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anhelantium, ibid. 1669. in Lateinischer spräche aber LucentRosarii Varia in ejus propagationem motiva proponentem ,UNd Tr. de Archiconfraternitate S. S. Nomims Dei , Lvven1669. in 4. heraus gegeben. Echard , script. 0 . P. tom. II.pag. 660.
Boucicaut I. (oder Johann le Maingre) Marschall vonFranckreich, gebürtig aus Turenne. Er begleitete an. i;6r.den König Johannem II. in Franckreich auf seiner reife nachAvignon , und ward zugleich mit demselben mildem creutze vondem Papst bezeichnet, wiewol hernach der vorgehabte creutz-zngnicht vor sich gieng. An. 1)64. nahm er Manie und Menlandem Könige von Navarra , der wider Carolum V. von Franck-reich aufgestanden war, weg, und starb zu Dijon den 1;. mertzan. M72. La vie du Marechal de Boucicaut. Le Perron &Go-defroy , Marech. de France. Jußel, hist. de Turenne. Chorier,bist. de Dauph. &c.
Boucicaut II. (Johann le Maingre) Graf von Beau-forl, Vicomte von Turenne, war der älteste söhn des jetztqe-dachten Boucicaut I. Er kam schon im 10. jähre seines altersunter die militz, begleitete nachqehends den König in FranckreichCarolum V. nach Flandern , und war bey dessen Person in derschlacht bevRosevec an. i?8*., nachdem er des tages vorhervon dem König zum Ritter war gemacht worden. An. 1*91.ward er Marschall von Franckreich, und hielt sich wider die En-gelländer tapfer. Hierauf that er 2. bis mal eine reisenach Orient, gieng auch milder armee, so Carolus VI. demKönige Sigismundo an. 1396. wider Bajazet zu hülffe geschickt,nach Ungarn , wurde aber in der schlacht bey Nicopolis gefan-gen. Als er von dar zurück gekommen, schickte ihn der Konigan. 1,99. dem Kayser zu Constantinopel zu hülffe, da er mit1200. mann die Türcken, welche ihn belagert hielten, sichzurück zu ziehen nöthigte, und grosse proben seiner tapferkeitablegte. Nach diesem wurde er an. 1401. zum Gouverneur zuGenua , welches damals unter Französischem schütz stunde, ein-gesetzt , und eroberte vor die Genueser die stadt Famagosta. AISer von dem zug wider die Türcken zurück kam, wurde er an.142;. von den Vcnelianern zwischen den insuln Sapienza undModon angegriffen , und von denselben, nach ihrem vorgeben,geschlagen; da im gegentheil andere schreiben, daß er mit sei-nem II. gar Übel eqüipirten galeereuden sieg davongetragen,ungeachtet die feinde mehr als ;o. schiffe gehabt. Nach derzeit nahm er das Französische interesse bey den damaligen Un-ruhen in Italien wohl in acht, und schloß mit denen zu Pisa undFlorentz einen traclat, krafft dessen beyde Staaten die Ober-Lehns-Herrschafft von Franckreich erkannten, Livorno aber die-ser Crone eigenthümlich abgetreten ward. An. 1409. begab sichder Hertzog zu Mayland, Johannes Visconti, weil er sich widerseine feinde, und sonderlich die familie der Scala zu Verona nicht beschützen konnte, gleichfalls unter Französischen schütz.Als aber Boucicaut, um den lractat zur richtigkeit zu bringen,mit seiner mannschafft, die er zu Genua hatte, nach Maylandgieng, revol.irlen die Genucser in seiner abwesenheit, brachten
t ugoncm Cholel, seinen Lieutenant um, und untergaben sichheodoro Paläologo, dem Marggrafen von Montferrat. DieUrsache dessen legten sie der tyranney des Boucicaut bey, wel-cher unterschiedliche lenthe, und unter andern Gabrielem Vi-sconti , Herr» von Pisa , dem er wegen des vorgebuchten tra-ctats 80000. thl. schuldig gewesen, umbringen lassen. Esscheint aber, daß die Jtalianer insgesamt der Französischen Herrschaft überdrüßig gewesen, und es alles mit dein Hertzogevon Mayland selbst so abgeredet gehabt. Boucicaut, als ervergeblich gesucht hatte, sich dieser stadt wieder zu bemächtigen,ward auch hernach von dem Hertzoge zu Mayland nicht mehrangenommen, weil er zu schwach war, ,ihn zu beschützen, undFranckreich dainals einen schwachen König und innerliche Un-ruhe hatte, (siehe Carolus vi. König in Franckreich.)Boucicaut muste also nach Franckreich wieder zurück gehen, daer hernach in den streitigkeiten der Häuser Burgund und Orleans die partey des Hertzogs von Orleans annahm. An. 1415. führteer die vor-trouppen in der schlacht bey Äzincourt, woselbst er
S efangen, und nach Engeüand geführt wurde, da er an. 1421.arb. Er soll ein liebhaber der Poesie gewesen seyn , und ei-nige getichte nach der damaligen art verfertiget haben. L’hißoirede Charles VI. Jußel, hist. de Turenne. Le Feron & Godefroy,hist. des Marech. de France. Jußiniani hist. Gen. Dupleix &Mezerai, hist. de France. Daniel, hist. de France tom . 11 . Ame-lot, hist. de Venise p. 499.
* Boudet, (Michael) gebohren zu Blois in dem jähr 1479.aus einer adelichen und reichen familie, war Bischoff vonLangres . Kurtz nach Vollendung seiner stlidien machte ihn Kö-nig Lndovicus XII. bey dem sein vattcr Secretarius war, zumRathsherrn in dem Parlement zu Paris , und nachgehends zumPräsidenten. Weilen er sich aber an den tumult der gerichtli-chen Processen nicht gewöhnen konnte, so nahm er die ihm vondem König aufgetragene stelle eines Almoseniers bey der Prin-tzeßin Claudia von Franckreich an. Nachgehends ward er De-chant zu Langres , und endlich Bischoff dieser kirche. Ebendieser ist es, welcher die proceßion, so die Clerisey und der Ma-gistrat von Langres annoch heutiqs tags thun, die thiere, undUngeziefer, welche das körn und andere früchte abfressen, zu ver-bannen und zu verjagen, angeordnet hat. Dieser Prälat wurdeauch auscrsehen bey der im jähr 1,17. wieder erbauten kirche
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St. Victoris den ersten stein zu legen. Und als er sich sowoldurch seine wissenschaffl als frömmigkeit in sehr grosses ansehengebracht hatte, starb er in seinem Haus von Mußi in dem jähr1529. indem 50. jähre seines alters. Bernier , hist. de Blois.Sammartb. Gall. Christ.
Boudicea, von andern Lundvica, oder voadica, ge-nannt, eine tapfere Königin und Wittwe Prasutagi, des Königsder Jcener in Engelland. Dieser mächtige König setzte denKayser Nero zugleich mit zweyen töchtern, die er nach sich liesse,zum erben aller seiner güther ein, in meynung, diese letztere da-durch vor dem anfall der Römer in sicherheit zu behal.en; al-lein es geschahe gantz das widerspiel; denn so bald als er dieäugen zugethan hatte, plünderten die Römer seinen pallasi,nahmen das Reich ein, prügelten die Wittwe, und schändetendie 2. töchter. Boudicea entrüstete sich hierüber dermassen, daßsie die einwohner deS landes aufbieten ließ, und bis 26000.mann zusammen brachte, welche sie selbst anführte. Ihr un-ternehmen gieng auch anfangs glücklich von statten, weil Pauli-nus Suetonius , des Kaysers Statthalter, nicht zugegen war,sondern sich der insul Mona versicherte, woselbst sich die den Rö-mern widerspenstige Engelländer zusammen rottirt hatten.Dann ihre leuthe überfielen die Römische soldaten hin und wie-der in den quartieren, schlugen tod, was sie antrafen, nahmenunter anderm einen dem Kayser Clandio gewenheten tempel ein,darinnen sich eine anzahl Römer etliche tag gewehrel hatte , undletztlich jagten sie gar Petilium Cerialem mit der 9. legion indie flucht, und hieben alles fuß-volck nieder: so daß Suetonius Paulinus nach femer Wiederkunft aus der insul Mona sich nichtgleich getraute de» Britanniern im felde entgegen zu gehen,auch Londen und andere örter vor ihnen verliesse, welche in al-lem über 70000. Römer oder deren bundsgenossen, doch wenig,sten theil kriegs - leuthe, in dieser empörung erschlugen. Alsendlich Suetonius sich verstärckt, und es nun zur schlacht kam,fuhr Boudicea mit ihren 2. töchtern um die trouppcn herum,und vermahncte sie aufs ernstlichste tapfer zu fechten. Allemmit dem allem war ihr das glück zuwider, und ihr volck littedie gröste niederlag, so man vielleicht jemalen in Britanniengesehen, weil, nach Tacili bericht, auf die 80000. sollen uni-kommen seyn. Eben dieser geschicht-schreiber meldet, daß sichBoudicea darauf mit gift daS leben genommen; da hingegen >Dio Caßius , und auS jhm Tiphilinus, wollen, sie sey ebenum dieselbe zeit durch kranckheit verstorben. Dieses alles ge-schahe U. C. 814. anno Christi 61. im 8. jähr der regierunzdes Kaysers Neronis. DioCaff] &Xipbil. Tacit. ann. lib. XIV.c. } 1. seq. Le Sueur, hist. de l’Eglise & de l’Emp. an. 61. *
* Boudier , ( Renatus) Herr von Jousseliniere, war an.i 6;4. zu Alencvn aus einer alten adelichen familie gebohren.Sein vatler, war ein Capitain unter dem regiment von Gran-cey, und büßte in der delagerung von Arras au. 1642. seinleben ein. Er selbst kam um diese zeit nach Mante, einerstadt an der Seine, woselbst seine mütterliche groß-mutterwohnte, und ließ sich diesen ort so wohl gefallen, daß er nachder Hand sich auch selber allda niederließ, und endlich den 16.nov. an. 172;. in dem 90. jähre seines alters mit tobe ab-gieng. Er suchte sein einziges vergnügen im studiren, undschlug dahero alle öffentliche bedienungen aus, die ihm zuverschiedenen zeiten angeboten worden. In feinem iz. jähreverstund er die Spanische, Lateinische und Griechische sprachenaus dem grnnde, und weil er gewohnt gewesen, von seiner er-sten jugend an bis in sein höchstes alter von morgens 4. uhrbis Nachmittage zu studiren, hat man sich nicht zu verwundern,daß er es in der Poesie, Historie, und andern Wissenschaften,insonderheit aber in der Numismatic, überaus hoch gebracht.Seiner schriften ist auch eine ziemliche anzahl, von weichendoch zur zeit noch nichts heraus ist, ob man gleich schon an.1729. dieselbe nach und nach ans licht zu stellen, und mit seinerHistoire Romaine, in 8. vol in 12. den ansang zu machen ver-sprochen hat. Im übrigen liebte er auch die miisic und mahler-kunst, war dabey in seinem Umgang angenehm, und gegen jeder-mann gefällig, um welcher eigenschafften willen er auch wiedrnmvon jedermann geliebt und hoch gehalten wurde. Titon duTiüet, Parnasse Franq. p. 9 88-
Baudot, (Paulus) Bischoff zu St. Omer , und hernachzu Arras , war von Morleau, einem kleinen dorf an der Dourm der Grafschafft Burgund, aus einer ansehnlichm familie.Er studirte zu Paris , wurde an. 1604. Doctor in der Sor-bonne , und predigte mit gutem Nachdruck. Johannes Richard,Bischoff von Arras , hatte ihn veranlasset, die stelle eines Oft,cialen in seiner Diceces anzunehmen ; welchem amt er so wohlvorstund, daß er ihm ein Canonicat, und nach diesem das Ar,chidiaconat gab. Als er auch an. 1609. zum Ertz-Bißthmn nachCambray beruffen wurde, nahm er den Boudvk mit sich dahin,und ernennte ihn zu seinem Groß-Vicario und zum Archidia-cono seiner siechen. Hierdurch wurde er immer mehr bekannt,und der Ertz-Hertzog Albrecht und die Printzeßin Jsabella erwehl-ten ihn zu ihrem ordentlichen Prediger. An. 1619. ernenntensiechn zum Bischoff von St. Omer , und an. 1626. bekam erdas Bißthum Arras , davon er im folgenden lahre besitz nahm,und den n. nov. an. 16;;. starb. Er hinterließ einige schuftten: als einen traclat von dem sacrament der busse; einen wi-der Marcum Antonium de Deminis, &c. Andr. bibl. Sani.mtsrtb. Gall.
Doudry,