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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lfiöo. mit theils seiner Land-Stände (von denen die städte Nor-den und Aurich , und theils von der Rikterschafft und Haus-mann-standes mit ihm gehalten) in einen streit, und die haus-jeuthe im Render-lande gaben auf den Obristen Ailva unddessen kriegs-völcker, so eine execution thun sollen, zu Wenerfeuer, so daß diese streitigkeiten an die General-Staaten der ver-einigten Niederlande gebracht worden , die den nov. an.1Ü60. ein gewisses decret ertheilet; und schrieben es einem ihresmittels Iost Hahnen absonderlich zu , den sie auch aus seinemhause zu Utgang einst wegzunehmen willens gewesen. Ob nunwol die gedachten General-Staaten an. 1661. den;i. mayeinen ausspruch gethan, so ward doch dieser streit mit seinerlandschafft an. 1662. vergrößert, so daß beyde theile abermalsan die General-Staaten ihre abschickung gethan, nachdem beyvorhero gehaltenem Land-tage zu Norden an. 1661. auf demunterschiedene gravamina fürgekommen, und bey ;6. Personenvon den Land-Ständen excludiret worden, das werck nur ver-bitterter gemacht war. Die besagten General-Staaten schlu-gen einen neuen Land-tag zu Embden zu halten für, den eraber nach Hinten ausgeschrieben, und sein schwieger-vatter, derHertzog zu Würtemberg , sendete v. Förstern in den Haag, umdieses semes eydams sich anzunehmen. Gedachter Land-tagward auch durch Vermittelung der Niederländischen Gesandten,die selbst in Ost-Frießland sich einfunden , nach Embden gele-get, dahin er persönlich gekommen , und die fache wegen derobgcdachten excludirten aus der Ritterschafft , so fürnemlichder Frevtag und Iost Hahn gewesen, fürgenommen worden,und damals nach geschehener Vereinigung verwilligte die stadtEmbden 72000. die übrigen Land-Stände aber z 00000. fl. in), jähren zu bezahlen. Damals verglich er sich auch mit sei-nes verstorbenen ältern bruders (dessen testament in zwezfelgezogen) wiltwe und deren 2. unmündigen töchter vormündenden oct. daß er diesen letzter» bis zum 10. jähre ihres altersi2oo. hernach bis zum 16. jähre 1600. fl. jährlich reichen lassenwollte, agnoscirte auch solchen Printzeßinnen ein absonderlicheskapital an 10000. rthl. zu verzinsen. Mit seinem jünger»bruder, Graf Edzard Ferdinand , gerieth er, wegen der müt-terlichen erbschafft in einen streit, bis Hertzog Christian Lud-wig zu Braunschweig und Lüneburg durch seine Vermittelunges beygelegt hat. Als Fürst Hartmann zu Lichlenstein amKayserlichen Hofe gegen ihn eine grosse prätension durch rechts-spruch erhalten, welche von solches Fürsten Mutter, die diesesFürsten zu Ost-Frießland vatters stief-schwester gewesen, her-gerühret, und dem Bischoff Christoph Bernhard zu Münster die execution aufgetragen gewesen, unterredete er sich zu Hüm-merling mit dem Bischoff, der ihn das Reyderland dem Für-sten zu Lichlenstein abzutreten, bewegen wollte. Es ward aber,nachdem die vereinigte Niederlande durch ihre Abgeordnete,sich hierunter gebrauchen lassen, also zu Aurich verglichen,daß an statt der von dem Fürsten zu Lichtenstein gefordertenHerrschafften Essens, Witmunde, und Stedesdorff ihm inMichaelis an. 166;. an statt der interesse i;;ooo. rthl. und dasauf;00000. rthl. behandelte cavital in 4. jähren bezahlet wer-den sollte; weil aber der Fürst zu Ost-Frießland solches seinFürstenthum, als von welchem diese schuld nicht eigentlich her-rühret, zum Unterpfand verschriebe, protestirten die Land-Stän-de darwider, und wie er mit der zahlung des ersten termins »er-zöge, nahm die nacht zwischen dem 8 . und 9. dec. an. 166;. derBischoff zu Münster die ihm zustehende Dieler-schantze ein, undlegte den Obersten Niklas von Everfeld als Commendantenhinein, welche zu recuperiren die vereinigten Niederlande FürstWilhelm Friedrichen zu Nassau mit einigen regimentern dafürrücken liessen, der sie auch dem Bischoff den 25. may an. 1664.wieder abgenommen hat. Endlich ward den 26. mart. an.166;. durch interposition Hertzog Eberhards zu Würtembergdiese fache dergestalt zu Wien verglichen, daß er 285000. rthl.in 8. Wochen bezahlen , hierüber 45000. rthl. in 10. jähren undterminen abtragen, und 165000. rthl. so das Berunsche capitalgenannt wird, verzinsen sollte. Mit Graf Anton Günthern zuOldenburg verglich er sich im sept. an. 1664. wegen beydergrentzen zu Stickhausen , Friedeburg , Apern und Nienburg ,wie auch wegen der irrungen bey dem Garmerstiel, stiftete undbestätigte an. 1665. den zwischen abgedachtem Grafen und demFreyherrn von Godens aufgerichteten vergleich wegen der Ellen-str entrichtun gund dadurch genommenen ländereyen. Wenigezeit vor seinem tode, als es zwischen dem obgcdachten Bischoffzu Münster und den General-Staaten zum öffentlichen kriegausschlagen, und diese letztere das Ost - Frießländische vesteHaus Slickhusen starck besetzen wollten, verlangte er von sei-ner landschafft, um solchen ort selbst mit garnison zu versichern,die bedürftigen gelber, so ihm aber verweigert wurden. Er ver-heurathete sich den 14. may an. 1662. mit Christina Charlotte,Hertzog Eberhards zu Würtemberg und Teck, tochter, und umsolche zeit erhub ihn der Kayscr Leopoldus in den Reichs-Für-sten-stand , dahero er auch in solcher qualität an. 166;. denReichs-tag zu Regenspurg durch seine Gesandten beschickt. Erstarb den 6. jun. an. 1665. abends um 9. uhr. Seine gemahlinverließ er schwanger, die nach seinem tobe einen poltliumumseinen Successorem, Fürst Christian Eberharden, den 6. oct.selbigen jahres gebohren hat, welcher unter der vormundschafftseiner mutter und Hertzog George Wilhelms zu Braunschweig und Lüneburg erzogen worden , und den zo. oct. an. 1700. ge,storben ist. Seine mutter Christin« Charlotta aber ist den 14.

Hjstor. Lexieon IIl, Theil.

may an. 1699. zu Brughausen im Lüneburgischen mit tode ab-gegangen.

Andere Fürsten und Grafen:

GeorgML-lll. Hertzog in Schlesien , zu Liegnitz und Brieg,wär ein söhn ^ohann Christians von Liegnitz und Brieg, vonDorothea Sibylla , Churfürst Johann Georgens zu Branden­ burg tochter, an. 1611. den 25. aug. gebohren. Er begriff dieLateinische, Französische und Italiänische spräche, ward auchnebst seinem jungern bruder an. 1620. auf die Academie nachFranckfurt an der Oder geschickt, und daselbst an. 162;. zumRectore Magnificentiffimo erwehlet, wvrbey er publice eineoration de Legum Dignitate hielt. Von bannen ward er an.

1624. von seinem vatter abgefordert, hielt seiner mutter, die an.

1625. verstorben, eine Lateinische lrauer-rebe, und trat hieraufnebst seinem jünger« bruder, Hertzog Ludwig, seine reise an.Er hielt sich einige zeit zu Paris aus, und als er sich in Franck«reich wohl umgesehen, gieng er in Engelland, und wurde daselbstvon dem Könige Carolo I. wohl aufgenommen. Von dar kamer in die Niederlande, und an. i6zz. abermal in Franckreichund Italien ; der damalige zustand aber, so wegen des Teutschenkriegs in Schlesien war, bewog ihn seine reise über Bremen undHamburg zurücke in Preussen zu nehmen, wohin sich sein vatterretiriret hatte. Selbiger schickte ihn nach Brieg, und verordneteihn an. 165z. zum Statthalter daselbst. Als aber gedachtersein vatter den 15. dec. an. 16)9. verstorben, führte er mit seinenbrüdern, Ludwig und Christian, die regierung deö HertzogthumsBrieg gemeinschaffclich, bis an. 165;. ihres vatters bruder, Ru-dolph, erblos verstorben, wodurch ihnen die Fürstenthümmer,Liegnitz und Wolau , zugefallen , welche sie gleichfalls einige zeitin communion besessen. An. 1654. siel ihm, nach zuvor gesche-hener erbtheilung, durchs loos das Furstenthum Brieg zu, dessenregierung er den 28. jun. würcklich antrat. Der Kayser Ferdi«Nandus III. ertheilte ihm an. 165;. die stelle eines Obcr-Haupt-mannö durüh gantz Schlesien, und bediente sich seiner bey ver-schiedenen Fürsten -tagen, in welchem mute er von den Untertha-nen grosses lob erlangte. Leopoldus bestätigte ihn nicht alleindarinnen , sondern machte ihn auch zu seinem Cammer-Herrn,und geheimen Rathe. Er war sonst wegen seiner frömmigkeitbekannt, und starb den 4. jul. an. 1664. Seine erste gemahlinwar Catharina Sophia, Hertzogs Caroli zu Münsterberg undOels tochter, mit welcher er den 12. febr. an. 1658. zu Bernstadt vermählet wurde, aber nur eine einzige tochter, Dorotheam Eli-sabeth , an. 1646. mit ihr erzeugte, die er an Graf Heinrichenzu Nassau-Dillenburg vermählte. Nachdem selbige an. 1659.verstorben, verheurathete er sich zum andern mal mit PfaltzgrafLudwig Philipps zu Simmern tochter, Elisabeth Charlotten,die den io, may an. 1664. ohne erben verstarb. Luc« Schles.chron. Zieglers labyrinth.

* Georgius wilhelmus , der letzte Plastische Hertzog inSchlesien zu Liegnitz , Brieg und Wolau , ein söhn HertzogSChristiani und Louisa, Fürstin von Anhalt, war an. 1660. ge-bohren, und sollte in ber taufe den nahmen Piastus empfangen,welches aber die Geistlichkeit hinderte. Er ließ von kindes-dei-nen an eine sonderbare meynung vor die Polnische nation spü-ren , ward in allen nöthigen wissenschafften wohl unterrichtet,und begab sich, nachdem ftin vatter an. 1672. verstorben, aufdie Academie nach Franckfurt an der Oder, da inzwischen diemutter laut vätterlichen testaments die regierung verwaltete.An. 1675. gieng er nach Wien , erhielte vom Kayser vomamaetatis, und trat sogleich nach seiner Wiederkunft die regierungan, starb aber noch m diesem jähre am n. nov. an den blättern,worauf seine lande dem Kayser heimfielen. Demerdeck , Sile-fia numism. p. 598. leg. Cucä Schles. chronick.

GeoEius, Hertzog von Clarence, ein Printz aus Engelland,und Kömgs Eduardi IV. in Engelland bruder. Er wurde an-geklaget, als hätte er der Hertzogin von Burgund , zum präjuditzdes Königs seines bruders, beybringen wollen; der Proceß wür-be ihm dannenhero gemacht, und er zu der in ^ngelland widerdie des hohen verraths schuldig erklärte gewöhnlichen strafecondemnirel, daß ihm der bauch aufgeschnitten , die einaeweydeausgenommen und ins feuer geworffen, hernach der topf ab-geschlagen , und der leichnam geviertheilet werden sollte. Seinemutter aber brachte es burch ihre vorbitte dahin, daß diese sen-tentz gelindert wurde, wanncnhero er lebendig in ein faß vollmalvasier gestecket ward, bis er erstickte, nachmals hieb manihm den köpf ab, und wurde sein leib an. 1478. bey den Carmeli-tern zu Londen neben seiner gemahlin begraben. Einige erzehlen,Eduardus I V. hätte gar viel auf die Wahrsager gehatten, und

als ihm von einem bedeutet worden, einer seiner bruder, desssen nähme vom buchstaben 0. anfienge, werde seine kinderum Cron und leben bringen , habe ers sogleich von diesemGeorgio verstanden, und sich daher so leicht zu dessen tode be-wegen lassen; dannoch wäre hernach die Wahrsagung an demandern bruder Richard, Hertzog von Glocester,. erfüllet worden,als von welchem nicht zwar der tauf,ahme, aber gleichwol dernähme des Hertzogthums mit einem 6. angefangen. Monsireiet %bist. dAngl. Vnlydor. Verpil. lib. XXIV. Thomas Morus , inVita Richardi. Larrey , &c. *

Georgius, Despot von Servien, war aus der familie derBulcovitzt oder Bulcogli, welches ein angenommener nähme

Qqq 2 der