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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Hag

Commissarius, getreten, und an. 165,. zu Lindau gestorben.Gandrarts Academie, P. II. lib. III. p. 296. *

* Hagemeier, (Ioach.) war Kaystrl. Rath, wie auch vielejähr lang des Fürsten von Ost-Frießland und der Wetteraui-schen Grafen Gesandter auf dem Reichs-tage zu Regenspurg,und der letztern Vice-Cantzler. Er schrieb: de AuüoritateJuris Civilis & Canonici , Franckfurt 1665. in 4. Leges XII.Tab. 9 ?.ostocf 1657. in 4. Variarum Lectionum Jibrum unum,ib. 1638. in 8. Juri« publiei Europgei Epiltolas XII. Franckf.1686. in 4. de Statu Galliae Epist. 11 . Franckf. 1676. in 8. deStatu M. Bricannis Epist. II. Franckf. 1678. in 4. Meditatio -liem Sabbathinam, de Statu Animarum , prrecipue fidelium,postmortem, ibid. 1680. in 4. de Comitiis Imperii , Franckf.1676. in 4. de Fcedere Civitat. Hanseaticarum , Franckfurt1662. in 4. Er hat heraus gegeben: Julii Pacii, H. Grotiialiorumque Dislert. de Imperio Maris mit seiner vorrede,Franckfurt 1663. in 12.

Hagen in Bayern , stehe Haag.

Hagen , eine Freyherrliche familie im Rheinlande, von wel-cher Thöring an. 969. gelebet. Von dessen nachkommen wer-den Friedrich und Heinrich de Indagine in den LateinischenUrkunden um das jähr 1303. genennet. Des erstem urenckelJohann, Herr zu Molken , wurde ein groß-vatter FriedrichsAmtmanns zu Pfaltzel, dessen ältester söhn Johann Ludwigan. 1547. als Ertz-Bifchoff und Churfürst zu Trier verstorben.Der dritte söhn Heinrich, Herr zu Motten, Eppelbrunn, Sas-stnheim, Hollenfels und Brandeville, hinterließ unter andernsöhnen Johann Ludwig , Kayferl. «Statthalter zu Trier , undLothringischen Amtmann zu Schamdurg, der an. 1389. ver-dorben ; dessen bruders söhn Georg Hemrich, Herr zu Ep-pelbrunn , Sassenheim, Motten, Clotten und Hollenfels,ward an. 1390. durch Lothringische soldaten umgebracht.Um diese zeit fforirte Philipp Daniel als Nassauifcher Ober-Amtmann zu Varbrücken, dessen söhn Johann BernhardGräflicher Nassauifcher geheimer Rath worden. Hans Hein-rich, erster Freyherr von Hagen , ein bruders söhn des vorherge-henden, hat feinen stamm mit 4. söhnen fortgepflantzet, davonder älteste, Johann Wilhelm Ludwig, Chur -Trierifcher Ober-Hofmeister worden. An. 1718. wird einer dieses nahmens-nigl. Polnischer und Chur - Sächsischer würcklicher geheimerRath genennet. Humbracht vom Rhein . Adel, tab. 34.

Hagen , eine uralte adeliche familie in Nieder-Sachsen,von welcher die von Asseburg abgestammet sind. (siehe Asse-burg.) Zum stamm-vatter derselben giebt Spangenberg denin dem vorhergehenden artickul erwehnten Thöring an, undmeldet dabey, daß feine nachkommen Hadmersleben im Halber-städtifchen besessen. Er nennet ihn einen Kayferlichen Obersten,der an. 969. auf dem turnier zu Merseburg die Däncke aus-getheilet ; kan also seyn , daß einer von feinen söhnen seinenstamm im Rheinlande, und der andere söhn feine familie inNieder-Sachsen fortgepflantzet. Von dessen nachkommen istJohann an. 143°. Abt des klosters Bursfeld gewesen , welchersich durch seine reformations-statma, woraus hernach die grosseCongregatio Bursfeldensis entstanden, berühmt gemacht. Chri-stoph auf Hadmersleben,Ritter und Doctor, war Ertz-Bischössli-cher Magdeburgifcher Hofmeister. Sein söhn Adolph hat esdurch feine beredtfamkeit und klugheit dahin gebracht, daß an.1323. in dem damaligen bauren-kriege, das kloster Hadmersle­ ben verschont geblieben; er war ein vatler Christoph des ,un-gern auf Hadmersleben , von welchem vermuthlich abgestam-met Siegmund, der an. 1620. als Ertz-Bifthöfflicher Magdcbur-gifcher geheimer Rath, Ober-Cämmerer und Hofmeister ; undBussv, der um das jähr 1690. als Fürstl. BraunfchweigifcherGeneral -Major und Commendant der leib-garde florirct. InHolstein ist auch eine alte familie von Hagen bekannt, von wel-cher Nicolaus auf Nübel an. 1300. in dem kriege mit den Dit-marfchen umgekommen. Nachgehends ist Henning Herr zuRubel, Hauptmann im Lünen -kloster gewesen; um das jähr1390. hat diese familie noch 4. schlösscr und gükhcr in Holsteinbesessen.

In Pommern werden die von Hagen unter die ältesten vomAdel gezehlet, allwo sie in beyden Regierungen güther haben,abernicht einerley wapen führen, und von bar mögen sie sich auch indem Mecklenburgischen ausgebreitet haben. Spangenb.Adels-spiegel, I'. II. p. 203. Angeli Holst. Adel-chron. MtcrAH Pom-merl. üb. VI.

Hagen» sonst Geist genannt, eine adeliche familie in Nie-der-Sachfen , von deren Ursprung man nichts gewisses weiß.Es scheinet, daß sie sonst nur Geist geheissen, den nahmen Ha­ gen aber angenommen, nachdem sie etwa nach absterben ei-nes astes derer von Hagen ihre güther mit der condition geer-det, daß sie ihren nahmen fortpflantzen solle. Goltlieb von Ha­ gen , sonst Geist genannt, so an. 1393. zu Hanshagen im Meck-lenburgischen gedohren, ist nachgehends Dänischer residirenderLegat am Spanischen Hofe zu Brüssel , und endlich geheimerRath und Lommillarius zu Bremen worden , allwo er auch an.1638. verstorben. Er gab (lomitiolcigiam Ratisbonenscm undsonsten einige kleine fchrifken heraus. An. 1614. war Bernhardvon Hagen, sonst Geist genannt, Königlich- Dänischer Ge-sandter am Oldenburgischen Hofe, und scheinet er des vorher-gehenden vatter gewesen zu seyn , von welchen auch abgestam-Histor. l.exicon IH. Theil.

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mer Bernhard Levin, der an. 1697. Königl. Polnisch -und Chur -Sächsischer geheimer Kriegs-Rath, und an. 1711. Abgesandterauf dem Kayferlichen wahl-tage zu Franckfurt am Mayn gewe-sen , zu welcher zeit auch Mauritius als Dom-Dechant zu Ha-velberg fioriret. An. 1699. lebte Erasmus Graf von Geist undHagen am Chur-Pfältzischen Hofe als geheimer Rath, undPfaltzgrafs Caroli Ober-Hofmeister; ob er aber zu der vor-hergehenden familie gehöre, kan man nicht sagen. Winckelm.Oldenb. chron.

Hagen , eine uralte adeliche familie in Meisten Und Thü­ ringen , welche mit denen von Hayn einerley wapen und Ur-sprung haben soll. In Meisten ist Babrin im Amt Delitfch,und in Thüringen Alten-Gottern ihr alter stamm-sitz. Sie solldie Haynerburg bey Mühlhausen um das jähr 300. erbauet,und hernach lange darauf gewöhnet haben. An. 938. wird ei-nes Sächsischen Ritters von Hagen gedacht. An. 1280. habendie von Hagen mit der stadt Mühlhausen eine fehde gehabt, wor-aus ein grosser krieg entstanden, und auf beyden feiten übel ge-haufet worden. Heinrich von Hagen ist um das jähr 1376.Landgraf Friedrichs in Thüringen Oberster im kriege wider denAbt zu Fuida und Hertzvg Albrecht zu Braunschweig , und einvatter Rüdigers gewesen , der den Ritter-sitz Alten-Gottern aufseinen stamm gebracht; dessen urenckel Christoph soll es beyChurfürst Friedrichen zu Sachsen dahin gebracht haben, daß dieUniversität zu Wittenberg gestiftet worden. Siegmund Her-mann ist an. 1600. Chur -Sächsifcher Aufseher in der Graf -schafft Mannsfeld gewesen. Ein anderer, nahmens Christoph,wird an. 1639. als geheimer Raths-Präsivent und Cammer-Rath angeführet. Adolph Georg hat noch an. 1649. auf demHause Alten-Gottern florirct. Aus dieser familie soll auch derberühmte Carthäufer-Mönch zu Erfurt , Johannes ab Indagine,der an. 1473. gestorben, und über 300. bucher geschrieben habensoll, entsprossen gewesen seyn. (stehe Joh. Hagen) Seit an-sang des XVIII. feculi ist Heinrich Reichard,Freyherr von Ha­ gen , als Sachfen-Gothaifcher bevollmächtigter Gesandter aufdem Reichs-tage zu Regenspurg bekannt; derselbe kam vormalSaus Sachfen-Quedlinburgifchen diensten nach Bayreuth , warddes an. 1726. verstorbenen Marggrafen, als damaligen Erb-Printzens,Hofmeister , auch an selbigem Hofe Hof-Rath, weitergeheimer Rath, und endlich geheimer Raths-Präsident, welchecharge er aber an. 1693. nachdem er unterschiedene Königli-che, Chur -und Fürstliche hohe bedienungen decliniret, mitdem geheimen Raths - Pradidio zu Coburg verwechselte; erward aber gleich jahrs darauf nach Gotha als Fürstlicher gehet,mer und geheimer Kriegs-Rath, wie auch General-Kriegs-Lom-miffarius der gesamten Sachsen -Gothaifchen und Weimarifchenlinien, berussen, und nachgehends als Plenipotentiarius nachRegenspurg gesendet. Es gehöret aber dieser Freyherr von Ha­ gen , ob er gleich aus Nieder-Sachsen, und zwar aus demHalberstädtifchen herstammct, zu keiner der bevorstehenden fa-milie von Hagen , und weil er »»vermählet ist, so gehet seinstamm mit ihm ab. Knaut. prodr. Mich. Peckevfi. theatr .Sax. Spangenb. Mannsf. chron. Beringn Thür. chron.Höns Cob. chron.

Hagenau , eine alte berühmte stadt im Unter-Elsaß, 4. Mei-len von Straßburg , und 2. vom Rhein , so eine der 4. dörfcrdes Reichs geschrieben worden. Ehemals war sie die vornehm-ste der zehen Reichs-städte, Colmar , Schletstadt, Landau , Weisisenburg, Türckheim, Kayfersberg, Münster im Gregorien-thal,Ober-Ehenheim und Roßheim, welche unter dem nahmen derLandvogtcy Hagenau beysammen gestanden. Der author derdcduction der Landvogley Hagenau sucht den ansang dessen un-ter dem Kayfer Fribertco II. Allein ein anders sind die Land-vögte der Landgrafen, so sie über ihr antheil gefetzt, ein andersdie Kayferl. Landvögte im Elsaß , ein anders die Landvögte ge-dachter 10. Reichs-städte ins besonder. Von den Landvögte»der Landgrafen findet man schon an. 1123. Hevilonem in einerUrkunde. So trift man auch von an. 123 8. da Kayfer Richarddem BifchoffHeinrich von Straßburg das gantze Elfaß anver-trauet, bis an. 1261. Landvögle an, welche dieBischöffe gesetzt.Allein dasselbe hat aufgehört, nachdem der Kaystr Rudolph demBischofsWalther die im interregno theils durch Übergebung desKaysers Richardi, theils durch anmassunq eingenommeneReichs-städte wiederum abgezwungen. Von solcher zeit an ha-ben die Kayfer selbst ihre Landvögte über das Elfaß gefetzt. Die«selben aber können nicht Landvögte von Hagenau , sondern imElsaß heissen, theils weil ihre gewalt sich weiter erstrecket, als derfolgenden Hagenauischen, welche nur über die ic>. stadte verord-net gewesen; theils weil zu solcher zeit viele derer io. stadte nochnicht einmal stadt-recht gehabt. Endlich siehet man daraus, daColmar , Schletstadt, Hagenau , Ehenheim und Roßheiman. 1323. den Landvogt des Kaysers Ludwigs IV. angenom-men, und die von dem Kayfer an den König von EngeUand ver-pfändeten stadte Kayfersberg, Münster und Türckheim mit ge-walt kkobett, daß die io. städte damals noch nicht unter die Ha-genanifche Landvogtcy müssen zusammen geschlagen gewesenseyn. Daher Obrecht gar recht dafür halt, daß die Landvog-tcv Hagenau erst unter dem Kayfer Carvlo IV. die gestalt ge-Wonnen, so sie ror dem Münsterifchen frieden noch gehabt.Solche Landvogtcy soll erstlich halb vom Reiche dem BlschoffBerchlold von Skraßbvrg pfands-wcifc überlassen worden seyn,welche helfte er an. 1400- dem Churfürsten von der Pfaktz freyOo 00 2 ge.