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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wart diests Herrn an. 1641. den 18. mertz in dem hohen Rathden vodor-hut in den Rechten zu erlangen, da er vor dieserVersammlung vorher einige theses behauptet halte. Er folgtedem Seguier nach Paris , und that sich daselbst durch ver-schiedene schriften hervor, daß man ihm auch zu einer zeit in5. verschiedenen Coltegicn Professionen auftrug , und ihn den14. aug. an. 164,. aüfferordentlich als ein mit - glied der Aca-demte zu Paris aufnahm. Er trug mehr belieben in demCollegio zu Harcourt zu lehren, als in einem andern, undhatte ungememen zulauf, also, daß er in einem jähre drey-mal sein Auditorium zu verändern, und immer ein grössereszu suchen genöthiget war. Seine Lateinische poesten, die ervon zeck zu zeit heraus gab, vermehrten seine reputation, undgaben seinem patron gelegenheit, ihn zum Königlichen Poetenund zum Professor der Lateinischen und Griechischen sprächein dem Königlichen Collegio den 18. dec. an. 1646. bestäti-gen zu lassen, wofür er eine jährliche besoldung von 1200.livres erhielte. Die beständige arbeit, mit welcher er sich be-lnd, zog ihm viele Unpäßlichkeit zu , und dieses nöthigte ihnseine Professor, auszugeben; er quartirte sich hieraus bey den

t erren de Choisi ein, und legte sich auf die Rechtsgelehrtheit.

r brachte es darinnen bald so weit, daß ihn der erste Präsi-dent de Bellievre, welcher ihn in feinen schütz aufgenom-men hatte, zum Assessvrat der juridischen Facultät in kurtzembeförderte. Den 16. mertz an. 1654. richtete der König zu gun-sten des Halrai die stelle dieser Facultät zu einer KöniglichenProfessor-stelle auf, und machte ihn zum Leser über die Decreta,worzu er ihm noch 1000. liv. bestalluug gab. Seine gröste sor-ge war von nun an die Facultät wieder in die höhe zu brin-gen ; er begehrte von dem Parlement ein edict, krafft dessennur die Licentiati Juris Canonici sollten zum Advocaten r eydzugelassen werden. Er richtete die sogenannten Decretalia , diereden und andere ehedessen gebräuchliche actu« publicos wiederauf. Er verschaffte, daß ordentliche Versammlungen gehalten,und Aggregati angenommen wurden , da denn eines aus demandern geflossen, und also diese Iuristen-Facultät nach undnach vornehme Protectores überkommen hat. Mit einem wor-\t , dir meisten Verfassungen, welche nun bey bemeldter Facul-tctt in Übung sind, müssen ihm zugeschrieben werden. Er starbden 17. dec. an. 1689. seines alters 78. jähr, und fuhr bis inseinen tod unermüdet an der arbeit fort. Dem Abt Choisiwurde in seinem testament die execution seines letzten willensanvertrauet; unter anderm hat er eine stiftung gemacht, daßallemal bey eröfnung der lectionen bey der Facultät eine gewis-se messe den tag vor Weyhnächten gehalten wurde, wie auchvor Ostern und vor Pfingsten, aufweiche tage man die einrich-tung der penforum eines jeden Professoris und der Aggregato-rum machet. Er hinterließ verschiedene schriften , als : Insti-tutiones Canonicas de Conciliis; de Summi Pontificis Au-ctoritate; de Regalibus; deSimonia; de Ufuris; de Cenfu-ris; de Regularibus, &c. Pinjjon des Rioles , vita Hallsei.Bayle.

Halland, lat. Hallandia, eine laiidschafft an dem 8inu Co-dano in Süder-Gothland, welche die Cron Dänemarck in demRothschildischcn frieden den Schweden überlassen. Sie istsehr lang , aber ziemlich schmal, hat gesunde luft, bequemeHäfen, viel fische und lustige jagden. Es giebt auch blcy - undertz-gruben darinnen , nebst einigen silber - ädern, wie auchviele wohl-bewohnte stadte und dörfer, unter welchen die vor-nehmsten sind Halmstad , Falckenburg, Laholm, und Varburg.Rutg. Hermannida Suecia . Zeiler. Suec. Baudrand.

HaUau, ein schöner flecken im Klettgöw, der stadt Schaf-hausen zuständig, hat an. 1499. in dem Schwaden-kriege an-noch dem Bischoffe von Cvstantz zugehöret, ist aber nachge-hends von den Eydgenossen occupirt worden, welche den Oe-sterreichern, (so den verschantzlen kirch-hof stürmen, und sichalso dieses orts bemeistern wollten) mit geringer mannschafft sohertzhasst widerstanden, daß sie nicht nur von dem kirch - Hofewegziehen, sondern so gar auch den flecken räumen müssen. An.1521. kam er an den Canton Schafhausen. Es nennet sich aucheine alte reiche Patricien-familie in Schafhausen von diesem fle-cken her, von Hallau , oder die Hallauer. Von diesen waran. i;;r. Conrand ein Convent-Herr in dem Benedictiner-klo-ster zu allen Heiligen zu Schafhausen; Hans war an. 1409.cbenermassen Convent-Herr und Cullos daselbst, und ein ande-rer, nahmens Hans, an. 1430. Bürgermeister. Stumpf, li b.V. p. 116. & seq. Stettler. P. 1 . p.; 3 7. Rügeri genealog. Scaph,MScr. *

Halle, eine Reichs-stadt in Schwaben zwischen den Pfäl-tzischen < Fränckischen und Würtembergischen landen am Ko-cher gelegen, welcher mitten durch fliestet. Sie liegt zwischenbergen, daß man ihr nicht leicht beykommen kan, und ist in ,.theile getheilet. Der eine heißt die alte Halle» worinnen diekostbare ktrche zu St. Michael ist. Der ander über den Ko-cher hat die Johannis - kirche, und der dritte heißt die Gel,binger-gasse. Dahero auch die Bürgermeister die Stadte-Meistergenennet werden, gleichsam als wenn sie überssädte regier-ten ; wiewol fdnsten dieser nähme auch anderer orten in Ober-Teutschland von alters her gebraucht wird, allwo man zumalmehr als eine stadt gezehlet hat. Den nahmen hat sie von dersaltz-quelle, welche man im Teutschen die Halle nennet, undvielen Teutschen saltz-stadten den nahmen gegeben, so daß man

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nicht nöthig hat auf das Griechische Wort äs ( zu fallen. Undobwol der Griechische Geographus Ptolemäus einige saltz-quellen am Kocher, und eines orts Alisum oder Halizon ge-dencket, so ist dadurch noch nicht bewiesen, daß die Griechenden nahmen hergegeben haben; sondern es ist nur so vieldargethan, daß unsere stadt Halle schon zu diesen zeilen bekanntgewesen. Wiewol zu glauben ist, daß gemeldtes Alisum, wo-von Patrrculus saget, daß es eine harte belagerung ausgestan-den , nach diesen Jetten gantz wieder eingegangen seyn müsse,Massen Crusius und Merian vor gewiß angeben, daß vor 800.jähren an diesem orte eine blosse wüsteney gewesen, bis dieGrafen von Westheim daselbst wegen den saltz-quellen einigeHäuser angelegt, worzu sich nachgehendS des Profits halber un-terschiedene vom Adel gesellet, und in die 40. fchlösser da-herum angebauet, davon man die Überbleibsel noch siehet.Sieben derselben sind so nahe beysammen gelegen, daß sie un-ter dem nahmen Siebenbürgen vor einen ort gehalten wor-den , welcher nachgehends, da noch andere, bürgerlichenstanbes, sich hinzugethan, einen theil der stadt ausgemacht,davon die thurne noch daselbst befindlich sind. Anfänglichhaben gedachter Massen die Grafen von Westheim den ortbesessen, von welchen er an die Tempel-Herren, und nachderen austilgung an. izc>6. an die Barfuffer - Mönche ge,kommen seyn soll. Wiewol aus dem diplomate beym Dali,1.5. 29. zu ersehen, baß die stadt an. 1307. als eine Reichs-stadt mit dem Kayser Alberto 1 . in bündnissen gestanden, undvon der zeit fast in aller Schwäbischer städte Vereinigungen an-zutreffen sey. Bey dem noch üblichen faust-rechl ist diese stadtein ordentlicher kampf-gerichts-platz gewesen, woselbst der Adelseine Händel durch den degen ausgemacht. Die Verfassung da-von, und wie es dabey hergegangen, erzehlet Knipschild; den Ur-sprung aber führt Limnäus aus, und zeuget, daß es nicht vonKayser Caracalla Herstamme, sondern erst von Carolo IV. ange-ordnet worden. Das regiment der stadt berührte anfänglichauf dem innern und äussern Rath , deren jener aus Patridis,dieser aber aus gemeinen bestünde. Als aber der Adel, welchervom ersten anfange her, um und in dieser stadt in grosser men-ge fich aufgehalten > so daß dieselbige die Adel - stadt genennetworden, alle gewalt mit ausschliessung des äusser» Raths ansich ziehen wollte, brachten es die dürger durch gewalt dahin,daß der Kayser Ludwig an. 1340. durch Graf Ulrichen vonWürtemberg statt des innern und äussern Raths ein neues regi-ment verordnete, so aus 6. Patridis und 12. gemeinen bestehensollte. Diese Veränderung machte, daß der meiste Adel sichnach Ulm , Nürnberg und Augspurg begäbe; die andern aber,so daselbst verblieben , wären bey nahe wieder zu ihrem vori-gen ansehen gelanget, wenn sie nicht an. 1342. durch einenneuen aufstand davon verdränget worden wären. Dergestaltstehet heut zu tage das regiment in der dürgerschafft Händen, undberuhet aus 24. Personen, davon 3. die Fünf-Herren hchsen,und von djngen urtheilen, die keinen aufschub leiden. So istauch allhier noch jetzo ein Reichs-Schultheiß, welcher die kleinenbürgerlichen fachen vor sich, die wichtigen aber mit einigen bey-sitzern aus dem Rath, welches das Einiger-Gericht heissek,abthun mag. In peinlichen fachen verkündiget er den übel«thätern die lodes-strase, hat auch die leibeigenen der stadt untersich. Sonst ist der ort von dem Kayser Maximiliano 1 . und Ca-rolo V. an. 1321. dahin gefreyet, daß er vor keinem andern ge-richt, als diesem Schultheissen belanget werden kan, welcher 3.oder 7. des Raths aus den 3. nächsten Reichs-städten zu sichnimmt, von deren spruch ausser dem fall der verweigerten >u-stitz N'cht appellirct werden kan. So ist auch dieses was son-derbares , daß die stadt noch jetzo einigen Reichs - städten eineReichs-steuer abtragen muß. Denn als der Kayser Sigismun-dus an. 1413. Conrad von Weinsperg die Reichs-steuren vonUlm und Halle versetzt hatte, und nachgehends dieser Conradin eine grosse aeld-büsse verfiel, so haben einige Reichs - stadtesolche summe für ihn erlegt, wofür er denselben die ihm ver-setzte Reichs-steuer von Halle und Ulm abgetreten. Es hat auchdiese stadt ehemals in den heer-zügen des Schwaben - landesHaupt-fahne geführet, welcher vorzug nirgends anders, alsvon den vormals häufig in der stadt wohnenden Ebelleuthen ur,sprünglich herrühret. Sonsten ist um das Hallische gebieth eingraben und lebendiger zäun, (gleichwie auch an den strassenschlag-bäume und thürne find) auf welchen wache gehalten wird,welches alles wegen der zwischen Schwaben und Francken ehe-mals gehabten kriege gemacht worden, dahero Kayser Ruper-tus dieser stadt das xrivilegium über heeg und schleg ertheilet, je-doch ist es nur von dem alten gebiethe zu verstehen, »nassen esnach der zeit grösser worden ; dann da besitzen sie jetzo die schlös-ser Eltershvfen und Limpurg, so sie an. 1340. an sich gekauft rc.Iltzhafen, 1. Meile von Kreilsheim, Velberg und Hoheivart.Die meiste nahrung ist von gesottenem firltze, »velcheö weiß undschön, aber nicht zulänglich ist gantz Schlvabcn zu versehen, da-her sthr viel aus Bayern dahin gebracht wird. Es hat diesestadt auch das müntz-recht , wie denn behauptet »Verben will,daß die häller eine von den ältesten Teutschen müntzen am aller,ersten zu Halle in Sch»vaden geschlagen,und hernach durch gantzTeutschland dieser »ahme beybehalten ivorben, doch findet manauch thaler, so selbige stadt schlagen lassen. Dreijerus , de urb.Herman. Crusius , ann. 8uev. I. mntus,de Jur. publ.tom. IV. lib. VII. c. 24. Friesens müntz - spiegel. Zena.top. Suev. Kwffebsld. de jure civ. Imp. lib. 111. c. 22 .

Hatte,