\
608 fr i
Grafen Henrici von Vaudemont und Freyherr« von Joinville wchter, und brachte dadurch die Grafschafft Vaudemont nebstder Baronie von Joinville wieder an sein Haus. Dem KönigeCarolo VI. in Franckreich leistete er grosse dienste wider die En-aelländer , wie er dann auch in dem treffen bey Azincourt an.141den 2;. oct. geblieben. Gedachte seine gemahlin hat ihmAntonium, welcher ihm in der regierung gefolget, Frideri-cum , Herrn von Ruminy und andere, gebohren. imhos.geneal. Gall. p. 8 1 ·
^ ridericus II. aus dem Hanse Gonzaga, erster Marggrafund hernach erster Hertzog von Mantua . Er war FrancisciII. söhn, an. 1500. gebohren, und folgte dem vatler in derregierung an. 1519., that es auch demselben in tapferkeit undkriegs - wisscnschafft nach, daher er von Leone X. und denFlorentinern zu ihrem General gemacht ward. An. 1526.trat er mit den Franzosen in ein dündnis, ungeachtet er bis-her dem Kayser gedienet hatte, wendete sich aber hernach wie-der auf Kayserliche feite, bewirthete Carln V. an. i$;o. zuMantua , der ihn damals zum Hertzog erklärte, ihm auch an.15z;. die entledigte Montferratische erbschafft wegen seiner ge-mahlin Margarethe, Paläologa zusprach. Er starb an. 154°*und verließ drey söhne. Guicciardinus. Sacct hist. Mantuan.Pojj'evini Gonzag. historia. Metnoires des Cours d’Italie.
Fridlev I. beygenannt der stfmeüe, folgte stimm vatterDano lll. an. 3874. auf dem Dänischen throne, und führtemit den Britanniern schwere kriege. Die haupt-stadt in Jrr-land , Dublin , brachte er unter sich, nachdem er den schwal-ben feurige kohlen angebunden, und den ort dadurch ange-stecket hatte. Erstarb an. 3911. Sax. Grammat. Meurßus.Krant2ius. Pontan. hist. Dan.
Fridlev II. ein söhn Frotbonis III. Königs in Dänemarck,muste sein vätterlich Reich mit dem schwerdte erobern. Dennweil er sich bey seines vatters tode, welcher an. Chr. 1?. er-folgte , in Rußland aufhielte, und von jederman vor todtgehalten wurde, hatte man Hiarno die crone aufgesetzet.(Siebe Hiarnuo.) Er ließ nachgehends 2. mal um des Kö-nigs Asmundi in Norwegen tochter anhalten, welche aber dieersten Gesandten nicht allein schimpflich abwies , sondern diezum andern mal abgeschickten gar umbrachte. Hierauf gienger selbst nach Norwegen , erlegte Asmundum in einer schlagt,und brachte die verlangte Printzeßin mit sich zurück in Däue-marck, worauf er an.33. verstorben. Saxo Grammat. Mcur-ßus. Pontanus , hist. Dan.
* Fridrichstadt, ist ein offener ort aufder abend-seite, hartan den Vorstädten von der stadt Dreßden gelegen, welche derin die Elbe sich ergicssende Weisseritz-fluß von jener unterschei-det , dagegen die über selbige» gehende steinerne brücke diecommunication zwischen beyden machet. Churfürst Johann Georg II. hat solchen an. 1670. anzulegen angefangen, und hier-zu von seinem unweit auf gedachter abend-seite bey Dreßdengelegenen vorwerck Ostra den gründ und boden geschencket,weswegen denn sothaner ort anfänglich Neustadt Ostra ge-nennet worden. Vermöge öffentlichen patents den 4. julii2671. wurde selbiger dergestalt privilegirt, daß die dasigen ein-wohner von aller beschwerung an land-pfenning-und quatem-ber-steuren, einquartirung, ausserordentlichen anlagen und dicn-sten gäntzlich befreyet , auch ein jeder , wann'er nur seinhandwerck ehrlich gelernet, er sey in einer innung oder nicht,sich daselbst niederlassen, und seine profeßion treiben mag. An-fänglich bedienten sich die dasigen einwohner des gottesdienstsin der in der Dreßdnischen Vorstadt vor dem WilSdörffer-thoregelegenen St. Annen-kirche, an. 172;. aber wurde ihnen einbesonderer gottesdienst verstattet, und ihnen zu solchem endeder saal auf dem sogenannten vorwercke Ostra eingeräumet,welcher gottesdienst auch zu Michaeli selbigen jahrs seinen an-sang nahm. An. 1728. den 28. may wurde, dem Königlichenvorwercks-gebaude gegen über, der grund-stein zu einer beson-dern kirche gelegt, und nachdem der bau zu stände, solchean. 173°. am tage Pius feyerlich eingewcyhet. Ihro Königl.Majestät in Polen und Churfurstliche Durchleucht zu Sachsen ,Friedrich Augustus , glorwürdigsten angedenckens, benennetenbesagten ort im monat sept. 1729. Fridrichstadt, und an.173°. erweiterten sie denselben mit verschiedenen langen undbreiten straffen. Im übrigen ist Fridrichstadt mit Ober-undErb-Gerichten des Amts Dreßden gerichtbarkeit unmittelbarunterworffen.
Fridolinus, St. Fridlin, ein Venedictiner-Mönch, (wie-wvl viel Gelehrte zweifeln, ob er würcklich in den orden Benedictigetreten , oder auch in anfehnng der zeit, darinnen er gefetztwird, in denstlbigen habe treten können) wurde canonisirt,und von der stadt Seckingen, wie auch von dem land Ma-ris zu emem Patron und Schutz-Heiligen angenommen. Dieälteste Legende, fo man von ihm hat, ist von einem , nahmensBatarms, an. 912. geschrieben worden, und wird solches büch-lein einem Mönch von St. Gall, Notkerus Balbulus ge-nannt , zugeeignet. Es wird darin« folgendes gemeldet: Ersey eines Schottländischen Königs söhn gewesen, und nach-dem er ein Mönch worden , sey er aus seinem vatterlandehin und her gezogen, und habe durch die predigt des Evan-gelii die dem Heydnischen aberglauben noch anhangende leu,the zu bekehren gesucht; zu derzeit des Fränckifchen und ersten
fr i
Christlichen Königs Clodoväi M. sey er gen Poitiers inFranckreich gekommen , und als er sich daselbst in daslenloekloster begeben, darmn St. Hilarii leichnam begrabenWesen , haben ihm die Mönche alsobald die Abtey desselbenangetragen, er aber habe sie so lang ausgeschlagcn, bis ihmSt. Hilarius des nachts im träum erschienen, und zu dessenannehmung persuadirt, zugleich auch befohlen, sich zu Clodv-väo zu verfügen, und um seiner kirche erwelterung anzu-halten ; sobald nun der König in solches zumuthen gewilliget,und Fridolinus diesen heil. cdrper aus dem alten orte an emenplatz der neu-erbauten kirchen tragen wollen, haben ihmdie Engel das pravenire gespielet, und den Heiligen selbstenlocirt; Nach etlichen jähren sey St. Hilarius abermals Fri-dolino erschienen, und habe ihm ordre gegeben, seinen zuqanderwärts zu nehmen ; darauf habe er sich in die Nieder,lande , und endlich den Rheinstrom hinaus gen Slraßburgbegeben, aüwo er Hilario zu ehren, ohnerachtet seiner armuth,sufficient gewesen seyn soll, eine kirche zu erbauen ; von ban-nen sey er an. 499. in das Rauracher-land, und nahment-lich in die gegcnd Seckingen gekommen, und habe auchallda ein kirchlein erbauet, seye aber von den wilden eimvoh,nern so übel empfangen worden, daß sie ihn mit ruthen ausdem lande gejaget haben, welches harte tractament er seinemgünstigen Könige Clodoväo geklagt, und darüber zum tröstdie dortige insul bekommen haben soll , welche auch daherSt. Fridlins-insul soll- seyn genennt worden; da habe er nungleichfalls ein kloster gebaurt, sey darauf auf Chur gezv,gen, und habe auch daselbst durch seinen credit dem St. Hl-lario eine kirche aufgerichtet; nachgehends sey er in das landGlariö gereiset, darinnen 2. brüder, Ursus und Landolus,herrscheten, und habe sich bey dem erster» also recommendiret,daß er ihm seinen halben antheil landes vergäbet; als abernach Ursi tode dessen bruder ihm solche donation streitig ma-chen wollte , sey die fache für Baldebert, den KöniglichenLand-Richter zu Ranckwyl gebracht worden, welcher mir ver-werffung des schriftlichen briefs zu dessen bekrafftigung le-bendige zeugen gefordert habe; hierauf habe Fridolinus erstseine macht gezeiget, sey neben Ursi grab getreten, und habediesen todten cörper zur kundschafft ausgcfordert, welcher auchalsobald mit vollem leben hervor getreten , mit ihm aufRanckwyl gewandert, und seinem Richter und Widerpart sowarm gemacht, daß Landolus dem bedrängten Fridolino auchseinen eigenen antheil, und hiemit das gantze land Glarlssreywillig abgetreten; und darauf habe er feinen so kunst-reichen zeugen zu gebührender erkenntlichkeit wieder in seineruh-stätte begleitet; er habe hierauf mit sonderbarem eiferin dem eroberten lande das Evangelium geprediget, und demneuen kloster zu Seckingen den im land Glaris fallendenzehenden gewiedmet; er wird für den erbauer der St. Hilariikirche zu Glaris gehalten. Sein tod wird von einigen in dasjähr 500. von andern 510. und noch von andern 514. gesehct.In dem übrigen glaube von diesen curiösen wunder - dingenern jeder, was rhm beliebt, wann er sie nicht mit Tschn-dio ohne ceremonien verwerffen will. Murer. Hetv. sancta.BaßleaJacra , p. 34. Guihmann. rer. Helv. Üb. III. c. 6. J.Henr. TJchuUii chron. Glaron. p.72. Urjtis. chron. Bas. lib. I.p. 66 . Hottmger. hist. eccl. tom. 1 . p. 19;.*
Iriedaw, ein Arnt und Herrlichkeit um das alte schloßFriedaw in dem Aergöw, zwischen dem Murgen-thal undArburg gelegen, ist dem Canton Solothurn zuständig, undgehöret in die Vogtey Bechburg . Es harte vor diesem sei-ne eigene Freyherren dieses nahmens. Stumpf, lib.VII. p. 257·*
Friedberg, eine von den vier Wetterauischen Reichs-stad-ten am gedurge, die Höhe genannt, ?. meilen von Frank furt und eben fo viel von Giessen, gelegen. An. 1211. ist üevon Kayfer Friderico II. und hernach auch von andern Kavstrnmit vielen freyheiten begnadiget worden, und wollen einige gardafür halten, daß sie von gemeldtem Kayser den nahmen be«kommen. Sie war ehemals viel grösser, als ietzo, wovondie vielen gcwölber, so man noch unter der erde ausserhalb derstadt findet, wie auch, daß die Franckfurter-messe an. 134°· vonFriedberg dahin geleget worden, ein genügsames zeugnis gebe»können. Nahe an der stadt liegt die Burg und das Ganerben-haus gleiches nahmens, welches den Ganerben von Friedbergzugehöret, und unterschiedene rechte über die stadt hergebracht,worüber sie öfters in harte streitigkciten zerfallen; wobey ie-doch die stadt meist den kürtzern gezogen. Denn da habe» nichtnur, krafft eines Vergleichs Kaysers Alberti I. von an. i;°i.,sechs burg-männer mit in den Rath der stadt genommen wer-den müssen, sondern es hat auch der Burggraf die Ober-Amt-mann-und Richters-stclle erhalten, krafft welcher er im Rathepräsidirt, und das recht hat einen Schultzen und Büttel z»fetzen. So hat auch der Rath in nachgehenden zeiten ermeld-ten Burggrafen und der Burg getreu und gehorsam zu (erntschwören müssen , woraus die Ganerben der stadt eine land,fässerey neuerer zeiten aufbürden wollen, worzn ihnen noch emund andere Ursachen bchülflich gewesen. Denn da hat KawerCarolus IV. die stadt Friedbcrg nebst andern Reichs-fladtcnzur bcfriedrgunq an seinen Competenten um die Kavscr-Cro,ne, Graf Günthern von Schwartzbnrq, verletzt, dessen nach-kommen selbige an Chur - Mayntz, die Grafen von Epfleinund Jsenburg, wie auch die stadt Franckfurt verpfändet.