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Bombe.

«Oohken prk, entweder sehr unvollkommen und in denen vovnem-sien umstanden mangeldar , oder auch gar irrig und voller fehlem;so muß ein leser nothwendig dqbey übel fahren; als welcher in demersten fahl keinen rechtschaffenen und genügsamen begrissvon dem,so er gern wissen möchte, haben kan; indem anderen fahl aber,wo er nemlich dergleichen falscher erzehlung trauet, und die fachenso,wie er sie in dem Lexico gefunden, in öffentlichen schrifften,reden,oder auch in gelehrter und verständiger leuthen gegenwart anführet,nothwendig in gefqhr iauffet, sich andern zum fthimpssund gclach-ter darzubiethen. Es wäre gewißlich kein schlimmer einfahl vondem gelehrten Frantzvß Mr. Menage . ha er bey einer deren ersterenaußgaaben von des Moreri Dictionaire. als jederman über des bnchsallzuviele fehlere klag fuhrete, schertz und ernst gleichsam vermi-«. schend, zu feinen freunden sagte; Er werde sich wol immer hüten,« den Moren zu lesen. Dann weil er mit einem guten gedächt-nus begäbet, müßte er nothwendig besorget seyn, es möchten ihm», drein dem werck befindliche unzeyliche fehler grösten theils darin hassten. Welches dann in der that einen mann, der immer mithücher schreiben und gelehrten underredungen so, >vie Menage, be-schäfftiget ist, sehr leicht irr machen, und ojst, wann er sich dessenam wenigsten verfihet, in fehler sturtzen kan.

Wann man nun von deme, so dieses fahls bey gegenwärtigemWerck ist geleistet worden, oder von allen vorgenommenen vermehr-und Verbesserungen der alten, das ist, schon vorher in dem i-exicagestandenen articuln einen genauern bericht geben solle, so gestehetman zuvorderst gerne, dass, was sonderlich die gefchichten, undso wol Fürstliche, als ineistens Gräfliche und Adeliche Häuser undGeschlechter Teutschlands anbetrifft, solche, besonders in der an-dern außgaab dieses Werck6, sehr wol und gelehrt ausgeführet sind:dergestalt daß man denen geschickten männern, welche sich damitbemühet, keinen geringen danck schuldig ist. Auch sind die meistearticul, welche in die neuere gefchichten deren heut ßorirenden Rei-che und Stauten einlauffen, so dann die Fürstliche, Gräfliche, undHochqdeliche Häuser und Geschlechter, welche vorher durch andereabsonderlich beschrieben waren, guten theils wol und nett zusam,men gezogen, und haben also bey dieser neuen auflaag wenig mühegegeben. Ein gleiches ist von mehreren stucken aus der Geographieober Länder- und Mädte-Beschreibnng, auch von mehreren lebengelehrter und berühmter leuthen, doch vornemlich deren neuerenund Teutschen zu inelden; wiewolen es bey diesen letstern, so wolals bey einigen Materien von der vorigen gattung, dannoch nie anorten gemangelt hat, welche der Vermehrung u»id Verbesserungbedorssten; wie der geneigte leser aus zusqmmenhaltung beyderleyAusgaben unschwer wird beurtheilen können.

Was nun also für gute Artickel indem allgemeinen historischenI-exieo anzutreffen sind, die schreibet man so billig als gern den be-rühmten und gelehrten Männern zu, welche in der Vorrede derersten Leipziger Ausgab sind genennet worden, und preiset dieses-fals, schuldiger Massen, ihren Fleiß und geschickte Arbeit. Essind aber dieseldige auch viel zu scharffsichtia, und verstehen die Sa-chen allznwohl, daß sie nicht erkennen sollen, wie sehr dagegendie meiste andere Artickel, an welchen sie selbst nicht gearbeitet, undschlechter dingen fast alles, was aus Moreri übersetzt worden, de-nen ihrigen ungleich seye. Auch ist derselben mo-leüie zu groß,auchnux bey sich selbsten, und stillschweigendzu begehren oder zuwünschen, daß man um ihrer guten und gelehrten Auffsatzen wil-len auch die andere fehlhafste, welche in so grosser Anzahl mit un-lergemischt sind, alerchfals für gut annehmen solle, und wann sichauch die beste Gelegenheit dazu Ogete, dannoch zu augenscheinli-cher Jrrmachung so vieler Leseren immer unberührt lasse.

Der weltberühmte Theojogus, mit dessen Nahmen die der erstenAusgab beygefügte Vorrede unterzeichnet ist, hat am wenigstenzu besorgen, daß jemand einigen dergleichen übel ausgefertigterArtickeln ihme zuschreiben werde. Aussekt deme, daß dessen gros-se Gelehrsamkeit , und der sonderbare Fleiß, welchen er an allesdas, so er selbsten aufsetzt, zu wenden pfleget, durchgehends be-kannt; so weißt man auch genug, daß selbiger in Ansehung derenSachen, welche er nicht selbst zu thun aufsich genommen, alleindie vireÄion haben, das ist, guten Rath geben sollen: in welchemFall einem gelehrten Mann nie etwas beyzumessen ist, wann diedergleichen Rathe zu folgen und veciiunfstige ihnen gegebene Vor-schläge auszuführen haben, solches ohne dessen Wissen unterias-

^Nachdeme aber jetzt die in der bemeldten Vorred genannte be-rühmte und gelehrte Mannere in Sicherheit gesttzk, und im übri-gen diejenige Personen, welche die fchlhasste Artickel in so grosserAnzahl entweder aus Moreri, Yayle, und Hoffmann sehr schlechtund unvollkommen übersetzt, oder sonst an mehreren Orten ziem-lich irrig, falsch und mangelbar beschrieben, selbst ihrem Namennach unbekannt sind: So darffman mit desto grösserer Freymy-tigkeit unterfangen, auch von der anderen Gattung Artickeln, wel-che in der that bey dieser neuen aufilag Muhe genrig gekostet hat, ei-ne mehrere anregung zu thun. ^

Anfänglich zwar hat man auch dieses mcht m Sttm gehabt, miteiniger Weitläuffigkeit in gegenwärtiger Vorrede zu beruhren.Manhätte sich gerne der muh überhoben gesehen, auch nur das kleinesteMuster von denen vielen mit untergelossenenFehlern vorzulegen,undviel lieber demLestr.welcherVerlangen trüge,davon genaueren Be-richt zu haben, selbst überlassen wollen, durch Vergleichung bey-derley Ausgaben der Sach nach zu forschen. Das Exempel desMr.ie ©etc, welcher seine Vorreden zu denen neuen Aus-gaben des Morerifchen Dictionaire grossen theils mit denen grobenFehlern, welche er daraus hatte musteren muffen, angefüllt; undMk fleiß dks Mr. Vayle, dieschnitzeresverin gleichem Buch ge-

ftmden, von ernem Artickel zum anderen zu erzehlen, waren fürsich nicht krafftig genug, den Urheber dieser Vorrede zu bewegen,baß er in emer jchrM, darum er den wissens-begierigen Leser vonso viel anderem gern hatte unterhalten mögen, sich bey diesem Pun-tten lang verweilen wolte. '

viele hier zu land von einigen Personen, weiß nicht auswas Absehen, ansgefprengte Gerüchte, als Ware alles, so derVerleger von Verbesserung der alte» schon indem Werck befindli-chen Artickeln versprochen, ein lediges Blendwerck, ras UxiconHütte kurtzum solche fehler nicht, hie einigen Leser irren könnten,und was also versicheret worden, daß jemand die alten Artickelhurchgienge, um solche Fehlere, so viel möglich, zu verbesseren,falsch und ohne Grund sehe; Diese und noch andere anzüglicherereden, so wohl als die folgen, welche aus dergleichen reden fliessien können, zwingen gleichsam wider willen, daß man hier wenigstfo viel pon denen mangeln der vorigen Ausgaben anführen muß,mo ZU Widerlegung oder Ausloschung solcher ungleichen reden undenrdruckungen nöthig seyn kan. .* .

Also ist dann nach vorhergesttzter deutlichen Erklärung wegendes guten, fo sich ,n denen zwey vorigen Ausgaben des teutschenr.ex,ci antreffen laßt, auch »m Gegentheil nicht r» lälignen, baßmdenen meisten anderen stucken dem Wercke bißher noch gar vielesabgegangen , und man also, um dasselbe wenigst guten theils,emzubringen und.zu ersetzen, nicht wenig arbeit gehabt habe.Man dckrss wohl überhaupt sagen, wie in der alten Historie undGeographie, welche sich doch soweit ausbreiten und eine solchenah.mhMe anzahl artickel ausmachen, fast qller orten gar vieleszu anderen, zu permehren, zu verbesseren vorgekommen, und dievornehmste und wichtigste artickel, wo man einen klaren und net-ten bericht davon geben, und sie mit rechtem lust und nutzen lesenmachen wolle, gantz haben umgegossen, und pjfi aus zeheu oderzwolsslinien, darinn sie eingeschränckt waren, zu ggntzen colum-nen, selten, oder blätteren vermehret werden müssen; ohne daß da-rum ein einiger deren angebrachten umständen mit recht für über-flüssig und nnnöthig kqn gehalten werden, >vo man nur des zwecksemes solchen wercks, und der verschiedenen arten deren Leseren,welchen das Werck dienen soll, sich erinneren will.

Man hat sich auch dergleichen Vermehrung bey den gemeldtenMtickeln qus zweyen wichtigen Ursachen nicht einbrechen sollen.Die erstere ist, weil wir diese alte gefchichten von denen besten köp-fen derselhigen Zeiten, will sagen, von den klugesten unter denGriechennd Römern, auch aufdie vernünfftigste und scharffsin-nigste weise erzehlet und beschrieben vor uns haben: so daß djesel-bige am bequemsten sind, dem Leser unvermerckt die beste und nütz-lichste erkanntnuß einer wahren staats- und sitsen- lehr beyzubrin-gen. Die andere Ursache bestehet darinn, daß dergleichen fachenbißher in unserer teutschen >mitter-spxach noch gar wenig sind er-zehlet und ausgegeben worden.

Was man allhier von alten gefchichten meldet, das verstehe;sich auch grösten theils von denen alten gesttzen, ordnungen, ge-wvhnheiten, und allem anderen, so insgemein unter dem namender antiquitäten begriffen wird. Nicht viel anders Verhalt es sichmit denen artickeln dex ältesten gelehrten, welt-weisen, poeten,rebneren, geschichtschreibcren, und dergleichen; als deren weni-ge sind, welche man nicht um ein uamhaffkes verbesseret, und ineinen stand zu setzen getrachtet hat, daß sich der Leser nun mitgantz anderer sichexheit, als zuvor, daraufwixd verlassen können^Bey denen neueren scribenten von gleicher art ist ebenfalls das nö-thige keineswegs verabsäumet worden: wiewohlen selbige, ivieschon gemeldt, in denen vorigen ausgaben grossen theils besser, alsdie von den alten scribenten und gelehrten, ausgearbeitet waren,und bey weitem nicht sp viele zusatze, erlautexnngcn und vermeh«runaen bedorssten.

Allein es ist besser, an statt dergleicheit Mangel uberhaubt an-zuzeigen, daß man vielmehr eine genügsame anzahl innster derenaus solchen mangelbaren artickeln gehobenen fehleren, als den er-forderjichen beweiß dessen , so »etzt gemeldet woxden, und die Prohher muhe, welche man sich bey dem werck gegeben hat, dem Leserpor äuge» lege. Um mehrerer klarheit willen, wollen wir diesefehlere, so vrel sichs thun lässet, unter einige absonderliche classenpyer abtheilungen zu bringen trachten.

Fürs erste sind eine ungläudliche menge fehlere gantz von neuemgemacht, und in das Lexieon gebracht worden, weil man beydenen artickeln, welche aus Moreri hergeholet worden, allzu sichergewesen; ohne zweiffel in der meynung, selbige müsten nach syofftmaliger übersehüng, und Verbesserung pon den gelehrten leu-then >e Clerc, und Bayle nun einmahl nothwendig gut seyn. We-nigstens gibts der augenschein, daß beydes die Übersetzung und ab,kurtzung der Morerifchen, und grossen theils auch dex Bayjischenartickeln von solchen Personen ist unterfangen woxden, welcheweder die fach selbsten, von welchen die artickel handeln, nochauch die Frantzösische sprach , in deren sie behandelt worden, rechtperstunden; da doch nach aller kenneren urtheil fast niemahl einerecht gute Übersetzung, vielweniger abkuxtzung einiges ausssatzes,öder sonst irgend einer schrifft mag erwartet werden, als von sol-chen Personen, welche beydes die sach selbsten, und die sprach,darinnen von der fach erzehlet wird, recht und aus dem grunhverstehen.

Wie vieles wird nicht aus dieser nrfach durch das gantze buchin denen Römischen fachen geirrxt? und wie manche stellen sinhdeßwegen also gesetzet worden, daß, welche Leftre von denen din-gen vorher nicht besser unterrichtet sind, nothwendig müssen ver-führet und mit gantz irrigen begriffen eingenommen werden '1 Wehin denen Römischen gefchichten nur ein wenig dewanderef ist, mag

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