft machte. Nach seiner zurück-kunft in Franckreich hatte er die ehre, den Dauphin unter allenmahlern zuerst abzuschildern, als der eben damals zur Weltkam. Diese erste arbeit schlug ihm so wohl aus, daß er hoffenkonnte, der Hof, welcher damit völlig zufrieden war, wurdeihn ins künftige deswegen unterstützen, und ihm viele arbeitverschaffen, es kam aber eine Ungnade darzwischen, daran erdoch keine schuld hatte, welche machte, daß er denselben ver-lassen muffe, und sich in die einsamkeit begäbe, welches in derthat besser mit seinem ersten vorhaben überein gekommen. Da-selbst faßte er endlich den Vorsatz, keine andere stücke mehr alsfromme zu mahlen, und beharrete auch so vest dabey, daß erbis an sein ende keine andern mehr machte. Unter den lugen-den , die er an sich hatte, war seine gedult, die vor andern her-vor leuchtete, welches er in seinen stein-schmertzen bewiesen, dieer io. jähr lang, in einem sehr hohen grade, mit der gröstenelassenheit ausgestanden. Er starb an. 1671. und woge derein, den man nach seinem tobe bey ihm gefunden, ein gantzesPfund. Sonsten findet man in den cabineten keine von seinengemählden, ausgenommen in etlichen kirchen zu Paris , auswelchen man leicht schliessen kan, daß der Urheber davon esweiter in der frömmigkeit, als in der mahler-kunst gebrachthabe. De Pries , abrege de la vie des Peintres .
Francus, oder Francion, ein Trojanischer Printz, welchenman für einen söhn des Hccwrs hält, und fürgiebt, daß er nachder zerstörung Troiä nach Gallien und daselbst zur besteigungdes throns gekommen sey; allein andere halten dieses alles füreine fabel , wie es in der that nichts bessers ist. Dupieix, liv. II.des memoir. des Gaul. c. 24.
Francus, der erste König der Francken, welcher unter denKayfern Valeriano und Gallieno soll gelebt haben. Tritbem. de
origine & Valeßus , de gest. Francor.
Francus, (Hieronymus ) ein Rechtsgelehrter zu Douay.Nachdem er sowol durch Deutschland als die Schweitz gereiset,wurde ihm zu Freyburg das Jus Civile zu lehren aufgetragen,und als er von bannen nach seinem vatterlande zurück gieng, be-kleidete er darinnen die stelle eines Raths, auch endlich eines Prä-sidenten indem Collegio Bon Artois, worauf er an. 1606. ge-storben. Man hat von ihm Commentarios in Regulas JurisCivilis ; Historiam Erectionis Academias Duacensis. Svoert.Athen . Belg. Preher.
Francus, (Sebastian) wird unter die Wiedertäufer ge-zehlet, wiewvl er ftlbsten bekennet, daß er es nicht in allen ffÜ!»cken mit ihnen gehalten, und also zu keiner besondern secte ge-höre. Um das jähr 1335. hielt er sich zu Ulm auf, und gab da.selbst seine sogenannte Paradoxa heraus, sahe sich aber gezwungensich von dar weg zu begeben.. An. >34«. wurden seine irrthüm-mer von den Protestirenden Eheologis zn Schmalkalden nebstSchwenckfelds lehren verworffen, und zwar durch eine schrift,die Melanchthon aufgesetzt.Diejenigen irrthümmer aber, die ihmbesagte Theolog, beymassen, bestunden sonderlich darinnen, daßer mit den 8toicis gelehret, es wären alle fünden gleich, inglri«chen daß er alle secten und reliqionen zur wahren kirche gerechnet,baß er die heilige Schrift verächtlich gehalten, und nur auf dengeist mit hindansetzung des Worts gedrungen, u. s. w. Unterseinen schristen sind berühmt seine angeführte Paradoxa, oder 280.wunder-reden und räthsel aus der heiligen Schrift; das verpit-schirte mit 7. siegeln verschlossene buch, daS niemand aufthunund lesen oder verstehen kan, denn allein das lamm, und die mitdem lamme bezeichnet, dem lamme angehören; insonderheitaber stine chronick, die er bis an. 1345. und ein anderer bis an.1333. conlinuiret hat. Seine schrift, darinnen er das weibliche
geschlecht