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baute hatte , so ließ er viel prächtige gebäube aufrichten und dasLouvre nach dem entwurffe des Perraul/der ein Mitglied der acade-mie des sciences war/ vollführen. Ferner hat er den canal in Lan-guedoc auf angeben des Mons . Riquet angefangen und mit grossemrühme vollendet/ wodurch das Mittelländische mit dem Aqultani-schen meere vereinbaret worden. Nicht weniger hat er sich geneigtgegen die iiudia erzeigt/ indem er an. 1663 eine academie aufgerich-tet, darinnen die Medaillen, devifen/ inscriptionen, rc. die auf denKönig gemacht, sollen untersucht werden. An. ,666 stifftete er dieKönigliche academie des sciences, zu welcherHugenius ausHolland/und der berühmte Attronomus Caßini von Padua beruffen wur-den ; und weil diese auch die chymie perfectioniren solte, ließ er inder Königlichen dibliothec ein grosses laborawrium bauen, woselbstsich auchdiese academie zu verfammlen pflegte, und an. 1667 einObservatorium zu beförberung der astrononiie. Den gelehrten undberühmten leuten, sowol in Franckreich als an andern orten, ver-schaffte er von dem Könige ansehnliche pensionen, und vor sich sam-lete er eine ansehnliche bibliothec, wobey er aber nicht unterließ, dieKönigliche brbllothec zu vermehren. Er schranckte auch das anse-hen der Parlamenter.fonderlich des zu Paris,viel enger.ein, um da-durch die macht und autorität des Königs zu vergrössern. Zu Ver-besserung deö Frantzösischen rechts tonte er zwar seinen endzwecknicht erreichen, doch fetzle crdiecriminal-sachen auf einen andernfuß, machte auch unter den kaufleuten wegen der assecuratwnen einander reglement. In summa, er war eifrigst bemühet, die fehler inallen ständen zu verbessern, und die ltudia, künste, hanbwercker undkanffmannschaffl in grösser» flor zu bringen, insonderheit aber dieFrantzosen zu den see-commercien zu animiren. Weswegen ihmdenn nicht allein der König die wichtigste bedienungen anvertrauet,fondern er auch einen grossen reichthum zuwege gebracht. Er starbendlich den s sept. 1683, und musteseincörper bey nacht mit einerstarcken wache begraben werben, damit er nicht von dem gemeinenpöbel angegriffen würde, bey welchem er, wegen erfindung vielerneuen auflagen, sehr verhaßt war. Seine gemahlin war MariaCharon, JacobiCharon, Herrn von Menard, 8. ClaudVillerbon,rc. Königl. Raths, rc. tochter, mit welcher er 6 söhne und 3 töchtergezeuget hat. Der älteste war Johannes Baptista Colbert, Mar-quis de Deignelay,Königl. Rath IN allen canliliis, Secrecaire d'Lrar-rc. welcher noch viel andere wichtige bedienungen hatte, und an.1690 den 3 nov. starb, verschiedene kinder hinterlassende, unter wel-chen der älteste söhn Maria Johannes Baptista Colbert, Marquisvon Seignelay und Longres, Maitre de la garderobbe en survivan-ce, Odrtster des regimems Champagne, rc. Der andere söhn desältern Johannis Baptistä, war Iacodus Nicvlaus Colbert, titu-lar-Ertzbifchoff von Carthago, wurde an. 1690 Ertz-Bischoff zuRouan , und hatte noch unterschiedene andere geistliche benehcia,war auch ein mitglied der Frantzösischen academie. Der dritte söhnAntonius Martinas Colbert, Maltheser-Ritter, Kommandeur vonBoncour, rc. blieb an. 1689 in einem treffen mit dem Printzen vonWaldeck bey Walcourt . Der vierte, Julius Armandus Colbert,Marquis von Blninville und Ormois, Groß-Ceremonien-meisterrn Franckreich, General-Lieutenant der Königl. armeen und Com-mendant der statt Ulm, starb an den in der schlacht bey Hochstädt empfangenen wunden an. 1704,und vermachte in seinem testamen-te -vsooo gülden, so er von der stadt Ulm unrechtmäßiger weiseerpresset, nebst noch andern 20000 gülden den armen selbigen orts.Der fünffte und sechste haben sich in geistlichen stand begeben. Un-ter den töchter» ist Johanna Maria Theresia an. 1697 an CarolumHonoratum von Albert, Hertzog vonEhevreuse,Henrietta a. 1671an Paulum von Beauvilliers, Hertzog von 8. Aignan , und MariaAnna an. 1679 an Ludovicum Rochechouact, Hertzog von Morte-mar verheyrathet worden. Ea vie de Jean Baptilt. Colbert. Hillor.remarq. vorn Jahr 1704.
(tolbect/ (Carolus) Marquis von Croissy, Ministre und Se-creraire d’Etat, war ein bruder des vorhergedachten berühmten Jo-hannis Baptista, durch dessen recommendation er Präsident imParlament zu Metz und in dem obersten Rath über Elsaß worden,auch noch viele andere vornehme bedienungen erhalten hat. Erwurde als Ambassadeur zum öfftern verschickt, «ind in den wichtig-sten angelegenheiten gebraucht; wie er sich denn insonderheit an.1668 bey dem friedens-schlusse zu Aachen mit befunden, auch denfrieden zwischen den General-Staaten und dem Bifchoffe vonMünster mit befördert. An. 1679 war er als extraordinair-Am~bassadeur und Plenipotentiarius bey dem friedens-schlusse zu Nie-mägen, zu welcher zeit er auch zum Präsidenten des Parlaments zuParis ernennet wurde, welche stelle er bey seiner wiederkunfft an-trat; bald darauf wurde er nach München, wegen der heyrath derBayrischen Brintzeßin mit dem Dauphin zu tractiren, abgeschickt.Er starb endlich den 28 tul. 1696, und hinterließ unterschiedene kin-dcr, unter welchen sonderlich merckwürdig Joh. Baptista Colbert,Marquis von Croissy und Torcy , gebohren an. 166;, Secretaired’Erat, Cantzler des ordens des H. Geistes, und Sur Intendant Ge-neral der posten; und Carolus Joachimus, Abt von FroimontundBischoffzu Montpellier , rc. Ea vie de Jean Bapt. Colbert.
t^olchester / lat. Colonia , Colceilria, Camodulanum undCamuioUunum , der vornehmste ort in der provintz Essex, ligt aufeinem Hügel an der süd-sette des flusses Colne, etwan 6 weilen vonder geaend, da er ins meer fallet. Es ist eine sehr alte statt, die, wieeinige feribenten berichten, von dem Britannischen Könige CoiloA.C. >24 erbauet worden. Die einwohner geben vor, daß allhierdes ersten Christlichen Königs, Kaysers nnd Kayserin, nemlich Lu-cii, Constamini und Helena geburks-ort gewesen, welches aber
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Cambdenus aus Nicephoro Callisto widerleget. Im übrige» istesnoch biß auf den heutigen tag eine schöne, grosse und volckreichestadt, so mit einer alten mauer,woraufwacht-lhürne sind,umgebenist, und noch Über biß ostwärts ein alt castell hat. Innerhalb derstadl-mauren sind 8 kirch-spiele, ausser den beyden in den Vorstäd-ten. Das vornehmste gewerbe, welches allhier getrieben wird, be-stehet in Verfertigung allerhand tücher, boye und seidenen zeugen.Die belagerung, welche dieser ort an. 1648 ausgestanden, machetihn in der Historie berühmt, inmassen er der letzte platz war, wohindie Königlichen ihre zuflucht nahmen, in welchem sie auch so langeausdaureten,biß sie durch Hunger zur Übergabe gezwungen wurden.
Cambdeni descr. Anglist, &c.
Lolchis / sihe Mingrelien.
(towingen / Roldingen/ ist eine Jütländifche stadt, nebsteiner festen ciladelle, hart an den gräntzen von Schleßwich, beyeinem arm des meers, welcher von dem kleinen Bell in das landhineln gehet, und der Miltelfahrt-Sund gcnennet wird, gelegen.Von allen Pferden, wie auch von dem rindvieh, so man aus demlande führet, muß daselbst ein zoll entrichtet werden, zeit. belehr.
Dännem.
Loldingham/ eine kleine stadt im mittägigen Schottland ,nicht weit von der see-küsten, und 3 weilen von Barwick entlegen,ist der Haupt-ort in der Grasschafft Mercia .
(Lolditz/ eine kleine stadt und amte in dem Leipziger-cravse mMeiffen, zwischen Grimme und Rochlitz an der Mulda gelegen, de.rcn name in der Wendischen spräche einen finstern wald bedeutensoll, sintemal dieser ort mit dicken Wäldern umgeben ist. Es hat vordiesem derselbe seine eigene Herren gehabt, und ist «.1397 von Wil-helmo, Marggrafen in Meiffen, erkanfft worden, welcher auchdasschloß daselbst erweitert und renovirel hat. Als felbiges durch eineftuersdrnnst in die asche geleget wurde, hat der Churfürst Ernestussolches wiederum gar prächtig erbauen lassen, sich auch meistensdaselbst aufgehalten, und ist an. 1486 auf demfelbigen gestorben.
Die Churfürsten Augustus und Christianus I haben solches um einmerckliches verbessert, und halber letztere auch einen thier - gartendaselbst angeleget, dessen ringmauer von 3611 ellen ist. Jngleichenhat dessen gemahlt» Sophia solches amt und stadt zu dcro witthumund leid-gebinge bekommen. Im übrigen hat dieser ort im kriegeviel erlitten. Insonderheit haben die Hußiten an. 1430 allhier garviel denckmale ihrer grausamkeit hinterlassen. An. 1643 im martioist sie von den Schweden gantz ausgeplündert worden. Albini
Meisnische land-chronick. teccenjteins theatr. Saxon. P. 2 p. 18 &
P. 3 p. 116. Drelferi ftädte-buch. Zeiltri top. Sax. sup. p. 35. MiiUAr;.annal. Sax.
Lolepeper oder Culpeper/ (Lords) in Engelland. Da-alterthum dieser vornehmen familie wirb von alten scribenten ein-geräumt. Der Ritter Gottfried Eolepeper von Peppenbury inKent war zu desKvmgs Ebuardi 1 zeiten Ober-Sherif der ietztae-dachten Grasschafft Kent. Der Ritter Thomas Eolepeper warunter Eduardi 11 regierung Gouverneur von Winchelsea. Joh.Eolepeper war ein Richter unter dem Könige Henrixo V I,unb hin,terließ eine eintzige tochter und erbin, welche in die edle familie de-rer Harringtons, zu deren sonderbaren vertheil, heyrathete. Ri-chard Eolepeper vonOxheath war unter Eduards I V Ober-Sherifvon Kent. Der König Henricus VIII lreß die wapen zweyer Co,lepeper, welche sich bey Tonrnay und in dem treffen bey Guinegastsonderlich tapffer erwiesen hatten, in die gallerie zu Whitehall se.tzen. Der Ritter Thomas Eolepeper von Aylesford florirte zu Eli- *labetha und zu Jacobl l zelten. Der Ritter Thomas Eolepepervon Hollingdourn hat vor die Königliche Stuartische familie viel *gethan und gelitten. Wilhelm Eolepeper von Aylesftrd oder Pre-ston-Hall, ward den 17 may an. 1627 zum Baronet von Engel-land gemacht. Noch höher brachte es der Ritter Johann Colepe,per von Bedgebury. Denn nachdem er an. 1641 als ein Deputir-ter von der Grasschafft Kent z» dem Parlament gesendet worden,und in solcher sunction nicht weniger treue und eifer vor das Köni-gliche interecke, als geschicklichkeit, sehen lassen, erhub ihn Caro-lus 1 den 2i oct. 1644zum Pair von Engelland, mit dem titul ei-nes Lords Eolepeper. Er continuirte seine treue mit unverrückterdeständigkeit, begleitete Carolum II 12 jähr in seinem exilio.nndward nach dessen Wiedereinsetzung zum Matter of the Rolls ge-macht, starb aber bald darauf in dem julio 1660. Seine erste ge-mahlin,Philippa, eine tochter des Ritters Snelling,gebahr ihm 0Alerandrum, welcher zwar Catharinam, eine tochter und erbin desRitters Eduard Ford, heyrathete, aber noch bey seines vatersleben ohne leibcs-erden mit tod abgieng; r)Philippam, verhey-rathet an Thomam Harlakenden von Woodchurch. Seine andregemahlin, Judith, eine tochter des oberwehnten Ritters ThomäEolepeper von Hollingburn, gebahr ihm 4 söhne: Thomam, Jo-hannem, Cheney und Franciscum, welcher letzte an. 1662 ledigstarb; ingleichen 3 töchter, i) Elisabetham, welche von Jacob»Hamilton, eine mutter Jacob» Hamilton, Grasen von Abbercorn,worden; 2) Judith, welche einen Eolepeper geheyrathet; 3) Phi-lippam. Der älteste söhn Thomas succedirte in der würde einesLords, und heyrathete Margaretham, deren vater, Johann vonHessen, ein Edelmann aus dem in Teutschland gelegenen Hertzog,thnm Bergen war. Sie gebahr ihm aber nur eine tochter Catha-rinam, nachmahls vermahlt an Thomam, Lord Fairfax ; dan-nenhero nach seinem tobe der titul eines Lords Eolepeper aufseinen jüngern bruder Johannem t»ci, welcher Franciscam,
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