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sich gebracht; sie soll aber nunmehro daselbst abgegangen seyn.Sie ist daselbst insgemein Haubitz genennet worden. Ausdieser Preußischen linie war Andreas von Haubitz, ein söhnHansens aufWurschbau in dem Bilisthen Bogen-Amt gelegen.Derselbe wurde als Schwedischer Oberst-Wachtmeister imdreißigjährigen kriege in der Nördlinger - schlacht von den Kay-serlichen gefangen; als er sich nach heben und dreißig Wochenranzionirt, trat er , als Oberst-Lieutenant über eine esquadrondragoner, in Chur -Sächsische dienste , und wurde anfangs zuGrossenhayn, hernach aber zu Freyberq Commendant, wo-selbst er die Schweden zweymal von der stadt abgetrieben , an.i6$6. aber in deren letzter» abzug am 3. april in einem ausfalletödtlich verwundet worden, worauf er im fünf und dreißigstenjähre seines alters seinen geist aufgegeben. Er liegt zu Freybergin- der St. Peters-kirche begraben. Peckenß. theatr . Sax.Spangenbergö Adels-fpiegel. Mollert annal. Freyb. Gros-sero Lauf. merckw. Sinapii Schles. curiof. Memoires des II.dernieres camp. de Mr. de Turenne en Allem. *
* Hauqwiy, ( August Adolph von) ein Edelmann aus derLausitz , war ein guter Teutfcher Poete , lebte an. 1684. undschrieb : Poetischen Vortrab, Dreßden 1684. in 8. hatte auchvor eine Laufitzische Historie zu schreiben, und gab ProdromumdeLusatia, Bautzen 1681. in 4. wie auch Tr. de Regni & Au-lse Mareschallis, Bautzen 1690. in 4. heraus. Neumeister,de Poet. Germ. p. 46. Excerpta Roßnthal. c. 1. §. 6. ap. Hof-mann script. rer. Lusat. tom. I. P. II. p. 148.
* Haugwitz, (Friedrich Adolph von) ein berühmterSächsischer von Adel aufOder-und Nieder-Bischdorff, JohannAdolphs von Haugwitz söhn, wurde gebohren an. 1637. imaugust. und genoß einer guten auferziehung , baß er im vierze-henden jähre auf die Academie nach Altorf sich begeben konnte.Nachdem er daselbst binnen drey jähren verschiedener Profefso-rum unterricht in Historicis , Philosophicis , und Jure publico«nbprivato mit nutzen sich bedienet, begab er sich an. 1634. denü. febr. nach Regenspurg, hielt sich da bey dem Chur - Sächsi-schen Abgesandten, geheimen Rath, und Cammer-Herrn vonFriesen auf, wo er sich durch seine gefchicklichkeit so beliebt mach-te , daß er zu affairen gezogen wurde. Von da qieng er überAugspurg und Ulm durch das Würtembergifche nach Straß burg , von da er an. 1654. die städte am Rhein bejahe, undan. 1633. den winter über in Cöln verbliebe, darauf qieng ernach Utrecht , und fetzte nach acht Monaten seine reife durchHolland und die Spanischen Niederlande aus Dünkirchen nachEngelland fort, allwo er Londen , Oxford und Cambridge be-suchte. Im octvbr. gieng er von Douvres nach Mardyck,Utrecht , und über Cöln , Franckfnrt, Cassel, Gotha , Erfurt und-Leipzig nach Hause, und langte an. ,636. zu ende des jan.in Bautzen wieder an. Kurtz darnach machte ihn ChurfürstJohann George II. zum Cammer-Juncker , an. 1636. im 19.jähre seines alters , und gab ihm erlaubnis , eine anderweitigereife in fremde länder zu thun , da er denn über Altorf, Nürn berg und Tübingen , durch die Schweitz nach Genfund Franck-reich gieng , wo er sich zu Paris so lange aufhielt, bis auf denwahl-tag zu Franckfnrt, welchem er beywohnte, von da er sichmit des Churfürsten bewilligung zur Kayserlichen armee inPommern begab, und unter derselben zwey jähr als Rittmei-ster diente, dabey sich aber sehr hervor that. Hierauf muste erin Sächsischen angelegenheiten nach Wien gehen, von da erdurch Bayern und Tyrol nach Italien gieng, allwo er Venedig besähe, über Mantua und Ferrara und Bologna nach Rom sichbegab, welches er nach einem halben jähre verließ, und Neapo-lis , nebst Sicilien besähe, da er seinen rückweg von Rom aufSiena , Florentz, Lucca , Genua , Mayland und Turin überdie Graubündten nach Hause nahm. Bey seiner ankunft er-nennete ihn der Churfürst zum Rathe und Gegenhändler in derLausitz , wobey er sich sehr beliebt machte. Hierauf kam derSchwedische Feld-Marschall Wrangel nach der Lausitz , unterwelchen unser Haugwitz auf sein verlangen nach abgehandeltercapitulation, als Oberst-Lieutenant bey der cavallene in dienstetrat, welche er aber bey erfolgtem vergleich mit Schweden quit-tirte, und von dem Churfürsten zum Cammer-Rath, Cam-mer-Herrn und Oberst-Lieutenant von der garde und Kriegs-Rath erkläret, auch an. 1672. AdjunÄus vom Ober-Hof-Mar-schall wurde. Weil er sich nun hierdurch des gantzen Hofesgunst erworben, so machte ihn Churfürst Johann George III. zum Ober-Hof-Marschall, würcklichen geheimen , und gehei-men Kriegs - Rath , auch Steuer-Virebkor, worinnen er auchvon Johann George IV. und Friedrich August I. bestätiget wur-de. An. 1697. träl er auf hohe erlanönis als geheimer Staats-Rath in Preußische dienste, welche er aber auch nach drey jäh-ren niederlegte, und ein privat-leben erwehlte, in welchem ersich aller asmiren entschlug , und auf das ende seines lebens mitetlichen allen freunden bedacht war, welches an. 170;. den 3.junii erfolgte. Seine Verdienste sind noch in stetem angeden-cken , wie er dann gegen vierzig jähr in wichtigen Verrichtungennicht allein im lande, sondern auch an unterschiedlichen Höfensich hatte brauchen lassen. Röntas Adels-hist. P. I. p. 301.Müllers Sächf. annal. p. 634. Grossers Lausitz , merckwürd.P. I. p. 292. P. IV. p. 161.
* Haugwitz, (Johann Adolph von) ein berühmter Säch-sischer von Adel auf Königswarte, Cammcrn, Spohla,Sprennberg, Spittwitz, Nechern und Schönbach, ward ge-
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bohren an. 1607. bezog die hohe schule zu Jena an. 1624. unddie zu Leipzig an. 1626. Hierauf trat er an. 1627. die reise infremde lande an , und kam zuerst nach Straßburg , allwo ereinige zeit bey dem General -Kriegs-Gommissario Wolf Rudolphvon Ossa verblieben, gieng hierauf in Lothringische kriegs-dien-ste, verließ dieselben an. 1629. und begab sich wieder nachHause, worauf er an. 1630. den 10. decembr. seine erste ge-mahlin, Annam Mariam von Nostjtz aus Neukirchen, sich bey.legte. Nachdem er an. 1632. von einer feindlichen parley zuUdigan plötzlich überfallen, gantz ausgeplündert, und alles desseinigen beraubet worden, nahm er unter dem Gerstorfisebenregimente zu fuß die Regiments-Quartiermeister-charge an, undbediente solche eine Zeitlang rühmlichst. Darauf wurde er vonden Bautzner Landes-Ständen in den mittel-ausschuß der Ober-Lausitz gezogen , und zum Land-Lommlilarlo bestellet» in wel-cher bedienung er im damaligen kriege verschiedene höchst ge-fährliche reisen zu den Kayserlichen Generalen verrichten muste,davor er an. 1638. zum Landes-Aeltcsten erkieset wurde, wel-ches amt er aber an. 1648. mit der Ober-Amts-Hauvtmanns-stclle und PrEefectura Juilitiae in der Oder-Lausitz vertauschte,wobey er sich sehr signalisirte. Das jähr darauf hat er sich zumandern mal mit Catharina von Lützelburg aus Jmlingen imLothringischen verchlichet, und vier löchter nebst einem söhngezeuget. An. 1650. legte er sein amt nieder, hingegen trugihm Churfürst Johann George I. die Landes-Hauvtmannschafftvon Ober-Lausitz und die Raths-bestallung an. 1651. auf, undwurde er an. 1636. den 9. novemb. das erste mal als Cammer-Rath zu Dreßden vorgestellet, auch bald darauf als Burg.Rath installirt, im monat febr. an. 1661 . wurde ihm die ge-Heime Cammer-und kurtz darnach die Kriegs-Raths-dedienung,und zugleich das prädicät eines Cammer-Herrn gegeben, undden 14. febr. an. 1662. als Cammer-Präsident würcklich vor-gestellet. Bey dem an. 1663. entstehenden Türcken - kriegewurde er als Kriegs-Rath und General - Kriegs - Lommissarwsauf den Reichs-tag nach Regenspurg geschickt, in welcher höchstwichtigen bedienung er an. 1664. den 26. ,un. der armee nachUngarn folgte , und durch seinen rath viele dienste gethan.Bey erfolgtem frieden begab er sich zurück nach Regenspurg,und verehlichte sich an. 1665. den 7. decembr. zum dritten malmit Regina Catharina Freyin von und zu Jöstelberg, lebteaber nur zwölf Wochen und sechs tage mit ihr, dann den 18.febr. an. 1666. verließ er die Welt im sechzigsten jähre seinesalters. Es wird ihm öffentlich nachgerühmet, daß er ein rechtgetreuer und aufrichtiger mann gewesen, der sich fleißig, unver-drossen und redlich in seinen aufhabenden amts-verrichtungenerwiesen, daß er kein schädlicher Machiavelliste, kein unchristli«cher Hof-mann, sondern von anaebohrncr leuthseligkeit, an,muthiger beredtsamkeit und scharfsinnigem judicio, von nach-denckender und geschwinder refolution, und verträglich, auchgedultig zu grosser arbeit gewesen. Rönigs Adels-Historie, P. I.p. 497. 498. Grossers Lausitz , merckw. P. II. p. 23.26.
Haviet, (Thomas) sonst gemeiniglich wiat genannt, einEngeüändischer Ritter , welcher an. 1353. wider die KöniginMaria von Engclland eine partey formirte. Er war der Re,formirten religion zugethan , und wollte nicht zugeben, daß dieKönigin solche in ihrem Reiche sollte abschaffen. Er war im krie.ge wohl erfahren, soll aber nicht genug verstand gehabt haben,wichtige fachen auszuführen ; er befliß viele güther, und wurdevon dem Adel sehr geliebet, auch von dem volcke sehr ästimirt.Die feinde der Königin Elisabeth und der Prorestirenken Engel-länder behaupten, weil Haviet oder Wiat nicht vor das hanplder conspiralion habe wollen angesehen seyn, habe er die Prin-tzeßin Elisabeth mit aufseine partey gezogen, nebst Mylord Cour,tenay, Königs Eduardi IV. enckel, und dem Hertzoge vonSuffvlk. Allein , was die zwey erster,, berrift, so ist nie keinander beweisthum wider sie vorgebracht worden , als daß an-fangs Haviet, in Hoffnung, durch solches Mittel sein leben zuerretten, sie beyde beschuldiget hat; welches er aber kurtz her-nach widerruffen, und, daß sie gäntzlich unschuldig, noch indem auqenblick seiner execution auf dem traucr - gerüste betheu-ret. Run hatte Haviet mit befctzung der stadt Maidston denansang gemacht, brachte darauf 1200. mann »u pferde und8000. zu fülle zusammen, gieng damit auf die stadt Rochesterlos , und eroberte selbige durch die darinnen habende Verständnisim jan. an. 1534. Er versicherte sich zu gttichcr zeit zweyergrosser schiffe, welche den Jnfanten von Spanien nach En«gellanb überzubringen sollten gebraucht werden, und gieng gera-des wegs auf Londen los. Die Königin ließ ihm sagen, daß wennihr verbündnis mit dem Jnfant von Spanien den Engellän,dern misfiel, sie sich nach ihrem gefallen einen andern gemahlausersehen würde, und versprach ihm grosse dinge, wenn er dieWaffen niederlegen würde. Allein Haviet, weil er durch seine an-hänger meynte in Londen eingelassen zu werden, schlug alle dieseVorschläge aus. Er kam auch würcklich in die Vorstadt South,wark, und von dort in die stadt. Aber neben dem, daß niemandvom volcke zu ihm fiel, welches die Königin schon vorher mit gn.ten Worten auf ihre feite gebracht hatte, so nahm auch Havietfeinen marsch so unvorsichtig, daß er sich mitten zwischen die Kd.nigliche soldaten , welche unter Mvlord Clinton um Whitehalherum postirt waren, gleichsam einsperrte. Da wurde er dannauf einmal von allen feiten her angefallen, und seine lenthezerstreuet. Er sammelte zwar zur stunde noch 500, mann zu sich,