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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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pus IT. bey seinem Printzen zum Pagen. Mitten unter der Hof-unruhe erlernte er die Philosophie, und als er das 15. iahrfeines aktcrs erreichet hatte, suchte er von seinem vatter erlaub-nis, in den Iesuiler - orden zu treten. Selbiger verlangte,er sollte zuvor zurück in Italien kommen, und als solches ge-schehen, schickte er ihn an die benachbarten Höfe, um ihnweitiich zu erhalten ; endlich aber willigte er darein , daß Lu-dovicuü nach Rom gehen, und in selbigen orden treten möch-te , welches er nicht allein mit freuden that, sondern auch al-le sein erbschaffts-recht dem jüngern bruder Rudolpho abtrat.So bald er zu Rom angelangt, trat er an. iz8c. in den Je-suiter-orden , da er kaum 18. jähr alt war. Er muste hieraufeine reise zu seinen eltern antreten, um einen schweren Proceß,welcher zwischen dem Marchese von Castiglionc, seinem bcu-der, und dem Hertzoge von Mantua war, wegen des Staatsvon Solferino , beyzulegen, welches er auch glücklich voll-brachte. Von dar kehrte er an. 1591. wieder nach Rom , all-wo er erlaubnis bekam, denen, die mit der pest befallen wa-ren , deyzustehen, welche er sich darüber selbst an den hals zog,und ob er,gleich daran curirt worden, blieb doch ein langsamesfieber zurück, woran er 3. inonate darauf an. 1592. starb.Gregorius XV; versetzte ihn an. 1621. unter die Seligen , undgab den ordens - brüvern gemalt, seinen todes-tag zu feyren,welches auch den 21. jun. an einigen orten geschieht. Cep*ri,vie du B Louis de Gonzague.

Gonzaga, (Pyrrhus von) ein Cardinal und Bifthoff vonMantua , war des Marggrafen Johannis Francisci von Man-tua enckel, und Ludovici von Gonzaga, Rodomont znge-nannt, bruder. Er hatte herrliche studia, und weil er sichzu Cleinente VII. hielte, machte er ihn an. 1527. zum Car-dinal. Er starb aber im may an. 1528. Pojjivinus, in gen.Gonzag. Petrafanfla, { ymb. heroic. lib.VI. Qnuphrius, Aubery.

Gonzaga, (Scipio) ein Cardinal, in dem XVI. feculo,war Cäsans, Marquis von Gazzuolo, söhn, ein Herr vongutem verstände, welcher dabey in der Griechischen und Lateini­ schen spräche sehr ivohl erfahren war. Äuretus stund beyihm sehr wohl, welcher ihm auch einige seiner orakionen de-diciret. Er seldsten hat etliche Italiänische Poesien geschrieben,welche nebst andern gedruckt sind, wie er denn auch die Aca-demiam JEtheriorum zu Padua gestiftet, und selbiger, so langer daselbst gewesen, in eigner perfon vorgestanden. Er nahmaber hierauf den geistlichen stand an, und wurde Patriarch vonJerusalem . Als er einsten nach Rom kam, und sich auchHertzog Wilhelm von Mantua daselbst aufhielte, ließ er ihmauf der straffe wegen eines streits ( so er über einige schlössermit ihm hatte, eine schrift einhändigen. Der Hertzog be-schwerte sich deshalben bey dem Papst, welcher, um den Her-tzog zu befriedigen, Scipionem ins gefängnis werffen ließ.Allein Stttus V. befreyete ihn nicht allein, sondern machte ihnauch so fort zum Cardinal. Er starb knrtz darauf am poda-gra. Erjtbr*u:, pin. II. imag. illustr. c. n.

Gonzaga , (Sigismundus von) war des Marggrafen Fri-deuci III. von Maniua anderer söhn. Julius II. machte ihnan. 1505. zum Cardinal. Er war ein tapferer Herr, welcherauch, da er bereits Cardinal war, die Waffen annoch führele.Er starb an. 1525. zu Mantua . Pojjetmus , histor. Gonzag.

Joviui. Onupbriut. Aubery.

General Ca-

roli

iTvMitatfa, (Ferdinands) ein berühmterV /ÜM em ^ M^ 'rämK.ll. Marggrafen '

von Mantua ,

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und an. I>. gebohren. Seine ersten dicnste that er an. 15?2.in Ungarn , befand sich hierauf an. i;. bey der landung inProvence , war auch bey Brignole gegen die Franzosen glück-lich , und ward in eben diesem jähre von Sebastiane Monle-cuculi, welcher den Dauphin Franciscum mit gift vergeben ,daß solches unter allen andern auch auf seine Veranlassung ge-schehen sey, beschuldiget. An. 1*4). commandirte er in Gel-dern, und belagerte hierauf Landreci vergeblich. An. 1^44.war er Kayserlichec Bevollmächtigter bey den tractaten zu Crestpi, und bekam das Gouvernement von Mayland. Er nahman. 1547. nachdem Petrus LudvvicuS Farnefe, Hertzog vonParma, wie man sagt, auf anstiften, oder doch mit vorwissendes Gonzaga ermordet worden, Placenza ein, fiel hicrnachstin das Parmesanische, wo er an. 1391. übel hansete, und Par­ ma , wiewol umsonst, bloquirle. In eben diesem iahre ließ erdie Französischen soldaten, die sich heimlich in das Hertzog,thun« Parn,a und in Mirandola einschleichen wollten , ermor-den und ersäuffen, welches hernach zu einem neuen krieg mitFranckreich anlas geben half. An. i;?4- ward er, weil allent-halben klagen wider ihn eingekommen, und er in verdacht ge-rathen war, daß er sich zum Herrn von Mayland aufwerssenwollte, aus diesem Hertzogthum zurück beruffen, unter demvorwand, daß er das commando in den Niederlanden überneh-men sollte. Er befand sich eben in diesem jähre auch in derschlacht bey Renti, welche die Kayserlichen, die seinem rath nichtfolgen wollten, verlohren, und aus der er selbst mit genauernoth entkam. Er sollte hierauf von seiner aufführung in demMayländifchen rechenschafft ablegen, und ob es wol desfallszu keiner förmlichen Untersuchung kam, so hatte doch der Kay-ser ihm seil dieser zeit seine gnade entzogen, daher er, nach-dem er sich an. in der schlacht bey St. Qnintin befun-den , und abermal vergebens gerathen halte, daß man sich denerhaltenen sieg recht zu nutz machen möchte/ aus Verdruß kranck

ward, und bald darauf im; i. jähre feines alters verstarb. Erwar ein tapferer und verständiger General, dabey über alleMassen geitzig. Es bat auch deswegen der Kayser, als er ab-getanckt, seinem söhn Philippo II. gerathen, daß er zwar beydem Gonzaga sich in allen wichtigen dingen raths erholen,aber ihm nimmermehr einiges Gouvernement geben sollte.Julianus Goselini hat das leben dieses Herrn an. 1574. zuMayland in Italiänischer spräche heraus gegeben. Von seinennachkommen siehe den geschlechts-artlck. GuastaUa. Smptor.

bißor, Carali V. 1 "buan. restit. Dante: , tom. V. VI.

Gonzaga, (Franciscus II.) Marggraf von Mantua ; sieheunter Franciscus.

* Gonzaga, (Fridericus) ein söhn Friderici I. Hertzogs vonMantua , ward nach des vatters tobe an. 1*40. gebohren, undunter der vormundschafft seines vctrers des Cardinals HerculisGonzaga erzogen. Er studirte zu Bononien , und ward aufdes gedachten Herculis vorspruch , ungeachtet sich verschiedenewegen des Friderici jugend widersetzten, an. 1363. zum Cardi-nal gemacht, starb aber bald darauf an. 1363. Er wird ge-meiniglich der Cardinal von Montferrat genannt. Pojjevmus ,

histor. Gonzag,

Gonzaga, (Fridericus II.) erster Marggraf, und hernacherster Hertzog von Mantua ; stehe unter Fridericus.

* Gonzaga, (Hannibal oder Franciscus) welchen nahmener vermuthlich , da er ein ordens-mann worden , mit dem er-sten vertauschet haben mag, war ein söhn Caroli Gonzaga,Marquis von Gazzuolo, und ein sehr verständiger und gottse-liger Prälat. Er ward General des Franciscaner-ordens, be-kam ferner ein Bißthum in Sicilien, und das Bißthum Pa.via, gieng hieraus als Nuntius nach Franckreich , wohin erden Cardmal-Legaten Alexandrum von Medices begleitete, undward zuletzt Bischofs von Mantua . Er starb an. 1620. im72. jähre seines alters, und schrieb, wie Hallervord in bibl.curios. von ihm meldet , ein werck de Origine Seraphic* Re-ligionis Francifcans, ejus progressibus ; de Regularis Obfer-vantiae lnstitutione, Forma Administrationis & Legibus Or-dinis , Rom 1587. in fol. Venedig 1607. Es hat ein gewisserDonesmundus fein leben beschrieben. UgbeUus , ital. sacr.tom. I. p. 874.

Gonzaga, (Cäcilia von) ein gelehrtes und tugendhaffteSfrauenzimmer aus dem XV. feculo. Sie wurde durch Victo«rinum Feltrium in den studien wohl unterrichtet, und vonihrer mntter Paula Malatesta zu allem guten erzogen. Die-se beredete sie auch den geistlichen stand anzunehmen, wel-ches ihr vatter nicht zugeben wolte, doch endlich sich mitvielen gründen darzn bewegen ließ. Ambros. Camaidui. ho.dcepor. p. 34· BoJJius, de immod. mal. cultu p. 327. Bayk.

Gonzaga, (Eleonora von) Printzeßin von Mantua , einetochter Marggraf Francisci I. und gemahlin Francisci Mariä dela Rovere, Hertzogs von Urbino , in dem XVI. ikeulo, ist wegenihrer sonderbaren keuschheit und standhafftigkeit berühmt, wel-che letztere tuqend sie sonderlich erwiesen, als Leo X. das Hertzog,thum Urbino ihrem gemahl nahm, und seinem vetter Laurentiode Medicis zuwandte. Von "ihren bindern ist Guido Ubaldus dela Rovere, Hertzog von Urbino , der jüngere söhn aber Hertzogvon Vvra und Cardinal worden. Die ältere tochter Hippolyta ist an Antonium von Arragon,Hertzog von Montalro; die andereJulia an Alphonsum d'Este, Marggrafen von Montecchio, unddie jüngste Jfabella an Albericum Cibo, Fürsten von Malaspina ,und Marggrafen von Massa, vermählt worden. Baye.

Gonzaga, (Jfabella von) eine gemahlin Guidonis Ubal-di von Montefellro, Hertzogs von Urbino , ist unter die lugend«Hafftesten Damen ihrer zeit zu zehlen. Das glück hatte sie miteinem manne versorget, aber stin Unvermögen hinderte ihn,die ehe, wie sie unter eheleuthen gehöret, zu vollziehen. Obsie, wie Hilarion a Costa berichtet , gantzer 2. jähr bey ih,rem manne gelebet, in solcher Unschuld, daß sie nicht ge-wußt , daß etwas mehrers , als ihr mann ihr erwies, zu ei-ner vollkommenen ehe gehöre, lässet man allerdings dahingestellet seyn. So viel ist gewiß, daß sie ihren gemahl des-halben nicht weniger geliebet, auch kein mensch dieses geheim-nis würde erfahren haben, wenn es ihr gemahl nicht selbstkund gemacht, und nach verlohrnem Hertzogthum, welches ihmCäsar Borgia , Hertzog von Valenz« genommen hatte, ihr öf-fentlich die ehe-scheidung angetragen hätte. Jfabella wollte da-von nichts hören, und als der tod ihres gemahls endlich diescheidung machte, fiel sie darüber in solche traurigkeit, daß esihr bey nahe das leben gekostet hätte. Sie verheurathete ihremuhme Eleonora von Gonzaga mit ihres Mannes Nachfolger indem Hertzogthum Urbino , Francisco Maria de la Rovere, Ju-lii II. Nepoten , und brachte die übrige zeit ihres lebens in stil-lem wittwM-stande zu. Bayle.

Gonzaga, (Julia von) Hertzogin von Traietta, und Grä-fin von Fondi,,des Vespasiani Colonna gemahlin. Sie wirdwegen ihrer schönheit gelobet, dergestalt, daß auch der Tür-ckische Kayser Solimann sie zu besitzen verlangte. Er schicktedannenhero den Barbarossa, seinen General-Lieutenant, nebsteiner mächtigen armee bis nach Fondi, allwo sie sich aufhiel.te, wie denn auch selbiger in der nacht davor kam, und diestadt mit stürm eroberte. Allein Julia hatte sich gleich beydem ersten allarm blos im Hemde aus dem fenster gelassen,