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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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berg, an. 1609. den 13. aug. Pfarrer in dem dorf Hundsholtz,an. 1611. zu Schornbach , an. 1614. den 29. nov. zu St. Leon-hard in Stuttgard, an. 1616. den 7. nov. Pastor zu St. Annaund-8enior Ainitterü zu Augspurg, an. 1630. den lo. jun. nach-dem er an. 1629. den 8. aug. nebst seinen collegen von Augspurgvertrieben worden , General-Inlpettor der Archen in Baben-Durlach , und dann an. 1632. wiederum 8enior zu Augspurg,astwo er aber an. 163s. den 6. april zum zweyten mal ver-trieben worden. Endlich ist er an. 164;. den 8. iul. in seinemvatterlande verstorben. Seine schriften sind: AugspurgischerAdoni-Beseck, oder discurs äs Lege Talionis, Augspurg 165?. m4. Prolegomena August. Confestionis in 16, Predigten ; Aug-spurgisches Glaubens - bekänntnis , oder Predigten über dieAugspurgische Confeßion. Sein leben hat Ioh. Val. Andreabeschrieben. Siehe von ihm ferner Epbr. Pratorii bibl. homu.Strpißi epitaph. Theol. Suev. Witte, diar. biogr. ad an. 164;.Fijchlini memoriae Theol. "Wurtemb. P. II.

* Gödarttus, (Ioh.) ein Niederländer aus dem XVII. fie-culo , excellirtc treflich in der mahler-kunst, und lebte zu Middel-burg. Er schrieb Metamorphosin & Historiam naturalem In-sectorum, in Holländischer spräche, e welche Ioh. de Mey miteinem Cornrnentario zu Middelburg l668. in 8. Lateinisch über-setzt in 3. bänden heraus gegeben. Hallervord. bibl. cur. Mor -bof. Polyhistor, tom. I. üb. II. P. II. c. 45. §. 3.

* Göddäus, oder Goddäus, (Johannes) war zu Schwarte,einem städtletn in der Grafschafft Marck, ,an. isss. den 7. dec.gebohren, und wurde daselbst erstlich Bürgermeister, nachge-hends aber Professor Juris zu Marpurg . Er starb an. 1632. den3. jan. und hinterließ Medullam Juris Feudalis ; Commentar.in Tit. XVII. üb. II. Decret. & in Tit. Pandectarum de Verb.&Rer. Signif. Herborn 1591» in 8 . deReb. Cred. Goslar r; 8 l.in 8 . rc. Freber.

(Föden, (Henning) gebürtig von Havelberg aus der Prignitz ,war Professor Juris zu Erfurt , auch der Arche L. Mariä Schola-fticus und Canonicus. Von dar wurde er von dem Churfür-sten Friderico III. von Sachsen nach Wittenberg beruffen, allwoer nicht allein die Jura lehrte, sondern auch Probst daselbst, undnebst andern zum Infpectore und Reformatore Academiae bestelltwurde. Er starb den 21. jan. an. 1321. und hat man von ihmProcessum Judiciarium; Consilia, &c. Adami , vit. JC.

<§öder, von Rriegsdorff, eine alte adeliche familie, vonLongobardischer ankunst, welche sich zuerst in Kärndten, hernachin Schwaben , endlich aber in Bayern niedergelassen. Lintoldusheurathete um das jähr 1300. eine von Kriegsdorff, und brachtedadurch sowol das stamm-guth Kriegsdorff als den nahmen aufsein geschlecht. Georg war an. 154;. Dechant in der AbteyBerchtolsqaden.Iohann Bernhard war um das jähr 1626. Her-tzogs Ferdinandi in Bayern geheimer Rath, und hinterließ Ernstnnd Frantzen, welche mit unterschiedlichen Andern gesegnet wor-den. Bucel. stemm. P. IV.

* Gödinct, eine grosse Herrschafft in Mähren , an der Un­ garischen grentze, welche vormals den Grafen von Oppersdorff gehöret, aber an. 1693. an die Fürsten von Lichtenstein gekom-men. Mosers fortfetzung von Crusti Schwäbif. chron.k>. 634.

Goeghy, ist der nähme einer fette der Banianen in Indien .Sie erkennen einen Gott, den sie Bruin nennen, und vor denschöpfer aller dinge halten, aber die lehre von der Metempsy-ehosi oder fortwanderung der seelen aus dem leibe in den andern,wie die andern Bananien thun, glauben sie nicht, sondern hoffenvielmehr, daß ihre seelen, nachdem sie ihre leiber verlassen, ewigbey GOtt seyn. Sie leben einsam auf dem lande, in Wäldernund wüsten, und zwar verrichten sie ihr gebät in den dörfern,oder alten wüsten gebäuden, und besuchen niemals anderer fettenkirchen, ob sie gleich keine eigene Moscheen vor sich selbst haben,ausser daß sie manchmal, wenn sie sonst nirgends anders bleibenkönnen, in den kirchen der Samarthanen sich finden lassen. Siebesitzen nichts eigenes, und gehen nackend einher, nur daß sie ihreschäm bedecken. Sie reiben ihr gesicht und ihren qantzen leibmit asche, welches sie gewaltig verstellet, sehen auch sonsten sehr«rnsthafftig aus. Sie halten insonderheit viel auf einen,nahmensMecis, den sie Gottes knecht nennen, heurathen nicht, und sindso streng in ihrer keuschheit, daß sie sich auch von keiner weibes-person anrühren lassen. Alle andere Banianen haben eine ve-nerativn vor diese Goeghy, ausser denen von der stete Ceure-wath, die ihre conversation meiden. Es giebt auch einige Wei-ber, die sich zu dieser stete bekennen, sind aber gar wenige, weil siederen strenge lebens-art nicht gewöhnen können. Mandelslob,tom. II. Ölearius.

Göldlin, von Tteffenau, An adeliches geschlecht, so an-fangs in Nieder-Baden residirt, das Rathhaus der stadt Pfortz-heim zu ihrem Hof gehabt, und das schloß Tieffenau (davon sieauch den nahmen geführet) besessen; als aber Werner von Tief-fenau, Herr in Werdenberg, zu so grossem reichthum gelangte,daß man ihn deswegen gemeiniglich Göldlin nannte, und die-ses sein ansehen ihm der benachbarten Fürsten haß und Verfol-gung auf den hals zöge, hat er sich anfangs nach Straßburg ,und von daran. 1330. nach Zürich begeben, allwo er in ge-meldtem jähre bürger worden; seine gemahlin war Lucia Freyinvon Guttenberg. Von seinen nachkommenden war an. 1410.

Heinrich Chor - Herr .zum grossen Münster ; damals lebteem,anderer Heinrich, der m dem Creutz-garten zum arÄMunster eme capelle erbauet, und darbey eine Caplanev-vst,!^gestiftet, allwo er auch für sich und seine nachkommendesbegradnls erwehlet, An.1443. wurde Paulus GöLLRaths m dem streit zu Wolrau erschlagen, desgleichmZbruder Jacob, em Ritter; stm söhn Heinrich hielte siebin den Burgundischen schlachten, wurde an. 1476. zu Gransonmm Ritter geschlagen, und eben dieses jähr Bürqermeiile >>.Zürich , wie auch an. ^-.Gesandter aufdenBundschwunach Bern , Freyburg und Solothurn . Seine söhne waren i iHieronymus, Chor-Herr zum grossen Münster in Zürich anii?s.2.) Carolus, Dom-Herr zu Chur , und Chor-Herr mZürich , Zofingen und Solothurn . 3.) Ruland, Dvm-Sm uCostantz, Probst zu Lindau , Chor-Herr zu Zürich , Zofingen undSolothurn , und Gesandter von den gestirnten Eydqenvssen anden Rom. Papst, um bey ihm die freyheit, alle lasterhaffte Geiii-liche nach verdienen abzustrafen, zu erhalten. 4.) Remvard wur-de an. 1507. von Konig Ludovico XII. in Franckreich zu Genua zu einem Ritter geschlagen, und wegen seiner tapferkeit köstlichregalirt; er zog bey abänderiing der religion nach Lucern, undlegte aüdort den gründ zu der noch dißmals in Lucern storiren,den adelichen familie dieses nahmens; seine söhne waren Jacob,Renward und Hans Caspar Düring, sein groß-sohn war bey.der Könige in Franckreich , Francisci I. und Henrici ll. Ober.ster; Beatus an. 1640. Abt zu St. Urban; Ioh. Düring umdas jähr 1670. Venner zu Lucern ; Nicolaus an. 1686. Abt mWettingen , und erst noch an. 1718. Heinrich Ludwig des in-nern Raths zu Lucern und Christoph Zacharias Canonicus indem Münster . <;.) Georg des Raths und Bau-Herr in Zürich ,war beyneben Hauptmann über ein Fähnlein Eydgenvssen mdiensten Papst Leonis X. und an. 1531. Hauptmann indemCappeler-kriege; dieser hinterließ auch etliche söhne, ü.) Casparist zum zwölften mal mit der stadt Zürich ins selb gezogen, warauch des Raths und Reichs-Vogt, ingleichen Hauptmann indiensten Kaysers Maximiliani I. wider die Franzosen von May-land, und wurde in diensten Papst Leonis X. zum Ritter ge-schlagen, hatte etliche söhne, zog aber wegen der Reformationgen Ravperschwyl, und starb allda an. 1342. Beat RudolphZeugherr und des Regiments zu Zürich , dieses geschiechisdaselbst der letzte, starb an» 1677. Bucelin. stemmatogr. Germ.P. III. Suizer. üb. II. c. 14. von Ital. kriegen. Dvrstel. Zür.gefchlechtb. *

(Aoler von Ravenspurg,eine adeliche familie an dem Rhein ,welche von dem Römischen geschlecht der Corvinorum herstam«men soll, gleichwie sie auch einen raden im wapen führt. Ra-batt von Göler lebte an. 940. und hatte einen söhn, nahmensCarl, welcher den beynahmen Ravenspurg von einem in derUntern-Pfaltz bey dem städtlein Sultzfeld gelegenen schloß ange.nommen, nachdem er solches vermuthlich selbst zu seinem fitz er-bauet, und eigentlich Rabenspurg genannt gehabt. Seine söhnewaren i.) Ulrich, welcher die familie von Helmstadt sundtret.

2. ) Hugo, von dem das geschlecht von Mentzingm abstammet.

3. ) Heinrich , welcher den stamm der Göler von Ravenspurgfortgepffantzet. Von seinen nachkommen starb an. 1334.Bern-hard, Würtembergischer Rath und Ober-Vogt zu Vaihingen ;dessen enckel, Engelhard auf Sultzfeld, ist Badischer geheimerRath, Oder-Vogt zu Pfortzheim, und ein groß-vatter geweseni.) Friedrich Jacobs, gebohren an. 1660. und 2.) JohannBernhards, welche beyde mit erben gesegnet worden. Humb.V. R. A. tab. 191. Bucel. stemm. P. III.

* (Hölnitz, vor zeiten Goldenetz, wie BurgemeistervomSchwäbischen Reichs-Adel p. 280. angiebt, ein in Schwaben angesessessenes und iy den Cantonen am Kocher und Neckar , derfreyen unmittelbaren Schwäbischen Reichs - Rittecschafft im.matriculirtes adeliches geschlecht, so aus der Marck Bran-genburg seinen Ursprung herführet: Gestalt solches daselbstschon vor alters geblühet, und ansehnliche güther in besitz gc.habt; so aber in den neuern reiten durch kauf an die von Bar-fuß sollen gekommen seyn. Doch ist von dem alten Branben-burgischen stamme dieses Hauses um so viel weniger etwas zu«verlaßig-und ordentliches zu melden, weil das davon mit vie-lem fleiß und kosten verfertigte ahnen-buch, bey einer zu Treb.bus entstandenen feuersbrunst, im rauch ausgegangen. Esgrünet aber selbiger noch heut zutage in zweyen jungen Hemnvon Gölnitz; als Christoph Ludwig und Georg,Friedrich, welchebeyde in Königlich-Preußischen diensten als Officiers, und zwarder ältere unter dem Dossauischen ; der jüngere aber unterdem Dessauischen regiment stehen. Wie denn auch noch Mar-garetha Elisabeth von Gölnitz, verwittibte von Äaltitz, aufComero im leben ist, deren Herr vatter gewesen Hans Wlgauovon Gölnitz, Erb-Herr auf Saum, vermählet mit BarbaraCatharina von Stemkeller, aus dem Hause Kriegersdorf;, dergroß-vatter, Hans von Gölnitz, Erb-Herr auf Rasedorf, si>zur gemahlin gehabt Mariam Helenam von Haccen , aus demhause Kimmeritz , und erzeuget worden von Hans Georg vonGölnitz, Erb-Herrn auf beyden vorerwehnken örlern, und AnnaSophia, gebohrner von Canitz, aus Sachsen . Was aber cm-ermeldtes im Hertzogthum Wurtemberg angepfiantztes geschlecmanbetrifk, so stammet selbiges von Christoph von Golmtz unddessen gemahlin Margarelha von Bemwitz, aus dem Hause Eom-ro her; inmaffen beyde Nicolaum von Gölnitz erzeuget, lv wi