Vorrede.
werden sich wenige/ oder vielleicht keiner finden, der nur blos auseinem Uxko oder anderm dergleichen werck ausgeschrieben , oderlediglich ins teutsche übersetzet seye; Und wann ein articul schonin. einem andern Lcxico gestanden, ist er doch allhier m etwasgeändert, verbessert, oder vermehrt eingerücket worden.
„ Herren Johann Rudolffen von Waldkirch J.U D, undPros. sind insonderheit die articul von der Schwettz Mit allem de-ren einbegriff zugefallen. Der geneigte Leser hat fthon aus demPrcheÄ. welches der Verleger noch vor undernemmung des wercksherausgegeben, sehen mögen, wie der erste anlaß m dieser neuenauflaag von denen vielen klägten über die gar zu sparsame Nach-richten von Eydgnößischen Geschichten und ortern, so wol als überviele ansehnliche und berühmte Geschlechter und Persohnen diesesLandes, insonderheit Reformirter Religion, hergekommen seye.
In diesen gedancken, und da der Verleger bischer müssen seinegröste sorge aufverbesserung des angedeuteten mangels zu wendenhatte, konnte er seine Zuflucht zu niemand besser nemmen, als zueinem mann, der mit dergleichen geschafft schon längst umbge-gangcii, und dessen Schweitzer-HiAorie in und ausser landes mirgutem vergnügen aufgenommen worden, auch in der that, nebenander» Verzügen, so sie hat vor mehreren büchern gleiches inhalts,die dißher in kruck gekoinmen, sonderlich auch die SchwcitzerischenBundnussen, wovon der gröste theil vorher in der ftembde wenigbekannt >var, gantz deutlich und in einer schönen vrdnung an-bringet, so daß man diefeidige für einen sehr guten und netten be-griff des Juris pubüci unserer Eydgnoßschaffr achten kan.
Dieser hat dann dem Vaterland auch den neuen dienst ru thunsich gar willig finden lassen, und die Befchreibunge so wol aller,entweder vormahls merckwürdig gewesenen, vderannoch merck-würdigen ortern, als auch den besten und wichtigsten theil der vat-tcrländischen geschichten mit besonderm fleiß zusarnmen gele-ftn, und deswegen über eine grosse anzqhk neuer Schweitzeri-ssher articuln, noch ferner die alten, so davon handelten, gröste,,-theils umgegossen, oder für sich neu auffgesetzet. Daher jeder bil-liche leser ihme darfür einen besondern danck zu wissen hätte, ivanncrs ichon bey dem allein bewenden lassen; wiewohlen er nichts de-sto minder noch viele andere ebenfahls neue articul, so wol zur Heu.tigen Geographie anderer ländern , als auch von neuen Gelehrtenund Künstlern dargeüeffert hat, welche ebeusahls mehrere lesereohne zweiffel nicht ungerne in dem stexico sehen »verden.
Andessen hat man an diesem ort auch dre hülffe, welche zu voll-ständigerer ausführung derer Helvetischen Materien noch von an-dern orten herbevgekommen , nicht wenig zu rühmen, und mitschuldigem danck zu erkennen.Was zuforderst ben Hochlöbl.StandZürich betrifft, so hat von dessen ansehnlicher Land schafft, inson-derheit auch von denen dortigen preißwurdigen Geschlechteren undVersöhnen viele dienliche Nachrichten eingesandt Herr ErhardDürsteler/ wolverdicnter Prediger zu Hvrgen, welcher, gleichwie er sich von langer zeit durch besondern fleiß einen stattlichen vor«
zurückgeblieben sind,so man aber gleichwol seiner zeit neben andermin einem 8upp!emen!0 wieder einzubringen vcrhoffct.
Allein eine sehr namhaffte und wichtige bcypuiff, so man diß vrtsverspühret, betrifft die articul, welche beydes die Haupt-Genealo-gie deren zweyenDurchleuchtigenHausern von Laden und bvur-tenberg / und bann auch d,e vornehmen aus dencufelben ent,prossenen Persohnen in sich enthalten. Umb von deme zu eilt zu r ceen,welches in denen zweyen an,etzo ausgehenden banden altbereir zmrzVorschein kommet; so sind die Badifche articul rurchgehends vonHerrn Carl Friedrich Drollinger/ J. u. l.c. und Hcch-Fürstl.Baden-Durlachischen Hoffrarh und eercwva^o mit sonderbarer ge-schicklichkeit aufgesetzt worden. Wie dieser an denen Archiven desDurchleuchtigcn und Uralten Hauses nun seit vielen Jahren mitunermübetem fleiß gearbeitet, und selbige in eine so neue und voll-ständige ordnung gebracht hat, daß wenige Fürstliche Aicb'm ihnendarinnen gleich kommen mögen ; also ist auch niemand tüchtigergewesen von allemeine klare, sichere, und ausführliche erzeylmigzu machen ; welches dann auch von ihme mit einer so reinen undangenehmen schreihart beschehen ist, daß dadurch, weilen sonderlichdie anzahl selbiger articuln, in anfthnng deren vielen berühmtenund vortreflichen Persohnen dieses Hauses, deren jede er under ih-rem besondern namen eingebracht, zinriich groß, so wol der gegen-wärtigen außgaab eine besondere zierde, als denen Lesern vieles ver-gnügen muß gegeben werden.
Von dem Durchlauchtigen Hauß würtenberg hat man nichtminder gründlichen und ausführlichen bericht zu versprechen,nachdeme aus denen gelehrten und iürtrcfljchcn anmcrckungen, wel-
meinem fleiß gesamiet hat, durch dessen ebenfals in der gleiche« ge-lehrten undersuchiingen treflich erfahrenen Sohn gleiches Vornay-wens, wolverdienten Pfarrhcrrcn zu Under- Türckheim, mit Hoch-Fürstlicher gnädigster gutheissung, alles so sich in gegenwärtigesEexkon schicken mag, fleißig solle ausgezogen werden. Weil manaber von dieser selten bei, gantzen aufsatz so wol von dem Durch!.Hause überhaupt, als von denen vornehmsten Persohnen beffeibi-aen gerne zugleich miteinander hat übersenden wollen, und indessenbey schneller forteylung der Preß verschiedene solcher articuln nochvor empfang der neuen arbeit vorgekommen sind, ist nothwendigant gefunden worden, diese ansehnliche Würtenbergische Historiesgmmethajst unter den articul würtenberg zu bringen; wie dannauch deswegen an den Verleger die crsuchung geschehen ist, daß die?jmige Persohnen des Hauses,welche hißher nach ordnung ihrer vor-nahmen, durch das gantze Werck zerstreuet gewesen, aus denenjetzo erscheinenden zweyen ersteren banden himveg gehoben, undsaintlich biß in den duchstab W. mochten verspüret werden. Dergeneigte leser kan leichtlich sehen , daß es hier allein umb eine garansehnliche Vermehrung unsers Lexici 3» thun ist, und wird also die
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rath und grosse erfahrenheit von dergleichen vatterlandtschen fachen nun zuruckgel«„cne articul inehrererWürtcnbcrgrscher Fürsten nichtzuweaen gebracht, also hat er auch durch so willfährige Mittheilung ungern vertragen, weil er gewiß zuvor jihet, wie ih,ne die schuld... » -- u.:*-r ,„*♦ aussbqldeste und Mlk so reichem Wucher solle eingetragen werden.
seiner gelehrten arbeit an diesem ort nicht wenigen danck verdient.
Von vielen nierckwürdigkeiten den mächtigen Stand Bern ange-hend, und absonderlich von mehreren ortern dieses schönenund wektlaufftigen Ged»eths, welche so wol in denen alten und mit-tleren zelten berühmt gewesen, als noch heut zu tag gar wol verdic,neu in acht genommen zu werden, hat viel gutes und nützliches mit-getheilet Herr Johann Rudolph Grüner/ tremeyffriger Pfarr.Herr in Burgdorff; an deme nicht Minder ein ungemeiner fleiß inauffsuchling alter schrifsten und Urkunden, woraus die vaccerkandi-sche Historie, und jeweiliger Zustand der stadten und ortern mag er-läutert werden, als die grosfe bereitwilligkeit seine anmerckungenallen wissens-begierlgen bey jedem anlatz gemein zu machen, undvon freyen stücken zu änerbicthen, bllich sehr zu loben ist.
Sonsten sind noch von andern orten lobl.Eybgnosischaffi mehreregute Keschlechrsbeschreibtingen eingegangen, wofür man denen sogelehrten als höflichen persohnen, welche sich damit muhe gegeben,nicht wenig verpflichtet ist. , , v v „ ,
Nur hat man dabey zu bedauren gehabt, daß, da sonsten das vor-haben gewesen, einen sonderbaren fleiß auf die beschrerbung derenBernerlschen vornehmen Geschlechtern, welche dem gantzen gemei-nen Vatterland zu allen zeiten grosse ehre gemacht, zu »vende», unddeswegen schon ein ziemlicher vorrath zusanien getragen war; EineHochlöbl.Obrigkeit des Standes,qus waltenden wichtigen bedenck-lrchkeiten, nicht hat für gut finden können, daß genealogischer wei-se von denenselbigen ihren Geschlechtern in dem Werck gedachtwerde. Der geneigte Leser sihcr von seldstcn, daß bey solcher bc-schaffenheit der fachen die ehrerbietung, welche man dem mächtigenStand schuldig ist, eine unperweigerliche folgleistung erfordert ha-be, so daß es auch bey deme keiner andern entschuldigung deswegenbedörffen wird. Im übrigen weil der hochlobliche Stand alleinverlanget hat, daß die erzehlung und beschreibung ihrer Geschlech-tern ausbleiben möchte, so hat man die gelegenheit init desto grös-serer begierd ergriffen, von verschiedenen ansehnlichen und deruhin-ten mannern des orts, die sich so wol durch ihre stqats-klugheit undkriegs-thaten, als geschrcklichkeit und gelehrte schrifften hervorge-than, einen netten und klaren bericht abzustatten, und damit denabgang des vorhergemclten, so viel möglich, zu ersetzen getrachtet.Doch >sts, weiß nicht wie, aus anlaß der neuen einrichtung, wel-che da unversehens hat müssen vorgenommen werden, geschehen,daß der articul von dem Bernischen Reformatore Berchthoido Hai-lero, samt noch einigen andern gelehrten Leuthen dieses namens,doch nicht von Berchthoido abstammend,weil sie zugleich auf einemhjat mit dem Hallerischen Geschlecht verzeichnet waren, ebenfahls
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Im übrigen erkennet man sich diesen beyden gcledrtcnMännern fürfolchen gütigen beytrug umb so mehr und höher verpflichtet, alssonsten aus erheblichen Ursachen nicht rathsam hat könnenerfunden werden , von Fürstlichen oder glich Gräflichen »ndAdelichen Häusern viel neues einzubringen; wo es nicht mitdery unmittelbarer oder mittelbarer gmheisiung geschehen mochte.Und da diesem zu folge von verschiedenen orten sda solche matte*rung in zeiten geschehen ist, dannych kefne antwort eingelossen, istnicht unbillig daraus geschloffen worden , daß man allda mit demallbercit in dem v-ex-co befindlichen bericht genugiam zu frieden seye,und hat sich also, es dabey zu lassen, auch von dieser sotten so wil-lig als gehorsam bequemet.
Was biß daher gemeldet, ist schier durchgchends von solchen ar-ticuln zu verstehen, welche zu aniehnlicher Vermchrtmg des gegen-wärtigen Wercks gantz neu aussgefttzct sind, es seye gleich, daß sieschon vorher, aber allzukurtz und unvollkonnnen dartnn gestanden,oder nun fürs allererste mal hier erscheinen. Es ist aber jetzt auchvon dem andern oben angezeigten Mangel zu reden, welcher denvon solchem allgemeinen Historischen Lexiro »erhoffenden nu-tzen gar mercklich hinderen kan, ncmlich von denen theils falschemtheils sehr unvollkommenen erzehlungcn, bereit anzahl btßhcr sauunglaublich gewesen, und so vielfältige klägten aller orten verur-sachet hat. Hier wird zuvorderst dieics von nietttand in Zweifelgezogen werden, daß selbigem Mangel auf alle weise abzuhelssen,und die Verbesserung und ergätttzung dergleichen fehl-ttnd mangel-hahren articuln, so viel man immer der fach rath schaffen kan, voneiner unumgänglichen Nothwendigkeit seye. Ohne diese ergäiitzungund verbcsscrung sind ja solche articul und durch solche articul, woderen anzahl einmal gar groß ist,die Historische Uxic* sechsten mei-stentheils unbrauchbar < und müssen nothwendig mehr schaden alsnutzen bringen. Dergleichen Bücher werden einmal anjetzo ihrersonoerbahren bequemlichkeit halben, von einer grossen anzahl Lc-seren, und fast von allen denen, welche nicht eben ihr hauptwerckaus der Historie machen, noch ihre meiste zeit darauf wenden wol-len, zum vornemstcn, wo nicht zum einigen gründe gelegt, allerder wissenschafft, welche sie darin« qedencken zu erlangen.
Auf diese» fuß sehen dann dergleichen persohnen ein allgemeineshistorisches k-exicon gleichsain als ihre schatzkginmer an, aus derensie in allem, so ihnen zu wissen nöthig seyn mag, oder wovon sieeine tust ankommt, guten bericht einzuholen, aksobald ihre Zufluchtnemmen können. Sind nun darinnen die articul, bey denen mansich m allerhand porfallcnheiten belehren, und so zu reden, raths
erbohlen