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misch-Catholischer religion zugethan , welcher in dem ansangdes XVII. fec. berühmt gewesen, war gebürtig aus derGraf-schafft Middleser. An. i?6r. kam er in das Collegium Tn.nitatis zu Orford, und erlangte allda den graclum Magisternan. 1567. Weilen er aber mehr zu der Romisch-Catholischenreligion geneigt wäre, verließ er dieses Collegium, und giengin Gloucester-Hall, allwo er von denen dasigen zween 8 emo-ribus Thomas Allen und Edmund Rainolds sehr hochgeachtetwurde. Nachwerts begab er sich aussert landes, und hieltesich eine zeitlang in einem 8 eminario auf, welches, wie nochviele andere, zür aufnehmung der vertriebenen Römisch-Catho-lischen Engelländern aufgerichtet war. In dem jähr 1598.ward er mit erlaubnis des Papsts von dem Cardinal Cajeta-no zum Protectore der Englischen nation zu Rom , zum 8 upe.riore der Englischen Geistlichkeit gemacht,, und ihm benebender titul und der gemalt eines Ertz-Priesters von Engelland bey-gelegt. Blackwell war ein grosser feind von verrätherischenanschlügen, und bezeugte öffentlich sein abschenhen von dempulver-verrath. Als er den 24. iunii an. 1607. zu Londen ge-fangen genommen worden, und also die zu seinem amt nöthi-ge freyheit verlohrcn hatte, ward Georg Birkett an seinen platzernennet; jedoch nachdem er den eyd der treu dem König ge-schworen hatte, ward er wiederum auf freyen fuß gestcllet.Er starb plötzlich den 12. jenner an. 1612. Sowol seine glau-bens-genoffen als Reformirte haben ihn für einen frommenund gelehrten mann, und für einen vorkreflichen Prediger ge-halten. Nebst einigen Englischen schriften hat er auch geschrie-ben: Epistolas ad Anglos Pontificios ; Epiitolas ad RobertumCardinalem Bellarminum. Englischer Bayle.
* Blacvod, ( Adam ) ein gelehrter Schottländer, war zuDumfermling in der provintz Fiffe um das jähr 11 39. aus ei-ner adelichen familie gebohren. Sein vetter, Robert Reib,Bischoff der Orcadischen insuln, schickte ihn nach absterben sei-ner beyden eitern nach Paris , da er denn die Humaniora,Philosophie, Mathematic und Orientalische sprachen lernte,und nach diesem zu Toulouse auch diel Rechtsgelehrsamkeitstudirte. Als er hierauf wieder nach Paris gekommen, undeine zeitlang die Philosophie daselbst gelehret, machte er sichmit dem Schottländischen Gesandten und Ertz-Bischoff vonGlascow, Jacodo Beton, bekannt, der ihn seiner Königin sosehr recommendirte, daß sie ihm nicht nur die stelle eines Rathsbey dem Präsidial von Poitiers ertheilte, sondern ihn auch zu-gleich zu ihrem Rath ernennete. Er that auch nach der Handunter währender gefangenschafft der Königin Mariä unterschied-liche reifen nach Engelland, blieb aber dennoch immerfort inseiner vorbemeldten bedienung, und starb endlich an. 1613.in dem 74. jähre seines alters. Man hat von ihm: de Vin-
culo religionis & imperii lib. II. adverfus Ge. Buchanani dia-logum, de Jure Regni apud Scotos, pro Regibus apologiam;Martyre de Marie Stuart , Reine d’Ecosse ; Inaugurationen!Jacobi, M. Brit. Regis; Varii generis Poemata; U. 0. m.welche schriften Gabr. Naudäus an. 1644. zu Paris zusammeni« einem quart-bande heraus gegeben, dabey auch eine Nach-sicht von seinem leben zu finden ist.
* Blacvod , (Heinrich) der Herkunft nach ein Schottlän-der , ward gebohren zu Paris , allwo er die Medicin triebe.Er legte sich auch auf dieses lludium und aus die Chirurgie,und erhielte an. 1624. eine stelle eines Königlichen Professorsin dem Collegio Regio. Er hatte zwar viele zuhörer, wei-len aber seine Neigung mehr nach dem Hof-leben gieng , leg-te er an. 1627. seine Professors-stelle ab. Kurtz hernach gienger nach Rom , und ward von Papst Urbano VIII . sehr wohlempfangen , indem sein vatter dieses Papsts, als er noch alsPäpstlicher Nuntius sich zu Paris aufgehalten, Medien« ge-wesen. Die Cardinäle und fremde Minister pflegten seinesralhs sehr oft, und belohnten ihn stattlich. Eben dieses zögeihm den neid der Römischen Aertzten zu, und muste er des-wegen Rom wiederum verlassen. In seiner rückreise gieng erüber Venedig , und erwarbt sich allda auch grossen rühm.Er setzte sich hernach zu Paris , und als er einsten in geschäff-ten naher Rouen gegangen, starb er allda plötzlich den 17.
stpt. an. 1634. Le College Royal de France &c. pag. 87. &c.
Bladier, ( Petrus ) ein Französischer Dominicaner-Mönchaus Languedoc oder Guienne, trat zu Toulouse in obgedach-ten orden. Er hat an. 1605. floriret, und wird von Ioh.Jac. Percin in still. Conv. Tolos. P. III. p. 191. & P. I. p.
gerühmet, welcher auch das buch, so selbiger geschrie-ben , und zu Toulouse unter dem titul: De la Confrairie durofaire & de la Confrairie du nom de Jesus an. 1699. ge-druckt ist, zu besitzen vorzieht. Ecbard , script. 0 . P. tom.II. p. st 8.
Bladendown, siehe Bleadon.
Bladudus IX. zugenannt Magus , ein König der Brittenin Engelland, succedirte seinem vatter Buditrasius. Er ließzu Stanford ein Collegium aufbauen , und solle Professorsvon Athen dahin haben kommen lassen. Er war nicht alleinselbst in der Mathematic und Magie erfahren, sondern lehrteauch dieielbigen andere, daher man gesagt, daß er oft unter-schiedene fignren.an sich genommen, ungestüme weiter er-regt, und sich einsmals flügel angemacht habe, damit in die
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luft zu fliegen, sey aber herunter gefallen, und A. M. 3074;auf der stelle gestorben. Pitfeus, de illustr. Angl.
Bläna, eine fruchtbare gegend im Königreich Pontus,welche der fluß Amnias bewässert. Hier schlug Mithridates Eupator durch seine Generale die armee Nicomedis, Königsvon Bithynten, daß sich dieser nebst etlichen wenigen nach Hau-se retiriren muste, und von dar in Italien schiffete: so daß ererst nach verschiedenen jähren wieder zu seinem Reich gelangete,als die Römer den Mithridatem gäntzlich geschlagen. Strabo . *
St. Bläst , oder Blasn kloster, eine reiche und berühmteBenedictiner-Abtey auf dem Schwartzwald in Schwaben , zwi-schen Waldshut und Villingen gelegen. Den ersten Ursprungdieses klosters holet man von etlichen Einsiedlern her, die sichvor diesem in dem wilden wald aufgehalten haben, und dieBrüder von der Alb genennet worden. Hernach zur zeit Kay-sers Otto I. an. 049. oder wie einige wollen, an. 962. hat Rc-genwerth, Freyherr von Seldenbüren, des Kaysers Rath, nach-dem er in einem streit eine Hand verlohren, sich mir hab undgut in diese geistliche gesellschafft begeben, welche nach der re-gn! iSt. Benedicti lebte; und damals ward das kloster erstrecht angeordnet, das alte Münster erbauen , Beringer vonHohenschwanden zum ersten Prälaten erwehlet, und alles vomKayser Otten, fnb dato Verona , an. 96;. bestätiget. Da-hero haltet man insgemein diesen Regenwerth für den erstenstifter des klosters. Er ist an. 964. gestorben. Papst Johan nes XXII . hat an. 1329. dem Abt die freyheit ertheilet, einensinger-ring , inful und Hirten - oder krumstab zu gebrauchen.Der Abt war ein unmittelbarer Reichs-^tand, weilen er abervon Oesterreich eximirt worden , so erscheinet er heut,zu tagenur aus denen Schwäbischen Kreis-tägen. Es gehöret demkloster die Herrschaffl Bonndorff dey Uberlingen in Schwaben ,das Tottnauer-und Schönauer-thal, das an. i;;o. zu Tottnauangefangene silber-bergwerck, das Halsgericht über das dorfFie-tzen, die Herrschafften Blumeneck, Bettmaringen, Berow, undder halbe theil der Hcrrschafft Guttenburg an der Schlucht. An.1023. hat Kayser Conrad II. den Bischoff zu Basel Adalbero zumKastenvogt des klosters verordnet, welches recht auf feinenNachfolgern verblieben bis an. 1123. da solches auf erklagendes klosters, dem Bischoff Berchtolf, auf einem zu Straß,bürg gehaltenen Fürsten -tag, mit urtheil und recht aberkanntworden , weilen sein Unter-Vogt, Adelgis von Werr, sich sei-nes gewalts mißbraucht, und das kloster in viele wege widerseine freyheiten gekräncket hatte. Die Kastvogtey aber kaman Hertzog Conrad von Zäringen. Es wollte aber der Bischoffso leichter dingen sich nicht darvon abtreiben lassen, sonderndie fache kam zu den Waffen, bis an. 1141. zu Straßburg auf einem rechts-tag ein zweyter spruch ergienge, krafft dessendem Bischoff Ortlied für seinen anspruch, des GottshauftsSt. Bläst Höfe zu Sierentz , Lauffen, Oltingcn und Filna-cker zuerkannt und auch eingeräumt worden. Heut zu tagehat diese Kastvogtey das Durchlauchtigste Haus Oesterreich.Urßis ehr. Basil. lib. I. p. 6;. & lib. II. p. 98. & Bafil. sacr.p. ist. & 191.*
* Bläß-8ad, ein in dem Würtembergischen bekanntes bad,unweit Tübingen in dem Steinacher-thal, welches anfänglichvon einem Hirten, der seinen krancken schenckel allda gebadetund curiret, entdeckt wurde. Sam. Hafenreffer hat solchesan. 1629. und Rud. Jac. Camerarius an. 1718. in besondernDisputationen beschrieben. Schwelins Wnrtemb. chrvnick.Iungs Wurtemb. wasser-schatz.
* Bläsing, ( David) ein Mathematieus, gebohren zu Kö nigsberg an. 16S0. den 29. dec. Er studirte zu Königsberg und Leipzig , und als er von dannen nach Hause kam, warder an. 1690. Professor Matheseos, und nachgehcnds an. 170;.ein mitglied der Königlich-Preußischen Societät der wissen-schafften. An. 1697. trat er eine zweyjährige reise durch Teutsch-land , Holland , Franckreich und Engelland an. Er hatte diejährlichen calender zu machen , und starb an. 1719. den 7. oct.Er vermachte der Academie seine bidliotheck < mathematischeinllrumenta und naturalien-cabinet; der philosophischen Fa-culrät seinen garten, nebst darzu gehörigen gedäuden; 1000.Reichsthaler zu eine,» ssipendio vor S'tudiofos Matheseos, de-nen kirchen und armen-hausern aber sein silder-geschirr und an-dere legata. Er hat unterschiedene gelehrte vissertationes ge-schrieben , als : de Mnndi Extensione ; de Nive ; de Eueliäispropolitione 47. libri I. Elementorum; de Mercurii per fo-lem tranlitu ; de Lines juxta proportionem divinam divifio-ne; de Sphajrarum coeleltium Symphonifmo; de Eclipfi lu-nari; de Linea meridiana; de potioribus ÄrithmeticEe Regu-lis algebraice evolutis; de Columna Ostrocolensi; de Regniprusswe & magni Ducatus Lithuanis Termino. Gel. Zeit.
st Il. 1720. p. 2st.
* Blaesvelt, eine Baronic, nebst einem flecken und schönenschlösse, zwey meilen von Brüssel, in dem gebiethe der stadtMerchlem gelegen. Rudolphus Pipenpoy, Seneschall vonBrabant, besaß diese Hcrrschafft an. i z rg. und hinterließ einetochter Margaretham, crbin von Blaesvelt, welche sie ihremaemahl Iohanni von Wvtfliet, Herrn von Cuvck, HerbogSIohanniü IL von Brabant natürlichem söhne, zubrachte. Der-selbe verkaufte sie an. 1364. vor 14°°. psund an Iohannem,Herrn von Bouchout ; es scheinet aber, daß dieser raus zurück
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