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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Gothofredus, (Dionysius) ein söhn Theodori, so fol-get, und enckcl Dionysii Gothofredi, ward an. 1615. den 24.aug. gebohren. Er befliß sich gleichfalls, wie sein vatter, aufdie kenntnis der Historie, und ward an. 164«. Königlicher Hi-storiograplius mit einer besoldung von zSoo. Pfund, welchehernach noch mit 2000. pfund vermehret ward. Man brauchteihn auch sonst in verschiedenen Königlichen commißionen. Erstarb an. 1681. den 9. junii zu Ryffel, allwo er seit an. 1668.die direetion von der Rechen - Cammer geführet. Er hat ver-schiedene geschicht - schreiber von Carolo VI. Carolo VII. undCarolo VIII. wie auch die memoires von Philippo von Co-mines heraus gegeben; ingleichen Alemoires & lnstructions

B our servir dans les Negotiations & aiFaires concernant lesroits du Roi ; Histoire des Connetablcs &c. & autres grandsOtficiers de la Couronne verfertigt. Er hat eine sammlungvon allen Französischen Hirtoricis von der zeit an , wo duChene aufgehöret, heraus geben wollen, auch einen gutenvorrath dazu gehabt, ist aber durch andere geschaffte daranverhindert worden. Dionysii söhne waren 1.) Dionysius;2.) noch ein anderer Dionysius, Herr von Villiers, so inkriegs-diensten gestanden ; ?.) Johannes, der des vatters Be-dienung bey der Rechen - Cammer erhielt; 4.) Carolus, Herrvon Chataigneraye, der an. 1682. bey dem bombardement vorAlgier geblieben; 5.) Claudius , Advocat vom Gonsoil; 6.)Achilles , der an. 1710. in Flandern gestorben. Dionysius istAuditor bey der Rechen-Cammer zu Paris gewesen. Le Lang ,bibl. de France. Mimoires pour servir ä l'bißoire des bommesillustres , tom. XVII.

* Gothofredus, (Theodorus) der älteste söhn DionysiiGothofredi, war an. i;8°. zu Genf gebohren , studirte zuStraßburg , und kam an. 1602. nach Paris , wo er die Catho-iische religion annahm. Er erwarb sich durch stine sonderbarewissenfchafft in den geschichten, sonderlich in der Französischen Historie, einen grossen rühm, ward an. i6;r. Historiographus,an. 1654. Rath bey dem souverainen Gonsoil zu Nancy , an.264;. Sraals-Rath, und befand sich als Rath und Secretariusbey der Französischen Gefandtjchasst zu Münster ; allwo er auchan. 1648. am ;o. octobr. verstarb. Er hat verschiedene ge-schichtsschreiber von Carolo VI. und Ludovico XII. heraus gege-ben; ingleichen eine genealogie der Könige von Portugall, derHertzoge von Lothringen , der Grafen und Hertzvge von Bar,le Ceremoniel Franqois , und viele andere schriften, die meistdie ansprüche der Französischen Könige auf andere Staatenbetreffen, und viele, die noch im manuftript liegen , verfer-tiget. An dem Traite touchant les Droits du Roi TresChretien , der unter Petri du Puy nahmen heraus gekom-men , hat er das meiste gemacht. Le Lang , bibl. hiftor. paffim,& p. 974. Memoires pourservir a lbißoire des boinmes illustres.,tom. XVII.

* Gothofredus, (Dionysius) ein söhn Dionysii, Honorar-Auditor bey der Rechen-Cammer zu Paris , und Aufseher überdie bücher eben dieser Cammer, gab an. 1706. eine schöne editionder Memoires de Philippe de Comines in drey bänden, undan. 1712. Anmerckungen über Gabr. Naudai zugäbe zu derHistorie Ludwigs XI. welche er nebst viel andern dergleichenschriften neu auflegen ließ. Er hat auch an. 1711. neu herausgegeben °. Satyre Menippee, avec les Notes de Mr. du Puy ,de M. Duchat, wobey auch einige annierckungen von ihm leibstwaren. An. 171z. ließ er diejenigen abhandlungen der Fran­ zösischen Historie, welche Petrus Puteanus gesammelt, mit ver-schiedenen merckwürdigen fachen von den Tempelherren , wie-derum drucken. Memoires du tems.

Gothricus, (Gottfried ) König in Dänemarck, war einsöhn Gormomsl. und kam an. 70;. zu der regierung. Erführte mit Carolo M. blutige kriege, als dieser die Sachsen zuder Christlichen religion zwingen wollte, und soll denselben aufein ducll herausgefordert haben , welches aber nicht vor sichgegangen. Nachgehends büsscte er in dem kriege mit Schwe­ den ein, und ward an. 81°. von seinen eigenen trabanten um-gebracht. Hüdner nennet ihn auch Siegfried, da hingegenandere melden, daß derselbe Gothrici bruder gewesen, undvor ihm nur ein jähr regieret habe. Eva oder Geva, eine ge-mahlin Wittekindi M. soll seine schwester oder tochter gewesen

seyn. S»xo Gramm. Meurßus. Fontanus. Krantxius, bist. Dan.Eubn. P. III.

* Gothus, (Cäsar) ein Edelmann von Meßina, war auchein Theologus , und sonst in vielen andern wisicnschafften ge-lehrt, auch nicht weniger tugendfam. Nachdem er den Doctor-grad in der Theologie angenommen hatte, wurde er General-Yicarius des Ertz-Bifchoffs zu Ragusa . Er ward auch Rathbey der Inquisition, Prior der Academie zu Meßina, und Abtdes in derselben stadt liegenden klosters St. Placidi. Man hatvon ihm eine schritt, del Genio tyranno de] Galli ; wie auchSincero Aviso a i Principi bramoii della felicita de loro Domi-nii. H.baotb. Sicuia.

Gotis , (Henricus Antonius del von Vicenza , war umdas jähr 1 z Iein berühmter Rechtsaelehrter zu Venedig . DieJüden in dieser stadt sollen ihm ioooo. ducaten gegeben haben,uni nur ein eiiuiq mal sie vor gericht zu rechtfertigen. Er hat ver-schiedene Rechts-tractate und eine Historie von Vicenza geschrie-ben. i'aiartnt hiih Vkent. lib.VI. Imperialti, de Muiko hift.&c.

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Gottesberg, ein vrt und berg im Schlesifchen HertzogthumSchweidnitz , der wegen seinen reichen ssüder-minen und stcin-kohlen berühmt ist. *

Gottesgabe, eine kleine berg-stadt in dem Meißnischen Ertz-geburge, hart an den Böhmischen grentzen, i. meile von Joa­ chimsthal , gelegen.

Gottesthal, fonsten gemeiniglich Seissenstein, ein Cister-cienfer-kloster in Nieder-Oesterreich, unweit der stadt Jps, wel-ches Eberhard von Walbsee an. 154°. gestiftet.

Gottes -Zell, ein Cistercienfer-Nonnen-kloster in dem Biß-thum Regenfpurg, und jenem theil von Unter-Bayern, so ins-gemein Wald genennet wird, 4. stunden von Deggendorffauder Donau gelegen. Es hat zum ersten stifter Heinrich vonPfölling gehabt, welcher an. 128z. seinen Mayerhof Droslachsamt der mühle, fifcherey und Wäldern zum unterhalt zweyerGeistlichen vergäbet hat; hernach an. 1287. hat sein schwagerHeinrich,Bischoff von Regenfpurg,diese stiftung mit Überlassungder zehenden von etlichen Pfarreyen vermehrt. Es war anfangsnur ein Priorak dem kloster Alderfpach anhängig, es ist aber an.

20. zu einer Abtey erhöhet worden , und hat zu dem erstenAbt Bertholdum gehabt. Idea chrono-topogr. Congr. Gilt.

8. Bernh. p. 88. *

Gottfahrt, siehe Göttfahrt.

Röntg von Jerusalem :

Gottfried von Bouillon , der Christliche Hercules ge-nannt , ein söhn Eustachii II. Grafen von Boulogne in derPicardie und der Jdä, die eine schwester war Godofredi Gibbo-ü, Hertzvas von Nieder-Lothringen vder Brabant , welchemunser Gottfried, von Bouillon in dem Luxemburgischen züge-nannt , nach dessen tode mit des Kayfers Henrici IV. genehm-haltung succcdirte. Nachdem er seine tapferkeit unter dem ge-dachten Kayftr, welchem er mit sonderbarem glück in Teutsch-land und Italien diente, durch vielerlcy proben sehen lassen ,wurde er zum General über eine armee erwehlet, wormit dieChristen an. 1096. in dem ersten crcutz-zuge, das gelobte landwiederum einnehmen wollten. Er verkaufte deswegen feinschloß Bouillon dem Bischoff Otberto von Lüttich, und wandtesolches gelb auf den vorhabenden krieg. Als die Griechen sichdem marsch seiner armee widersetzten, zwang er den KayferAlexium Comnenum mit gewalt, ihm einen freyen paß zu ver-statten , und seiner armee Proviant zu liefern, dagegen er ver-sprach, ihm die eroberte Plätze zu lassen. An. 1097. schlug erSolimannum, den Türckischen Sultan < eroberte Nicäam nacheiner monatlichen belagerung, und darauf Antiochiam , undbrachte innerhalb 4. jähren Lycaoniam , Cilieiam, Syriamund Alesopotamiam Comagenam unter sich , welches den Sara-cenen ein solch schrecken einjagte, daß der Caliphe von Egyvtendurch seine Abgesandten um frieden bitten muffe. An. 1099.den i;. jul. eroberte er Jerusalem , und wurde 8. tage hernachmit allgemeiner genehmhaltung der Kriegs-Obersten' seiner ar-mee zum Könige vom Jüdenland erwehlet, wollte sich aber keinegoldene cron aufsetzen, noch einen König von Jerusalem nen-nen lassen, allwo sein Heyland so schmählich wäre tractiret,und mit dornen gecronet worden. Als nun durch die vielenexpedilionen seine armee ziemlich ruinirt worden, und faffbis auf 20000. mann zerschmoltzen war, wollte der EgyptifcheSultan sein heyl versuchen, und schickte dahero - 00000. reuternebst einer gleichmäßigen anzahl infanterie wider ihn zu selbe,welche aber allesamt geschlagen, und mehr als ioooo. mann auffeindlicher feite erleget wurden, so , daß durch diesen sieg Gott­ fried von Bouillon das gelobte land bis auf2. oder;. Plätze ru-hig innen hatte. Allein er besaß seine conqueten eine sehr kurtzezeit, inmassen er an. noo, dieses zeitliche gesegnet, woraufihmfein bruder Balduinus succedirte. Sein anderer bruder setztedie linie der Grafen von Boulogne fort. siehe Creuyfahrten.

Guil. Tyrius , üb. I. & II. bello iacro. Geßa Dei per Francos.

Grafen voirAniou, Bretagne und andere:

Gottfried I. Graf von Anjou und Seneschall von Franck«reich, war Fulconis II. des guten, söhn. Es wurde ihm derzunähme Grisegonelle beygelegt, weil er, als er sich einsten miteinem riefen in einen kämpf einließ, über seinen Waffen einengrauen rock trug, welchen man damals Goneüe nennete. Erthat zu des Königs Lotharii zeiten dem Staat von Franckreichgrosse dienste, wannenhero er auch vor sich und seine erben zumSeneschall von Franckreich gemacht wurde. Er starb den 21.jul. an. 987. vor dem schloß zu Marson, und ward in St. Au-bini-kirche zu Angers begraben. Er hat die Collegiatckirche zuLoches gestiftet. Von der Adelheit von Vermandois hatte erFulconem III. Grafen von Aniou; Mauritium, welcher an^1012. ohne erben starb ; Ermengardin, welche an. 970. anConan I. Grafen von Bretagne , vermählet war; Adelamoder Blancam , eine gemahlin Wilhelmi III. Grafen vonProvence ; und Gerbergam, eine gemahlin Wilhelmi II. Gra-fen von Angouleme . Albericus , in chron. hourdigne , hist.dAnjou.

Gottfried II. Martellus genannt, Graf von Aniou undvornehmster Staats-Mimster in Franckreich, unter dem Könige

Henricv.