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der geistlichen guter , sondern auch Ambassacteur bey den friedenS»tractaten zu Lübeck . In eben diesem jähre war er auch, alsGeneral-Major, bey der delagerung vor Magdeburg , und wur»de von dem Hertzog in Friedland in wichtigen commißiouen andenKayserlichen Hof geschickt, worauf er nebst dem Grafen vonCvlalto, Gallas und Fürstenberg wider den Hertzog von Mantua zu selbe gieng, und demselben Belforte und Gazolo wegnahm.An diesem letztem orte kam ihm der Priester, als man die kircheplündern wölke, mit dem venerabiii entgegen, und bewog ihndadurch, daß er niederkniete und seinen schluß änderte. An. 16; ikam er wieder in Teutschland, und siel nebst dem Grafen zu Fur-stmderg in das Hertzogthum Würtemberg, zwang auch den Her»Hvg, daß er sich in Kayserliche devotion begeben, und dem schlussedes Leipzigischen convents renunciren muste. Hierauf wolle erzu der haupt-armee unter dem General Till» flössen, kam aber nurbiß Erffurt, als die schlacht bey Leipzig vorgieng, worauf er sichwieder zurück zog , und sich erstlich mit Graf Zuckers armee ,hernach aber bey Fritzlar mit dem Tilly selbst conjungirte,und in das Süfft Fulda ruckte. Damals halff er auch Roten »bürg und Wmrheim einnehmen, wohnte dem emfall in Bam»berg bey , und wurde bey der renrade am Lech am kopff ver»wundet. Nach dem tobe des Generals Till» conjungirte er sichmit dem Hertzog von Friedland bey Eger, und zog mitdemsel-den wider den König Gustavum Advlphum nach Nürnberg , sepa»rirte sich aber nachgehends von dem gedachten Hertzog bey §oburg,und wandte sich nach Bayern, allwo er Landsberg und Guntzburgeroberte. Um diese zeit bekam er die Charge eines General»Feld-Marschalls. An. ; nahm er Memmingen,Kauffdayern ,Dütlingen, und den Paß Rayn wieder ein, entjetzte Villingen ,zog nach dem Boden-see, den Italiänischen succurs unter demHertzog von Feria an sich zu ziehen, griff Neudurg an der Donau ,wiewol vergebens an, und nahm, nach dem er zu dem von Feriageflossen, Bibrach und die 4 Waldstätte ein. Als aber das Spa»nlsche volck häuffig, und der Hertzog von Feria selbst starb, seineihm untergebene armee auch ziemlich durch kranckheiten abnahm,wandte er sich wieder nach Bayern , wiewol der Kayfer nicht aller»dings zufrieden war , daß man nach dieser conjunttion nichtmehr ausgerichtet. Diele glaubten, daß er von dem Hertzogezu Friedland geheime oräre gehabt , des Hertzogs von Feriavorhaben zu zernichten, worüber damals Regenfpurg, Strau-bingen, Chan, und andere drter in Schwedische gemalt gerie»then. In diesem jähr ließ er auch den Obristen Fahrensbachdecolliren. An. 16,4 nahm er Straubingen, wie auch Cham,Sultzbach und andere drter in der Ober-Pfaltz wieder ein, undüberrumpelte Naburg , worauf die Schweden aus der Oder»Pfaltz wichen, und nur wenige platze besetzt liessen. Der Her»tzog von Friedland haßte ihn zuletzt sehr, und suchte ihn in demjetztgedachten jahrein arrest und umsein eommando zu dringen ,allein Aldringer bezeugte keine lust, sich auf die ergangene cita-tiones zu stellen. Wie nun der erwehnte Hertzog gleich darauf ge»waltsamer weise ums leben kam, und Ferdinandus J1 selbst zu sel-be gieng, wolle Aldringer, nachdem er kurtz zuvor Kehlheim er-obert , den Schweden den paß über die Isser bey Landshut disputi-ren; allein, da diese Landshut mit stürm einbekamen, und dieKayserlichen die flucht ergriffen, ist er in dem gedrang von der Is»ser-drücken ins wasser gefallen, oder sreywillig hinein gesprungen,und hat entweder darinnen oder noch auf der brücken einen schußbekommen. Andere wollen, er habe von seinen eigenen leutenoder von einem bürger in Landshut 2 schusse empfangen, davoner vom Pferde gestürtzet, und todt weggeführet worden. Seincdrper ward nach Regenfpurg gebracht, und in dem dabey gelege-uen kloster Prüel begraben. Mit seiner qemahlin, -einer gebohr»neu Gräfin zu Arch, so wenig zeit nach ihm zu Paffau gestorben,hat er keine kinder gezeuget. Er verließ ein grosses vermögen ,so wohl an baarem gelbe, als an herrschafften, welches er tnei»ßentheils bey eroberung der stadt Mantua , da er den Hertzoglichenschätz m die Hände bekommen, erlanget haben soll; damals hat erauch die Fürstliche Mantuanischedibliothec und viel manuscriprabekommen, die er seinem bruder Joh. Marco Aldringern, Bi»schoff zu Seckau , hinterlassen. Sein anderer bruder war PaulAldringer, Bischoff zu Tripoli und Suflraganeus zu Straßdurg.
Pufend. de reb. Suec. I. 6 . Cluver. epit» hist. 1 .1. app. Galeat.Gualdo Priorato l. y. guerre d’Alemag, Blatte, hist. de Laviere.Pfieatr. Saures. Bayle.
Aldrooandus/ (Ulysses) von Bononien, ein vortreflicherPhiiofophus und Medicus. Er hat sich sonderlich auf erkenntnißder «atürlichen dinge, als der thiere, pflantzen, metallen undMineralien, insonderheit der vdgel gelegt, und alles, was ergehabt, darauf gewandt, wodurch er in solche armuth gerathen,daß er endlich im Hospital zu Bononien, da er sehr alt war, unddas qeslcht verlohren, an. 1605 gestorben. Seine grosse schriff»ten zeugen von seinem flciß, und sind die vornehmsten in n tomisitifol. zusammen zu Bononien edirt worden: als, Ormthoiogia.in ; bänden, an. 1646. De quadrupedibus, solidipedibus , an.1649. Qnadrupednmbisulcorum historia, an. 1641. De quadru-pedibus digitatis . an. 164;. De animalibus insectis , an. i6;g.De piseibus & cetis i6;8. Serpentum & draconum historia , an.1640. De reliquis animalibus exanguibus, an. 1642. Monstrorumhistoria cum paralipomenis, historiae omnium animalium , an. 1642,
Dendroiogia an. 1668. Es liegen auch daselbst noch viele in N 38 lo.■ wiewol nach seinem tobe unterschiedene, die eben nach dieser artverfertiget, heraus kommen, so er doch nicht gemacht hat. Bu-
mahh bibl. ßonon. Mexchtm. in Linden renov. Craß in elog, A#-rxtus de scr. sec. XVI- bnperial, mufeum.· Bulart. acad. des scienc.Balle. Ben.lrekb.
Er war zu Bononien Professor in der Philosophie und Medicin,
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und verwandte ein grosses gelb auf seine grosse sammlungen vonden natürlichen Gingen, dabey ihm denn der Rath zu Bononien,der Cardinal von Montaltv, der Hertzog von Urbino , FranciscnsMaria, und andere vornehme Herren in Italien unter die armegriffen. Er hat einem mahler, der in diejerkuust der einige war,mehr alsjähr einen jährlichen jold von-ov dursten gereichet,und sonst Laureatium Bennini, einen Florentiner, und CorneliuwSuintum von Franckfurt, 2 berühmte zeichne,', ingleichrnJaco»bum Lrgotium, den mahler des Hertzogs von Floreütz, und Chr,,stophorum Coriolanum von Nürnberg , einen herrlichen holtzschnei»der, beständig mit grossen kosten baden gebrauchet. Nachdem erseine ornirboiogie dem Pabst Clementi vm, und noch einige ande»re schrifften denen übrigen, die ihm ihre freygedigkest wiederfahrenlassen, dediciret hatte, vermachte er seine manuscripra im testa»mente dem Rath zu Bononien, der eine ansehnliche summe gelbeserstlich Jvhanni Cornelio Uterveriv von Delft und nachgehendsThomas Dempstern einem Schoktländer, beyderseits Vrofesson-bus auf ihrer Universität, reichen lassen, um die wercke desAi»drovandi durch ihren fleiß zu vollführen und an das licht zu stellen,so daß in der grossen collection davon allein die Ornithologie und die7 buchet von insectis eigentlich von seiner Hand sind. Dartholv»mäus Amdrosius hat das buch von schlangen, und von viersüßigenthieren, welche klauen haben, OvidiuS Montalbanus aber diedendrologie verfertiget. Bayle,
Alduinus / ein König der Süd»Sachfen, fuccedirte Berutioim L feculo; Inas aber, der König der West-Sachsen, beraubteihn der cron, und zugleich des ledens. P»fyd. Vergii. 3 . 4 .
Alduinus / Abt zu S. Jean d'Allgeli, soll an. -02s das Haupt8 . Johannis des tauffers in einem steinernen kästen verschlossen ge-funden haben, Ademar. Baron.
Alduinus/ Statthalter in Astgouleme, unter König Carlsdem einfältigen, machte sich meister von selbigem lande, und sei-ne Nachfolger haben diese stadt als Grafen lange zeit besessen, bißsolche durch heyrathen auf andere familien, und endlich an die kro»Franckreich wieder gekommen, siehe Angouleme .
Alduinus / ein Normannier, siehe Arduinus.
Ale / ein Königreich der Negren in Africa. Wenn der Königdes landes m den krieg ziehen will, hält er geheimen rath in einemlust-walde nahe bey feinem pallast, allwo ein tieffer graben gemachtwird, in welchem die Königliche Räthe die Häupter tieff zur erde»beugen, und also ihre meynung von sich sagen. Wenn der rathgeendigt ist, versichert sie der König, daß die grübe, welche so fortzugeworffen wird, die geheimnüsse nicht kund machen werde, unda(|o würden sie sich gleichfalls der Verschwiegenheit defleißigeu, ge-stalt denn auch nicht leichtlich etwas unter die leute kommt, undwürde der, so dessen überwiesen,als ein verräther gestrafft werden.
Sanut, 1. 7 , Jantc. 1 S· c. 4 4 .
Alcander / (Hieronymus) ein Cardinal, gebohren zu la Mo-the. einer kleinen stadt auf der gräntze von Friaul und Istrien deni} fedr. stn, ( ,i 4 8 o. Er nahm in den stnd,is dermaßen zu, daßssch alle darüber verwunderten, sonderlich überfein ungemeinge-dachtniß; wie er denn in der mathematic, natürlichen wissen-schafft, artzney-kunst, auch Lateinischer, Griechischer und Hebräi-scher spräche sehr wohl soll erfahren gewesen seyn. Alexander VI wolle ihn zum «eemario bey seinem söhn machen, änderte aberseinen schluß, und schickte ihn nach Ungarn , doch eine kranckheitverhinderte Aleandrum, daß er von Venedig , allwo er sich auf-hielte , nicht weggehen konte. Er wurde darauf von Ludovico XUSN. rf °8 uach Paris beruffen, daselbst die htens hnmaniores zulehren. Dieses that er mit grossem rühm, begab sich aber balddarauf zu Ederhardo von der Marck, Bischoffzu Lütuch, welcherihn nach Rom sandte, zu erlangung der Cardinais-würde ihm da-selbst behulfflich zu seyn. Hierdurch wurde er Leoni X bekandt,welcher ihn zum 8 ecretar,o bey dem Cardinal de Medicis und baldfcai'ctuf jttm ßibiiothecario im Datican nach dem tobe des Acciajolimachte. Als nun zu dieser zeit die relrgions»streitigkeilcn inTentschland angiengen, wurde er an. 1519 als Nuncius fat}ingeschickt, da er denn sonderlich auf dem Reichs-tage zu Worms ; stunden wider Luther» lehre geredet. Clemens Vii gab ihm dasErtzbißthum Brindisi an. 1^24 , und das folgende jähr befand ersich als Nuncius bey dem Könige Francisco i vor Pavia , da ergefangen, aber bald wieder loß gelassen wurde. Eben dieser Pabstschickte ihn an. nach Teutschland, und darauf nach Venedig ,von dannm ihn Paulus 111 zurück berieff, um ihm den Cardl»nals-hut aufzusetzen, welches an. i;; 6 , oder, wie andere mey-nen , an. , geschehen. Er war auch von diesem Pabst be-stimmet , daß er nebst 2 andern Legaten auf dem künfftiqen ««,-ciüo präsidiren solle, indem man aber darinnen begriffen war,wurde er nochmals an. 15 ;8 nach Teutschland gesendet. Er istden r febr. an. gestorben, und hat unterschiedene ducherhinterlassen. Daß aber einige vorgeben, er wäre von geburt einJude gewesen, auch an seiner tauffe zweiffeln, wird von andernverworffen. Ion. in elog. Villerel. in addit, ad Ciacon, Sfmlait.Auhery. Batjle.
Aleander / (Hieronymus) des obigen Cardinals von Driu-disi bruders enckek, und von mütterlicher feite ein enckel Hicro-nymi Amalthäi , wurde anfänglich bey dem Cardinal OctarioDandini befördert, bey welchem er fast 20 jähr das amt einesLecrekani verwaltet. In seiner jugend gab er einen commeno·rium über d»e institutiones Caji heraus, und als er zu Rom war,begab er sich in die academie der Humoristen , welche damalsihren unfang nahm, wie er denn von der devjsc dieser academieeinen gelehrten krartat geschrieben. Er gab auch andere schrifftendie zu der antiquitat gehören, heraus, als expheationem »in
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