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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Schweden . Allein die Schweden wußten diesen Verlust so wohliu ersetzen, daß sie sich der insul Alsen und des Fürstlichen Hau-ses Sunderburg bemächtigten, 'auch bey hart - eingefallenemsrost einen weg über die see fanden, die insul Fühnen heimzusu-chen. Dieses letztere verrichteten sie an. 1658. im jan. mit sol-chem glücke , daß sie nicht allein gedachte insul sich unterwürfigmachten, sondern auch die darauf befindlichen 5000. Dänenüber den Haussen warfen. Dieses, gleichwie es die Schweden anfrischte, gar vor Coppenhagen zu gehen, also brachte es dieDänen zu friedens - gedancken, welche auch zu Rotschilv den24. febr. des gedachten i6;8. jahrs ihren endzweck erreichet, dadenn Dänemarck an den König in Schweden , Schonen, Hal-land, Blecktngen, die insuln Huen und Bornholm, ingleichenBahus und Drontheim in Norwegen überließ, auch HertzogFriedrich III. zu Holstein-Gottorff, der dem Könige in Schwe­ den seine tochter zur gemahlin gegeben , und ihm zu gefallen,die Neutralität ergriffen gehabt, für einen souverainen Herrnerkennete, welches der erste ansang zu den nachmals erfolgtenstreitigkeiten der Könige mit den Hcrtzogen gewesen. ( SieheFridericus III. , Hertzog zu Schleßwich - Holstein. ) Alleindieser friede hatte kaum wenig mvnate gedauret, als er imaug. wieder gebrochen wurde. Denn die Schweden untermverwand, wie sie gewissen bericht hätten, daß Dänemarck nurwarten wollte, bis sie ihr kriegs-volck abgeführt, und in Po­ len oder Teutschland sich in neue kriege verwickelt hätten, län-deten gantz unvermuthet in Seeland an, und belagertennochmal Coppenhagen, konnten aber wegen des Holländischensuccurfes nichts ausrichten; hingegen waren sie vor Cronenburgglücklicher. Das folgende jähr giengm sie abermal auf Cop,^penhaqen los , und stürmeten es fünf gantze stunden, fandenaber solchen widerstand , daß sie gleichfalls unverrichteter fachenabziehen musten. Hierauf bekam der König in Dänemarckverschiedene hülfs-völcker, eroberte im nov. des gedachten jah-reS die insul Fühnen, und insonderheit Nyborg , und schlug4000. mann der besten Schwedischen soldaten. Als nun derKönig Carl Gustav hierüber starb, wurde an. 1660. der vor-mals zu Rotschild aufgerichtete friede vor Coppenhagen bestäti-get , ausser daß Drontheim in Norwegen und auf der Ost-seedie insul Bornholm den Dänen muste restituiret werden. Wasaber daS merckwürdigste ist, so wurde in diesem jähre im octobr.auf dem grossen Neichs-tage zu Coppenhagen dem Könige dievöllige souverainikäl und das erbliche succeßions-recht, vhnge-achtet die vom Adel nicht wohl damit zufrieden, von den übri-gen Ständen eingeräumet. An. 1667. starb der letzte Graf vonOldenburg , Anton Günther, und brachte dadurch bey ver-schiedenen Kompetenten wegen der rrbschafft streit zuwege; al-lein der König Friedrich in Dänemarck ergriff den besitz, undvergnügte des verstorbenen Grafen nächsten Agnaten , denHertzog von Plön , Joachim Ernst , auf andere weise. DemGrafen folgte der König selbst an. 1670. den 9. febr. in dersterblichkeit. Er hatte zur gemahlin Sophiam Amaliam, Her-tzog Georgens zu Lüneburg tochter, die ihm an. 164;. beygelegtworden , und ihm gebohren Christianum V., der nach ihmKönig worden; Georgium , welcher sich mit der Königin Annain Engclland vermählet; ferner Ännam Sophiam, ChurfürstJohannis Georg« III. zu Sachsen gemahlin; WilhelminamErnestiuam , so Churfürst Caroli in der Pfaltz; Ulricam Eleo-noram, so Königs Caroli XI. in Schweden ; und Frideri-cam Amaliam, welche Hertzog Christian Albrechts zu Holstein-Gottorff gemahlin worden. Ausser diesen hatte er auch einennatürlichen söhn, Ulrich Friedrich Güldenlow, welcher denGräflichen titul erhalten,und «Statthalter in Norwegen worden.

Theatrum Europ. tom. VIII. Speneri sylloge. Pufen.iorfs degestis Caroli Gustavi; Einleitung jut Historie von Schweden .Ludolfs schaubühne rc. Mem. du Chev. Terlon. *

Röntg von Dänemarck:

* Fridericus IV.,, König in. Dänemarck, war der ältestefohn Christiani V., Königs in Dänemarck, von dessen gemahlin,Charlotte , einer tochter Wilhelmi VI ., Landgrafen zu Hessen -Cassel , die ihn an. 1671. denn. oct. gebohren hatte. Nachseines vattcrs tobe, der an. 1699. den 25. aug. erfolgte, ge-langte er zu der rcgierung, ließ sich den 15. april an. 1700. crö-nen, und führte den neuen Calender ein. So dann griff erden Hertzog von Holstein - Gottorff mit gewalt an, und bela-gerte Tönningen, muste aber, da die Könige von Engellandund Schweden , die Repnblick Holland, und die Hertzoge vonBraunschwelg - Lüneburg auf des Hertzogs feite traten, dieSchweden auch so gar Coppenhagen bombardirten und inSeeland einfielen, sich zu einem frieden entschliessen, wel-cher an. 1700. den 18. aug. zu Travendahl zu stände kam.An. 1701. überließ er dem Kayfer einige hülfs-völcker, welchesich in Italien und den Niederlanden , wie auch an. 1705. inUngarn ungemein wohl hielten. In diesem letztqedachten jähreschickte er zwey Mislionarios , Bartholomäum Zicgenbalg undHenricum Plütschow, nach Ost-Indien, daß sie die in derlandfchafft Malabar befindliche Heyden zu dem Christlichen glauben bringen sollten, welches dieselben auch glücklich be-werckstelliqet. An. 1708. zu ausgang des jahrs that er einereise in Italien , urld besuchte auf dem rückwege an. 1709.den Hof zu Dreßden, allwo ihm der König von Polen undChurfürst zu Sachsen , Augustus II. , alle nur ersinnltche ehre

bezeigte, und ihn zu anfange des jlilii nach Berlin begleitete,worauf er den 25. jul. wieder in Coppenhagenund den -8. octobr. den krieg wider Schweden erklärte. Änovembr. schickte er unter dem General von Reventlau eine' or,mee von ungefehr 16000. mann nach Schonen, welches,»von Helyngborg, Chrlstianstadt und Carlshafen Meister macb-te; aber an. 171°. den 1°. mertz in der schlacht bey Helßng-borg von dem General Magno Steenbock geschlagen wurde,nachdem der General - Lieutenant von Rantzau , der in abw'ftnheit des von Reventlau das commando führte, gleich beäanfange des treffens eine todtliche wunde bekommen. Weilnun die Pest in Schweden ziemlich um sich griff, so bezeiateer keine tust, noch eine landung zu wagen, und gienq alsozu lande nichts weiter vor; zur see aber geriethen die bevd nflotten am 4. octobr. in der Kioger - Bucht an einander, wobendie Dänen eines, und die Schweden zwey schiffe einbüffetenAn. 17n. versammelte er tn dem Holsteinischen eine armeevon mehr als 20000. mann, gieng mit selbigen durch Meck­ lenburg nach Pommern , eroberte den paß Damgarten mitleichter mühe, und dloquirte Wifmar, welches er bey demabzuge am 29. decembr. erschröcklich bvmbardiren ließ. indiesem jähre traf er auch zu Hamburg mit dem Hertzogevon Holstein einen vergleich, worinnen alle mißhelligkeiten,welche über den drillen artickul des Travendahlischen friedensentstanden, völlig beygeleget wurden. An. 1712. gieng er indas Bremische, eroberte am 7. feptembr. die vestung Skade,und brachte also das gantze Hertzogthum Bremen unter seinebotmaßigkert, tn dem treffen bey Gadebusch aber, welches am20. decembr. vor sich gieng, zogen feine leuthe den kürtzern.Immittelst halle seine residentz Coppenhagen sowol an. 1711.als 1712. durch die pest viel ausgestanden, und die stadt Al-tona wurde an. 171;. am 8. jan. durch die Schweden in dieasche geleget, welches ihnen aber so übel bekam, daß sie sich inTönningen werffen, und am 17. may nebst ihrem General,Magno Steenbock , ob sie gleich noch noov. mann starck wa-ren , zu kriegs-gefangenen ergeben musten. An. 1714. am 10.febr. legte sich auch die vestung Tönningen zum zweck, nach-dem sie eine grosse hungers-noth ausgestanden, welche so dann,bey wahrendem friedens - congreß zu Braunschweig , der erdegleich gemacht wurde. An. ,1715. trat er dem Könige vonGroß - Britannien und Churfürsten zu Hannover das Hertzog-thum Bremen gegen eine gewisse summe geldes ab, und halfnicht wenig dazu , daß sowol die insul Rügen als Stralfunddem Könige von Schweden entrissen wurde. An. 1716. gienges auch Wtsmar nicht besser, die descente auf Schonen abergerieth ins stecken, ohngeachtet der Czaar dieserwegen selbstnach Coppenhagen kam. Mittlerweile muste er geschehenlassen , daß die Schweden ihr heil auf Norwegen versuchten,bis ihr König Carolus XU. an. 1718. den n. decembr. vorFriedrichs - Hall das leben einbüßte : denn da erfolgte an.1720. den ,ul. durch Französische und Engelländische Vermit-telung ein friede, krafft dessen er der Crone «schweben die in-sul Rügen und Stralfund, nebst der stadt und vestung Mar-strand in Norwegen , welche er an. 1719. erobert hatte, wie-der abtrat, dagegen sich die Schweden zu dem zoll im Sundeverstehen musten. An. 1721. nahm er die Huldigung inSchleßwig e«n , und an. 1722. gab er dem Hertzoge von Nor-burg die Plömfche gürher in Dänemarck. An. 1726. erklärteer sich vor die Hannöverische alliantz, und an. 1728. legte ereine Ost - Indische handlungs - Compagnie an ; feine refidentzCoppenhagen aber litte durch eine heftige feuers-brunst unbe-schreiblichen schaden. Er starb hierauf an. 17;°. den ir. oct.nachdem er mit seiner ersten gemahlin, Louise, einer tochterGustavi Adolpht, Hertzogs zu Mecklenburg-Güstrow, die ersich an. 1695. den 5. decembr. beygelegt, und an. 1721. den15. mertz durch den tod verlohren, folgende kinder gezeuget har-te : i.) Christianum, welcher an. 1697. den 28. jul. geboh-ren , und an. 1693. den i. octobr. todes verblichen. 2.) Chri-stianum VI. seinen Nachfolger, welcher an. 1699. den ;o. nov.gebohren , und sich an. 1721. den 7. aug. mit Sophia Magda-lena, einer tochter Christiani Henrici, Marggrasen zu Bran­ denburg - Culmbach, vermählet hat. g.) Fridericum Caro-lum, welcher an. 1701. den 22. octobr. gebohren, und an.1702. den 7. jun. gestorben. 4.) Georgium , welcher an.170;.den 6 . jan. gebohren, und an. 1704. den 4. mertz mit tobe abge.gangen. 5.) Charlotten Amaliam , welche an. 1706. den s.octobr. auf die well gekommen. Mit seiner andern gemahlin,Anna Sophia, einer tochter Conradi, Grafen von Reventlau,welche er an. 1712. zur Hertzogin von Schleßwig erkläret, undan. 1721. am 4. april zur gemahlin erwehlet, hat er zwcn söhne,Fridericum Christianum und Carolum, ingleichen eine tochter,Christianam Amaliam, gezeuget, welche aber sämtlich in zar-ter kindheit verschieden. Hoyers Dänemärckifche chromck.Caroli XII. Königs in Schived. leben. Mercures bißor.

Rönig von polen:

* Fridericus Augustus, König in Polen und Churfürst zuSachsen , war der andere söhn Johannis Georgu IIE, Chur -fürstens zu Sachsen , von dessen gemahlin, Anna Sophia,Königs Friderici Il>. in Dänemarck ältester tochter, die ihn an.1670^ den 12. may zu Dreßden gebohren hatte. Nachdem erin unterschiedenen sprachen und wissenschafflelt, sowol als m