ii4 atc
halten, was, seiner meynung nach, der Sohn'Göttes hier auf er-
den gethan, 'ltrtull. decarne Chnfiic. 16. Pamehus in Tertul!.
Alexander / von Abonoteichos einer stadt in Paphlagonien ,verblendet das volck dermassen, daß es ihm göttliche ehre erzeigte.Er hatte ein feines an,ehen, artige sitten, eine liebliche ausrede,und war gegen jedermann freundlich / wodurch er alles manierlichvorstellen, und den leuten überreden fönte. In feiner jugend hielter sich bey einem marckichreyer auf, der einen schwartzkünstler mitabgab; von die>em lernte er allerhand geheime kunststuckewie men-schen zur liebe oder haß zu bewegen, schätze zu graben / verborgenefachen zu entdecken, und dergleichen. Nach dessen tobe zog er ei-nen, namens Cocconas, an sich, und machte mit demselben einenanichlag,bey den Paphlagoniern, einem aberglaubilchenvolcke,ein oracui su stifftcn. Zu dem ende verbargen sie m dem alten tem-pel Aefculapii zu Chalccdon etliche kupfferne bleche, worauf ge-schrieben war, daß Aefculapius bald mit seinem vater ankommen,und zu, Abonoteichos feine wohnung anstellen würde. Nachdcmeman die bleche gefunden, beschloß das volck so fort, diesen götterneinen tempel zu bauen. Cocconas gab indessen zu Chalccdon zwev-dentige antwort auf die vorgelegte fragen, muste aber bald an ei-nem gtffttgen natter-bisss sterben. Hierauf trat Alexander herfür,mit einer sichel m der Hand,wie Perseus , von dem er von mütter-licher feite entsprossen zu ,eyn fürgabmnd beredte die albernen Pa-«hlagomer alles ,was er nur wolle. Zu ausführung seines betrugshatte er 2 grosse schlangen, die er aus Macedönien mitgebracht,verborgen gehalten, lelbige auch so zahm gemacht,daß sie die wei-ber-bruste ohne schaden jogen, und mit den kindern spielten, ohneihnen das geringste leid zuzufügen. Bey nacht-zeit verfügte er sichzu öem ort, wo der bau des neuen tempels Aefculapii angefangenwar, und versteckte allda ein gänse-ey, in welches er eme jungeschlänge eingeschlossen hatte. Des folgenden morgens gieng er wir-rer auf solchen platz, und,ruffte überlaut, daß dieser ort durch diegeburt eines neuen gottes wurde beehret werden , liess nach demwinckel zu, allwo das ey verborgen lag, fang Aefculapio zu ehren,und bat denselben, sich den menschen zu zeigen Wie er nun dasey eröffnet, kam das jchlanglein Herfür gekrochen, und schlung sichum seinen finger, worauf er laut ausrüsste, daß sich Aefculapiusherfur gethan, da denn alles volck dem Alexandro glück wünschte.Dieser liessmit der kleinen schlänge nach hauß, wieß nach kurtzerzeit eine von den grossen zahmen schlangen dem volck, als es sich ingrosser menge vor ferner wohnung versammlet halte and gab vor,daß Aefculapius, seit dem er aus dem ey gekommen, so groß ge-wachsen sey. Hierauf giengen seine o,scu!a recht von starren, unddie Paphlagonier musten ihm ihre fragen auf versiegelten zettelnin die capelle des tempels reichen, die er behende,ohne das sieget zuverletzen, eröffnete, oder auch aus gewisser Materie den abdruck desssegels formirte, solches, wann er die brieffe erbrochen, wiederm das wachs eindruckte, und auf die dem ansehen nach nicht eröff-net gewesene zettel antwort gab; vor deren jeden er nicht mehr als5 oder ü gr. forderte, welches doch, weil ihm jährlich bey die80000 eingereichet wurden, eine ziemliche summe austrug, wie-wol seine bedienten, welche seine gegebene «sracui m verse übersetz-ten, selbige unterschrieben, den leuten auslegten, Und sie besiegel-ten , auch ihren theil davon bekamen. Hierdurch wuchs sein rühmso sehr, daß man zu Rom davon zu sagen wüste, und die Vornehm-sten nach diesem oracui schickte. Diese zahme für den äbgötl Aeftu-tapium gehaltene schlang trüge den nahmen Glycon, und wurdeso gar auf die muntzen der Abonottichitcn gepräget, wie dannSpon, Patin,und Etz.Spanheim deren einige anführen,die unterAntoninv Pio und L. Dero geschlagen worden. Endlich ward erauch ums jähr 174 an dem Hofe Kaysers M. Aurelii bekannt,und als er unzehliche menschen betrogen,auch sich sein eigenes endefälschlich prophezeyet hatte, daß er im 15° janr seines alters, wieAesculapius, vom donner wurde erschlagen werden, starb er elen-diglich , eheftr noch das 70 jähr erreichet, an einem stinckendett
tzufft-geschwur. Lucianus. Sport ant:qv.
Alexandra / mit dem zunamen Salc-me/ eine Konigin derIüden, und qemahlin des Aristobuli, des ältesten sohns Hyr-cani. Sie wird wegen ihrer lügend gelobet, indem sie ihres ge-mahls druder Antigonum, welchen er ins gefängniß werffen las-sen, nach seinem tpde wieder auf freyen fuß gestellet, und den älte-sten unter ihnen, Alexandrum ^annaum, zum Könige gemacht.
Joseph. l,i}. antiq, c. >9 & 20.
Alexandra, eine gemahlin des Jüdischen Königs Alexandr»^kannäi, und eine mutier Hyrcam und Aristobuli, denen siekurch ihre kluaheit das Königreich erhalten. Alexander Jannäus hatte die gemuther des volcks, insonderheit der Pharisäer erbittert,da er aber sterben wolte, befahl er dieser iLiner gemahlin, daß siees mit den Pharisäern halten solte, welches sie auch that, und da-bey sehr wohl fuhr. Hyrcanus, ihr ältester söhn, war zum regi-ment untüchtig, daher sie es dahin brachte, daß er zum Hohen-priester verordnet wurde. Sie selbst behielt das Königreich, undstarb, als eben Aristodulus damit umgieng, daß er sich auf denthrvN schwingen wolte. IosephX I}. antiq c.2}.&24.
' Alexandra / eine tochter Hyrcam, heyrathete Alexandrum,einen söhn Aristobuli h, des Königs der Juden, und zeugte mitdemselben Aristobulum, welcher Hoherpriester ward, und Ma-riamne, eine qemahlin Herodis. Durch ihren ehr-qeitz hat sie ihrgantzes geschlecht fast gesturtzet. Sie erhielt durch die Cleopatramvon dem Antonio, daß ihr söhn Aristodulus zum Hohenpriesterverordnet wurde. Herodes stellte sich, als wenn er damit zufrie-den wäre; da aber Alexandra mit ihrem sobne sich zu der Cleopatrabegeben wolle, ließ Herodes diesen crsäuffen, welches Alexandrazwar verschmertzte,ihren vater Hyrcanum aber zu einer neuen ver-
ale
änderung anstifftete; doch, als sich dieser zu den Arabern begebenwolte, wurde er auch von dem Herode gelobtet. Alexandra wollees zwar bey Herode wieder gut machen, und hielt es mit ihm wie-der ihre eigene tochter, des Herodis gemahlin; doch, als Herodeserfahren, daß Alexandra der beyden vestungen zu Jerusalem sichbemächtigen wolte,muste sie solches mit dem leben bezahlen. lofiph
I. 14. & i;. antiq. & 1 . i. de bello Jud, Sultan , fy- Torntdl. A. M.4019. 4016.
Alexandra/ von Scala, siehe Scala.
Alexandretta/eine statt in Syrien , am äussersten ende desmittel-meers gelegen, mit einem bequemen haftn, allwo sich diekauffleute, so auf Aleppo handeln,einsinden. Es ist allda ein Engli-scher , Holländischer und Frantzdsischer Vice-Con(ui, Sie wird vonden Lurcken Scanderona genannt, und hat wegen der morastigensituation eine ungesunde lufft. Etwa eine halbe stund von der stadtist ein thurm zu sehen, in welchem das wapen Gottfrieds vonBouillon eingehauen,und scheinet, daß selbiger zur beschutzungdes weges, so zwischen den Morasten durchgehet, gebauet worden.jave™er . siehe Scandaron.
Alexandrta,eme stadt in Egypten, die grosse zubcnannt,auf Türckisch Scanderick, ist von Alexandro m. als em denckzet-chen seiner siege, und um sich Egyptens recht zu versichern,jähr vor Christi geburt erbauet worden. Ihre läge ist sehr Vortheil-hafftig; denn sie hat an einer feite das mittel-meer, an der anderneinen arm des Nil-flusses, so durch die stadt ,n unterschiedenen cä-ttalen geführet ist; hiernächst 2. vortreffliche Hafen, den alten undneuen. Sie ist nach der verst'ohrung Carthago vor die vornehmstein Aftica, ja nächst Rom vor die berühmteste der wett gehaltenworden. Hie Häuser waren prächtig, die schifffahrt unvergleich-lich , alle kunste und wrssenschafften, sonderlich die astrologie undMedicin, befanden sich in vollem fior, und keiner wurde vor einenRechts - gelehrten gehalten, der nicht daselbst stndirt hatte. DieEgyptischen Könige, die Ptviomäer,so ihre residentz allda hatten,liessen sich sehr angelegen seyn, diese stadt in grosses aufnehmen zubringen, und die Römer, nachdem der Egyptische Kdnigs-stammMit der Cleopatra aufgehört, thaten deßgleichen, begabten auch dieAlerandrinischen bürger mit grossen freyheiten, und zogen sie zustattlichen ehren-ämtern, wie denn insonderheit die Kayser Adria-nus und Antoninus ihre zierde sehr vergrösserten. Aber KayserCaraca lla tractirte sie desto schlimmer; denn als die Alexandriner(welche in ihrem schertze spitzig waren) von ihm einige schimpflichereden hatten fliegen lassen, ließ er viel von ihrer jungen mann-schafft, unter dem schein,als wenn sie zu kriegs-diensten sotten aus-gelesen werden, auf das ebene ftld führen, und allesamt nieder-hauen. Nebst dem, daß die leute zu Alexandria gerne schertz trie-ben , waren sie auch den Wollüsten und betrügereyen sehr ergeben;dahero das sprüchwort aufkommen: deiidae Aiexandrin*. Hernachist diese stadt unter der Saracenen gemalt gerathen, und vonOmar,dem} Caliphen,eingenommen worden,worauf sie nach undvach von ihrer vorigen Herrlichkeit verfallen. Der Turckische Kay-ser Selim brachte sie an. 1 s 17 mit dem gantze» Egyptischen lande,und allem, was unter der Mameluckischen regierung stund, in sei-ne gewalt. Also liegt sie heutiges tages fast verwüsteten d hat nichtüber 800D einwohner, welche sich mir schlechten Wohnungen bchels-sen. Vor zeiten, ehe die Portugiesen die fahrt nach Indien , umdas vorgeburge der guten Hoffnung herum zu segeln,gefunden,warzu Alexandria ein vonresircher Händel, weil alle waaren undspecereyen aus dem rothen mecr dahin gebracht und in Europamabgehohlet wurden. Nächst an der stadt liegt die insul Pharus undist jetzo an den Hafen angehänget. Die lufft allda ist wegen der vie-len untermauerten cisternen und morastigen drter nicht gar gesund;auch das land herum sehr sandigt, und zum acker-dau unbequem,so, daß die einwohner ihr geträide anderwärts herhohlen müßen.Wenn der Nil wächset, gehet das wasser vermittelst einer Wasser-leitung unter der mauer biß in die stadt, und aus dieser wasser-Iei-tung, so jährlich den i Aug. mit freuben-bezeugungen des volcksgeöffnet wird, führet man das wasser in aller einwohner cisternen,welche so groß sind,daß die stadt aus denselben das gantze jähr durchmit wasser versehen bleibt; doch bekommt solches nachgehends ei-nen üblen geruch, und wird die lufft, sonderlich im sommer, da-durch verdorben. Die kauffleute aus Europa handeln dennochfleißig dahin, halten sich aber nicht lange daselbst auf.Die waaren,welche sie von bannen hohlen, bestehen in allerhand Orientalischenstoffen, specerenen, strauß-federn, medicinalischen hartzcn, mu-mien und dergleichen. Man zeigt annoch daselbst bieüberbleibun-gen von der Cleopaträ prächtigen Pallast, und ausserhalb der stadtstehet die faule Pompeji aus einem einigen stuck Thcbanischensieins,bey 7; ellen hoch, ohne das fuß-gestelle. Die kirche S.Marci haben die Coptischen Griechen innen, in deren mitten des-selben grabstätte zu sehen,darauß die Denetianer dieses Evangeli-sten c'orper genommen, und nach Venedig übergeführet. Die Eu-ropäischen kauffleute haben allda ihre absonderliche grosse kauff-häuser und Wohnungen. Alexandrien liegt 4 tagereisen von Cairo,und die waaren aus dem rothen meer werden zu Agdeb ausgela-den , und auf cameelen biß Cairo getragen,von bannen sie auf demNil nach Alexandrien gebracht werden. Die stadttmauren sind mitsehr starcken thürmen befestiget, deren ein jeder 4 mal übersetzet,und unten so weit ist, daß sich über 100 soldaten geraumlich da-rinnen aushalten können.Die dächer auf den bäusern sind nicht ab-hängig/sondern gantz platt,so.daß man gemeiniglich im sommer da-rauf speiset und schlöffet. Es sind in die,er stadt vor alten zeiten we-gen der Arrianisthen ketzeren viel merckwurdigkeiten vorgegangen,mmaffen denn Anus von dem BischoffA lcraudro in bann gethan,und als dieses nicht helffen wolle, ein Concilium von mehr als
Bischof-