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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Ist vor vielen andern merckwürdig, und wird täglich etliche stuni-den geöfnet. Zu Wien ist die Kayferliche Bibliotheck, deren stif-ter Maximilianus II. gewesen. Petrus Lambecius hat angefan-gen Oommentaria de Libliotheca Vindobonenst zuschreiben;hat auch acht tomos heraus gegeben, doch kaum den hundertstentheil der Bibliotheck beschrieben. In der Turckey ist auch etwasvon den Bibliothecken zu mercken. Auf dem berg Athos inThracien sind noch viele geschriebene bücher vorhanden; dahe-ro auch Peirescius willens gewesen , Lucam Holstenium undIoh. Jacob. Bouchardum dahin zu schicken. Die daselbst be-findliche Mönchen, Griechischer religion, welche doch selbst we-nig davon verstehen, bewahren diese schätze mit grosser sorg-falt. In Consiantinopel wurde schon von Constantino demgrossen, und dessen Nachfolgern eine Bibliotheck gesammlet;solche ist aber in einer grossen feuers-brunst zu den zeiten Bast-lisci zu gründe gegangen. Hernach sind zwar wieder anderebücher-sammlungen errichtet worden, welche aber ebenfallszerstoben. Der Türckische Kayser soll in seinem pallast eineBibliotheck haben, darinn, wie einige vorgeben, ein manu-script aller büchcrn Livii seyn solle. Es wird aber dieses letzterevon klugen leuthen verlachet. In Ungarn war ehemals zuOfen eine berühmte Bibliotheck, deren stiftcr der König Mat­ thias Corvinus war. Solche wurde aber nach der unglückli-chen schlacht bey Mohaz bey eroberung der stadt zerstreuet.Als an. 1686. Ofen wieder in der Christen gemalt käme, sowurden einige Überbleibseln davon nach Wien gebracht. Mor-

bofii Polyhistor. Struvii introd. ad notit. rei litter.

Biblis , besser Dyblis, oder Diblias, eine weibs-perfon,welche in der Verfolgung, so ums jähr 167. unter Marco Aure-lio und L. Vero zu Lyon und Vienne angestellet worden, diemarter standhafftig ausgestanden. Sie verläugnete zwar an-fänglich den Christlichen glauben, als sie aber folgends wegeneiner Missethat zum tobe verdammet wurde, erkannte sie noch indem gefängnis ihre begangene fünde, und blieb beständig beydem Christlichen glauben. Euseb. Nist. eccles. üb. V. c. 1. LeSueur , bist. de legl. & de l-Emp. an. 167.

Biblis , oder styblts, eine todtster Mileti und der NympheCvanea, war in ihren zwillings-bruder, Caunus, so verliebt,daß, als sie ihn nicht zur gegen - liebe bewegen konnte, sie sichselbst umbrachte, oder zu tobe weinte, und in einen brunnenverwandelt wurde. Andere erzehlen diese fabel auf eine andereart. Antoninus Liberalis sagt nemlich, Biblis habe sich ausVerzweiflung, daß ihr bruder ihre liebe verschmähet, von einemfelsen herab stürtzen wollen, daran sie aber die Nymphen verhin-dert , zur Unsterblichkeit ihr verholffen, und sie in ihre zahl aufge-nommen hätten. Das wasser, das sich von dem gedachten felsenherab stürtzechabe man der Biblis thränen genannt. Andere keh-ren die fache um, und sagen, Caunus habe stch in die Biblis ver-liebet , und als er nichts von derselben erhalten können, sey erdavon gegangen, daß man ihn nicht gehöret noch gesehen. Dashabe sich Biblis zu gemüthe gezogen , habe ihren bruder langezeit gesuchct, und endlich aus Verzweifelung sich mit ihres bru-ders gürtet aufgeknüpfet. Wieder andere, als Nicenätus, er-halten bevde gcfchwister bey ehren, und sagen, der bruder habestch gemalt angethan, und sich von seiner schwester entfernet, dieschwester aber stch darüber fast zu tobe geweinet. Oval. de artelib. I. & metam. fab. 11. Anton. Liberal, metam. c. jo. Lho-tt us, bibl. cod.igö. Parthen. de amat. affect. c. n. Bayle.

* Diblisheim, ein jnngfrauen-kloster in dem Hagenauerforft, in Unter-Elsaß, eine weile von der stadt Hagenau ; es stehetnebst der Landvogtey Hagenau unter Französischer jurisdiction.Hans feel-zagend Elsaß. Dkei. geogr. Dicton.

Biblos, oder Byblos , eine stadt an der fee, zwischen Tri­ polis und Berytus, auf einem Hügel gelegen. Sie ist sehr alt,und, wo dem Sanchoniathon zu trauen, von Saturn» erbauet.Malcander, und seine gemahlin Astarte, welche daselbst regier-ten, cmpfiengen die Isis sehr wohl, als sie dahin kam, den leich-ualn des Osiris zu suchen, welchen das meer daselbst ans ufer ge-worffen hatte; der auch hernach allhier soll seyn begraben wor-den. Die stadt Gebal oder Gobei, dessen bey dem ProphetenEzechiel gedacht wird, ist diese stadt Byblos , wie Hieronymus behauptet. Man hält auch dafür, die einwohner zu Byblos waren von dem Könige Hieram von Tvrus dazu gebraucht wor-den, die bau-materialien zum tempel Salomonis zuzubereiten.Sie richteten folgends ein eigenes Königreich auf, wurden her-nach den Persern zinsbar, und von Alexandro M. überwunden.WoraufByblos bey bcn Ptolemäis, Königen in Egypten, ver-blieb, bis sie ihnen Antiochus M. nebst Phönicien wegnahm, undA. M. 3766. A. C. 218. U. C. 536. Olymp. CXL.3. zu einerprovintz von Syrien machte. Als es hierauf durch innerlichekriege zerrüttet wurde, und Tigranes, König von Armenien ,sich meistcr von Ober-Syrien machte; so warf sich auch zu By­ blos ein Tyrann auf, wurde aber aufbefehl Pompeji enthaup-tet , wie Strabo berichtet, welcher dabey angemercket, daß By­ blos die residentz des Königs Cinyras und dem Adonis geheiligetgewcfcn. Die Venus wurde allhier insonderheit verehret; in-gleichen hatte die Isis ihren tempel daselbst. In der theilung derprovintzen unter den Christlichen Kaysern wurde Bvblos zu deman der see gelegenen Phönicien gerechnet. Die Bischöffe vonhier befanden sich auf dem ersten LonciUo zu Consiantinopel,und auf dem zu Chalcedon . An. 1106. befreyeten die Genueserdiesen ort von den Saracenen, unter die er aber nach der nieder«

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läge, welche die Christen an. n'87. vorn Saladm gelitten, aufsneue gerieth. In Egypten ist auch eine sthr veste stadt, -Byblos genannt, gewesen, wie aus dem extract vom Ctesia beym Pho-tio erhellet. I. Reg. V. Ezechiel . XXVII. Hieronym. de locisHebr. Sanchoniathon apud Euseb. prsep. Evang.lib. I.c.io. PIu-turch. de Iside & Osir. Lucian. de dea Syr. tom. II. Pnlyb. üb.V. Strabo , lib. XVI. Stephan. Byzant. fhotius, c. 72. Norißus,de epochis dils. 4. c. ult. Bayle.

* Biblos , ist eine auf dem Rothen meer liegende instil, wel-che perlen Herfür bringt. Man will versichern , dieser nähmekomme von dem Hebräischen Wort Bedolach, welches nach ei-niger meynung perlen heissen soll, her; es haben aber nachge-hends die Griechen dieses Wort, um solches mit ihrer sprach über-einkommend zu machen, in etwas gemildert, und in Biblos

verändert. Pbiloflratus & Photius in extractibus. Samuel Bo-chart , Hieroz. part. posier, lib. V. c.

Bibra , oder Bebra , eine kleine stadt in Thüringen , 2. Mei-len von Naumburg in dem amte Eckartsberg gelegen. Sie ge-hört zu Sachsen-Weissenfels , und ist mit einem gesund - oderfauer-brunnen versehen.

Bibra , Bibran, eine uralte nunmehr» Freyherrliche fami«lie in Francken, woselbst ihr stamm-schlvß gleiches nahmens, indem Stift Würtzburg an der Tauber, unweit Rötingen, ge-legen. Marquard war an. 1209. zu Worms , Ernst zu Würtz-burg und Heinrich an. 1296. zu Schweinfurth auf dem thur-nier. Andere haben auch zum öftern den folgenden khurnierenbeygewohnet. Hermann ist an. 1333, Dechant zu Erfurt ge-wesen. Anton und Borteba von Bibra geriethen an. 13 87. mitFriedrich Wilhelmen und George Landgrafen von Thüringen inzwistigkeit. Barthcl oder Berthold war an. 1452, HertzogsWilhelm! zu Sachsen Hof-Marschall und vertrautester Mini-ster ; ergriff aber nachgehends wider selbigen die waffen. Lau-rentius ward an. 149;. und Conrad an. 1540. Bischoff zuWürtzburg. George von und auf Bibra zu Irmelshaufen,zeugte Bernharden,Fürstlichen Bambergischen Rath undHaupt-mann der Fränckischen Ritterschafft, dessen enckel, Hans zuIrmelshaufen, Aubstadt und Bachra , war geheimer Rathund Cammer-1I>re<stor bey dem Hertzoge von Sachsen - Röm»hild, und hinterließ bey seinem an. 170;. erfolgten tobe unter-schiedliche söhne. Heinrich Carl, General-Feld-Marschall-Licu-tenant von dem Fränckischen kreise, hat noch an. 1711. gelebt,und die Freyherrliche würde aufsein gcschlecht gebracht. Umeben diese zeit lebte ein anderer, nahmens Heinrich Carl, andem Hofe zu Bareuth als Oberschcncke. Frresens Würtzb.chron. Höns Cob. chron.

Bibran, eine Freyherrliche familie in Schlesien, welchevon vorgedachcer in Francken entsprossen, aus welcher vor un-gefehr 400. jähren Sigismund Bibran in Schlesien gekommen,dessen nachkommen sich in den Fürstenthüminern Schweidnitz und Iauer aufgehalten, und den gantzen strich landes am Bo­ ber -fluß von Buntzlau bis nach Sprottau in dem Glogaui-schen Fürstenthum besessen. Hans von Bibran auf Kiktlitztre-ben, Lichtenwaldau und Linden bewies im Mayländischen,und an. 1; 66. in dem Ungarischen kriege seine tapferkeit. Nach-gehends wurde er Landes-Acltester in den FürstenthüminernSchweidnitz und Iauer, und ließ sich zu vielen Verschickun-gen an den Kayserlichen Hof gebrauchen. Mit Eva von Schel-lendorff zeugte er an. r;??. Abrahamum von Bibran undKittlitztreben auf Woitsdorff. Derselbe wurde, nachdem erunterschiedliche Universitäten und sehr viel fremde ländcr be-suchet , in den Fürstenthüminern Schweidnitz und Iauer Oder-Rechts - Sitzer und Landes - Aeltestcr. Er vermählte sich an.1621. mit Kunigunden, Adams von Gierßdorff tochter,Bal-thasars von Rechenberg wittib, und hinterließ bey seinem an.162;. erfolgten tode Rudolphum und Georgium WilhelmunrErdmannum. Aus diesem Geschlecht war auch Heinrich vonBibran, Herr der Herrschafft Reisichr, Modlau, Gießmanns-dorff, Kayserlicher Reichs-Hof-Rath, Cämmerer und Oberster,Königs Ferdinandi III. Rath, des Königs in Polen , und Ertz-Hertzogs Leopoldi Cämmerer, und der FürstenthümmcrSchweidnitz und Iauer vollmächtiger Landes-Hauptmann, inwelchen Fürstenthüminern er mit grossem eifer die Catholische re-jigion eingeführet. Er wurde in den Freyherren-stand gesetzt, undstarb an. 1657. Mit Helena Stosthin hat er 5. söhne und i.tochter gezeuget, welche wiederum bey der Lutherischen religiongeblieben. Die tochter war Eva Eleonora, so erstlich mit Sigis-mundo, Freyherrn von Klein-Liegnitz, einem söhn Hertzogs Ioh.Christiani zu Llegnitz und Brieg, und als derselbe an. 1664. ge-storben , mit Johanne Hcnrico , Freyherrn von Maltzan , ver-mählt worden. Die söhne waren i)Nicolauo Alexander,Freyherr von Bibran und Modlau auf Ziltzendorff, Iauernickrc. so den 24. apr. an. 1680. gestorben; dieser ließ nebst 3. töch-tern nach sich a) Henricum Alerandrum, von dem ein söhn Frie­ drich Heinrich , Freyherr von Bibran zu Oyest, mit seiner anderngemahlin, des Königlichen Preußischen geheimen Raths, Ba-rons von Schweidnitz , tochter, einen söhn und eine tochter ge-zeugct; b) Fridericum Wilhclmum, so ohne männliche erbenmit tode adgangen. 2.) Hans George zu Reisicht, so un-verheurathet starb. ?.) Friedrich zu Modlau. 4.) HiobHeinrich ohne linder. ^.) Sigismund Heinrich, Frey-herr von Bibran und Modlau, Herr auf Reisicht, Alt-uud Neuen-Oelßc, Kittlitz-Urbanstreben, Oßig, Wolffshayn,

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