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höltzernen bettel-napf, füllete solchen mit wein, trunck selbigmdcrgantzen qesellschaffc zu , und versicherte dabey, daß er be-reitwäre , für die freyheit des vatterlands guth und blut auftu,setzen. Worauf noch viel heftiger geruffen wurde: Vivent lcsGueux. Endlich, nachdem der von Brederode etwas von demwein gekostet, gab er den bettel-napf und die lasche dem nächst-sitzenden, welches auf solche art herum gieng mit gleicher con-testation, als der von Brederode gethan. Auf solche art kamdieser nähme bey einem festin auf. Die Conföderirten erschie-nen den folgenden tag zu Brüssel alle zusammen in grob grautuch gekleidet, hatten an ihrem gurtet bettel-napft, und tru-gen am hals eine oval-medaille mit der Umschrift: F.n tout fiele,les au Roi, jusqu’ä porter la beface, trt stUcttt dein JwlttQC
ttetreu, bis an den bettel-fack. Als einige zeit hierauf nachänkunft deS Hertzogs von Alda dieses und anders in solchen han-deln vorgegangene für lasier der beleidigten Majestät wollte er-kläret werden, sahe sich Printz Wilhelm von Oranien, undandere der vornehmsten Häupter genöthiget, anS den Nieder-landen weg zu gehen. Der gedachte Printz aber, der sich zuDillendurg im' Nassauischen aufhielt, gab etlichen CapitainSvrdre, einige kriegs-fchiffe auszurüsten, und zur see zu comman-diren; da denn verschiedene soldaten, die in Frießland herumschweiften, unter ihnen dienste nahmen, und zusammen diewassereGeufen qenennet wurden. Sie thaten mit ihrer klei-nen flotte von 24. schiffen den Spaniern grossen schaden, brach-ten viele reiche prisen auf, und verkauften selbige in fremdenHäfen. Endlich eroberten sie unter anführung Wilhelms deLumay, Grafen von der Marck, den 1. april an. 1572. die stadtund Hafen Brie! an dem ausfluß der Maas , welches man bil-lich für den ansang der Holländischen Republick zu achten hat,weil bald darauf die meisten städte in Holland die Spanierausjagten. Bcntivoglio, guerra di Fiandra. Strada, de belloBelgico. Protius, an. II. p. z;. Meteranus, lib. IV. Bizot, hist.metall. d’Hollande, tom. I. p. 2. 13. & 16.
Guez, (Ioh. Ludov.) Herr von Balzac, siehe Balzac.
, ein altes Teutsches volck, welches an demufer des Rheins wohnte, oberhalb Cöln , wo anjetzo das Her-tzogthum Eleve ist. Sie sind nachgehends 8icambri genennetworden. Plmius, lib. IV. c. 17. Tacttus, lib. IV. bist. c. 26.Cellarius, not. orb. ant. lib. II. c. ;. p.
* Guttu au , oder die insnl St. Philippi, eine aus der zahlder Marianischen oder Dieds-insuln , hat nur drey stunden imumfang , und liegt unter dem 17. grad 45. Minuten der norder-breite. Sonst liegt sie 6. meilen von der insnl Sarignan undvierthalbe von Almaguan ab. Charles Gobien , hist. des IslesMarianes.
Guiana, oder Guaina, eine landschafft in Süd-Amcrica,welche die Nord-see nord-und ostwärts,das Königreich der Ama-zonen südwärts und das göldcne Castilien nebst dem fluß Ore-noque westwärts hat. Der Cariber laud liegt mitten in Guia-na, gegen der Nord-see zu. AIs Belalcazar an. 15;;. einigelande um Papayan entdecken wollte, welches er ihm unterwür-sig gemacht, begegnete ihm ein wilder, welcher sich vor einen,der aus der provintz Condirumarca gebürtig wäre, ausgab,auch dabey meldete, daß solche landschafft in Guiane gelegen,und mit gold und andern schätzen angefüllet wäre, so gar, daßauch die einwohner sich Harnische von gold-blechen machten.Dieses gab den Spaniern anlas, solches land ei Dorado zunennen. Als Gonzales Pizaro von seinem brudcr Franciscodas qouverno über die provintz Quito erhalte» , suchte er sel-biges laud zu erobern , konnte aber die stadt nicht finden. Eswird gesagt, daß an. 1540. ein Spanier , Johann Martine;genannt, welchen man wegen begangenen ubellhaten aus ei-nen kahn gesetzt und fortfahren lassen , von den cinwohnerndes lands sey gefangen worden , da man ihn in eine grossestadt gebracht, so dem Jnca oder Kayfer zur rcsidentz gedienet.Dieser, als er zurück gekommen, referirte, daß selbige stadtManoa genennet würde, und daß sie fth'r groß und reich sey,im übrigen aber an dem gestade eines meers, so 200. meilenlang, gelegen sey; allein die neuen reise-beschreibungen wollenhiervon nichts wissen. Die ansehnlichsten einwohner in Guia-na sind die Cariber, die Araquer, die Daos und die Galiber.Die Cariber lieben den krieg, weil sie sonst von keiner andernÜbung wissen, und wenn sie wider ihre feinde zu felde ziehen,find sie so vorsichtig und behutsam , um nicht etwa» unver-sehens überrumpelt zu werden, daß sie ihre seld-und schild-wa-chen eben so sorgfältig und künstlich postiren als die Europäer .Die Galiber sind mehr zum frieden geneigt, und fangen nichtleicht einen krieg an , sie müsten denn sehr seyn beleidiget wor.den, welches geschicht, wenn etwa» ihre nachbarn ihre tän,tze nicht tantzen , noch ihre gesänge singen wollen. Ihre ge-wöhnliche Waffen sind pfeile und bogen; diejenigen, so aus derfeite wohnen , haben von den Spaniern mit seuer-röhren um-zugehen erlernet. Die einwohner dieser landschafft sind Wohl-gestalt , von einer mäßigen grosse, und ziemlicher stärcke. Siesind mehrentheils schwartzbraun und gehen nackend, wiewol eseinige giebt, welche vor der schaam eine decke von federn ha,den , die da künstlich in einander qewürcket sind, und auf ih-ren köpfen eine tonst oder sehr artige mütze von vogcl-federn,tragen, so ihnen sehr wohl aufsteht. Man hält davor, daßdie Cariber aus demseldigen lande ihren Ursprung haben, d,e
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andern einwohner aber aus der insul der Heiligen Dreyeinig-keit , oder den provintzen von Orenoque, wegen des grausgmen Verfahrens der Spanier sich dahin geflüchtet; denn es istein statigcr krieg zwischen den Caribern., die mitten im landeoder an der seile, und den übrigen Wilden, so an dem tiferdes meers wohnen. Sge stehen alle unter der Caciquen ge,horsam , welche aber über sie keine svuveraine gewalk haben.Sie machen aus der religion kein werck, sonderlich die Cari.der, die gantz ohne gesetze leben; jedoch haben einige ihr e Pre-diger , die sie Pecajos nennen, und glauben die Unsterblichkeitder scelen. Wenn ein Cacique oder Oberherr stirbt, tö dten sieauch ihre sclaven, damit sie ihm in jener weit aufwarten kön-nen. Ihre speise ist Cassavc und Ozacon; jenes dienet an stattdes brodls, wird von einer gewissen wurtzel gemacht, die sieschaben, und das Wasser heraus drücken, welches ein vollkom-mener gift ist, jedoch seine schädlichttit verlieret, wenn es einezeitlang gekochet hat; dieses aber ist ein gewisser teig, welchervon den feigen des landes gemacht wird, die sie ins waffer ste-cken , um daraus einen tranck zu bereiten, so wie eine milchausstehet. Der gröste theil der Cariber fressen menschen-fleischam ferier gebraten. Die Galiber sind arbeitsam, und pflegenso viel zu bauen, als zu ihrem nothdürftigen unterhalt genugist, nachdem ihre familien groß oder klein sind. Sie achtenweder gold noch silber, sondern vertauschen ihre Hamacks oderbaumwollene bether, ihr aloe-holtz, ihre äffen und papegaycngegen Messer, spiegel, und andere dergleichen bagakelle, son-derlich aber gegen grüne steine, die sie sehr hochschätzen, undvor ein unfehlbares Mittel wider die fallende seuche halten, alswelcher sie heftig unterworffen sind. Die tust des landes istsehr temperirt, und der erdboden bringt sehr viel mayz hervor.Fruchtbare bäume sind darinnen sehr gemein, und die sogenann-ten Ananas und Plantins tragen feigen, die so dick sind alsein ey , und so lang als ein finger, auch dabey einen sehr an-muthigen geschmack haben. Die vornehmste waaren des landessind aloe-holtz , brasilien , balsam , baumwolle, seide und spe-cereyen. An einigen örtern wächset ein bäum, welcher einegewisse frucht trägt, die überaus schön ausstehet, wie ein klei,ner apfel, aber dabey so giftig ist » daß man alsobald davonhingerichtet werden kan, wenn man nur ein klein wenig da.von kostet. Ihre äffen und meer-katzen sind sehr groß,' mitbreiten nasen und langen schwäntzen ; die welsche hüner beyihnen haben lange büsche von fchwartzen federn auf den köpfen,fast wie die reyger. De Laet, historia nov. orbis. Relation dtla Riviere des Amazones .
* Guib, (Ioh. Fridericus) ein Philologus und Medicus,war zu Dumferling in der Schoktländischen Graffchaffl Filegebohren. Seine Voreltern fchrieben sich Gibbs, und LateinischGibbelius ; er veränderte aber diesen nahmen in Guid oderGuibbeus , um sich darinnen nach der Französischen aussprachezu richten. Nachdem er zu St. Andrews die Magister-würdeerlangt, that er eine reise nach Engelland, als aber der kriegzwischen Schottland und Engelland ausgebrvchen, begab ersich in auswärtige länder, und besähe nicht allein Franckreich,die Niederlande, Teutschland und Italien , sondern auch Grie chenland und Constantinopel, von bannen er noch ferner nachNatolien, Candia , Snrien, und endlich bis in Egypten gieng.Nach seiner zurückkunft in Italien blieb er eine zeitlang inRom , und gieng von bannen erstlich nach Padua , woselbster die Medicin studirte', nachher» aber nach Anduse in Lan«guedoc, ba er denn etliche jähre die Humaniora lehrte, undwegen seiner geschicklichkeit viel junge leuthe aus den vornehm-sten Häusern der provintz zu seinen schülern bekam. Hieraufwurde er Prokellbr der deredtsamkeit in der schule zu Nimcs,erhielt auch an. 165t. eine stelle in der medicinischen Facullatzu Valence in Dauphine, und wurde folgcnds an. iss?. zumPrincipal oder Professor Flog. nach Orange bernffen, da erdenn die dasige Universität in besonderes aufnehmen brachte,indem er eine ausserordentliche gaabe besaß, die wissenschafflcnzu lehren, und seine Methode nach der fähigkeit, und der zu-künftigen lebens.art eines jeden seiner schüler insonderheit einzu.richten. Er halte auch daher meistens bis 40. siudircndebey sich im Hause, mit denen er sich alle mühe gab, damit einjeder von ihnen diejenige wissenschafft, welcher er sich gewied-mel, aus dem gründe erlernen möchte. Endlich nahm er zuOrange an. isgo. den gradum eines Doctoris Mediqnie an,und starb daraufden 27. mertz an. 1681. Er verstund im übri-gen ausser seiner mutter-sprache, auch die Französische, Jka?liänische, Spanische, Lateinische , Griechische, Hebräische,Chaidäische, Syrische und Arabjsthe spräche, und war sowol inder Historie, Antiquitäten , Mythologie und Geographie, alsauch in der Philosophie und Malhematic trcflich bewandert,wie er denn schon an. 1680. bey gelegenheit des damals erschie-nenen cometen die nachhero fast durchgehends beliebte meynungvorgetragen, daß nemlich die cometen weder pest noch krieg,oder ander Unglück verkündigten, sondern ihren bestimmtenkreis durchliefen, und uns zu gewissen zeiten wegen ihrer ent-fernung wiederum unsichtbar würden. In der Medicin schrieber die meisten kranckheitcn den würmen zu , weil er dergleichenauf den speisen , die dem menschen zur nahrung dienen, mit ei-nem vcrgrösserungs-glase entdecket hatte. Seine schriften sind:Somnium, seu Iter ad Parnassum , in 2. theilen ; Oeclamatio-ncs Poetics :; eine Rhcloric, welche grossen bkyfall gefunden;
u. a. m.