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Johanne II. Hertzoge znSagan, gefangen, und muste sich mit1000. ducaten ranzioniren. Er steurte an. 1482. dem raubenund morden in der Priegnitz, indem er 13. raub-schlösser zer-stört , und die vornehmsten räuber enthaupten lassen, starb an.*487«
Busso I. vonArensleben, ward von Churfürst Johanneeingefetzt, welches dem Dom.Capttul ungewohnt vorkam. Ersaß bis an. 1496.
,6. Otto II. von KönigSmarck, bisheriger Dom-Probst,ward hingegen von dem Capitul wider des Churfürsten willenerwehlet, und regierte bis an. 1301.
Johannes V. von Schlaberndorf, ein Doctor, bisan. 1320. ^
38. Hierauf wehlete das Capitul Georgium von Blumenthal,einen Edelmann aus der Priegnitz, und Papst Leo X . gab auchkeinen consens darein. Aber Churfürst Joachiinus gab dasBißthum feinem Rath und gevatter, Hieronymus Schultz ge-nannt, welcher seit an. 1506. schon Bischoff zu Brandenburg gewesen, wo von ihm gehandelt worden. Es war dem Chur-fürsten so viel leichter durchzudringen, weil damals fein druderAlbertus Churfürst zu Mayntz und Ertz-Bischoff zu Magdeburg war. Hieronymus lebte nur noch bis an. 1324. da ihm
39. Busso von Alvensleben succedirte, den er vorher schonzum Coadjutor angenommen hatte. Er blieb, ohngeachtct dieReformation in den Brandenburgischcn landen an. 1339. vor-gieng, bey der Catholischen religion bis an seinen tod, der an.1348. erfolget.
40. Fridericus II. Joachimi II. Churfürsten zu Brandenburg söhn, der auch Ertz-Bifchoff zu Magdeburg war. Nach dcs-se» tobe verordnete Churfürst Joachiinus II. einen sogenanntenStifts-Hauptmann, der Georgius von Blanckenburg hieß, mitdem der folgende Churfürst Johann Georg gehandelt, daß eran. 1333. die administration des Stifts seinem Printzen Fride,rico abtrat, von welcher zeit das Bißthum der Marck Bran,denburg einverleibet geblieben.
* -AaveUand, lat. Havellae Regio, ist in der Mittelmarckein kreis bey der stadt Brandenburg, welches gebiethe die Ha vel und andere flüsse benetzen, und ein schönes und fruchtbaresland ist, auch fünf kleine kreist, nemlich Rhino, Frisack, Gliu,Bellin und Löwenberg unter sich degreiffet. Leutbinger. to-pogr. March. Brandenb. §. 7. p. 70. Peuctrus Idyll, apud Hof-mannum, script. rer. Lusat. tom. I. p. 33. Ehemals war dieseprovintz unter dem nahmen Hevellnn oder Heveldum, Hevel-don bekannt, weil die Heveldi, Hevelli, oder Heruli allhiergewöhnet. Ditmarus reßttut. üb. VI. ap. Lahmt, scriptor. rer.Brunsu. tom. I. p. 326. 389. Helmo/dus, chron. Slavor. Üb. I.ap. Leibnit. 1 . c. tom. II. p. 339- Sagittariui, antiq. Magdeb.i. 45. 49. Eccard. geneal. Princip. Saxon. super. p. 129.132.137. Paulini , de Pag. p. 98. jmicferö anlest, zur mittlerngeogr. II. 3. p. 247. Adels Sächsif. alterth. 2. §. 3. p. 313.Das Chronicon Quedlinburg , ap. Leibnit. I. c. tom. II. p. 283.berichtet, daß Heveldum auch sey Zdotarania genennet worden.
Havemann, (Michael) war den 29. nov. an. 1397.ruBremervörde gebohren. Sein vatler war Bernhard Havemann,Advocat zu Verben, und nachmals Amtmann zu Stade. An-fänglich wurde er zu hause unterrichtet, legte unter dem Cas-manno guten gründ in der Lateinischen, Griechischen und He-bräischen spräche, gieng nachmals auf das Gymnasium nachHamburg , und hatte daselbst Petri Laurembergii guter anwei-chng zu gemessen. Von dar wandte er sich nach Rostock , undwurde von den Tarnoviis daselbst sehr werth gehalten. Als eran diesem orte in Magistrum promovirt, that er sich mit lesenund disputiren dergestalt hervor, daß er an. 1624. nach Stadeberuffen wurde , um auf dasiqem Gymnasio die Philosophieund Mathematie zu lehren. Das iahr daraus wurde er Rector,nachgehends Prediger der kirche St. Cofmi und Damiani, fer-ner Schloß-Prediger , und des Ministerii Senior. Als aberTilly die stadt Stade eroberte, und darauf der Bischoff vonOsnabrück nebst einem Kayserlichen Gommisiärio im oct. an.
1629. dahin kamen, und den Lutheranern bie kirchen nahmen,auch die Lutherischen Prediger von dar verjagten, muste gleich,falls Havemann sich von dar weg machen, und zwar diesesum eines buchs willen, welches er unter dem titul: Hodoso-phia Evangeüca contra Papalium Ignem futurum, geschrieben.Er hielt sich eine zeitlang zu Hamburg auf, wurde aber an.
1630. von Graf Ulrichen von Ost-Frießland zum Ober-Prediger,Schul-Inspectore und Proseisore nach Norden beruffen. Allein,als es zu Stade wieder ruhig wurde, liessen sie daselbst nichteher nach, bis sie den Havemann wieder an sich gezogen. Erwurde zwar nach Aurich , Amsterdam und Schlcßwig beruf-fen , und ihm die herrlichsten conditionen angetragen, jedochhielt er beständig zu Stade aus. Als aber die Bremisch-undVerdische lande durch den Westphälischen friedens-schluß an denKönig von Schweden abgetreten wurden , wurde er zum Ge,neral-Superintendenten des Hertzogthums Bremen, und Prä-sidenten des Königl. Gonsiiiorii bestätiget. Er starb endlich den12. jan. an. 1Ü72. Seine schriften sind: Christianisnii Lumi-naria magna; Eris Eucharistica; Amulsium iive (Jynosura Stu-diosorum ; de Jure Episcopali; Theognosia Mosaica, Propste-tica, Rabbinica; Gamoiogia Synoptica ; Anti-Willius ; Wo-chen - Predigten über Esaj. XXVIII. &c. tVitte, in memor.Theol. p. 174 ».
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Havenius, (Arnulphus ) ein Carthäuser von Hertzogen-busch, woselbst er an. 1340. gebohren. Anfänglich wurde eran. 1338. ein Jesuit, und blieb 27. jähr in solcher Societät,wormnen er auch durch seine Verdienste und gute wiffenschafftm grosses ansehen kam, trat aber nachwärls aus liebe zur ein-iainkelt in den Carthäufer-orden, und starb darinnen an. 1600,Man hat verschiedene fachen von ihm, als: Historiam Carthu-iianorum Ruremundeniium; Martyrum Anglorqm; de Ere-ctione novorum in Belgio Epiicoporum. Petreius , bibl. Carth.Andrea bibl. ßelg.
Havenreuter, (Sebaldns) ein Medicus zu Nürnberg ,allwo er an. 1308. gebohren. Sein vatter war ein zucker-becker,welcher ihm bald verstarb. Er gieng durch einiger Patricio-mrn Vorschub an. ,327. nach Witkenberg, ^ 1 ^ Ma-gister , und wandte sich hierauf nach Tübingen , woselbst er dieEthic und Dialectic zu lehren bekam. Er legte sich hieraufgantz auf die Medicin, und wurde hierinnen Doctor, endlichaber an. 1340. nach Straßburg zum Professore Medicina: undStadt-Pstysico beruffen. Er starb an. 1381. und hinterließ ei-nen einzigen söhn, Johannen, Ludovicum, von dem folgenderartickul. Adami vit. Medic. Freheri theatr.
Havenreuter, ( Johann Ludwig) war zu Straßburg an.1348. gebohren. Er wurde daselbst an. 1374. Magister, hieraufan. 1383. Doctor Medicinas. An. 1389. verließ er die Medicin,und lehrte allein die Physic und Metaphysic, wurde Ganoni-cus zu St. Thomas, und an. 1613. Decanus. Er starb an.1618, zu Slraßburg, Gompendiurn Physica; itnb Adagia Claffi-ca hinterlassend. Adami vit. Med. Freheri theatrum.
Hauenftein, ist 1.) eine Grafschafft und kleine stadt nebsteinem schlösse, so nun über 200. jnhr wüste liegt, eine meile un-terhalb Waldshut an der rechten feite des Rheins gelegen.Vermöge eines instruments kam es schon an. r i8o. an das klo,ster St. Bläsy auf dem Schwartzwalde; nachmals haben esdie Grafen von Freyburg, aus dem alten Hanfe Zäringen ent-sprossen , und auf diese, die Hertzoge von Oesterreich , in be,sitz gehabt: Als dieses städllein samt der Grafschafft in dem30. jährigen kriege lange in der Weimarischen armee Händen ge-wesen, und hernach an Franckreich gekommen, ward derenwieder-abtretung an Ertz-Hertzvg Ferdinand Carl von Oester-reich , Marggrafen zu Burgau in dem Münsterischen friedenbedungen. Vor ungefehr 18. jähren brannte am hellen Mittagedas städtlein samt vielen kostbaren kaufmanns-waaren, welcheeben von der Zurzacher-messe allda durchgeführt wurden, inwenig stunden ab, ist aber feithero wieder aufgebauet worden.Der Amtmann des orts wird Waldvogt betitult. ürjtis.chron. lib. I. p. 67. Stumpf, lib. XII. p. 374. b. 2.) Eine klei-ne Berg-stadt in Böhmen , und zwar in dem EUendogner-kreise,welche von den Grafen von Schlick an die Marggrafen vonBaden-Baden gekommen. Tromsdorf. geogr. 3.) Ein paß,oder eine durch die zusammen/gehende seifen gehauene land-strasse, über den berg Jura oder Jurten, dadurch man aus demBafel-gebiethe in das Aergöw und BuchSgöw kommt. Er wirdabgetheilte in den obern, der oberhalb Waldenbnrg anfängt,und über Langenbruck nach Balstal fähret; und den untern,der oberhalb Läuffelfingen anfängt, und gegen Ölten zu gehet.Ungeachtet diese straffen überaus rauch und gähe sind, so fahretman dennoch allezeit mit schwer beladenen wägen darüber,und kommet, vermittelst des Vorspanns, so die fuhrleuthe ausden nächst-gelegenen dörfern nehmen, glücklich durch, ürßis.chron. Bas. lib. I. p. 3. 29. Plantin. abrege de i’hist. de IaSuhle, p. 637. *
* Aavermanö, (Macarius) ein Canonicus Regularis, Prä"monstratenser-ordens, war aus Flandern gebürtig, und lehrtedie Theologie mit desonderm lobe, bis er zu Antwerpen in derAbtey St. Michaelis den 26. febr. an. 1680. starb , da er seinalter noch nicht höher als auf 36. jähre gebracht. Er wider-setzte sich mit vielem eifer den gefährliche» grund-sätzen einigerneuern Moralisten und Casuisten, und bekam deswegen vielenstreit mit den Jesuiten , erhielt aber auch nur wenige stundenvor seinem tobe briefe aus Rom , worinnen seine lehren vondem Papst Jnnocentio XI. gebilliget wurden. Seine schriftensind : Tyrocinium Theologie Moralis , in 2. vctav-bänden ;und einige Lateinische dissertationen, als von der liebe des näch-sten ; von der liebe, so in der busse zur rechtfertigung nöthigund zulänglich ist, u. d. m.
-Haversham, ist ein kleiner ort in der Englischen provintzBuckinghamshire , unweit Stvnn Stretford, an den grentzenvon Northamptonshire . Johann Thompson, ein söhn Man.ritii Thompson von Haversham, ward an. 1673. den 16. dec.von dem Könige Carolo ll. zum Baronet, und an. 1696. den4. may, von König Wilhelmo III. zum Pair von Engellandmik dem titul eines Lords Haversham von Haversham, ge-macht. Den 13. jun. an. 1701. verklagte ihn das Unter-Hausdes Parlemenis wegen einigen reden, so er zu desselben Nach-theil , bey einer zwifchen beyden Häusern angestellten freyen con-ferentz, gefprochen haben sollte; allein das Ober-Hauö absol-virte ihn eilf tage hernach von solcher anklage. Er verheurathetesich i.)mtkFra»cisca, einer tochler Arthuri Anncsley, Gra.fen von AnAdsty, und einer witkwe Johannis Windham vonFelbrigge-Hall. «.) An. 1709. mit N. Grahme. Mit der er-sten hat er 8. töchter und einen söhn, nahmens Mauritium,
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