Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

f r t

qn. <494· einen zug nach Neapel that, um diests Königreich zuerobern , ward er von feinem ältern bruber Alphonso, der da-v mals König war, auf einer flotte nach Genua geschickt, umdurch die eroberung dieser stadt die Franzosen aufzuhalten. Weilaber der anschlag vor der zeit verrathen wurde, begnügte er fleheinelandung auf dem rivier von Genua zu thun , ward aberbey Rapallo geschlagen. Nachdem seines bruderS söhn Ferbi-nandus II. an. 1496. wenige Wochen nach der wiedereroberungvon Neapel mit rode abgegangen, succedirte er demselben, undnhiett auch von dem Papst Alerandro VI. die investitur desKönigreichs. Als er aber nochmals dem söhn dieses Papsts-sari Borglä seine tochter nebst dem Fürstenthum Tarento zumheurath-guth nicht geben wollte, weil er nicht ohne gründ be-sorgte, es möchte der Papst hernach seinen söhn gar zum Königevon Neapel machen wollen; so hieng sich dieser an Franckreich,und alS nachmals an. 1900. Ludovicus XII. und FerdinandusCatholicus sich vereinigten, daß sie Neapel mit gesamter Handkinnehmen, und unter sich theilen wollten, reichte er beydendie investitur. Da nun die beyden Könige an. 1901. Frideri-cum angriffen, verlohr er das Reich in kurtzem, und rettrirtesich erst aus die insul Ischia, ergab sich aber hernach gutwillig«n Ludovicum XII. , der ihm das Hertzogthum Anjou nebst10000. ducaten jährlicher cinkünfte bis an feinen tob, der den,. novembr. an. 1904. zu TourS erfolgte, zu geniessen gab.Man machte ihm hernach, da sich die beyden Könige wegen dertheilung von Neapel veruneinigten, Hoffnung zur Crone, abervergebens. Ferdinandus Catholicus hielt seine Printzen auchscharfgefangen, damit sie ihm nicht entgehen, und in Neapel unruhe machen möchten. Seine erste gemahlin von an. 1478.bis an. 148°. war Anna , eine tochter Amadäi IX. , Hertzogsvon Savoyen, welche ihm Charlottam , eine gemahlin Vido-nis XIV., Grafen de la Val in Franckreich , gebahr. Zumandern mal heuralhete er an. 1487. Jsadellam del Balzo, einetochter Pyrrhi, Printzen von Altamura , mit welcher er Ferdi-nandum, Hertzog von Calabrien , und Iuliam , eine gemah-lin Johann Georg«, Margqrafen von Monlferrat, zeugte, in-gleichen noch eine tochter, Isabcllam, und zwey söhne, Al-phonsum und Cäsarem. Dwiel, hist. de France tom. II. Ritiut,de reb. Sicil.

Fridericus, von Aragonien , ein söhn Königs Petri III. vonAragonien , und bruder Iacobt II. , Königs von Aragonien ,wurde zum König in Sicilien an. 1296. erwehlet, und führtehierauf einen schweren krieg wider den König von Neapolis,Carolum II. , welchem Friderici bruder , Jacobus II. , Sici-licu überlassen. Allein Fridericus erhielt, den besitz von Sici-lien durch sriedens-handlung , und vermählte sich mit KönigöCaroli II. tochter, Eleonora, die ihm gedohren Petrum I. ,welcher in dem Reiche gefolget, Wilhelmum, Hertzog zu Athen ,nebst verschiedenen andern lindern. Suri:a, annal. Aragon ,üb. V. c. 96. &lib. VII. c. 99. &c. Imbof. geneal. Hisp. p.

Röntge in Preussen:

Hridericus I., König in Preussen und Churfürst zu Bran­ denburg , war ein söhn Friderici Wilhelmi des grossen, Chur-fürsten zu Brandenburg , und Louisa Henrietta, Henrici Fri-derici, Printzen von Oranien tochter ,,welche ihn an. 1697.zu Königsberg gcbohren. Weil fein älterer brnder CarolusAemilius lebte, wurde ihm in einer besondern disposition dasFürstenthum Halberstadt zu seiner appanage bestimmet, nachdessen tode aber bekam er das Amt Köpenick zu seiner resi-dentz. In seiner jugend wurde er in allen seiner hohen ge-burt anständigen wisienschafften unterrichtet, wohnte den Pom-merischen feldzügen bey, und stiftete an. 1636. den Ritter - or-den äe la Generosite. An. 1687. überfiel ihn ein schwerersteck-fluß, und da der athem schon ausblieb, ließ ihm sein Hof-meister , Eberhard von Danckclmann , wider aller lVleäicorummeynung, eine ader öfnen, und erhielt ihn dadurch beym le-ben. An. 1688. den ro. april trat er die regierung an , unter-redete sich de» 19. oetobr. zu Minden mit dem damaligen PrintzMlhelmo Henrieo von Oranien, und verband sich mit demsel-ben wegen des Vorhabens auf Engeüand, wie er dann deswegen24900. mann zu bedeckunq des Clevischen landes abschickte.An. 1689. half er die streitigkeiten zwischen Dänemarck undHolstein beylegen; kündigte hingegen den 13, april der CronFranckreich den krieg an, und nahm den 6. may Rheinfels,den 16. jun. Kayserswerth, und den ir. jul. die Französischeschantze vor Bonn hinweg. Hierauf fieng er den 24. des letzt-besagten monats an, die vestung Bonn zu beschiessen, undmachte sich den 19. octobr. davon Meister, nachdem er in ho-her person keine gefahr davor qejcheuet hatte. In eben diesemjähre erhielt er den orden des Hosenbandes, und nahm die Hul-digung zu Eleve, Sparenberg und Halle, gleichwie an. 1690. zuKönigsberg ein. Nach diesem gieng er wieder in Brabant zufelde, schloß mit dem Könige in Spanien bey Waterlo einen be-sondern tractat, und verhinderte mit seinen 20000. mann, soer zu der alliirten armee in den Niederlanden stossen ließ , diewettern Französischen progressen nach der schlacht bey Fleury, so,daß sie weiler nichts ausrichten konnten, da sonsten anfänglichdurch diesen sieg ein guter theil der Spanischen Niederlande ingefahr lief, verlohren zu gehen. Er nahm auch um eben biefereit viel wegen der religion aus der Pfaltz vertriebene in seinenlanden auf. An. 1691, unterredete er sich im Haag mitHistor. Lexicon III, Theil.

fei 581

dem Könige von Engelland, ließ die durch ein Wetter sehr be-schädigte vestung Spandau viel schöner wieder aufbauen, undschlckw dem Kayser wider die Türcken einige hülfs-völcker, wel-che sich bey Salankemen den 18. aug. nicht weniger wohlhielten, als diejenigen, so den 19. septembr. der aclion beyLeuse beywohnten, und an. 1692. den Boufleurs die belage-rung von Namur aufzuheben nöthigten. I» eben diesem jähre1692. stiftete er die Vermählung des Churfürsten zu Sach­ sen , Johannis Georgii IV., mit der verwittibten Marggräfinzu Anspach, bey welcher gelegenheit der orden guter Freund-schafft zwischen beyden Churfürsten aufgerichtet wurde. Ertrug auch nicht wenig bey, daß es mit der neunten Chur zugunsten seines schwieger-vatters zur richtigkeil kam, und nahmdie Huldigung zu Magdeburg und Halberstadt ein. An. 169;.legte er mit seinen trouppen , unter commando des MarggrafenCaroli Philippi, in dem treffen bey Landen besondere ehre ein,trat die stadt Golnau gegen erlegung der in dem frieden zuSt. Germain versprochenen 90000. thaler an Schweden wie-der ab, und erhielt hingegen von dem Kayser die anwart»schafft auf die Herrschafft Limpurg , und die darzu gehörigelehn. An. 1694. inaugurirte er an seinem geburts-tage dieFriedrichs-Univers,tät zu Halle, machte die Saale durch ange-legte schleuffen schiffbar, überließ dem Kayser aufs neue 6000.mann wider die Turcken, und half durch seine den Hollän-dern zugeschickte hülfs - völcker die eroberung der vestung Huybefördern. An. 1699. trat er dem Kayser den Schwidusi-schen kreis ab, und empfieng dagegen die Kayserliche confir-matton über die Gräflichen Limpurgischen güther in Franckenund Schwaben , die ihm der Graf bereits das vorhergehen-de jähr angeboten hatte. In eben diesem jähre halfen seinevölcker die städte Casal und Namur einnehmen , und führtenvor dem letzt-gedachten orte eine eigene attaque. An. 1696.überließ er dein Czaar einige Ingenieurs, um die eroberungder vestung Asoff zu beschleunigen, und bekam zu Eleve, all-wo er sich die reduction der Domanial - güther in richtlgkeit zubringen aufhielt , von dem Könige in Engeüand eine visite.An. -697. reisete er nach Königsberg , und wurde daselbst,gleichwie bald hernach zu Berlin , von dem Czaar, der sich un-ter seiner Gesandtschafft incognito befand, besucht, richteteauch mit demselben eine vertraute freundschafft aus. In demRyßwickischen frieden ließ er die bestätigung des zu St. Ger-main geschlossenen friedens mit einrücken; zahlte auch demKönige in Polen Friedrich August 300000. Reichsthaler, wo-vor er den Peters-berg bey Halle, die Erb - Vogtcy über dieAbtey Quedlinburg , und das Chur - Sächsische recht an derstadt Nordhauftn an sich brachte. An. 1698. nahm er den besitzvon Quedlinburg , und führte nach geleisteter Huldigung da-selbst die accise ein, worauf die damalige Aebtißin und ihreSächsische anverwandten übel zn sprechen waren. Er ließ dar-auf von dem Könige in Polen die lehrn wegen Lauenburg undButow holen, und empfieng von demselben zu Iohannsburgeine visite; dem ader ohngeachtet bemächtigten sich seine völckerzu ausgang des jahrs 1698. der stadt Elding, welche seinemvattcr in den Welauischen tractaten als eine hypotheck von400000. Reichsthalern zugeschrieben war; doch an. 1700. räum-te er dieselbe den Polen wieder ein, ließ von der gedachten sum-ma 100000. thaler nach , und nahm vor das übrige die Rußi-sche crone, nebst andern kleinodien der Republick, als ein Un-terpfand an, wiewol mit diesem vorbehält, daß wenn die300000. thaler nach dem ersten Reichs-lage nicht gleich ausge-zahlt würden, Brandenburg sodann den besitz von dem gebiethedieser stadt zu ergrciffen befügt seyn sollte. An. 1699. legte er diegrentz-streitigkeiten in Pommern mit Schweben bey, empfiengdarauf die Huldigung sowol in der Neu-Marck als in Hiuler-Pommern, und zog die Grafschafft Hohustein, welche seinvatter dem Grafen von Witgenstein geschenckt hatte, wiederumein. An. 1700. brachte er ein ansehnliches corpo bey Lentzenzusammen, und half dadurch den Travendahlischen friedenzwischen Dänemarck und Holstein nicht wenig befördern, that.auch die grentz-irrungen mit Zell ab. An. 1701. erhub er seinbisheriges souveraines Hertzogthum Preussen zu einem König-reich , worauf die crönung von dem König und der Königlnselbst in ihrem gemach, die saldung aber von dem BischoffUrsino in der haupt-kirche zu Königsberg den 18. m. mitgrosser Pracht vollzogen wurde, nachdem der König den tagvorher den orden des schwartzcn oder preußischen Adler»gestiftet und ausgetheilet hatte. Hiertvider nun begehrte nie-mand (den Papst und den Teutschen Ritter - orden ausgenom-men ) etwas einzuwenden, zumal da sonderlich der Kayserdamit zufrieden war, und der König nebst der RepublickPolen unter den übrigen Christlichen Polentzie» zu allererstdarzu glück wünschten; doch bekam die jetzt-desagte Republickdurch einen besondern revers die Versicherung , daß durchdiese erhvhung den Polnischen rechten, rm fall der männlichestamm des Churfürsten Friedrich Wilhelms ausgehen würde,nichts benommen seyn sollte. Als der Spanische succeßions-kricg angieng, schickte er seine meisten trouppen nach dem Cle-vischen, gab an. 1702. zehcn regimcnter, nebst nöthigem ge-schütz, zur belagerung der vestung Kayserswerth her , undgerieth wegen der erbschafft des. Königs in Engelland mitden Nassauischen Häusern m weitläuftigkeit. (Siehe (prangi,sche succeßions-sache.) In diesem jähre ließ er es bey damali-gen coujunckuren geschehen, baß die Schweden aus Vor-

Ccc 3 Pommern