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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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mit seines dritten bruders Ernesti Ludovici söhne, Phi-lippo Iulio, dergestalt, daß er demselbigen die amter Barth undFrantzhagen, vermöge der erb-verträge, jedoch wegen daraufgewandten Unkosten gegen erlegung uoooo. gülden abtrat.Wegen seines hohen cilters nahm er seinen ältesten Printz Phi-lippum II. zum mitgehülffen in der Stettinischcn regierung an,welche er anders einrichtete, und starb an. iSoü. den 7. mertz zuStettin . Übrigens wird von ihm gerühmet, daß er ein liebha-ber der mechanischen künste gewesen, und das städtlein Frank-burg erbauet. Er schlichtete auch die grentz-streitigkeiten nütdem Hause Mecklenburg , und hielt wider die Flacianer zu Barth einen Synodum. Unter seinen 4. brüdern wurde ihm das prä-dicat des frömmsten beygelegt, wie er denn sonderlich die al-te aufrichtigkeit geliebt, und einen ordentlichen Hof gehalten,weswegen er bey seinem kleinen lande mehr ersparet, als die zuWolgast und Stettin , ob er schon an Fürstlichem pracht nichtsermangeln lassen. 'Seine gemahlinnen waren 1.) Clara, Her-tzogs Francisci zu Lünebnrg tochter, welche ihm 6. Printzen und5. Prinbeßinnen gebohren. 2.) Anna, Johannis zu Holstcin-Sunderburg tochter, welche ohne linder verstorben, siehe Pom­ mern . Script. Pomer. insonderheit Micrams.

Bogislaus XIV. Hertzog über gantz Pommern , war den31. mertz an. i?8c>. gebohren, und nebst feinem jüngern bru-der Georgio zugleich in Kudiis, sprachen und exercitiis un-terwiesen. An. 1604. schickte ihn sein vatler nach Franckrcich,Engelland und Holland , und als er an. 1606. nach dessel-ben tode wieder in Pommern angelanget, ward ihn, und sei-nem bruder Georgio durch einen auf 8. jähr gestellten inte-rims-vergleich das amt und stadt Ringwald eingeräumet. Alser an. 1607. dem bcylager seines ältern bruders Philippill.beygcwohnet, gieng er das folgende jähr an den KayserlichenHof nach Prag , wie auch nach Wien und an andere TeutscheHöfe, kehrte an. 1609. wieder nach hause, nahm feine residentzzu Rügenwalde , hielt auch daselbst den 19. febr. an. 161;. mitElisabeth , Hertzogs Johannis zu Schleßwig - Sonderburgtochter beylager,' und verglich sich dabey mit seinem bruderGeorgio, daß ihm solcher die residentz zu Rügenwalde allein überließ,. und die seinige zu Bickoiv nahm. Als an.16 sein älterer bruder Franciscus ohne erben verstorben,und er dadurch die, regierung des Stetlinischen antheils bekam,überließ er seinem jüngsten bruder Ulrico, Bischoff zu Camin,die ämter Rügenwalde und Bückow, und als auch dieser an.1622. erb-los starb, ward er selbst Bischoff zu Camin, und seinVetter, Philippus Julius , Loadjuwr in solchem Stifte. Alsdieser nun an. 1623. ohne leides - erden abgieng, erlangte Bo-gislaus auch das Wolgastische antheil, und bekam also allePommerifche länder zusammen. An. 1626. besuchte ihn derChurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg zu Stettin , unduntcrrcdete sich mit ihm wegen der gefährlichen kriegs-läuften.Das folgende jähr wurden bey 30000. mann Kayserliche völckerin seine lande einquartieret, welche nur 6. wochen daselbstbleiben sollten, hernach aber 3. jähr lang blieben, und nur indcnr Stettinischen 10. Millionen , im Wolgastischen aber viel-mehr schaben verursachet. An. 1628. ward die stadt Stral-sund, als sie sich den Kayserlichen aufforderungen nicht ge-mäß bezeigen wollte , von dem Kayserliche,» Feld-MarschallArnim zu belagern angefangen, und hernach von dem Ge-neral Wallenstein noch scharfer beängstiget, wiewol er siedoch nicht cinbekomincn konnte, indem die stadt der Schwe­ den angebotene hülffe angenommen. Bey der an. 1629.erfolgten Publication des restitntions-edicts konnte man zwaran die Pommerischen kirchen-güther, und sonderlich das Biß-thum Camin nicht kommen, weil dasselbe niemals ein un-mittelbarer Reichs-Stand, und seit dein Passauischen vertragimmer unter Lutherischen Bilchoffen geivesen; doch wurdeunter dem vorwand, daß man sich der küste von der Ost-seewider Dänemarck und Schweden versichern müste, das land,wie schon gedacht, durch die Kayserlichen auf den gründ aus-gelaugt , und durch die darzu kommende hungers-noth und pe-stilcntz gantz und gar verheeret. Als an. 1630. der König inSchweden auf der Pommeristhen küste ankam, retirirten sichdie Kayserlichen, und der Hertzog , nachdem er vergebens dieNeutralität gesuchet, sahe sich genöthiget, in die von den Schwe­ den ihm angebotene alliantz zu treten, und demselben seine re-sidentz Stettin einzuräumen. Es wurde dabey der vergleichgemacht, daß der König Pommern wider alle unrechtmäßigeewalt, worunter die drangsalen der Kayserlichei, armee Ver-anden wurden, schützen, und das land ben erfolgter ruheohne gefährde und abförderung einiger kriegs-kostcn dem Her-tzoge wieder überliefern wollte. Gleichwie sich aber der Her-tzoq bedungen, daß diese alliantz nur zu ablrcidnng aller un-bcfügten gemalt, mit nichte» aber wider den Kayftr gerichtetseyn sollte; also ist Schwedischer seits stipulirt worden , daßwenn der Hertzog sterben sollte, ehe der Churfürst zu Bran­ denburg als erbe, mit in diestn vergleich getreten, und dasseinige zu des landcs, befreyung beygetragen; ingleichen,wenn gedachtcln Churfürsten von jemand anders die succeßionstreitig gemacht würde, in solchem fall das land in Schwe-discher sequcstration und schütz bleiben sollte, bis der succes-sions-pnnct richtig wäre, alsdenn sollte der Suacellor diekriegs-unkosten an Schweden , doch ohne einige belästigungdes landes abtragen , diesen vergleich ratificiren, und bey er-

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folgter ruhe das land wieder haben. Über diesen, vbscho»aus noth gemachten vergleich, setzte es doch zu Wien scheleäugen, und die Kayserlichen soldatcn fienqen an zu sengenund zu brennen, und das land so zuzurichten, damit dieSchweden nicht darinnen subsistiren könnten, wobey auchviele an jungen und alten weibs-personen verüble leichtfertig-keit vorgieng, und half wenig, wenn sich die leuthc mitSal-veguardien versehen liessen. Dergleichen Unglück hat damalsunter andern sonderlich Pasewalcke, Penckum und Pyritz ge-troffen. Hingegen bemächtigte sich der König gantz Pom­ mern , und war an. 1631. Grcyphswalde der letzte ort, vor sichergeben muste. Hierauf erholte sich das land unter Schwedi-schem schütz , ob es schon auch diesem viel contriduircn muste,wieder einiger Massen, und saß bis auf die schlacht bey Lützen und den tod des Königs in ziemlicher ruhe. Nachgehends abermuste es unterschiedenes Unglück ausstehen, da sonderlich Star-ard, Pyritz, Gartz und andere örter bald von den Kayserlichen,ald von den Schweden eingenommen wurden. Der Hertzogließ nichts ermangeln, was zu beruhigung seines landcs hattedienen können, suchte durch Gesandten am Kayserlichen Hofeseine anssöhnung, wollte gerne anstatt machen, durch aufsbietung des fünften Mannes sein land selbst zu beschützen,welchesaber bey damaligen umständen sich nicht thun lassen wollte,wie er sich denn auch an. 1633. des Pragischcn friedens nichtzu erfreuen hatte, indem er sich von Schweden nicht los ma-chen konnte. Unter solchen sorgen und elend seines landesstarb der löbliche Fürst den io. mart. an. 1637. ohne erben. Wiees init der succeßion ergangen, ist unter dem artickel Pom­ mern , weitläriftiger aber in dem leben Churfürst FriedrichWilhelms von Brandenburg erzehlet. Script. Pomer. sonder-lich Micriehus üb. ult.

Boglio, ein kleiner ort in der Grafschafft Nizza , am flußBar, ist das Haupt einer Grafschafft dieses nahmens, welchean Provence und das thal Barcelloiiette flösset.

* Bogna, lat. Bunia, ein fluß im Mayländischen, welcherin der Grafschafft Anghicra entspringet, und nachdem er vierTeutsche Meilen gelauffen, in eben derselben Grafschafft beyDomo cl' Oscella in den fluß Tosa fällt. Die gegend, wo erfliesset, wird von selbigem Val Bognasca genennet.

Bogomili, wurden im XII. feculo gewisse ketzer im Orientgenennet, welchen beygcmessen wird, daß sie die Dreyfaltig-keit geläugnet, GOtt eine menschliche gestalt beygelegt, undaelehret, die weit wäre von den bösen engeln erschaffen. Diebey den andern Christen gewöhnliche taufe wäre nur dietaufe Johannis , ihre taufe aber wäre die taufe Chri-sti. Das gebät des Herrn wäre das heilige Abendmahl,man hätte keine andere auferstehung, als die durch büß undein Christliches leben geschehe, zu erwarten, und dergleichen.Sie haben auch die anbälung der dilder und das meß-opftrverworffen. Doch sind die snrüorsb von ihnen nicht in allenstücken einig , und es soll der nähme Bogomilr in Slavonischerspräche so viel heisscn, als einer der GOttcs barmhcrtzigkeitanruffet, weil sie vor sehr heilige lcuthe gehalten wurden. Joh.Christ. Wolff, ?rof ^ö/icceb. hat an. 1712. I-Ültoriam Bogomi-lorum in 4. edrret. Zysaöenui, in dogmat. panoplia P. II.tit. 23. Anna Comnena , degeitis Alexii Comneni lib. XV. Ba-ron. ad A. C, 1118. Pratcoius. Sanderus. Kortbolt. hüt. eccles.fec. XII. c. 2. &c.

* Bogor, oder Bogoris , König der Bulgaren im IX. fa-culo , wurde durch »eine schwester zum Christlichen glauben be-kehret. Denn diese war von den Griechen gefangen worden,und hatte in ihrem gefängnis das Christenthum angenommen.Da sie nun gegen einen Griechischen wohl-vcrdientcn mannTheodorum Cuphäram ausgewechselt worden , und bey ihrembruder in Bulgarien angekommen war, ließ sie nicht eher ab,bis er auch versprach, sich zum Christlichen glauben zu bekehren.Er wollte sich lange nicht darzu entschlicsscn, endlich da emegrosse hungers-noth einfiel, und er auf keine art rath zu schaf-fen wüste, that er ein gelübde, sich mit seinem volcke zu bekeh-ren , wenn wieder wohlfeile zeit würde. Als nun solche er-folgte , erfüllte er auch sein verjprechen, wozu noch das entse-tzen über das von Mcthodio einem Mönchen abgemahlte, undnachdrücklich erklärte jüngste geeicht vieles beytrug. BoPmam,de vita SS. Cyrilli & IVIethodii. Bey feinen Unterthanen machteerstes) dadurch sehr verhaßt, so gar daß sie wider ihn rcbellirtcn.Er erföchte aber mit der Christlichen mannfchaffl einen herrli-chen sieg über die rebcllen, welche siel, dadurch grösten theilsbewegen liessen, Christen zu werden. Daher er an. 8S>. zu Lu-dovico Hertzoge in Bayern schickte, und ihn um Geistliche bittenliesse, welcher Bischoss Ermenricnm nebst vielen Priestern hin-ein schickte. Als dieseldigen nach Bulgarien kamen , harte derPapst schon Bischöffe und andre dahin geschickt, daher sie wie-der zurück kehrten. Endlich ließ sich Bogor bereden, das rc-giment nieder zu legen, und in das kloster zu gehen. Zonuras,

tom. III. Sis,ebe···.· , a d an. 86?. Cedrenus. Brunnerus , P. II.ann. Boie. lib. IX.

* Bogoria, eine adeliche familie in Polen,aus welcher Ja-roslaus , anfangs Arcl,idiaconus und Canonicus zu Gnesen ge-wesen, und hernach an. 1341. zum Ertz-Bischoff daselbst erweh-let worden, oiunoiju , hist. Pol. IX. p. 1061. Es wird desselbennoch an. 1364. gedacht. Dlugojjüs , l. c. p. 1144. Nicolaus Bo-goria