Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

606 fri

f r i

seinem dienst hatte, verlangt wmden. §8 antwortete aberder Hertzog , daß er auf das erste zu antworten nicht schul-dig , zu dem andern sich nicht anders als zufolge des Al-tonaischen an. 1689, geschlossenen friedens verstehen wolle,in dem dritten aber kraffl ermeldlen friedens freye gewalthabe; ließ auch, weil ihm vermöge desselben das recht, nacheigenem gefallen vestungen anzulegen und volck zu werben, zu-gestanden worden, im jähr 169z. Tönningen nicht allein starckoevestigen, sondern auch verschiedene schantzen aufwerffen.Indem man nun sahe, daß dieses nicht ohne weitläuftigkeitabgehen würde, suchten der Kayser, Chur-Sachsen und Chur ,Brandenburg die fache in der gute an. 1696. erstlich zu Ham­ burg , und nachqchends zu Pinneberg beyzulegen. Allein inwährenden tractaten ließ der König seine trouppen in dasHertzogliche einrücken, um die aufgebaute schantzen nieder znwerffen. Der Hertzog , damit er seinem feinde begegnen möch-te , richtete mit der Cron Schweden eine genaue alliantz auf,vermöge deren ihm eine gewisse mannschafft sollte zugeschicktwerden. Immittelst starb der König Christianus V. in-nemarck an. 1699. welches dem Hertzog aufs neue gelegenheitgab, die schantzen fortzubauen. Allein der König Frideri-cus IV. in Dänemarck wollte gleichfalls nicht darzu stille sitzen,sondern besetzte nut seinen Dänen Gottorf und Schleßwich,demolirte die schantzen, eroberte Friedrichsburg mit dem de-gen in der saust, belagerte auch, wicwol vergeblich, Tön-ningen bis in die sechste Woche. Jedoch die Guaranteurs desAltonaischen friedens , Engelland, Schweden , Holland undLünebnrg, schickten dem Hertzoge zu wasser und lande hülfs-völckcr zu, und bewogen dadurch den König zu eingehungeines friedens, welcher an. 1700. den 18. aug. zu Traventhal geschlossen wurde , t darinnen von dem Könige dem Hertzoge diesouverainität bestätiget, das völlige und unbeschränckle Jusarmorum, foederum & fortalitiorum zugestanden , die alteuniones fcedera von gütlicher beylegung der vorfallendenstreitigkeiten, die commnniones aber blos von Prälaten undRitterschafft, und die landes-defension nur von dem fall einergemeinsa,nen gefahr erkläret, die anzahl der zu friedens-zeitenzu haltenden trouppen beyderseits auf 6000. mann gesetzt,und wegen den kriegs-kosten dem Hertzog 260000. rthlr. ver-sprochen , und zu deren Versicherung immittelst die landschafftBredstädt und Norgoesharde verpfändet worden. Nachdemalso das land zu seiner vorigen ruhe wiederum gelanget, such-te der Hertzog die wtssenschafften zu befördern, und richtetedeswegen an. 1701. allerhand gute Verordnungen aufder Uni-versität Kiel an. Nach dieser zeit wohnte er fast allen glückli-chen treffen des Königs in Schweden bey, bis er endlichan. 1702. den 19. jul. in der schlacht bey Clissova durch einestück-kugel das leben eingebüsset. Er vermählte sich an. 1698.mit Hedwig Sophia , Königs Caroli XI. in Schweden toch-ter, die ihm an. 1700. den 19. apr. Carolum Fridericum ge-

dohren. Me'moires de Danemarc contenant la vie de Cbrißier-ne V. c. 9. Etat presmt des differens mtre le Roi de Danemarctz? !e Duc de Holst. Gottorf . LUNigS Reichs-Archiv, part. spec.«om. II. von Holstein p. 24;. 244. 290. 291.

Unterschiedliche andere printzen:

Fridericus, Hertzog in Böhmen , ein söhn des Böhmi-schen Königs uladislai II. wurde zwar von dem vattcr beyleb - zetten mit genehmhaltnng der Stände zum Nachfolgerernennet; weil aber der Kayser Fridericus I. mit gedachtemUladiSlao in streit gertcth, brachte er mit veriagnng diesesFriderici Sobieslaum II. seinen vetter auf den thron. Nach-dem aber dieser sich bey den Böhmen verhaßt gemacht, wur-de Fridericus von den Ständen wieder hervor gezogen , undnach erhaltenem siege wider Sobieslaum an. 1173. zum Her-tzoge gemacht , und von dem Kayser bestätiget. Doch weiler die Teutschen an seinem Hof allzusehr empor hob, mach,t<n einige der vornehmsten mit Conrado von Znoym, Uladis-lai II. bruders söhn, ein complot, den aber Fridericus inzwey blutigen schlachten übenvanb, und sich bis an seinen todan. 1190. bey dem regiment erhielt; worauf ihm gedachterConradus, mit dem er sich vorher noch ausgesöhnet, folg-te. Hagec. p. ;6i. Stransky, c. 8- p. »66. Balbin. epit. üb.111 . c. 12. miscell. dec. I. üb. VII. seit. i. c. 27.

Fridericus, Hertzog zu Curland , war ein söhn GotthardiKettlers, des ersten Hertzogs von Curland und Semigallien,»reichen ihm seine gemahlin Anna, Hertzog Albrechts desschönen zu Mecklenburg tochter, an. 1569. den 2z. nov. ge-vohren. Nach seines vatters tobe, welcher an. 1587. erfolg-te , trat er die regierung an, und empfieng bey dem KönigeSigismundv in Polen die lehen. Als sein bruder WilhelmuSgleichfalls zur majorennität gelanget, theilte er mit ihm dasland; da denn Hertzog Wilhelmüs Semigallien mit der re-sidentz Mietau , gleichwie er Curland mit der residentz Gol­ dingen bekam. Als der König Carolus IX. in Schweden an. 160;. mit einer kriegs - macht in Liesiand einbrach, stießHereog Friedrich, nachdem er vorher mit grosser gefahr überdie Dune gesetzet, mit 900. pftrden zu dem Polnischen Feld-herrn Chodkiewiz, und trug mit seiner tapferkeit nich wenigzu dem bey Kirchholm befochtenen siege bey. Hierauf, weilsein bruder Hertzog Wilhelm aus seinen landen zu entweichen

gknöthiget worden , nahm er auch derselben regiernng tot*Nch , bis endlich der König Uladislaus Sigismundus in Po­ len , Hertzog Wilhelms söhn, Jacobum an. 1699. zu Vilna restituirte. Als der König Gustavus Adolphus in Schwe­ den an. 1621. mit seinen trouppen nach Liesiand übergieng,und Riga wie auch Dünamünda wegnahm, rückte er gleich-falls vor Mietau, welches ihm durch einen accord eingeräu-met worden. Die Polnische armee gieng hierauf den Schwe­ den nach, daß sie alle beyde in Curland zu stehen kamen,wodurch denn das Hertzogthum sehr hart mitgenommenwurde; doch bekam er nach gemachtem stillstände die residentzMietau wieder. Worauf er an. 1642. ohne linder von sei-ner gemahlin Elisabeth« Magdalena, Hertzog Ernst Ludwigsin Pommern zu Wolgast tochter, zu haben, m dem 74.sienjähre seines altcrs gestorben. Pustend. Comment, de reb.Suec.

* Fridericus I. Hertzog in Schlesien zu Liegnitz und Bricg,der einzige söhn Johannis, Hertzogs in Schlesien, und Hedwi-, gebohrner Printzeßin von Liegnitz , war an. 1446. zu Brieg gebohren.' Lucä Schles. chron. p. 1290. Er wurde von fei-ner groß-mutter, Hertzogin Elisabeth von Brandenburg , erzo-gen , Poblius , annal. w ratislav. manuscr. und weil Brieg , Pik-sehen und Creutzberg an die Oppelifchen Fürsten verletzt wa-ren , meiste er sich anfangs mit einem schmalen stücke seiner län-der vergnügen. Sein vatter hatte zwar das Fürstenthum Lie-

ß an sich gebracht; allein der Königliche Böhmische Hof zoges als ein eröfnetes lehen ein, und Johannes starb vor aus-trag der fache, daher sich Friedrich eine gute weil ausser landcsam Anspachischen, Chur-Brandenburgischen und Böhmische»Hofe aushielt, bis er an. 1469. oder nach andern an.1471. end-lich seinen einzug zu Liegnitz hielt. Lucä, I. c. p. 1291. An.147?. vermählte er sich mit Lndomilla, Georgii von Podiebrad,Königs in Böhmen tochter. Lucä, I. c. p. 1689. Weil ernun desselben parley hielt, that ihn der Papst in bann. Lucä,I. c. p. 268.1291. 2020. Nach Königs Georgii tobe schlug ersich auf Königs Matthiä feite, that dessen feinden in Böhmen an ihren güthern schaden , und fiel mit seinen völcker» inGroß-Polen ein, um König Casimiro, welcher Breßlau bela-gerte , eine diversion zu machen, Lucä, I. c. p. 12;. 125.1292.1999. 1754. seq. 2020. und eroberte Meseritz , einestadtinGroß-Polen, nebst Hertzog Heinrich von Groß-Glogau. Dm.goJJ'us , hist. Pol. XIII. Thebrßus , annal. Lignic. P. I. c.62,§. 8. Diese treue dienste zu belohnen, belehnte ihn König Matthias mit dem Fürstenthum Liegnitz , und machte ihnzum.Ober-Hauptmann in Schlesien und der Ober-Laußnitz,Lucä, I. c. p.1292. dem ungeachtet wollte er nicht in die voinKönige verlangte cvntridutivn willigen, wiewvl sie Matthiasvor ein gcschencke wollte angesehen haben, und ihnen rcversegeben, daß es ihren privilegiis nicht zum Nachtheil gereichensollte. Allein Hertzog Friedrich sagte, wenn unsere privilcgiareversen (reh-fersen) kriegen , werden sie gewiß enllauffcn.Luca, I. c. p. 2096. An. 1481. löste er Brieg , Pitschcn undCreutzberg mit 16000. gülden ein. Lucä, >. c. 9.1291.1423. und 1454. Er beschloß sein leben an. 1488. den 9. may,und setzte seine gemahlin zur Obcr-Vormunderin und Regentinein. Lucä, 1 . c. p. 1292.1499. Seine hinterlassene söhnewaren: i.) Johannes , so an. i49>- im 18. jähre gestorben.2.) Fridericus II. von welchem der folgende titul handelt.».) Georgius , Hertzog zu Brieg , so sich an. i9i4..mitAnna,Bogeslai X. Hertzogs in Pommern tochter, vermählet, aberan. 1921. ohne erben gestorben, »vorauf das FürstenthumBrieg Friderico II. Heimgefallen. Lucä, I. c. p. 1291. rtt-beßi res gellte Ducum Silesiae manuscr. Pohlii annales Wratisl.manuscr. Sekte kfusii chron. Silos. XI. Curaus , Sommertbtrg.rer. Silesiae. tom. I. p. 491. seq. Schräm, geneal. Duc. Ligm-cens. apud Sommersberg. I. c. p. 662. seq.

Liegnitz und Brieg , war ein

,ias 'bm ftme gemahlin Ludomilla,-

'ochter, an. 1480. gebohren hatte,dem 8ten jähre seines alters, dalladu; n» vormundschafft sich bey dem Könige

e!t nnv ' ""d >vegen seiner »«gemeinen gütig-tsikert von den Polen und Ungarn Dobersi, dasgenennet worben. Als er von dar wieder nach^kommen, theilte er sich mit seinem bruderstummer, davon er das Liegnitzische bekam,otne reise ins gelobte land an , und kamr,«r zurück, da er allerhand raritärm

,"chte. Weil man aber immittelst den Hertzog Ca-solchen ihm in erlangung der Oder - Hauptmann-t. f° entsponnen sich deswegen mit der stattimhÜff Mißverständnisse , die aber an. 1911. wieder-

^arthn nnis«a^'^^'. ^Das folgende ,ahr verübte Hertzog * u Munsterdcrg allerhand Unanständigkeiten. "^oin es wurde ihm durch Hertzog p ö euch alt gethan. An. 1919. muste ihm Hcr-zu Teschcn die Ober - Hanvtmannschafft überEer-Schlcsten abtreten, und an. 192,. fiel ihm durch Her-^mes bruders tod das Briegische Fürstenthum'sshr hernach führte er die Lutherische religion in.

>rnen landen ein, und an. 1927. veränderte er das kloster zn

Gold-