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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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dem Fürstenbergischen stäbtlein Löffingen gelegen , wurde an-fangs von Johanne, Abt zu St. Georgen aufdem Schwartz­ wald , einem gebvhrnen Freyherr» von Zimmern, für Kloster-Jungfrauen Benedictiner-ordens gestiftet, als aber nachgehendsdurch unglückliche zeiten dasselbige in abgang kommen, und nachund nach völlig ausgestorben, hat Heinrich, Graf von Für-stenberg, den Cistercienfer-vrden eingeführt, und eine Aebtißinmit untergebenem Convent aus dem kloster Liechtenthal dahingefctzet. Idea Chrom - Topogr. Congreg. Cisterc. S. Bernh.pag. 133· *

Friede-Richter in Engelland, auf Englisch Justices of Pea-ce, von Camdeno Irenarch* genannt, stnd gewisse Obrigkeit-liche Personen, so durch Königliche authorität sowol zu Bon-den , als an andern orten des Königreichs verordnet werden,die gemeine ruhe zu handhaben, zu welchem ende ihre schul-digkcit erfordert, alle diebe, mörder und andere Missethäter inverhaffl bringen zu lassen, und zu examiniren, auch anderenöthige Vorbereitungen zu machen, damit denselben bey denordentlichen Gerichts-seßionen von den Königlichen Ober-Rich-tern ihr end, urtheil gesprochen werden könne. KönigEduardus III. hat in dem XIV. ftxculo dieses amt einge-führt. Camdens Britannia. Müge , etat de la Grande-Bre-tagne p. $99. 601.

Friedewald , schloß, städtlein und Amt auf dem Wester-walde, zwischen dem Siege - und Niester-stuß, oberhalb Freuß-berg gegen dem Nassauischen gelegen, und zur GrafschasstSayn , besonders aber der Altenkirchischen oder Sachsen - Ei-senachischen Portion gehörig. , Es gehöret das kirch-spiel Da-den zum theil nebst andern stucken dar;».

Frtedland, stadt, Amt und Herrschafft oder Commenda-tnr in der Nieder-Lausitz, und dem Lnbbenischen oderKrum-spreischen kreise, neben dem Stift Nenzcll und der Branden-burgischen Herrschafft Beßkow. Sie gehören dem Heermeisterdes Iohanniter-ordens zu Sonneburg. Vormals waren siebey den Burggrafen von Dohna, nachmals bey den Freyher-ren von Köckentz; hernach unter den Herren von Biberstein ;endlich sind sie kauf-weise an den Johanniter-orden gediehen,welcher sie nun nebst dem im Gubenischen kreis gelegenen AmtSchenckendorff als eine Comthurey und Prälatur rn Nieder-Lausitz besitzet. Gwssers Lausitzif. merckw. k. III. p. » 8 .37· 68 .

Friedland, ein nähme unterschiedener örter. 1.) Heißtalso eine stadt in der Mecklenburgischen Herrschafft Stargard,welche an den grentzen des Stetlinischen gebieths und derUcker-Marck zwischen 2. seen, und an einem kleinen flusse liegt,und den i r. sept. an. 1703. gantz abgebrannt. 2.) Ist es dernähme eines orts und grosser Herrschafft in Böhmen , in demBuntzlauer-kreift, an den grentzen der Ober-Lausitz, welcherehemals der Waldsteinischen familie, nun aber den Grasenvon Gallas zuständig, und deswegen berühmt ist, weil dergrosse Kayserliche General , Albertus Wenceslaus von Wallen-stern, den titnl eines Hertzogs von Friedland an. 1623. daherbekommen. 3.) Werden also genennet einige örter in Ober-Schlesien im Fürstenthum Oppeln , in der Polnischen Woy-wodschafft Posen, u. a. IN. Topograph. Saxon. Inf. pag. 83.Zeiler. topogr. Bohem, p. 29. Ba'bin. miscell. dec. I. lib.

III. c. 7. §. 3. p. 74. Vogtens jetztleb. Böhm. p. 93.

* Friedlieb, oder Beza, (Henricus) war an. 1602. geboh-ren, stin vatter war Blasius Friedlieb, anfangs sseätor der schu,le, nachgehends Bürgermeister zu Erfurt ; die Mutter aber An-na Lutorichin. Anfangs rnformirte ihn sein vatter, nachmalsaber schickte er ihn auf die schule nach Goslar . Nach verlaufdreyer jähre fieng er die academischen studien zu Wittenbcrgan, die er zu Franckfurt an der Oder, und zu Rostock fort-setzte ; da er denn sich lediglich auf die Jurisprudentz legte. Beyseiner zurückkunft wurde er zum Hofmeister bey Just Friede-mann von ochlottheim bestellet, mit welchem er anfänglichauf Jena gienm und dann an. 1633. nach Erfurt kam. ^ei-ne gründliche Rechtsgelehrtheit, so er in zehen jähren erlanget,wurde hieselbst bald bekannt, daß sich verschiedene fanden, wel-che sich seiner collegiorum zu bedienen suchten, dannenherogab er sich bey der juristischen Facultät als Candidatum an,und erhielt zugleich erlaubnis in Jure zu lesen. Als er aberalles zu seiner Promotion fertig gemachet, auch der tag würck-lich angesetzet war, überfiel ihn n. tage vorher eine heftigekranckheit, an weicherer am 17. aug.an. 1633. im 33. jähreseines lebens seinen geist aufgab. Er war ein geschickter Poet,und von feiner Rechlsgelehrtheit hat er schon an. 1626. eineprobe gemacht, da er in Rostock die Institutiones Justinianeasin 10. tabulis in druck heraus gegeben. Programma funebr.Motschmanm Erford. litt. II. 2. n. 13. p. 230. seqq.

* Friedlich, Fridlibius, oder Fridelibius, (PhilippusHenricus) ein Lutherischer Theologus , gebürtig von Osna­ brück , war 88. Theologie Doctor, und erstlich Professor zuGryphswalde, hernach aber Passor zu St. Jacob und Super-intendent zu Straßburg , aüwo er an. 1663. in dem 60. jähreseines alters mit tode abgieng. Seine schriften sind : Medul-la Theologie Theticae , Polemicae & Moralis , Gryphswalde,1643. in 12. Obfervationes Biblicte inVetbs &NovumTe(Ia-fcientum, Franckfurt 1660. Explicationes Evangeliorum ; Phos-phorus Biblicus; Viridarium Biblicum.

Frredllngen , ist ein in vorigen kriegen zerstörtes BadistheSschloß oder lust-haus , nicht gar eine halbe meile von Basel ,der vestung Hüningen gegen über in der Herrschafft Rotelengelegen. Es ist dieser ort durch das treffen, welches den 4octobr. an. 1702. ohnfern davon zwischen der Kayserl. undFranzösischen armee vorgegangen, berühmt worden ; dann alsMarggrafLudwig Wilhelm von Baden , damaliger General-Lieutenant, sich eine reitlang bey den Kayserlichen vdlckern, soauf dem selb oberhalb dieses schlosses gestanden, aufgehalten,und nach allerhand allda gemachten Veranstaltungen zu demandern theil dieser armee, so zwischen Hagenau und Bisch-weiler gelegen, abgehen, wollte, unterwegs aber erfahren,daß die Franzosen das städtlein Nenburg überrumpelt, undallda, wie sie schon zuvor bey Hüningen gethan, eine schiff-brücke zu schlagen mine gemacht, so wurde er dadurch veran-lasset, wieder nach dem Friedlinger-lager umzukehren, willensmit dem dortigen volck beyde solche schiff-brücken vorbey zupaßiren, und sodann den General Styrum an sich zu ziehen,um nicht bey Friedlingen von den Franzosen und Baymi, alswelche letztere, wie einige berichte ringeloffen, eben damals vonUlm aus' auch in dem anmarsch seyn sollten, um über denSchwartzwald heraus zu kommen, von seinen habenden ve-stungen und Magazinen abgeschnitten, und in der enge zwischendem Rhein und Schwartzwald eingeschlossen zu werden. Essienge solchem nach die Friedlinger - armee würcklich an zumarschiren, und war daS grobe gefchütz samt der bagage bc,reits voraus, als die Franzosen , welcher vorhaben in der thatgantz änderst war, unversehens bey Hüningen über den Rhein giengen, und auf die schon in dem marsch begriffene Kayserl.armee , welche wegen abgang der vielen commandieren, nuretwa in 8oo->. mann bestanden, anrückten. Mithin kam eszwischen beyden armeen zum treffen, dessen ausgang dieser ge-wesen ; daß die. Kayserl. reutercy von der Französischen ge-schlagen und zerstreuet, hingegen auch das Französische suß-volck von dem Kayserlichen auf dem gerad über dem schlacht-feld der reuterey liegenden sogenannten Weylcr-berge völlig ge-schlagen, und in der grösten rinordnung bis zu ihrer reutereygejaget worden; worzu der damalige Erd-Printz, und letzt-verstorbene Marggraf von Baden - Durlach das meiste bey-getragen , als unter dessen anführung gedachtes fuß - volck,nachdem es bereits sich verschossen gehabt, und ein ziemlichesstück wegs gewichen ivar , mit dem degen in der saust in dieFranzosen gesetzet, und also den sieg erfochten. Die Franzö­ sische reuterey sahe dieser Niederlage unbeweglich zu, und nach-dem der obermeldte General-Lieutenant sich zu schwach befun-den, dieselbe mit seinen reutern nochmals anzugreiffen, misteer sich mit dem begnügen, daß er über 8 . stunden in deren ge-genwart stehen geblieben, und solche mit anbrechendem abendvor sich zurück über Rhein in ihr bey Hüningen formirleSlager marschiren gesehen, worauf er sich auch zurück gezogen,und den bereits solchen tags früh angefangeiien marsch gegenStauffen continuiret. Bey diesen umständen schrieben sichsowol die Kayserliche als Franzosen den sieg zu, und wurde zuWien und PariS das le Deum darüber gesungen. *

Friedrichsberg , ein platz im lande Fetu auf der küste vonGuinea , gehört der Dänischen Cc^.ipagnie. Es ist ein berghart an dem meer etwas über einen musqueten-schuß von demcastell Cabo Csrso gelegen, an. 1639. von den Dänen zu er-bauen und zu bevestigen angefangen, und nach dem KönigeFriderico III. benennet worden. Müllers beschr. der land-schafft Fetu, p. 19. scq.

Frtedrichoburg, oder Frederichsborg, lat. Friderico·burgum , ein offener ort nebst einem prächtigen schlöffe aufder insul Seeland nahe bey Cronenburg, etwa 4. oder 3. wei-len von Coppenhagen. Ehemals hieß das schloß Ebelhvld,und war ein kloster. In folgender zeit ließ ein Ritter, Her-levus, aus dem Trollischen geschlechte, wegen des vortrcstichenanmuthigen lagers, ein geringes schloß aufbauen. Der Kö-nig Fridericus II. aber richtete davor einen Königlichen pal-last auf, welchen Christianus IV. durch die vortreflichsten künst-let zu solcher Vollkommenheit gebracht, daß ihn Charles ä'Est'i-ne, in beschreibung verschiedener Königreiche, fast über alleandere erhebet. Er ist aber ohnwcit von einem see, der sut-ses wasser führet, abgelegen, und mit gehöltzen und kleinenbergen umgeben. Pontan. topogr. Dan. Heivader. sylvachronol. circ. Balt. P. I. Zeiltr. descript. Dan. p. 1 3 7 - log-

. Friedrichsburg , eine ziemlich grosse vestung auf der gold-küste von Guinea in Africa , und zwar in dem ländgen Arim,an der West-seite des Capo de tres Puntas. Sie gehörte sonstdem Könige in Preussen, und ward ay. i 6 gi. von der zu Embdenaufgerichteten Brandenburaischen Compagnie erbauet, an.1718. aber nebst ihren zuqehörungen von dem Könige FriedrichWilhelm an die West-Jndifche Compagnie zu Amsterdam voretliche 1000. ducaten verkauft. Bosmax , voyage de Guinee.Abels Staats-geogr. P.I. p. 339·

Friedrichöburg, war ehemals eine aus 7. royal-bastioncnund unterschiedenen andern forlificationen bestehende vestung wder Unter-Pfaltz» gantz nahe bey Manheim, so, daß sie gleich«sam vor eine cikadelle dieses letztgedachten orts paßiren konnte.Den ansang darzu hat der Chnrfmst Fridericus IV. an. i 6 ° 6 .