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den zuwider zu seyn begunte, rief Gottfried den Grafen vonHolland zu hülffe, dessen ihn aber nachgehends gereuete. Derqantze streit wurde endlich durch Reinoldum, Bifchoff vonCöln, dem der Kayfer solchen übergeben, geendigel. Gott-fried hatte noch einen andern krieg wider d«e einwohner desländleins Drente, welche von dem Hertzoge von Geldern un-terstützet wurden. Damals leistete ihm der Graf von Holland grosse dienste. Die Vermittelung des vbaedachten Bischoffs zuCöln muste auch diese fache beylegen. Übrigens verehrte Gott-fried der kirche zu Utrecht sein schloß Rhenen , und die guther,welche dazu gehöreten. Damit er fein kirchspiel wider die be-nachbarte beschützen könnte, ließ er vier schlosser bauen; nem-lich Mvntfort, Vollenhofen, Woerden und Ter Horst. Erstarb den 27. may an. 1177. oder, wie andere wollen, an.n78.nachdem er seiner kirche 21. oder 22. jähr vorgestanden war.
Heda & Beka , Kilt. Episc. Ultraj. Batavia sacra .
* Gottfried, oder Godefrov, ( Johann) ein berühmterRechrsgelehrter gegen ende des XV. und ansang des XVI. feculi,war zu Vemelingen, welches ein Zuidbeveländisch dorf in See-land ist, gebohren. Er ward an. 1484. Doctor, und an. 1487*Professor der Rechten zu Löven, welches amt er auch mit vielemlpb verwaltet. Man stehet aus seiner in Niederländischen Ver-sen verfertigten gradschrift, daß er an. i;i;. gestorben sey.Groß allgemein Holl. Lericon.
Gotthardt, 8ummse Alpes , ist das höchste gebürge, wel-ches die Schweiß und insonderheit die Urner von Italien un-terscheidet. Er hat ltncks und rechts sich ausstreckende ärme,aus welchen die fürnehmstcn flüsse hcrfür quellen. Dann gegenOden, durch das Liviner-thal fliesset der Testn; gegen nordenlanffet die Rüß; aus dem Crifpalt ergiesset sich der Rhein , an-fänglich gegen osten, und hernach bey Chur gegen wessen;aus dem Fnrckhen entspringet die Rhone ; aus demGrimseldie Aar; aus dem Valdäsch die Etfch. So strömet die Tosadurch das Eschen-thal hinunter. Es liegen auf der höhe desGvtthardts, nicht fern von der Capuciner Herberge, innerdem begriff einer stunde, sieben schöne crystall-klare seen, welchemeistentheils von brunnen-waffer entstehen, so sich allda sam-melt. Es meynen einige, es habe dieser berg seinen nahmenvon dem Hildesheimijchen Bischoff St. Gotthardt, welcheran. n;i. vom Papst Jnnocentio II. canonisirt worden ist.< a) Allein es erzeigt sich keine Wahrscheinlichkeit, und der näh-me des bergs ist viel älter. Andere fuhren ihn her von den Go-then, welche der Kayfer Justinianus I. um die mitte desVI. feculi durch seinen General-Lieutenant Rarses aus Italien hinaus gejagt hat, und welche über diese gebürge, in die Urner gegcnd sich gezogen , und allda hin und wieder niedergelassenhaben. Es gehet über diesen berg der Haupt-paß aus derSchweiß in das Hertzogthum Mayland und Italien , und wer-den die,waaren auf inaulthieren und saumrossen darüber ge-führt. Die reise gehet von Altorff in Ury, drey stunden weitbis zum sieg, da der Golthardt und das ob sich steigen anfängt.Diese straffe ist theils lustig und annehmlich , indem man dannund wann kleine ebenen antrift, theils wild, rauch und förch-terlich, bald kommet man, sonderlich in den untersten theilendes bergs, durch anmuthiae Wälder; bald siehet man durch ei-ne dunckele, natürliche perspective vieler bäume, die in der tieferauschende und schäumende Reuß; bald die von den seifen ab-stürtzende bäche, welche bald ein angenehmes, bald ein förch-terliches getöse verursachen. Übrigens findet man sich gäntzlicheingeschlossen zwischen Hohem mit immerwährenden schnee be-decktem gebürge, und im Winter und frühling ist die strasse ge-fährlich wegen dem vielen eis , tiefen fchnec und den von denhöchsten berg-gipfeln entsetzlich herabstürtzenden und alles über-deckenden lauwinen, wie dann schon der Poet Claudianuü ge-schrieben :
- - - - Multos hausere profuncfe
Vastamole nives, cumque ipsis fepejuvencis
Naufraga candenti merguntur plauitra barathro.
Wann man vom sieg eine halbe stunde gestiegen, so kommt manin das dörflein Riebt, folgends auf Meischligen, von dar ineiner stunde auf Weiler und noch in einer stunde gen Waftn, fer-ner in einer stunde nach Gesinen, da man crystallen gräbt. Ei-ne stunde weiter kommt man zu der sogenannten Teufels-brückeüber die Reuß, und dann gleich in das Urseler-thal, darinnenvon natnr keine bäume mehr wachsen, wegen falte und räuchedes orts, ausgenommen ob dem dorf Urseren , allwo eindreyeckicht gepflantztes tann - wäldiein ist. Eine halbe stundeweiter oben das dorf Hospital, allwo die reisenden gemeiniglichausruhen und übernachten ; von bannen kommt man in zweystmiden zu den Capucinern auf die völlige bewohnte höhe desGotthardts, von welcher dennoch höhere gipfel empor steigen,dahin aber niemand kommet; von bannen steiget man wiederabwärts gegen Italien , und kommt erstlich auf Ayrol, undgelanget endlich durch das Liviner - und Palenser - thal, aufBellentz und folglich an die Schweitzerischen Landvogteyen.Lang. grnndr. der Catholischen Welt, lib. I. c. 6. p. 51;. jos.Simicr. de Alpib. p. 101.no. Gcheuchzers bcrg-reif. tom. 'I.p. 18. & tom. III. p. 41. & scq. nec non p. 82. *
Gottleube, ein bcrg-städtlein iin Marggrafthum Meissen,anderthalb meilen über Pirna und in dessen Amts bezirck, andem stuf, Gottleubc gelegen, gegen die Böhmische grentze zu.Es ist wegen einem furnehmen eisen-bergwerck und Hammer imruf. Knautbii prodx. Müh. ili. p. 182.
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Göttlichen , ist ein Bifchöffiich - Constantzisches schloß mflecken im Thurgow am Bodenfee, eine halbe stunde unter Cvn.stantz gelegen. Dessen erbauer ist gewesen Eberhard von Walb-purg, Bifchoff zu Constantz, an. i»;i. Conrad von Honburahat solches im kriege mit dem Bischoff Johannes eingenommenund verbrannt. Hernach im Schwaben -kriege an. 1499. wurdees vom Bischoff Hugo wider die den Eydgenoffen (deren dunds-genoß undbürger er war) gegebene Parole dem Schwäbischenbund eingeräumt. Stumpf, üb. V. p. 69. b. *
Gottolanus ' (Raymundus Albertus) ein Cardinal, ge-bürtig von Barcellona, allwo ihn seine Gräfliche eitern, Alber-tus Romäus und Artalda de Puejo, gleich nach seiner geburkdem geistlichen stände wiedmeten. Sein fleiß in den studien warso groß, daß er in dem 21. jähre seines alters den gradum ei-nes Doctoris Juris erhielt. Ja dem go. jähre trat er in den er-den der Trinitariorum , und als ihn hernach seine Obern vier-mal absendeten, um die in der Saracenischen dienstbarkeil fle-ckende Christen zu befreyen, ranzionirte er deren über 600.Nach Dominico a St. Pctro muste er das Priorak über feinengantzen orden annehmen, und an. izi?. wurde er zu Valentin,nach absterben Arnoldi de Roßiniol, zum ersten geistlichen Ge-neral - Ordens - Meister durch 114. gegen 76. vora crwehlet.An. i,; 1. soll ihn (nach dem bericht der scribenten seines ordens)Johannes XII. zum Cardinal ernennet haben. Er starb abernoch in eben demselben jähre den -8. nov. und ward in der kir-che de Podio , sechs meilen von Valencia , begraben. Er hatAcdamationes Catholicas circa Eccleliasticos Honores , wieauch etliche andere geistliche fachen, geschrieben. Über dieses ister von Jacodo II. Könige von Aragonien , an den Päpstlichenund an den Sicilianrfchen Hof gesendet, und zu beylegung eini-ger streitigkeiten zwischen dem gedachten Könige und andern Po-tentaten gebraucht worden. Sein frommer Wandel, nebst uv-terschiedenen wunderwercken, so man von ihm berichtet, habenzuwege gebracht, daß sein gedächtnis von vielen , als eines Sc-ligen verehret wird. Zumel. de vit. Patmm & Magistror. Ge-neral. Marulus live Maurolycus , in Ocean. omn. relig. Jac.Joh. de Vives , in viridar. Salmer. memor. fec. II. Guimtrm.kill. Corbera, in vit. B. Maria».
(Bottorp ri>ie Hertzogliche residentz in Schleßwig, liegt ineiner überaus angenehmen gegend, mitten in einem fee, derBorg-see genannt, und ist mit einem wall und starcken bvüwer,cken versehen, deren fundament, weil alles im mvrast gelegen,auf vfälen stehet; wie dann sonderlich das eine dollwerck erstlange nach den übrigen erbaut worden, nachdem man den mo.rast durch die erde des nahe gelegenen Hesterberges, so deswe-gen abgetragen worden, verstopfet. Das schloß ist sehr präch-tig, gebaut, mit lust - gärten, zeug - Häusern, kunst - cammer,müntz-cabinct, und dibliotheck, die alle Hertzog Friedrich III.angelegt, versehen. Aus der courtine der vestung geht eine brü,cke über den Borg-see, darauf eine aller von ulmen-bäumen bisan das nahe in einem lustigen thal gelegene neue werck, worbcyeine grolle und pommerantzen-haus befindlich, gepflantzet ist. Diestadt ist auch sonst mit schönen gebäuden, und vornemlich mitvortreflicheu gärten sezieret, hat in der nähe eine nutzbare hol-tzung, den fischreichen Schliestrom, und die stadt Schleßwig.Dieses Gottorp wurde vor Jetten Klein-Goltorp genannt, undnachdem das schloß Groß-Gottorp, welcher ort noch heut zu ta-ge Alt - Gottorp genennet wird, von dem Statthalter zuSchleßwig, Claus Rasi söhn, in den damaligen Unruhen zer-störet worden, haben daselbst die Bischöffe von Schleßwig zu Kö-nigs Woldemari I. zeiten, und vielleicht lang vorher, einenschonen pallast gchadt. Es hat aber BischoffNicolaus II. dieseseine residentz in Klein-Gottorp an Hertzog Erich von Braun-schweig vertauschet. Hertzog Fridericus I. welcher hernach Kö-nig in Dänemarck wurde, hat das jetzige schloß zu bauen ange-fangen , welches Hertzog Adolph noch weiter ausgeführet, auchdie bevestigung in bessern stand setzen lassen, welches über an-derthalb Millionen gekostet. Im Nordischen kriege haben sichan. 171;. die Dänen dieser stadt nebst dem gantzen Hertzog,thum bemächtiget. Das Amt Gottorp begreift sieben Harden,oder Unter-Gerichte; Arens-Strucksdorff-Schlleß-Crop-Berg-odcr Hütten - Hörner - Harde und das ländlein Stapelholm.Dancrwerths befchreibung Schleßw. und Holstein, k. II.
c. 9. p. iog. ieqq. Topegr. Saxon. ins er. Meiler i ifagog.
t Gottorp , ist eine besondere Holsteinische linie. Dersel-ben fitster ist Hertzog Advlphus, Königs Fridrrici l. in Danc-marck, und Sophlä, gebohrner Hertzogin in Pommern jung,ster söhn , gebohren den 29. jan. an. iz rei. Er theilte mit jn-nem bruder, dem Könige Christians III. an. i?44- die Hol-steinischen lande. Er liebte den krieg, und diente dem KayferCarolo V. in der fruchtlosen belagerung vor Metz; an. i;;?.half er die Ditmarschen bezwingen, that an. i;68. den Spa-niern wider die Niederländer dienste, wurde«». m<s. Bistholfzu Schleßwig, und starb an. 1986. Er hatte von seiner gemah-nn Christina, Landgraf Philipps zu Hessen tochter, vier Prin-tzen, davon der älteste Fridericus ein gottsförchtigcr undLeleyr.ter Herr, so den 21. apr. an. r;68. gebohren, Bifchoff zu üdwwig wurde. Er folgte an. i; 86. seinem vatter in der reglerung,starb aber den i;. jun. an. 1987. Sein anderer Printz Philip-pus, so den io. aug. an. 1570. gebohren, folgte in derJegie-rung , starb aber, nachdem er kaum drey jähr selbige geiuhrcr,den 18. octobr. an. 159». unverheuralhet. Der vierte