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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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stande besaß er eine grosse gelehrsamkeit, eine herrliche wissen-schaff! in theologischen sachen und in Humamonbus, eine grossebelesenheit sowol in den Patribus als den profan-scribenten. Sei-ne gelehrten und curiösen schrfften haben ihm eine grosse Hoch-achtung zuwege gebracht/ deren er viele unter verdeckten nahmenheraus gegeben , als : ad Decretalem super specula ; de Magi-stris, opus Marcelli Ancyrani ; de Antiquo Jure Presbyterorumin regimine Ecclesiastico, auctore Claudio Fontejo; de Majori-bus Episcoporum Caulis, ad confutationem errorum Davidii,auctore Theologo Pariiiensi; de Sanguine Corporis Christi postresurrectionem ; Historia Confessionis auricularis; de Adoratio-ne Eucharistia; cum disquisitione de praecepto divino Commu-nionis sub utraque ; Super Decretalem, ad audientiam, de Cle-ricis non residentibus; Colloquium de Sphalmatis in re littera-ria ; Historia Flagellantium ; de Re Vestiaria hominis sacri; Pa-storale Gregorii M.; Dionysii Carthusiensis liber de vita Cano-nicorum ; Observationes contra librum Gaudini de Assumtio-ne B. Virginis ; Docimastes sive de librorum circa res Theolo-gicas approbatione ; de Re Beneficiaria , sive anacrisis questio-nis , an Homini Christiano liceat plura Beneficia Ecclesiasticapossidere; Cura Theologi Parisiensis, Abbatis Sedichembechen-lis; Eclaircissement fur un passage de S. Augustin, cite dans lelivredelaperpetuitedelafoi, parle Sieur Barnabe ; Recueilde Pieces concernant les censures de la Faculte de Paris fur laHierarchie de PEglise; & fur le 18. tome des Annales Ecclesia-ftiques de Raynaldus; Traite du devoir des Eveques, par le P.Louis de Grenade; Traite du Corps & du Sang du Seigneur, parRatramne ou Bertram; Remarques dün Theologien für le trai-te de Maimbourg de letablissement de lEglise de Rome. Erliebte den schertz; wodurch er sich aber bey den letztenConstitutions-händeln einige Verdrießlichkeiten zuzog. Denn als er die Lettresde Cachet, welche man den Doctoribus aus der Sorbonne zu-schickte/ die aus Paris weichen nmsten/ ihre Adels-briefe genennthatte / wurde solches von den Jesuiten übel ausgelegt. Er ent-hielt sich dahero selbst von den zusammenkünften der theologischenFacultät bis nach dem tobe des Königs, da er mit grosser freudevon derselben wieder aufgenommen und endlich zumDechant er-wehlet ward; welche würde er aber kaum etliche monate genos-sen/ indem er kurtz darauf den i. aug. an. 1716. im 8r. jähr sei-nes alters starb. Du Pin , bibliotheque des auteurs ecclesiast.La vie de M.Despreaux par des Maizeaux. Gelehk. Zeitungen.

* Botleau/ (Joh. Jacob) ein gelehrter Französischer Theo-logus und Prediger, Hatte in seinen jüngern jähren die aufsichtder auferzichung der Herren Luines / brüdern des Hertzogs vonChevrcuse. Nachgehends legte er sich auf das predigen, dazu erunvergleichliche natürliche gaaben hatte, und sich dadurch sowolzu Paris als anderstwo sehr hervor that. Als der Cardinal vonNoailles zu dem Ertz-Bißthum von Paris gelanget war, setzte erein grosses vertrauen in Boileau , übergab ihm die aufsicht ei-nes guten theils seiner Dioeces, und ernennte ihn zu einem seinerGrands-Vicaires, wie auch zum Superiore Über unterschiedlicheklöster. Einige jähr hernach ward er von ermeldtem Ertz-Bischoffzum Canonico der Collegiat-kirch St. Honore gemacht. Er starbden 10. mertz an. 17; da er über 8°. jähr alt war. An. 168;.hatte er den gradum Doctoris Theologie angenommen, und einunsträfliches leben zu allen zeiten qeführet. Er hat nichts in dendruck gegeben, als die lebens-beschreibungen der Hertzogin vonLiancour und der Madame Cvmbe. Memoires du tems.

Boineburg / Beymelburg, Bemelburg, eine berühmtefamilie / deren Ursprung einige von den zeiten Julii Casaris her-leiten / ist theils in den Freyherrlichen, theils in den Gräflichenstand erhoben , und jederzeit zu den ansehnlichsten geist-und welt-lichen ehren-stellen gezogen worden. Schon an. 996. hat Hansvon Boineburg/ Ritter/ auf dem in Hessen , unweit Sontra , ge-legenen dergschlosse Boyneburg , seinen sitz gehabt. An. 1074.war Heinrich Abt und Fürst zu Hirschfeld. An. 12; 7. gelangteEberhard zu dem Bißthum Worms, welchem sein bruder Frie-drich an. 1277. und an.iryz. Emico, Wild-und Rhaugrafe vonBoyneburg , in gleicher würde succedirten. An. ijgo. wardReinhard , Abt und Fürst zu Fulda . In dem XIV. feculo ver-theilte sich dieses geschlecht mit Heinrichs, der um das jähr 1 z?6.gelebet, beyden söhnen, Heimbrodten und Hermannen, in r.hanpt-linien.Der letztere führte den beynahmen vonHohnstein,und hinterließ Hermannum, Abt und Fürsten zu Corvey , der an.1504. mit tode abgegangen, und Ravonem, Landvoigt an derWerre , dessen nachkommen sich sonderlich im kriege hervor ge-than. Der erstere aber, nemlich Heimbrodt, nennte sich vonBoineburg zu Lengsfeld, dessen nachkommen an dem Chur -Mayntzifchen, Fürstlich-Sächsischen und Heßischen Hofe diewichtigsten ehren-ämter bekleidet. Hans Berthold, war Eise-nachischer Hof- Marfchall; von dessen söhn und enckel hernach.Ludwig ist Fürstlicher Fuldischer geheimer Rath geivesen , dessenältester söhn, gleiches nahmens, war an. i;i8 · Fürstlicher Heßi-scher Statthalter, Vormundschaffts-Rcgent Landgraf Philippides großmüthigen, wie auch Land-Hofmeister; der jüngsteaber, nahmens Georg, der Rechten Doctor , und Heßischer gehei-mer Rath,hat sich in unterschiedenenGesandtfchafften gebrauchenlassen. Reinhard von Boineburg zu Bischhausen , Ritter, waran. 1479. LandgrafHermanni w Hessen Hofmeister, von dessenältesten fohn, nahmens Curt, besonders. Carl von Boineburg,Hessen-Casselischer Brigadier, bekam an. 1704. in der schlachtbey Hochstädt den Französischen Marschall von Lallard gefan-gen , und wurde nachgehends General -Mazor und Odcr-Jager-

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meistert Um diese zeit war George Philipp, des Fränckischenkreises General-Feld-Marschall-Lieutenant. An. 1716. warGeorge Heinrich Sachsen-Gothaischer Ober-Hofmeister, und einfohn Eitel Georgens, der der Reichö-Rittcrschafft in FranckenRath und Truhenmeister gewesen. Die linie, so sich in Schwa­ ben niedergelassen, nennet sich Bemel oder Bömelburg, vonderselben war an. 1718. Honorius Baron von Bömeld.urg Ca-pitularis des Stifts Kemptcn. Gpanaenb. Adelsp. I'. I. p.üy;.zri. P. II. 104. 225. seq. Spot. oper. herald. P. spec. p. 594. it.theat. Nobil. P. III. Humb. vvm Rhein . Adel, tab. 2;o. seq.

Boineburg, (Curt oder Conrad) insgemein der kleine Hef -se genannt, war ein berühmter kriegs-held, und stund bey demKayser Carolo V. in grossen gnaden, so daß er ihn auch in denFreyherren - stand erhoben. Die ersten proben seiner tapferkeitlegte er an. iw. in der schlacht bey Pavia ab; dahero der com-mandirende General Fronsberg, in folgendem jähre, als ihm ei-ne Unpäßlichkeit zugestoßen, kein bedencken trug, felbigem seingantzes commando anzuvertrauen. Hierauf eroberte er die staktRom mit stürm, belagerte den Papst Clementem VII. in der En­ gelsburg , und nöthigte ihn zu einer vortheilhafften capitulation,vermöge deren er den Kayserlichen völckern 4. tonnen goldes be-zahlen sollte. Weil aber die Zahlung von Päpstlicher feite nichterfolgte, so gerieth er dadurch in leibs-und lebens-gefahr, bis erseine schwürige soldaten mit feinen eigenen Mitteln in etwas be-friedigen konnte. An. 1528. beschützte er die stadt Neapolis widerdie Franzosen , und als diese unverrichteter sachen davor abziehenmusten, gieng er ihnen auf dem fusse nach, und machte grossebeute. An. 15,2. wohnte er der betagerung der stadt Florentzmit bey, ließ auch in eben diesem jähre seinen tapfern muth wikerdie Türcken sehen. An. 1542. trug ihm das Römische Reich imdamaligen Türcken-kriege das commando der infanterie auf,wo-bey er sich ungemein wohl verhalten, und unterschiedliche Plätzeerobert. In dem Schmalkaldtschen kriege diente er dem Kayser,und nahm an. 1547. das Haus Mansfeld ein. An. 1557. warer mit in dem treffen vor St. Quintin. Sonsten soll auch die-ser mann grosses glück im spielen gehabt haben, wie er dann inder delagcrung Florentz Philiberten, Printzen von Oranien,allesgeld, welches ihm der Papst Clemens VII. zu bezahlung deskriegs-volcks gesendet, mit einander abgewonnen; und weilenihm damit auf einmal alle wege, mit ehren aus der fach zu kom-men, abgeschnitten wurden; so ward badurch Oranien am mei-sten angesporret, auf alle weise dahin zu trachten, daß dem kriegeein geschwindes ende gemacht würde. Derowegen er auch, als dervon ihm vorgeschlagene vergleich nicht gleich zum stand kam, undhingegen der Florcntinische General-Cornrnissarius, Ferucci, mitdem entfatz anruckte, so verwegen und schier verzweifelt in dessentrouppen hinein setzte, daß er darüber sein leben eingebüßet. Erhat sich in Schwaben niedergelassen, und mit Susann« vonNeuhauscn, des Freyherr» Hans Dietrich Schenck von Win-terstädten wittwe, einen einzigen söhn gleiches nahmens gezeu-get, der an. 1 5 9 1 . vor Troyes in Franckretch geblieben; seine po-sterität aber florirt noch jetzo in Schwaben . George und Ca-spars von Fronfperg leben und kriegs-thaten. Varchi StoriaFior. Humbr. vom Rhein . Adel, tab. 2;i. seq. Spangcnb.Adelst). P. II. p. 2; 6. seq. Spen . op. herald. P. spec. p. 594. sq.*

Boineburg , (Johann Christian, Freyherr von) Kaystrli-cher und Chur - Mayntzifcher geheimer Rath, wie auch Ober-Hof-Marschall , war Eisenach den 12. avr. an. 1622. geboh-ren. Nachdem er zu Jena , Helmstädt und Marpurg studirr hat-te, gieng er au. 1642. an den Eiscnachischen und von dar an denHeßisch -Braubachischen Hof, allwo Landgraf Johannes residir-te. Dieser schickte ihn an. 1645. nach Stockholm , von dannen erdas folgende jähr zurück kam, und sich einige zeit in «Lachsen auf-hielt. An. 1648. begab er sich aufs neue an des ermeldten Land-grafen Hof, und that demselben in den streitigkeiten mit seinembruder, Landgraf Georgio II. gute dienste. Als dieser nebstChur-Mayntz ernennet worden, einige zwischen den benachbartenentstandene mißhelligkeiten beyzulegen, kam er an. i6;o. im dec.nach Franckftirt. Hieraufwurde er nach Ost-Frießland, Schwe­ den und an den Gothaischen Hof bernffen, er schlug es aber allesaus. Doch an. i 6 <; 6 . nahm er die Catholische rcligion a», undbegab sich in des Churfürsten Johannis Philippt zu Mayntzdienste, von welcher zeit an fast nichts wichtiges in dem Römi-schen Reich ohne ihn ausgemacht worden. Also wurde er nachFerdinandi III. tode nach München geschickt, allda sich zu er-kundigen, ob selbiger Churfürst die erledigte Kaysers-würdc an-zunehmen gesonnen wäre: desgleichen wohnte er den RcichS-versammlungcn zu Regenspurg zuin öfter» bey. Nachdem ersich aber von tag zu tag grösseres ansehen bey den höchsten Puis-sancen zuwege gebracht, und an dem Mayntzischen Jöofe ansehn-liche chargen, welche des Churfürsten eigener bruder gern gehabthätte, verwaltete, auch über diß dem Churfürsten selbst etwas zugroß werden wollte, wurde er an. 1665. seiner würden entsetzt,und in gefängliche verhafft gebracht; dazu sich diese gclegcnhcilereignete, daß man einen schimpflichen brief bekam, den er widerReissenbergium geschrieben, den man an seine statt in Franck-reich, um hülsse widcrErsurt zu erhalten,geschickt hatte.Wcil aberunter seinen übrigen schriften nichts verfängliches anzutreffenwar, wurde er nach monatcn aus dem gefangnis wieder crlas-ftn, muste aber vorhero angeloben, aufkeine raache zu gckcnckcn,woraufder Churfürst seines brudcrs söhn Boinedurgs tochtcr zurgemahlin gab. Nach der zeit begab er sich zur ruhe, hielt sichauf feinen güthern, wie auch zu Franckfurl auf, lag den studiis