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Ctim vers. Lat. Th. Erpenii, hat Golius auf dessen abster-den ans licht gegeben an. 1623. und ebenfalls, doch mit ei-nem grossen Zusatz, Erpenii Grammat. Arab. an. 1636. Gro~vovii oratio fun. Colmeßus , melanges historiques. Eayle. *
(fiolius, (Petrus) Jacobi bruder, wurde bey seiner mut-ier bruder Johanne Hemclario erzogen, der ihn in seinerersten kindheit zur annehmung des Catholischen glaubens be-wöge. Als er erwachsen war, nahm er den orden der Car-rneiiter>Barfüsser an, und nennte sich P. Cölestmum de St.Lidwina. Er befand bey sich eine gleiche begierde den Orien-talischen sprachen obzuliegen, und den östlichen theil der Weltzu besehen , wie er sich denn lange zeit auf dem berge Liba-non aufgehalten hat, nachgehends aber zu Rom Professorder Orientalischen sprachen worden. Er hat den Thomamvon Kempis ins Arabische übersetzt, und in dem 74. iahre sei-nes alters noch eine reise auf die Maiadarischen küsten vor-genommen , um an der bekehrung der ungläubigen zu ar-beiten. Die beyden brüder haben einander hertzlich geliebet;doch hat es Jacobus ihrem oncle, dem Hemelariv, nie ver-gessen könne» , daß er ihm feinen bruder den Petrum zu dercommunion der Römischen kirche gezogen. Buße.
(fyoltUÖ , (Theophilus) Professor Moralium zu Straßburg ,ist an. 2328. gebohren , und an. 1600. verstorben. Er hat einCompendium der 10. bücher Aristotelis ad Nicomachum , in-gleiche» seiner Poliucorum , und eine Griechische Grammaticgeschrieben. Bay.’e.
* GoUing, (Joh. Wilhelm) in der Pegnitzischen blumen-ge-sellschafft genannt Cleander. Er war zu Nürnberg , woselbstsein vatter, Johann Hieronymus Golling, ein nahmhaffterbürger war, gebohren. Den gründ seiner studten legte erauf dem Gymnatio iEgidiano seiner vatter-stadl, unter anfüh-rung der geschicktesten lehrmeister, von welchen er sich gegendaS ende des iahrs 1723. nach Altorf auf die Acadcmie be-gab. Von seiner stlioncn wissenschafft legte er auch verschie-dene proben in öffentlichen disputationen auf dem theologischensowol als philosophischen Catheder ab ; davon er eine de Co-gnidone fymbolica & intuidva unter Pros. Feuerlin an. 1723.die andere pro gradu Magisterii unter Pros. Schwarten, deSpeculatoribus veterum Romanorum ad illustr. Marc. VI. 27.& alia quaedam novi Foederis loca, an. 1726. und bald her-nach die dritte unter Bernholden, de Imagine vei in Plomine,ad Gen. I. 27. mit allgemeinem beyfall vertheidigte, auch umfast gleiche zeit sich als Proefes- de Ideis univerfalibus fpecia-tim coniideratis , und de idearum univerfalium Utilitate ha-bililirt hatte, worauf er noch einmal als Präses de CaudonePhilosophica circa Voces disputirte. Das folgende jähr besä-he er die vornehmsten Ober-Sächsische städte und Universitä-ten , und wandte sich darauf nach Hclmstädt, allwo er ausden gelehrten lectionen und dem gelehrten Umgang des AbtsMoßheims, Henniges, Hardts, Treuers, Lackemachers und Reu-schens vielen nutzen und vergnügen schöpfte, zumal aber inden Morgenländtschcn sprachen sich mit besonderm ffeisse »be-te. An. 1729. trat er in gesellschafft seines bruders eine gelehr-te reife an, und sahe sich erst in Nieder - Sachsen, daraufin Holland , und fodenn in Engelland unter den berühmtestenund noch lebenden Gelehrten um, von welchen er insgesamtviel liebe und gunst-bezetgungen genossen. Bald nach seineranländung in Londen erhielte er die Nachricht, daß ein Hoch-Edel und Hochweiser Rath zu Nürnberg ihn zum lnsoectoreAlumnorum & OeconomiiE auf ihre Universität Aktors ernen-net , weswegen er nach einem aufenthalt von zwey monatenEngelland verließ , und sich über Holland und Flandern nachParis begab. Von bannen kehrte er über Strayburg, Basel und Tübingen nach seinem vatterlande zurück, disputirte etli-che mal < alS de Catasta Servorum ; de JDeo & Religione ; deCharacteribus verae Religionis , und de Neceslitate Revelado-nis , und gab allen , die ihn kannten, die vergnüqenste Hoff-nung von seinen fast täglich zunehmenden Verdiensten, wel-che aber durch seinen den 22. dec. an. 1732. auf ein hefti-ges dreytägiges fieber erfolgten tod mit einem mal unterbro-chen wurde. Gel. Zeit. an. 1733. V 38. seqq.
* (BoUtng, (Leonhard) ein Nürnbergifcher mahler, wardgebohren den 24. febr. an. 1604. Er kam an. 1617. zu Paul Juvenel , dem berühmten künstler, in die lehre, und gieng »achendigung derselben an. 1623. in Italien , allwo er sich die ge-legenheit in der mahler-kunst stärcker zu werden, über 3. jährlang bestens zu nutze machte. An. 1629. da er einige zeit zu-vor wiederum in Nürnberg angelanget, verfertigte er ein herr-liches stück, das die abnehmung des LErrn Christi vom creutzvorstellte, und nach dem noch andere schöne wercke, unter wel-chen vornemlich zwey altar-blatte, die er in die nahe bey Nürn-berg gelegene kirche bey St. Leonhard, zum angedencken seinestauf-nahmens, verehret. Er hatte an. 1643. mit den mahlerneinen streit, darum er sich gäntzlich von denselben abgesonderthat, und den 3. nov. an. 1667. gestorben ist. DoppelmayrsNürnberg, künstler.
Eollnow, eine stadt in dem Stettinischen gebiethe in Vor-Poinmern, so durch verschiedene feucrs-brünste und die Teut-schen kriege sehr ins abnehmen gerathen. Micraiü Pomme-rische chrvnick.
*(BoIo, lat. Gola, ein fluß auf der inful Corsica, der imsee Gena entstehet, und ins meer von Corsica fällt.
Golowin, siehe Gallowin.
Eoln, (von der) ein Freyherrliches geschlecht in Polen und Böhmen , welches von Androclo aus Dacien, einemleibeigenen des Römischen Proconfulis in Africa , seine» Ur-sprung haben soll. Man erzehlt von demselben, daß er sichwegen des harten tractameuts von seinem Herrn entfernet ,nachgehends aber deswegen zu Rom verurtheilt worden, sichmit einem löwen in einen kämpf einzulassen , da es denn ge-schehen , daß derselbe den Androclum, als welcher sich aufseiner flucht eine zeitlang in dessen hole aufgehalten, erkannt,und ihm keinen schaden zugefüget. Diese begebcnheit soll denRath zu Rom vermocht haben, ihm nicht allein das leben,sondern auch das bürger-recht zu sihencken, mit der Verord-nung, daß er in seinem wapen einen löwen führen sollte.Einer von seinen nachkommen nahm eine aus dem geschlechtder Mäniner in Helrurien zur ehe, und fügte deren wapen,welches eine rothe mauer vorstellte, dem seinigen bey. Vondiesem nun soll das Edle Teutsche geschlecht von Die» hei in,als welches eben dergleichen wapen führet, enspcossen seyn,davon sich Andreas an. in3. in Polen begeben, und den nah-men Prawda angenommen, nachdem er Johannis Prawdä,Grafen von Sczawin und Trombki, wie auch Land - Rich-ters von Gostinien, einzige tochter geheurathet. Mit dersel-ben zeugte er 3. söhne, welche sich von den 3. ihnen zuaehö«rigen Grafschafften Trombki, Golczevo und Sczawin genen-net. Der mittelste erbte Golczevo, und ist der Ahn-Herr derGolczischen familie worden, welche sich nachgehends in un-terschiedliche zweige ausgebreitet, die sowol den nahmen alsdas wapen verändert, und sich nach ihren Herrschafften undRitter-sitzen benennet haben. Von der linie, so den nahmenGoltz behalten , sind 3. leibliche brüder nach einander Bischöf«fe zu Plotzko gewesen, nemlich Nicolaus l. an. 1367. Sta«nislans I. an. 1369. und Dobislaus I. mit dem zunahmenSowka de Golczevo, an. 1371. Paulus de Golczevo, Woy»wode von Plotzko, liebte die jägerey bermassen, daß er dievorwercke Kopipki und Matwice, so 30000. lhlr. werth wa-ren , vor 2. Hunde hingab. Andreas war gleichfalls Woy-wode von Plotzko, lebte an. 1460. und hinterließ einen söhn,welcher seinen nahmen sowol als seine chargen erhielt, letzt,lich aber Paladnus von Beltz wurde, und mit einer von Opo-rowska 3. söhne zeugte, die waren r.) Nicolaus, Paladnusvon Beltz, und Starvste von Rave ; 2.) Barlhvlomäus, derHertzoge zu Plotzko Cantzler; 3.) Johannes; 4.) Petrus , einStaals-erfahrnrr Herr, der noch an. 1391. gelebt; und 3.)Christophorus, beygenannt Niszczychi. Dieser letztere wurdeStarvste von Czechanov und Prasnic, unter König Stepha»no aber Feldherr, und hat an. 1388. die wähl Königs Sigis-mundi ILl. unterschrieben. Andreas und Felix, 2. leiblichebrüder, nennten sich Siergfcii de Golczevo; jener war Pa-ladnus von Rave und Starvste zu Plotzko, dieser aber Ca«stellan zu Rip. Günther von der Goltz war Kayserlicher Ge-neralißimus unter Rudolpholl. Matthias und Ferdinando II.wie auch Statthalter in Bohmen und Mähren . Er besiiß un-terschiedene Grafschafften und Herrschafften, in Ungarn , Böh men und Mähren , begehrte aber den Reichs,Fürstlichen titulnicht anzunehmen, womit man seine vortrefllche dem HauseOesterreich erzeigte dienste belohnen wollte. Martinus Maxi-milianus war Kaysers Ferdinandi III. General-Feld-Zeuqmei-ster, und ließ in dein 30. jährigen kriege seine tavferkeit sehen.Er gieng ohne erden ab, und hinterließ seine in Böhmen gele-gene Herrschafften seinen nächsten anverwandten, von denenWentzel Anton und Johann Frantz , als Königlich - Böhmi-sche Cammer-Gerichts-Räthe, noch an. 1709. gelebt. Joa-chim Rüdiger ist nebst seiner gantzen familie, wegen seiner derCron Franckreich geleisteten kriegs-dienste, von Ludovico XIV.in den Freyherrn-stand erhoben, und ihr wapen mit 3. liljenvermehrt worden. Nach diesem wurde er General über dieChur-Brandenburgischc infanterie, hierauf General-Feld-Mar-schall-Lieutenant bey dem Könige in Dänemarck, Christian»V. und letztens General-Feld-Marschall bey dem Churfürstenin Sachsen , Joh. Georgto II. da er denn dessen armee bey dementsatz der stadt Wien commandirte, und bald daraus im hohenalter starb. Nach ansang des XVIII. feculi thaten sich folgen-de vor andern hervor: r.) Henricus, welcher anfangs dem Kö-nige in Preussen, hernach aber dem Könige in Polen gedienet,und etliche jähr bis an. 1707. Ober-Commendant in Dantziggewesen. Hierauf trat er in Rußische dienste als Generäl-Feld-Marschall-Lieutenant, und hielt sich bey untersthicdlichengeleqcnhxiten wohl; allein nach der schlacht bey Pultawamaßte man ihm bey, als wenn er nicht genugsam Vorsichtig-keit gebraucht, den marsch der Schweden zu verhindern,da sie sich unter dem General Craffau aus Polen in Pom mern gewendet. Er kam darüber in arrest, setzte sich aberwieder in freyheit, und starb an. 1717. zu Vilna in Lit-thauen in hohem alter. 2.) Fridericus war anfangs Cam-mer-Herr bey dem Kayser Leopolde, hernach aber Polnisch-und Chur-Sächsischer geheimer Rath, wie auch Reichs-b'e.naror in Polen . 3.) Franciscus Joachimus, Polnisch - undChur - Sächsischer General - Major, wie auch Starvste vonSrode, 4.) Georg Günther, Polnisch-u»d Chur - Sächsischer
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