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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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i;r8. gebohren. Weil erungemcine lust zu Untersuchung derAntiquitäten hatte, so begab er sich nach Italien / und brachtedaselbst mit adzeichnung der alten monumental und tnscrtptio-nen gantze 6. jähr zu. Er gieng zu Rom ansmals mit et-jjchen guten freunden in den garten des Cardtnals Carpl / ver-lohr sich aber von ihnen , und versteckte sich an einen ver-borgenen ort/ daß indessen der garten geschlossen wurde/ Bois-sard aber gelegenheit bekam/ die darinnen befindlichen alter-thümmer zu copiren. Er war des morgens mit dieser ar-beit noch beschäfftiget, als ihn der Cardinal selbst antraf/ undsich sehr verwunderte / wie ein fremder inensch zu so ungewöhn-licher zeit sich in seinem garten antreffen liesse. Als er aberaus seine frage die gantze fache von Boissarden vernommen/gefiel ihm dieser eifer so wohl , daß er ihm nicht nur ein früh-stücke geben ließ, sondern ihm auch vergonncte, alles mit weilin seinem garten abzuzeichnen. Als er aus Calabrien wegender Banditen nicht sicher zurück reisen konnte, schiffte er vonOtranto nach Corfu , von dar nach Cephalonien und Zanke,und kam endlich in Morea.. Don hier wollte er nach Jeru­ salem und Syrien gehen , allein ein hitziges fieber , so ihn zuModon überfiel, unterbrach diesen vorsah , worauf er nach er-langter gesundheit die an der küste von Morea gelegene örterbesähe , und alsdenn seinen rückweg nahm. Nachdem er inseinem vatterlande angelanget/ wurde er bey den söhnen ClaudiiAntonii äs Dienne , Barons von Clervant , Hofmeister, undreisete mit ihnen durch Franckreich, Deutschland lind Italien /da er denn bey seiner schwester zu Mömpelgard seine antiguitatenhinterließ / von welchen er aber, als die Lothringischen troup-en die Grafschafft Burgund / und benachbarte gegc.nd ausplun-erten/ nicht mehr übrig behielt / als diejenigen / welche ernach Metz gebracht hatte. Doch weil bekannt war/ daß er einegrosse collection von Römischen Antiquitäten heraus geben woll-te / wurden ihm von allen orten viele abrisse von alten monu-menten zugeschickt/ so daß er zu Franckfurt am Mayn in sechstheilen und IV.wrnis in fol. die Antiquitates Romanas publicirenkonnte / worzu Theodorus de Bry und nach ihm seine beydensöhne die kupser gestochen. Er starb zu Metz / woselbst er sich nie-dergelassen hatte/ den 30. oct. an. 1602, Seine eigene schriftensind recentioris Rom» Topographia ; de Funeribus & sepelien-di modis apud Antiquos usitatis ; welche beyderseits in seinercollection der Römrschen Antiquitäten mit zu befinden; Biblio.theca Chalcographica illustrium virorum , da er unter jedesbild einige das leben desselben Mannes in sich fassende Verse gesetzthat; de Divinatione & Magicis Praeftigiis, &c. Hände, de Rom.script. tom. I. c. 76. Obs. Hallens tom. IV. obs. I. Bayle.Hendr.

Boissat / oderDoissac, (Petrus de) Dice-Stadt-Dogt undRichter zu Dienne, leistete seinem vatterlande bey den innerli-chen kriegen gute dienste. Er war in der Griechischen spräche,der Rechtsgelehrsamkeit und Historie überaus wohl erfahren,und starb an. 1616. Man hat von ihm 1Histoire de lOrdre deS. Jean de Jerusalem de Malthe , wie auch eine Historie VVN demMedicäischen Hause. Sein söhn, Petrus de Boissat / Herrvon Steten und Avernay , war ein Mitglied der FranzösischenAcademie , und einer von den gelehrtesten leuthen seiner zeit.Er starb um das jähr 1660. Sein getichte von Carolo Martellowird vor ein unvergleichlich werck gehakten. In wie grosserHochachtung dieser mann in seinem vatterland gewesen, magman aus dem abnehmen/ was ihm mit dem Grafen von Sault/Königl. Statthalter in Dauphins, und hernach Hertzog äs Les-dignieres, begegnet ist. Dieser hatte sich eingebildet, Boissat hättegegen feiner gemahlin den refpect verlohren, und ihn deswe-en gegen ende des jahrs 16; 6. durch feine Gardes und andereediente, als er eben ohne degen war, abprügeln lassen. Bois-sat forderte denfelben auf den degen aus. Und weil solches einemKönigl. Statthalter in der provintz nicht anstehen wollte, sowurde zwar dem beleidigten alle Hoffnung abgeschnitten, durchdiesen weg des ihm zugefügten schimpft halber satisfaction zuerhalten; aber der gantze Adel von Dauphins unternahm da-gegen mit solchem ernst, ihm dieselbe anf andere weife zu ver-schaffen, und arbeitete gantzer iz. monate so heftig daran,daß endlich der Graf von Sault sich zu dergleichen Mitteln be-quemen muste, zu welchen vielleicht nie kein Herr von seinemrang gegen einem Edelmann kommen ist. Dann, nachdemBoissat durch einen ftiner verwandten der gemahlin des Grafendie erklärung thun lassen, wie er nie keine gedancken gehabt har-te, sie zu beschimpfen,so erschiene ihr Herr, der Graf, vor dem ge-samten deswegen vcrsammleten Adel, bezeugte mit den kraff-tigsten Worten dem Boissat seine reu und leidwesen über alles sovorgegangen, bäte ihn zu verschiedenen malen ausdrücklich umVerzeihung, liesse seine Gardes und bediente ohnbewehrt vor ihmauf die knie fallen, da auch der Präsident der VersammlungBoissaten einen stock in die Hand gab, um damit nach beliebengegen diese kerls zu verfahren, sie auch so lang in die gefängniswiese, als es ihm gefallen wurde, rc. rc. Chorier, hiß. de Dau-phin. Pdijson, hist. de lAcad. Fr. *

* Boisselier, (Anton) ein Französischer Dominicaner-Mönchaus Langres in Champagne, allwo er auch ums jähr 165 z. denerden angenommen. Er hat zu Paris studiret, ist nachgehendsPrior in feiner vatter - stadt worden, hat aber, nachdem er

{ dlche würde drey jahrelang bekleidet, bis an. 171;. da er ge-iorben , ohne wettere öffentliche bedienung gelebet, sondern isteinzig und allein dem studiren obgelegen, darinnen er es son-derlich , was die auflösung der schwersten Schrift - stellen be-tritt 1 sehr weit gebracht. Man hat von ihm Friere du Fro.

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phete Habacue pour les fautes du Peuple de Dieu. Echard,script. O. P. tom. II. p. 734.

*Boißieres, (Ioh. von) aus Montferrand in Auvergne ge-bürtig , lebte in dem XVI. Ikculo, und gab eine Historie dercreutz-zügen in Französischer spräche heraus, ingleichen an.i-^8;.eine sammlung von gekichlen,wie auch eine Übersetzung des Rolan-

do Furioso. L.a Croix du Main . & du Verd.Vaupriv. bibl.Franq.

* Boißieres, (Claudius ) ein zu seiner zeit berühmter Ma-thematicus aus Dauphins, lebte um das jähr 1930. und r;;;.und schrieb verschiedene wercke, darunter eines, so er Rithmo-machie betitelt, und Antonio Escalin des Amiars, Baronvon la Garde dedicirte. /.« Croix du Maine &c.

*Boistnau, oderBsaiftnau, (Petrus ) von Nantes inBretagne gebürtig; war ein sehr gelehrter mann, und einerder besten Rednern seiner zeit. Er schrieb ein buch, unter demtitul: Theatrc du Monde; davon mehr als zwanzig ausgabensind gemacht worden; desgleichen einige andre tractate. u

Croix du Marne &c.

Boisy, eine Hcrrschafft in dem lande Chablais in Savoyen ,welche jetzund dem ältesten aus dem adelichen Hause von Dera-ce-Bude zugehöret. Es ist aber noch eine andere Hcrrschafftdieses nahmens in Franckreich, von deren Gouffier de Boisyden nahmen getragen) der unter Francisco I. berühmt wäre,und bisher in dem Supplement von Moreri gar unrecht indas hause Derace-Bude ist versetzet, und mit der HcrrschafftBossy in Chablais begäbet worden; müssen unstreitig ist, daß zuder zeit, da Boisy dem Francisco I. gute kriegs-dienste geleistet,das haus Bude noch nichts in Chablais besessen, und sich erstnach dem tod des berühmten Gul. Budäi, von welchem es her-stammct, unter Henri« II. regierung gen Genf gezogen, unddie Hcrrschafft Boisy erkauft hat. *

Boitzenburg^ ein Mecklenburgisch städtlein und schloß inder Grafschafft «Ochwerin, i. meile von Lauenburg , an derElbe gelegen, allwo es einen berühmten zoll hat. Im zo. jäh-rigen kriege an. 1644. ist das schloß daselbst von den Kayserlichcngesprenget worden. An. 1709. ben. oct. wurde dieser ortdurch eine feuersbrunst fast gäntzlich in die asche gelegt. Zeile,n topogr. Sax. inf. p. 41. Theatr . Europ. tom. V. p. 446.

. * Boivin , (Johannes) mit dem zunahmen de Dilleneuve,ein Philologus, war zu Montrenil-Largils, einer kleinen stadtin der obern Normandie , den 28. mertz an. 166;. gebohren.Weil er seinen vatter sehr frühzeitig durch den rod verlohren,nahm ihn sein älterer bruder Ludovicus, von dem bald her-nach , in seinem zehenden jähre zu sich, und erzog ihn zu Pa­ ris , mit sonderbarer sorgfalt, zugleich aber auch mit solcherschärfe, daß er täglich mit den büchern so lange eingesperretbleiben muste, bis er das gelernet, was ihm aufgegeben wor-den. Nach drey jähren aber wurde Lndovico von dem Staats-Minister, le Pelekier, die auferzichung seiner söhne anvertrauet,da dann auch Johannes mit in dessen Haus aufgenommen, undnach einiger zeit in das CoIIegium von Plcßis mit gcschicketwurde. Als er daselbst die Philosophie gehöret, und sodannauch einige thescs sowol Griechisch als Lateinisch öffentlich ver-theidigt , sahe er sich eine zeitlang in den Rechten um, undlegte sich nachher» gäntzlich auf das Rudium der alten Griechi-schen und Lateinischen scribenten, ivorinncn er auch eine solchekenntnis und geschicklichkeit erlangte, daß er von gar vielen sehransehnlichen Personen zu Paris gesuchet wurde, die dergleichenschriften unter feiner anweisung sich bekannter machen, oderauch derselben lesung wiederholen wollten. Hierauf erhielt ervon dem Abt äs Louvvis ein appartement in der Königlichenbibliotheck, und gelangte an. 1692. zu der stelle, welche Air.Element, der nachfolget des berühmten Thevenvt, erledigt hatte,woraus er auch noch an. 170;. zu einem mitglied der Acade-mie des Inscriptions, in dem folgenden jähre aber zum Profes-sor Gr«e» Linguse in dem Königlichen Lollegio erwehlct wur-de. Endlich genoß er auch der ehre, daß thu an. 1721. dieFranzösische Academie, ingleichen die Academie della Crusca,unter ihre glieder aufgenommen, und starb den 29. octobr. an.1726. in dem üz. jähre seines alters. Seine schriften sind: Ala-thematici veteres, Gr. & Lat. welche sammlung Thcvcnotheraus geben wollen, aber noch sehr unvollkommen hinter-lassen hat; Nieephori Gregors historia Byzandna, da er die2. ersten bücher sehr verbessert, die 13. folgende aber zu allererstans licht gestellet, und nicht nur mit einer Lateinischen übcric-

a , sondern auch mit gelehrten anmerckungen versehen;

ogie dHomere & Bouclier dAchille ; Pet. Pithoei vita,Elogia &c. It. Claudii Peleterii vita , so dem vorigen beygefü-get ; Batrachomyomachie dHomere ; Poesies AnacreontiquesGreques; Oedipe , tragedie dc Sophocle , & les Oiseaux ,comedie dAristophane traduites; Remarques Historiques &Critiques für lAnthologie Mste. qui est ä la bibliotheque duRoi, welche, nebst verschiedenen andern dergleichen adhand-lungen in den Memoires de lAcad. des Inscript. tom. II. IV.V. VI. VII. befindlich sind. So Hat er auch dem HerrnDcsprcaurverschiedene anmerckungen über denDonginum de sublim! nutze-.theilet, welche in desselben wercke mit gedruckt worden. Hsoire de1Academie des Inscript. tom. VII. ISiceron, ni -m. tom. XXVI.

* Boivin, (Ludovicus) ein bruder des vorigen, war zuMonlreuil-Laraile den 20. mertz an. 1649. gebohren. Er (tu*bitte anfänglich unter den Ie,uitcn zu Rouen , nachgehcndSaber zu Paris , und legte sich eine zeitlang, weil er sich zu nichtsgnvisses entschliesscn konnte, auf die Theologie, Jura und Me-dicin , hatte aber sonderlich in Humanioribus sehr guten fort»gang 1 und kam dadurch in solchen ruf, daß verschicdcnc in

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