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Pontificale ; in Speculum Monachorum üb. I. de Signis icctio-num üb. I. in Benedictinam Benedicti Pap« CommcntariosUnd Explicationem Rcgul« S. Benedicti geschrieben / so JUMantria in der Benedictiner-bibliotheck annoch im manuscriptliegen. Muratori, wie er in der vorrede über den dritten ro-müm der icript. rer. Italic, anzeiget, hat auch dieses Börtianmerckungen über den Anastalium, so er im jähr 1380. ver-fertiget , im manuscript gesehen. UgbeUus , Ital. liier. tom. I.p. 1474. scq. Hendreicb.
* Börnrr, (Ioh. George) ein söhn George Börners, JCtiund Syndici in Dreßden, gebohren an. 1Ü46. den 9. augusti, stu-dirte erst zu Leipzig , da er de Controversiis quibusdarn ex v>se-senbecii Parati tlis und de Patrimonio Petri respondirte, her-nach zu Wittenberg , allwo er Doctor Juris wurde, und deSalario Advocatorum disputirie. Hierauf ward er erst Ober-bau-amts-Consulent , dann an. 1689· Ober-Consistorial-Rathund an. 1692. Hof-Rath , auch in vielen eommißionen ge-braucht. Er starb den 2. may an. 171;. und ließ den noch jetzolebenden Christian Friedrich Börnern, Doctorem und Profes-sorem Theol. primarium zu Leipzig . Lebens-Iauf.
Börnstädtel, Bernstadt , ein städtlein oder flecken in Ober-Lausitz , 2. meilen von Görlitz , und eben so weit von Ziltau.Es gehöret unter das Iungfern-Stift Marienstern, und ist derhaupt-ort des sogenannten Eigenischen distriets. Ehemals hates einem Herrn von Biberstein ums jähr 1320. gehöret, undweil selbiger keine leides-erben gehabt, hat er dieses städtleinsamt zugehörigen dorfschafften seiner schwester, damaligen Aeb-tißin des Stifts Mariensternve,rmachet. Weil nun diese den di-striet eigenthümlich besessen, hat man solchen den Eigenischenbezirck genennt. An. 1429. wurde dasftädtlein von den Hußi-ten grausam mitgenommen. Im 30. jährigen kriege hat es vielausgestanden; und an. 1686. einen grossen schaden durchs feuererlitten. Grossers Lausitz merckw. P. 111 .
Börste! , eine adeliche familie in dem Hertzogthum Magde burg und Fürstenthum Anhalt. An. m-ss. lebte Hans von Bör-ste! , Erbherr auf Bleckendorss und Wester-Engeln. Dessen ur-enckel, nahmens Curt, war an. 1572. bey der blut - Hochzeit inParis , und erhielt vor die allda anwesende Teutsche sicher ge-leit, womit er zugleich den berühmten Juristen, Hug. Do-nellum, herausbrachte. Er ließ sich zuerst in dem Anhaltischennieder, und ward an. 1606, Ober-Hauprmann in dem Bernbur-gischen, wie auch Director der landschafft. Von seinen 9. söh-nen sind 4. zu mercken, i.) Ernst, Heßischer geheimer Rathund Ober-Hofmeister zu Cassel , kam an. 1622. in dem wasserum. 2.) Friedrich, war anfangs Stallineister bey dem Chur-fürsten in der Pfaltz, trat aber nachgehends in des Hertzogsvon Bourbon dienste, und ist gleichfalls bey Sedan ertruncken.3.) Heinrich , Anhältischer geheimer Rath und Präsident zuBernburg , starb an. 1647. und hinterließ 2. söhne: («1 Frie-drich diente dem Könige in Schweden als General - Major,und ward von selbigem baronisiret, nachdem er die vestungBahus an. 1673. sehr wohl vertheidiget hatte. Er starb an.1681. «»vermählt, als Commendant zu Gothendurg. (») Chri-stian Heinrich war Fürstlicher Anhältischer Gesamt - Rathund Hofmeister zu Bernburg ; dessen söhn, Hans Heinrich,aber Königlicher Preußischer General -Lieutenant und an. 1709.Commendant in Magdeburg . 4.) Ludwig , Amts - Haupt-mann zu Lebus und Fürstenwalde , ertranck an. 1634. in derOder. Von seinen söhnen war (a) Georg Friedrich, Chur-Brandenburgischer Cammer - Gerichts - und RavenspergischerAppellations-Rath, auch Hauptmann der landschafften Beß-kow und Storckow. (b) Ernst Gottlieb aber, Chur - Bran-denburgischer Kricgs-Rath, General - Major, und Gouverneurzu Magdeburg , Comtur zu Werben und Hauptmann der äm-tcr Wansleben und Wolinirstädt. Von dessen söhnen ist CarlLudwig an. 1710. Königlicher Preußischer Hof-und Legations-Rath, und Wilhelm Friedrich zweyer Printzen von Anhalt-Bernbnrg Hofmeister gcwcstn. Deckmanns Anh. hist. P. Vll.
* Böse , ( Ioh. Georg ) Magister Philosophie und Diaco-nus zu Sorau , in der Laußnü;, lebte zu ausgang des XVII.Lculi. Er war ein mann von guten gaaben, hatte sich aber inunterschiedene irrige schriften vertiefet. Er endigte sein lebenan. 1700. den 8. febr. Er ließ zu Sorau an. 1693. einen tra-etat in druck ausgehen de Termino peremtorio salutis human«,darüber viel leimen entstanden, und gelegcnhcit zu vielen streit-fchriften gegeben, auch deswegen viele Refponfa von theologi-schen Faeultäten eingeholet worden. Grossers Lanßn. Merk-würdigkeiten. Heinjii kjrchen - Historie, tom. VIII. c. 1. ab-theil. 4. p- 7 ?y- seqq.
* Böthius , (Heine.) war von Steinbeck im Lünebürgi-fchcn gebürtig, und wurde, nachdem er den schulen zu Hal-bcrstadt und Riddagshausen als Rector vorgestanden, zu Helm»städt Proselsor der Griechischen und Hebräischen spräche, undProfessor Theologis daselbst , wie auch General -Snperinten-dcnt in der Grafschaffr Hvya. Er starb an. 1622. den 5. mayim 71. jähre seines alters. Er hat gejchrieben : de Religioneyera & falsa , Wittenb. t6n. in 3. de Resurrcctione , utrumea virtute meritovum , & relnrrectionis Christi, utrum excaussa quadam aliafutura, Magdcb. 1Ü13. Halberstadt 1624.in 8. Hvmilien über Ejai. IX. de Nativitate 'Christi , Leipzig 1614. Hclmstädt 1616, in 8. Erklärung des kleinern catechisimi Lutyeri, Lemgow 159t. iüo,-. in 8 . und eine Qration auf
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den tod des Hertzogs von Braunschweig , Henr. Julii. Witte,
biogr. Hendreico.
Boetie, (Stephanus de la) Rath im Parlement zuBourdeaux, war geburttg aus der stadt Sarlat . Er verfertig-te einige Lateinische und Französische vcrse, und übersetzte et-liche stucke aus dem Tenophonte und Plutarcho ins Französi-sche. Er schrieb auch einen politischen discours über das edict ,so an. 1562. im jan. heraus gekommen, ingleichen über das,was sich zu seiner zeit zugetragen , unter dem rilul le contreunoder ia servitude volontaire, welchen aber seine freunde, weiler mit gar zu grosser freyhcit darinnen geredet, zu unterdrückensuchten, nach seinem tode aber ward von den feinden derKöniglichen gewalt diese schrsst nebst einer andern, Franco-Callia genannt, an. 1573. heraus gegeben. Boetie starb an derrothen rühr den 18. aug. an. 1563. als er noch nicht 33. jähralt war. Michel de Montagne, sein guter freund, dem dieserBoetie seine bibliothcck hinterlassen, setzte eine Nachricht von des-sen tode aus, colligirte auch seine schriften zusammen. Tbutm.hist. lib. V. & XXXV. 1 eißier, addit, tom. I. Du Marne , bibl.Franqoise. Sammartb. lib. ll. elog. Mich. de Montagne. fcjc.
Boetius , ( Anicius Manlius Torquatus Severinus '> waraus den alten familicn der Aniciorum und Torquatorumentsprossen und an. 455. gebohren. Er studirte - 8 . jährzu Athen , las den Aristotelem und andere Philosophos ,insonderheit den Euclidem und Ptolemaum, und trieb da-bey die Poesie. Er erlangte noch ziemlich jung die vor-nehmsten ehren-stellen, und wurde an. 487. Bürgermeister zuRom , welche würde er an. $10. zum andern und an. 522.zum dritten und letzten mal, nebst i^vmmacho, bcsirfi. Erlebte in sonderbarem ansehen, war auch bey der Gothen Kö-nige Theodorico vornehmster Staats-Minister. Weil aber die-ser einen argwohn wider den Rath gcschöpfct hatte, als wennderselbe mit dem Kayser Justino in einem heimlichen Verständ-nis lebte, so ließ er Boetium , nebst seinem schwieger - valterSymmacho gefangen nehmen, Boetium nach Pavia bringen,und nach 6. monatlicher gcfangnis den 23. oct. 524. enthaup-ten, wiewol eimge meynen, es sey solches an. 326. geschehen,als Boetius 71. jähr alt gewesen. Er hatte eine vortrefliche di-bliotheck, welche mit vielen büchcrn aus Griechenland erfülletwar. Er hat auch einige stücke aus dem Aristotele , ingleichenden Nicomachum Arithmeticum , Pythagoram Musicum , Eu-clidem Geometram , Ptolemteum Alexandrinum , ArchimedemMechanicum und den Platonem übersetzet, und selbst verschie-dene theologische und philosophische wcrcke verfertiget, als adIsagogen Porphyrii lib. 11 . de d.iviiione ; in Topica Ciceronis ;de Disterentiis Topicis; de Arithmethica; de Musica; in Geome-triam Euclidis; de QuadraturaCircuü; deünitate & Uno; Epist.ad diversos , &c. und in seinem gcfängnts de ConsolationePhilosophie, welcher letztere tractat sonderlich sehr oft aufgele-get ist. Alle zusammen aber hat Loritus Glareanus zu Basel an. 154.6. drucken lassen. Boetii söhne waren Patricius undHypatius, welche 13. jähr nach ihres vaklers ersten Bürger-meistcr-amt gleichfalls an. 500. diese würde erhielten. Das le-ben Boetil haben Julius Marlianus Rota und P. Bcrtius be-schrieben. frocop. in Goth.CaJJiodor. epist. Iib.Ill.orig.
c. 2. Anaßaßus, injoh. I. Honor. Augujiodun. de lum. ecd.Tutbem. & Beilurmm. de scr. eccl. Ado. ünuphr. Baron.Gesnerus, Pojjevin. VoJJlus. Miraus. Hendreich. fcsc.
Boetius , war ein ungeschickter Poet, gebürtig von Tarsen,welcher nichts destoweniger von Antonio, dessen Philippensischcvictorie er in vcrse gebracht, zu sonderbaren ehren - steUcn be-fördert, und unter andern dem zu Tarsen befindlichen Gvmna-iio vorgesetzt ward. Strabo , Üb. XIV.
Boetius , (Ansclmus) siehe Boot.
Boetius Epo, war zu,Roorda in Frießland an. 1529. ge-bohren. Er studirte zu Cöln und Löven, und konnte im 20.jähre seines alters den Homerum öffentlich erklären. Hernachdocirtc er zu Löven, zu Pans und zu Nizza in Provence : da ersich bald auf die Rechte, bald auf die Humaniora, bald auf dieTheologie legte. Hierauf nahm er die lehre Calvini an. Nach-dem er sich aber wieder zu der Catholischcn kirche gewendet,blieb er beständig bey dem Jure Civili und Canonico , und wur-de an. 1561. zu Toulouse Doctor, woselbst er unter Bcrenga-rio Ferdinando studirct hatte. Hernach kam er wieder nachLöven, und docirtc daselbst so lange, bis er auf der neuen Uni-versität zu Douay Professor wurde, welchem aml er;?, jährvorstund, bis er den 16. nov. an. 1599. starb. Er hat über 60.tractate von juristischen und andern fachen verfertiget, als dasind Antiquitates Ecclesiastice , darinnen de Jure proventuumecclesiasticorum ; de Antiquitate Miss«; de Idololatria ; deHierarchia Ecclesiastica; de Jure Jubilei & Indulgentiarum;&c. gehandelt wird. Er hinterließ 10. kmder, unter welchenBoetius Epo Professor Juris worden, Und an. 1642. verstor-ben. Andr. bibl. Belg.
Boetius oder Boethius , ( Hector ) Probst und Professorzu Aberdcen in Schottland , hatte mit Erasmo zu Pans stu-dirt, und lebte noch an. 1526. Er hat eine Historie vonSchottland , und unter andern einen tractat von den Blschöf-fen zu Aderdeen hinterlassen. Die meisten schreiben von ihmfehr wohl, jedoch soll er auch verschiedene fabeln seiner Hi-storie mit eingemischt haben, wie denn Humfrcduö Lovdnicht zum besten von ihm urtheilet, wider welchen ihn