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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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linder verstürbe, so fiel ein theil der Grafschafft Eberstein,worunter die beyden Herrschafften Boltringen und Oberndorffbegriffen waren, Paul Andrea zu, dessen söhn Maximilian Fe-lix diesen seinen antheil, ausgenommen Boltringen und Obern-dorff, an Marggraf Wilhelm zu Baden verkaufte ; wie aberdes Graf Maximiliani Felicis söhn Antonins Maria an. 1694.ohne erben verstürbe, und dessen nächste verwandte, nemlich sei-nes vatters schwester mutter bruder, Graf Christoff Frantz zu' Wvlckenstein-Rodenneck, und mutter schwester die gantze verlas-senschaffr, und darunter auch die Herrschafften Boltringen undOberndorff ju sich nehmen wollten, so gaben sich auch die Gra-fen von Truchseß-Zeil an, und prätendieren als descendentenvon Mariä von Eberstein tochter Joanna diese zwey Herrschaff-ten, sich gründend, i.) auf ein testament; 2.) aufdiePadkado.talia, und ;.) auf eine donation imer vivos ihrer Mutter undgroß-mutter, und daß ihr recht nur so lange in suspenfo gewe-sen, als noch männliche vorhanden gewesen. Nachdein solchenunmehr abgangen , so sey ihr recht wieder revivisciret, da-hero sie die eine hclfte der erbschafft jetzo, die andere aber nachdes verstorbenen vettern schwester tobe sich zueignen wollten. Crus.annal. Suev. P. III. lib. III. c. 7. üb. IV. c. 7. lib. VI. c. 8-üb. IX. c. 13. Imhos. not. Proc. VII. ai. FranckmbergSEuropäischer Herold , p. I. v. 720. Svveder. theatr. prstens.Üb. VI. sect. XXXI. c. a.

Boltz, eine uralte adeliche familie in Schlesien, welche dasschloß Michalkowitz in dem Fürstenthum Oppeln an sich gebracht.An. 1; 69. war Clericose von Boltz, Burggraf zu Falckenstein ,Nicol aber Burggraf zu Hornsberg. Luca Schles. chron.

* Boltzenftetnwder Bolckenstein,das stam-haus der vorher-stehenden alten adel. familie von Boltz im Fürstenthum Schwcid,nitz.in Nieder-Schlesien gelegen, zu welchem ehemals viele dörfergehörten. Es war dieses vor dem eine gute berg-vestung, undretirirten sich im 30. jährigen kriege die dasigen land-leuthe mitihren besten fachen vor den streiffenden parteyen dahinein, wosie auch einige jähre hindurch ihren sichern aufenthalt hatten,als sich aber die Schweden besorgten , daß die Kayserlichensich dieses orts weiter zu ihrem nützen bedienen möchten, sonahm der General Graf Königsmarck solchen mit gewalt ein,und legte besatzungen darein. Allein die Kayserlichen bloquir-ten diesen ort oft, stellten sich auch selbigen wegzunehmen, wes-wegen der General Torstensohn an. 1643. alle wercke einreissenließ, damit er keine besatznng darinnen lassen möchte, auchdie Kayserlichen diese vestung nicht weiter gebrauchen könnten.In diesem stände ist diese eingeäscherte vestung annoch zu se-hen. Die dörfer aber sind an die Jesuiten zu Hirschberg ver-kauft. Melissantis schau-platz von erbau «und Verwüstungvieler städte, fchlösser rc. rc. II. 120.

* BolvitUS, (FrancifclM ein Clericus Regularis, von Nea-poliö, lebte im ansang des XVII. ssculi, und schrieb Vitam An-dres Avellini; Vitam Josephi Armanns ; Orationem in mor-tem Julii Cssaris Scaligeri, it. Honorati Brognonici &c. Ergab auch Anton. Caraccioli Nanurnenta Ecclests Neapolita-ns heraus. Toppii bibl. Nap.

Bolzano, siehe Bogen.

* Bomalia, (Johannes äe) ein Brabanter aus dem dorfBomale gebürtig , daher er auch seinen zunahmen erlanget.Er trat zu Lövcn in den Dominicaner-orden , lehrte hernachdie Theologie daselbst, und ward darinnen voctor.- An. 146;.verwaltete er das aml eines Vifitatoris, und Paulus II. oderSixtus IV. machte ihn zum General-Inquilitor durch die Nie-derland. An. 1473. befand er sich auf dem General-Ordens-Ca-pttul zu Basel als velinitor. Er starb zu Löven an. 1487.Seine schristen sind : PlanÄus Religionis super defectibus Re-ligiosorum cujusvis ordinis ; Tr. contra Alonachos proprie-tarios, Paris i?oo. in 8. Commentaria in Proverbia, Edcle-stasten, Apocalypsin, IV. Sententiarum libros & de Sacramen-to Eucharistis deque Virtutibus Theologicis Tractatus. An-drea bibl. Belg. Ghilbert de la Haye, bibl. Belg. Dom. mset.Ecbard. script. 0 . P. tom. I. p. 8??.

. * Bomarzo , oder Bonmarzo, vor diesem Polimartium,oder Polymartium, eine stadt im Patrimonio Petri , zwischenViterdo und Orta, führet den titul eines Hertzogthums, undgehöret der edlen familie Lantea. Sie kan nicht allzu alt seyn,weil keiner von den alten scribenten ihrer gedencket. Der er-ste, so ihrer.erwehnet, ist Paulus Diaconus Longobard. rer.IV. Cellurius, not. orb. ant. II. 9. §. 195. Allhier liegt St.Anselmus begraben, durch dessen dienst sie sehr soll zugenommenhaben. Sie stehet anjetzo unter dem B.ißthum Bagnarea, vordiesem aber hatte sie ihre eigene Bischöffe. Vgkeü. Ital. sacr.

Bombaim , eine kleine stadt nebst einer starcken vestungund einem sichern Hafen auf einer insul in Ost-Indien, in demKönigreiche Decan, an dem Golfo von Cambaya gelegen.Die Portugiesen räumten sie an. 166a. den Engelländern ein,als sie ihre Jnfantin mit dem Könige Carolo II. in Groß-Britannien vermahlten.

Bombasio, (Gabriel) ein Poet, war von Rcggio, einer stadtim Modenrsischen , und mit dem Ariosto nahe verwandt.In seiner aufführung war er gar zu frey, und konnte nicht wohlsthertz vertragen ; weswegen er auch an dem ParmesanischenHofe nicht emporkommen konnte. Doch hielt derHcrtzogOcta-vius Farnese, so an. i;86. starb, sehr viel auf ihn, und schickte

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ihn nicht allein als Residenten nach Venedig , sondern vertraueteihm auch die aufsicht über seinen enckel Odoardum Farnese,welcher hernach Cardinal worden. Bvmbasiv war mit ihmzu Rom , und nachdem er viel an stein-schmertzen ausgestan-den , starb er daselbst plötzlich um das jähr 159». oder 95. Erhat unterschiedene Italiänische comödien, und einige Lateini.fche lob-reden nachgelassen.

Bombasius, (Paulus) gebürtig von Bononien, war wegenseiner wissenschafft in der Griechischen und Lateinischen spräche,welche er zu Neapolis und Bologna lehrte, berühmt. Hernachnahm ihn der Cardinal Pucci zu seinem Secretario an, da ersich denn am Hofe Clementis VII. gar wohl befunde, so daßer nicht ohne Widerwillen diese stadt und ihre lustbarkeiten ver.ließ, als er dieses Cardinals nepoten bey seiner Nunciatnr indie Schweitz begleitete. Allein, als er an. 1527. bey der einnah,me und Plünderung Rom seinem Cardinal mit in die Engels-burg folgen wollte, ward er von einigen soldaten umgebracht.Er war ein sehr guter freund Erasmi, welcher von ihm meldet,daß er seiner gesundheit zu schonen, nicht viel geschrieben habe.Epist. Bomb. ad Erasm. lib.II.ep. Er. ep. 23. Efusmus ,in Cicero-niano. Valeria n. de infelic. literat. lib. I. Bumaldi bibl. Bo-non. Bayle. *

* Bombelle, ist ein unbekannter author, welcher eine beson-dere manier zu fortificiren angegeben, dessen Ozanam in seinemTratte de fortification gedencket, und dessen devestigungs - Ma-nier beschreibet, aber nicht meldet, ob, wenn und wo Bombellediese manier durch eine öffentliche schrift bekannt gemacht habe;auch nicht einmal berichtet, wer dieser Bombelle gewesen sey.Seine manier, wie solche Ozanam 1 . c. vortraget, bestehet ineiner geometrischen construction, wozu man kein besondere la-bell vonnöthen hat. Sie ist universal; jedoch solle sie sich nichtwohl in 4. und ;. eck anbringen lassen, indem die winckel als.denn nach der construction zu spitzig fallen wurden. Ferner sindin dieser manier die grüben zu breit gemacht, und die lunet-ten von schlechter defension; auch liegen die sagen deren doll-wercke zu blos. Insgemein giebt man vor, daß des Bombellemanier an Naerden applicirt worden sey ; wiewol andere diefortification an Naerden, nach des Coehorns manier zu devesti,gen, beurtheilen. Leonb. Cbrißopb. Sturm, architect. mil.

* Bombelli, (Raphael) ein Jtaliäner, hat an. 1379. eineAlgebram in Italiänischer spräche geschrieben , worinnen ernicht nur die Regulas Cardani zu aufföfung der cudifchen glei-chnngen erkläret, sondern auch des Ludovici Eerrarienlis erfin.düng angewi sen hat, wie man die quaärato-quadratischen glei.chungen durch hülffe der cnbischen zu 2. quadratischen redu.cireu kan.

Bomberg, (Daniel) ein berühmter buchdrucker, war vonAntwerpen gebürtig, und ließ sich zu Venedig nieder, woselbster am ersten Hebräische bücher gedruckt, und an. i;n. mitder edition einer Bibel in 4. den ansang gemacht hat. Erhat diese spräche bey einem Jtaliäner, Felix Pratensis genannt,begriffen, welcher ihm auch den anschlug gab, daß er an. 1-117.die Biblia Rabinica in folio druckte. Allein die Juden woll-ten auf diese edition nichts halten, daher R. Jacob Hajiman. 132;. eine andere bey ihm in 4. volumin. in folio dru.cken ließ. Er fieng auch 1^20. an, den Talmud zu drucken,welchen er nach etlichen jähren in n. bänden in sol. ans lichtstellte, auch hernach noch zweymal auffegte, da ihn denn alle-mal eine aufläge 100000. ducaten gekostet hat, und sollen diebücher, so er gedruckt, mehr als 4. Millionen goldes betragenhaben. Vojßus, epist. ded. tract. deorac. Sibyll. CbeviDier,origine de limprimerie. Scaligerana, voce Bombergus p. 34.& imprim. p. 121. Simon , hüt. critiq. du V. T. Bayle.

Bombini, (Paulus) gebürtig von Cosenza in Calabrien , leb,te unter dem Papst Paulo V. und Urbano VIII . an. 161;. und1630. Er war ein Redner, Philosophus und Theologus , undverstand die sprachen und Eiteras elegantiores wohl. Er be-gab sich unter die Jesuiten , und docirte bey ihnen in dem.mischen Collegio ; verließ aber hernach diese Societät , undwurde Priester in der Congregation der Somascer. Man hatvon ihm : Pliipanicarum rerum enneadem primam ab A. C.712. ad 13 so. Hispaniam Austriacam ; Historiam de Sfortia-dum originibus ; Vitam S. Ignatii de Lojola; de Vitis Fundato,rum ordinum religiosorum ab A. C. 1300.; Vitam Gregor. XIII.& reliquorum Pontistcum ad Clementem VHI.; Elogium in Si.gism. III. Polonis Regem; Orationem in funere Philippi III.Hispan. Regis ; Cosmi 11 . Hetruris Ducis &c. Qusstionumnaturalium centurias III. &c. Erytbraut , pin. I. c. 7. Ale-gamke, bibl. fer. S. J. ABatius, in apib. Urban. Anton. bibl.Hemir. &c.

Bombon, eine provintz von Süd-America in Peru , ge-gen den see Chincacocha und den flnß Taura , der auch Rio äeMaragnon heist.

Bomilcar , oder wie ihn Diodorus Siculus nenntt, Bor,milcas, ein General der Carthaginenser in Africa neben Han-none. Als Agathocles , um eine diversion zu machen, ausSicilien dahinüber geschiffet hatte, wurde jener dergestalt inschrecken gesetzt, als er sahe, daß dem Agathocli sein anschlagwider seine lands-leuthe gelungen, und diese von ihm geschlagenworden, daß er mit seinen trouppen zu dem Agathocli über«gehen wollte, wenn nicht eben eine aufruhr unter desselbenarmee entstanden wäre. Die Carthaginenser hielten dieses

vor