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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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i 6 ; 8 . ab; doch gebrauchte sich der Churfürst auch nachgehendsseines raths bey vorfallenden schweren kriegs-expeditionen; auchward er von demselben verschiedene mal als Gesandter an unter-schiedene Höfe verschicket. An. 1649. ward er Hauptmann überdie ämterZwickau, Werdau , und an. 16;;. zugleich über Stoll-berg, wie auch Oberster über das defensions-werck des Thürin-gischen , Ertzgebürgischen und Voigtländischen kreises. Endlichstarb er an. 16^7. und ward zu Zwickau begraben. Von seinengamahlinnen und kindern siehe den geschlechts-artickul. Curric.Vit. Caroli Bosens. pufend. Schwedische kriegs-geschichte,und andere, Memohes.

Boseck , Poseck, poßeck, eine von den ältesten adelichenfamilien in Meisten und Thüringen , deren stamm-haus Boseckin dem amte Bitterfeld unweit Wittenberg gelegen. Friedrichhat an. 1270. der kirche 8. Mari® Virg. zu Altendurg jährlichein gewisses von getreyde aus seinem dorse Stechau vermacht.Hans wurde an. 1430. in einem tumulte zu Planen von denHußiten erschlagen. Heintze ist an. 1464. zu Eppich verstorben.Jobst versähe an. 1484. die stelle eines Amt - Hauptmanns zuRochlitz . Hans Thomas, Landes-Hauptmann zu Rndelstadt,hat an. i 6?9. in dem nahmen der Schwartzburgischen Grafen,von Sachsen-Gotha und Weimar die lehn empfangen; ChristophThomas aber an. 1668. dem leichen-proccß der HertzoginMagda-lenä Sibyllä zu Altenburg mit dengewohnet. Msct. geneaL

* Bosendorff, (Hermannus) ein Jesuit aus Münster , ge-bohren an. i;. lehrte die Humaniora und Philosophie, pre-digte dabey , und wurde zuin Doctore Theologi® und Rectoredes Collegii zu Münster ernennet. Er starb an. 162;. den 21.sept. zu Mayntz an der pest, in dem 17. iahre seines alters. Erschrieb unter dem nahmen Hermetis Pistorii 8tellam Latholic®orthodoxseque fidei; Thesaurum Sponsarum pro VirginibusDeo devotis; gab auch sonst unter fremden nahmen einigestreit-schriften wider Conradum Vorstium heraus. Alegambe ,faibl. script. S. J.

Bosius, (Jacobus) von Mayland, war ein Ritter St.Johannis von Jerusalem , und versähe lange zeit zu Rom diestelle eines Agenten von Mallha. Er trat, mit hindanseknngseiner güther und bequemlichkett, in die dienste des CardmalsGregorii Petrochini, weil er hostte, daß derselbe mit der zeitden Päpstlichen stuhl besteigen, und ihm so dann einen Cardi-uals-hut schencke» sollte. Weil man aber an. 1*90. nach demtobe Sirti V. und Urbani VII. den Petrochini übergieng, begaber sich, zu den seinigen, brachte sein übriges leben mit geistli-chen Übungen zu, und schrieb eine Historie von dem creutze Chri-sti von der zeit an, da es unter Constantino M. gefunden wor-den. Man hat auch von ihm eine Historie von dem Ritter-or-den St. Johannis von Jerusalem . Erytbr. pinac. I. p. 120.

Bosius, (Antonius) von Mayland, ein vetter und erbedes vorher erwehnten Jacobi, welcher ihn zu der Rechtsgelehr-samkeit anhielt, und ihm die Agenlen-stelle des Maltheser-or-dens abtrat. Nachdem er diese bedienuug wieder niedergelegt,nahm er sich vor, das unterirdische Rom aus licht zu stellen.Män sagt, er habe von 1567. bis 1600. daran gearbeitet, undsich manchmal 4. bis 6. tage hinter einander in den gewölbernunter der erde aufgehalten; dem aber ohngeachtet konnte erdieses werck nicht zu stände bringen, sondern Joh. Severani,ein Priester dell Oratorio zu Rom , hat es vermehret, undan. 1632. heraus gegeben; worauf es nachgehends Paulus A-ringhi in das Lateinische übersetzt, und an. 1651. zu Rom inII. tomis in fol. drucken lassen. Bosius war von person sehrklein, und im gesichte überaus schwartz, gleichwie seine mat-ter, so eine sclavin aus Africa war. Eryth. pinac. I. 0.129.Miraus , de script. fec. XVI. Severini.

Bosius, (Joh. Andreas) wurde zu Leipzig , allwo seinvatrer, Paul Böse, ein jubelirer war, an. 1626. den 17. jun.gebohren , und besuchte, da er noch nicht i?. jähr alt war, die(Kollegia publica. An. 164;. zog er noch Wittenberg , und hieltsich daselbst einige jähre auf. An. 1646. ward er zu Leipzig Ma-gister , und begab sich darauf nach Straßburg , da er seine stu-dia 4. jähr fortsetzte, und zugleich die Italiänische, Französi-sche, Spanische und Engelländische spräche erlernte. Nachdemer auf begehren seines vatters wieder in seinem vatterlande an-gekommen , wurde er ein mitglied des Collegii Gelliani, undbald hernach an. i6;6. ProfessorHistoriarumju Jena, daselbstbrachte er 2. jähr vor seinem ende, welches an. 1674. erfolgte,die 8 ocietatem disquirentium zu stände. Seine schriflen sind:Comelina Nepos cum notis ; Ortus , Educatio & Studia Jul.Agricol® scriptore Corn. Tacito cum notis; de comparandaNotitia Scriptorum Eccles.; Introductio in notitiam Rerump.;Isagoge in Prudentiam & Eloquentiam civilem , cum notitiascriptorum bist. universalis; Lucas de Linda emendatus ; Dia-tribe de Pontifice M. veterum Romanorum , und noch eine an-dere de Pontificatu maximo Impp. Rom . Unter den edendissind: Chronicon Vrspergense, welches er aus einem MSC.der dibliotheck zu Jena cum notis heraus geben wollen. Fer-ner Tacitus , Seneca , Plinius cum notis variorum; VariaScripta ad historiam hujus & superiorum fecul.;Liber de Natu-ra & Varietate Histori® , &c. Er war auch willens die Scripto-res Byzantinos, ingleichen Josephi opera herauszugeben. Wit-te». in memor. Philosoph. Freberus , theatr. Almehveen. bibl.promissa. *

Bosius, (Simeon) siehe Bois.

* Bosius, (Thom. Maria) ein gelehrter Dominicaner ausBononien, wo er auch den orden angenommen, und nachge-hends wie an vielen andern orten die Theologie gelehrct hat.Er wurde darauf nach Rom deruffen, und von Thoma Mazza,welcher allda Commissarius Inquilitionis Generalis war, zumgehülffen angenommen. Nach diesem ward er erst InquisitorGeneralis zu Piacenza , dann zu Genua , und endlich , als ge-dachter Mazza den 19. nov. an.1688. mit lode abgegangen, Lom-missarius Inquisitionis Generalis zu RvM. Er hat solche stellebis ansein ende an., 1700. mit gröstem rühm und zu völliger zu-friedenheit des Römischen Hofs bekleidet, und geschrieben:Gommentaria in Cantica Canticorum; Tr. in Summam D.Thom® ; Poetica quaedam ; wie auch Orationes , und de Ro-sario B. Virginis Meditationes , welche Alb. Brandanus in sei-nem Roseto Mariano lobet. Rovetta ad an. 1689. Ecbard , script.O. P. tom. II. p. 72z.

* Boskena , ist ein kleiner in der occidentalifchen gegend vonCornouaille in Engelland, so man Pentswith nennet, gelegenerort. Ohnfern dem ineer, auf der mittags-seiten des vorgedürgsist ein sieges-zeichcn aufgerichtet, welches aus achtzehen in derründe stehenden steinen bestehet, unter denen ein jeder von deinandern ein und zwanzig schuh entfernet, in dessen mitte gleich-falls ein anderer, so die andern an grösse weit übertrist, sich be-findet. Man haltet dafür, solches sey ein denckmal eines gros-sen durch die Römer oder den Sächsischen König Ethelstan er-haltenen siegs. Dict. Angl.

Bosna, ein fluß, siehe Bosnien .

Bosnien , lat. Bosina, Bosna oder Bosnia , in den altenTeutschen chronicken Boßen oder woßen genannt, ein Kö-nigreich in Europa , so sonst zu der Cron Ungarn gehöret, je-tzo aber unter Türckischer botmäßigkeil stehet, lieget zwischenden flüssen Unna , ömi und Drin, und dem Bebischen geburge.Seine länge erstrecket sich zwischen der Unna und Drm auf 40.und seine breite vom Ursprung bis zum ausfluß der Bosna aus15. Teutsche Meilen, wiewol wenn man das Hertzogthum St.Saba oder Herzegovina, und die Grafschafft Clinovo darzurechnet, es viel grosser ist. Gegen Mitternacht grentzet es mitSclavonieu, gegen morgen mit Rascien, gegen mittag mit Dal-maticn, und gegen abend mit Croatien. Ob es seinen nahmenkon den Bestis , einem volck in Nieder-Mysien, bekommen, odervon dem fluß Bosna, von welchem es bewässert wird, der andem fuß des berges Smartniza entspringet, und endlich in dieSau fällt, ist ungewiß; unterdessen aber schon längst darunterbekannt geivesen, wie denn Constantinus Porphyrogenitus diesesland Bosona nennet, und seine grentze» zwischen dem alten Kö-nigreich Servien setzet. Vor alters ist es ein theil von Panno-nten gewesen, hernach von den Gothcn, und endlich von Scla-vonischcn völckern eingenommen, und zu dem Königreich Ser-vien geschlagen worden. Als aber Budimirus oder Swetopel-ckus, der erste Christliche König von Dalmatien und Servien,in theilung seiner länder das gegen Mitternacht liegende Sur,dien in 2. theile abtheilte, davon das eine, so sich von dem flußDrinn gegen abend bis an den berg Pinum erstreckte, Bosnien ,das andere Rascien genennet wurde, ließ er solche durch Land-vögte oder Grafen,, so man Giupanos oder Zupanos hiesse, re-gieren , und setzte über selbige Banos oder Statthalter, welchevon den Lateinischen und Griechischen scribentcn Magni Zupanioder Mega Zupani genennet werden, die mit der zeit sich derbotmäßigkeit der Könige von Dalmatien entzogen, und selbstdie oberherrschafft an sich gebracht. Crescimirus aber, ein söhndes Dalinatischen Königs Tiescimiri, und bruder des KönigSPredimiri, so an. 879. gestorben, schlug den Banum von Bos­ nien , jagte ihn nach Ungarn , und vereinigte diß land mit Croa-tia Alba , welches er von seinein vetter Cidomiro geerdet hatte.Jl)m folgten als Fürsten von Bosnien und Croatien, sei» söhnvlephanus, und diesem nach einander dessen ;. söhne, Legctus,Wemirus und Crescimirus II. nms jähr 994. wer aber densel-ben succediret, ist unbekannt. Um das jähr logo. hat Bodinus,König in Servien, den Ban von Bosnien verjaget, und dasland einem, nahmens Stephanus, übergeben, der von ihmdependiren muste. Nachgehends brachte es der König von Un­ garn , Bela II . Goecus, an. Ii;8. an sich, und ließ es durchBanos regieren; in dem vergleich, welchen der König vtepha-nus von Ungarn , mit Ottocaro, Könige von Böhme», an.1271.gemacht, wird sein bruder Bela, Hertzog von Machow undBosnien genennet, und als derselbe an. 1271. ohne erben ge-storben , hat sein bruder Stephanus, wie auch sein söhn La-dislaus, und dessen mutter Elisabeth, den Hertzoglichen titnlvon Bosnien geführel, wiewol nicht ausgemacht, ob die Ungarn es eigentlich besessen, indem auch um dieselbe zeit Bani in Bos­ nien , so nicht von dieser nation gewesen, geherrschet. AISaber nach ermordung dieses Ladislai wegen der succeßion inUngarn gestritten wurde, machte sich Stephanus, Despot»von Rascien , meister von Bosnien , welchem es nicht langehernach Paulus , Ban von Dalmatien und Croatien, wegnahm.Diesem succedirte sein söhn Mladinus, welchen der Kö-nig Caroluö von Ungarn , nmö jähr 1122. gefangen nahm.Nach ihm hatte ein Stephanus dieses Banat , dessen söhngleiches nahmens, mit hülffe der Raguser, zur succeßionkam, und sich an. 1126, einen freyen Fürsten und Herrn vonBosnien nennte, mit dem Könige Carolo gute freundschaffthielt, seinem söhne Ludovico seine tochter Elisabetham verlob-te , und an. 1JS7. starb. Ihm succedirte seines druders Uladis-