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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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bon

dicorum, Gens l«68. in ir. welches er hernach unter demneue» titul: Labyrinthi Medici extricati &c. in 4. wiederum ;und endlich an. 1682. zum dritten mal mit der aufschrist: Mer-curius Compitalitius, heraus gab. Dieses werck wurde an.1684. in die Englische sprach übersetzet. Prodromum Anato-mien Practicae, Genf 167;. Leipzig 1676. in 8. 8epulchreturnseu Anatomiam Practicam ex Cadaveribus morbo d enatis ,Genf 1679. in fol. Sonst Hat er auch Heraus gegeben JoH.Hartmaimi Praxin Chymicam nebst Fernelii Pathologie , ibid.i68?· in fvl. Medicinam septentrionalem collatitiam in 2.theilen. P. I. ibid. 1684. P. II. ibid. IÜ86. und 1689. in fol.Corpus Pharmaceuticum Galeno-Chymicum ; Polyalthen seuThesaurum Medico - Practicum tomi III. Genf 1691. in fol.Und Cautiones & Observationes practicas. Übet dieses hatman von ihm aus dem Französischen ins Lateinische übersetzt,Theod. Turqueti de Mayerne Tr. de Arthritide nebst einigenvon dessen Consiliis Medinis, Genf 167t. und 1674. in 8. Lon-den 1676. in8. und Jac. Rohaultii Tractatum Physicum, Genf 1674. in 8. Weil aber diese letztere Version übel gerathen, hatAnt. le Grand eine bessere verfertiget, und hin und wieder an-merckungen darzu gemacht, Londen 1682. in 8. Hendreicb.Mimoires pourservir d lhißoire des Hommes iüußres , tom.Y.

p. 363. seqq. Stolles anleitung zur hist. der Medicin, ge-lahrth. II. 1. §. 40.

* Bonet, oder Bonnet, (Philibertus) Doctor Juris, Rich-ter und Unter-Landrichter der Landvogtey Beaujolois, welcherin dem XVI. feculo um das jähr 1550. lebte, schrieb unter-schiedliche wercke sowol in Latein -als in Französischer sprach ,und unter ander» einen tractat von den gerichtlichenRechtshändeln, um zu wissen, ob es übel gethan sey zu plai-diren oder nicht, samt einem andern, so zu Paris in dem jähr1338. unter dem titul: Des grands biens, vertus & bontes,que Dieu a donnes aux femmes, &c. gedruckt worden. LaCroix du Marne & Du Verdier Vauprivai , bibl. Franq.

* Bonet de Lates , ein Jüdischer Artzt, erfand einenastronomischen ring, wodurch er alltäglich die höhe der sonnenund der sternen entdecken, und sowol am tag als zu nacht sa-gen konnte, wie viel uhr es sey. Er erklärte zu Latein in ei,nem gantzcn werck die eigenschafften und nutzen seines rings.Er dedicirte dieses buch dem Papst Alexandro VI. unter demtitul: de Annuli Astronomici utilitate. Solches wurde zuParis in dem jähr 1306. gedruckt. Weilen auch der authorwahrnahm, daß sein Latein nicht zum reinsten wäre, ent-schuldigte er sich durch dieses distichon :

Parce precor , rudibus qute sunt errata Latino ;

Lex Hebraea mihi est, Lingua Latina minus.

Ja. Ckriji. Wolfit bibi. Hebraea, tom. I.

* Bonetti, (Joseph Maria) ein Dominicaner-Mönchaus Nicäa , trat zu Mayland in dem kloster St. Maria Gra-tiarum in den orden, brachte es an gelehrsamkeit sehr hoch, undlehrte die Theologie zu Zara und zu Bononien. Er starb an.1712. zu Mayland iu vbgedachtem kloster. Man hat von ihmCompendium universae Philosophia: , welches er zu Maylandan. 1678. lohne Vorsehung seines nahmens heraus gegeben.Opuscula duo pro restituendo Magisterio Provinciae Lombar-dfe, Rvm ; La Domenicana Magistrale verita, ib. 1697. in 4.Echard , script. 0 . P. tom. JI. p. 782.

* Bonettus, (Eucherius ) ein Italiänischer Dominica-ner-Monch aus Reggio zu ansang des XVII. feculi, war we,gen seiner gelehrsamkeit berühmt, mit welcher er eine unge-meine leuthseligkeit verband. Wie Possevinus in append. adappar. p. 108. gedencket, hat er verschiedene schriften, als:Anthologiam, oder Messern similium rerum & exemplorum ;»»gleichen iEranum exemplorum zur presse parat liegen ge-habt , ob aber selbige würcklich in druck gekommen, ist annochunbekannt. Die manuscripta liegen zu Reggio . Ecbard .script. 0 . P. tom. II. p.

* Bonetus, oder Bonnetus , (JoH. Paulus) ein König-lich-Spanischer sogenannter Barlet-Servant und Artillerie - be-dienter aus Aragonien , lebte zu ansang des XVII. feculi, undgab in Spanischer spräche Reduction de las lettras y arte parensenar a ablar los mudos; d. i. Reductionem litterarum &artem informandi mutos , ut animi sensa exprimere poffint,zu Madrid ,620. iN4. heraus , es scheinet aber, daß es ebender tractat des Benedictiner-Mönchs, Petri Potii, sey, welcherauch dergleichen geschrieben. Morales , in descriptione. Hisp.tom. II. Hendreicb. Morbos. Polyhist. tom. I. lib. II. c. 3.11. ri.

BONEWELL , welches auf Teutsch so viel als Bein-brunnen beist, ist ein in der Englischen Grafschafft Herefords-hire, in Wolpheyhundred, nahe bey Ricard-Eastle, befindli-cher wunderbarer brunnen, worinnen man allezeit eine grossemenge von kleinen fisch - gräten oder von kleinen frosch-beinen«ntrift, ungeachtet er öfters gantz rein ausgeräumt wird. Cam-deni Britann. p. 5 77.

* Bonfätti, oder Bonfattia, ein flecken in Calabria citra,im Königreich Neapolis , nicht weit vom Tyrrhenischen meerabgelegen, und vhngefehr drey Meilen von St. Marco. Vniv.

Lexicon.

* Lonfilius, (Raimundus) ein Sicilianischer Domini,

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caner-Mönch, war den 9. oct. an. 164c. zu Noto gebohren,trat zu Catane an. 1S67. in den orden, und brachte es in derTheologia Scholastica und Paraenetica sehr weit. Er legtesich darben starck auf die Oratoriam Sacram , und predigte hinund wieder in den Sicilianischen städten mit gröstem ad-plausu. Er ist zu Motya und Catanea Prior gewesen , hat an.1714. nochgclcbet, und bereits an. 1708. an lctzterm orte in2. tomis in 4. heraus gegeben: Anno facro , o Sermoni delRosario pertutte le Domeniche e feste principali dell anno,auch zum druck fertig liegen gehabt Quarelimale, Auventound Panegirici sacri. Mongitor, in bibl. Sie. Ecbard , script.O. P. tom. II. p. 789.

Bonfinius , (Antonius) oder de Bonfinis, gebürtig vonAscoli in der Anconitanischrn Marck, war in literis elegantiorUbus wohl erfahren. Matthias Corvinus , König in Ungarn , be,rief ihn deswegen an. 148c. zu sich, da er denn demselben bey derersten audientz unterschiedene bücher überreichte. Es waren aberselbige eine Übersetzung Hermogenis, Herodiani, und eine ge-nealogie der Corviner, welche er dem Könige, und die andern,als Dialogos tres de Pudicitia & Castitate virginali , nebst einerHistorie von Ascoli , der Königin zugeschrieben hatte. Der Kö-nig las diese bücher mit grosser begierde, und theilte sie hernachden Prälaten und Hvf-leuthen aus; behielt auch Bonsinium beysich, trug ihm viele fachen zu schreiben auf, und nahm ihn mitzu der armer. Weil er aber nicht gern ins selb gegangen war, soübersetzte er zum zeit-vertreib daselbst innerhalb r.mvnaten denPhilostratum ins Latein. Er sollte auch eine Historie der Hlinnenverfertigen, daran er noch bey leb-zeiten dieses Königs ansteng,aufUladislai befehl aber muste er eine völlige Historie von Hun-garn ausarbeiten, die er in 45. büchern bis aufs jähr 1495. voll,führte, wovon man das original in die bibliotbeck zu Ofen legte.An. 154;. gab Martin Brenner, ein Siebenburger, nach einerunvollkommenen copie zo. bücher davon heraus, SambucuSaber fand die übrigen i c. bücher, und stellte an. 1568. das gantzewerck viel correcter ans licht. Sonst, ob er gleich wegen seinerHistorie gerühmt wird, so pflegt doch diß an ihm getadelt zu wer-den , daß er in seiner fthreib-art sich gar zu sehr nach Heydnischerweise exprimirt. Wenn und wo er gestorben, ist unbekannt.BeUarm. de script. Simler. in bibl. Vojjiüs, de Hist . Lat. lib. III.Mir aus, in auctar. Raderus , vol. II. Bavarfe sanctas. Zeiler. deHist. p. 2i. Z~mittingeri Hung. liter. hayle.

Bonfrerius, (Jacobus) war zu Dinant in dem Lüttichi-schen an.i??;. gebohren,und begab sich an. 1*92. in die SocietätJEsu. Er docirte zu Dvliay die Philosophie, Theologie und He­ bräische spräche, welche er so wohl als die Griechische verstünde.Hernach wurde er ernennet, die heistge Schrift zu erklären, da erdenn Commentarios über die 5. bücher Mosis, über die bücherJosua, Ruth, der Könige, rc. heraus gab. Er schrieb auchOnomasticon locorum Scripturae saerte , und starb zu Tvurnayden 9. may an. 164;. Svvert. in Athen . Mir aus, de script. fec.XVII. Andrea bibl. Alegambe , bibl.

Bonckarssus , (Jacobus) war von OrleanS aus einemedlen gejchlechtePürtig, und der Reformirten rcligion zugethan.Er studirte anfangs zu Straßburg , und von dar begab er sichnach Bourges , um unter Cujacio sich der Rechtsgelehrsamkeit z»,befleißigen. Nächst dem hatte er sich auch nach der gewohnheit sel-biger zeiten auf die Humaniora «Mb Critic gelegt, darinnen er esden grösten Männern würde gleich gethan haben, dafern er nichtdurch staats - geschäfftechavon wäre verhindert worden. Dennder König Heiiricus IV. brauchte ihn auch schon, da er nur nochKönig von Navarra war, zu wichtigen Verschickungen an aus-wärtige Höfe, bey welchen er, sonderlich in Teutschland, diesesHerrn angelegenheiten 30. jähr nach einander besorget. Er hatin solcher bestallung zu Vertheidigung seines Herrn eine schrift ge-gen den Grafen von Dona drucken lassen, welcher den ruin,den die Teutschen hülffs-völcker an. 1587. in Franckreich erlitten,diesem Henrico schtild geben wollte, auch sonst seine treue überallaufrichtig bezeigt, wiewol dereinst die Oesterreichische parteyzu Rom entweder zu seiner eigenen Verkleinerung oder seinem Kö-nige bey dem Papste zu schaden von ihm vorgab, daß er an denProtestantischen Höfen in Teutschland öffentlich sage, es seyHenrico mit seiner bekehrung kein wahrer ernst gewesen. Erstarb zu Paris 1612. im 98. jähr seines alters unverheurathet,inmassen ihm seine braut an dem zur Hochzeit bestimmten tagean. 1397. gestorben war. Seine bibliotheck, und sonderlich einegrosse anzahl fürlreflicher manuscripten, kam nach seinem todein die Bernische, allwo sie noch sind. Ob aber auch ein gros,ser theil davon durch Graviseten, dem Bongarsius seine büchervermacht, nach Heidelberg verkauft, und von bannen hernachmit der übrigen Churfürstlichen bibliotheck in den Vatican ge,bracht worden , lasset sich billicher »nassen zweifeln, obschon esMabillon in der vorrede seines buchs de Liturgia Gallicana ver-meldet hat; um so mehr, weil Graviset ein Berner gewesen,und die Bongarsische so viele in Bern befindliche manuscripteneben durch ihn dahin kommen sind. Von gewissen sonderbarenund auserlesenen stücken lässet es sich eher glauben. Sonst hattendie einheimischen kriege inFranckreich und die Plünderungen vielerkloster-bibliothecken dem Bongarsio trefliche gelegenheit gegeben,viele und gute manuscripten zu sammle»; wie er dann auchals Petrus Danielis einen guten theil der geschriebenen bücher